Hausbock und Wespen




Wir beabsichtigen, ein kleines Fachwerkhaus zu kaufen.
Heute haben wir unser "Objekt der Begierde"(BJ ca. 1880, DG ausgebaut mit Aufsparrendämmung)besichtigt und sind ein wenig ernüchtert.
An einem Ständer eines Anbaus (unbeheizter Geräteraum) fand ich gleich am Anfang Löcher, die für mich wie die Fraßspuren des Hausbocks aussahen. Der Ständer sieht für mich eh nicht mehr so "dolle" aus. Solche Löcher gab es auch noch an einem Rähm, auch vom Nebengebäude. Daraufhin habe ich die sichtbaren Hölzer so gut es ging, genau angesehen und nichts mehr sonst Auffälliges gesehen.
Beim zweiten Rundgang war in einem Loch sogar Mehl zu sehen.
kann man mit einfachen Mitteln feststellen, ob der Hausbock noch aktiv ist?

Rund um einen Balkenkopf kamen Wespen aus der Wand. Muß ich dort nur mit einem Hohlraun in dem die Wespen wohnen rechnen oder zerfressen sie den Balken?

Ein anderes "OdB" ist an der Rückseite mit Bitumenplatten mit Ziegelimitat behängt. wie prüft man denn da den Zustand der Hölzer? denn zerstörungsfreies Abnehmen ist wohl sachwierig....

Über Antworten würde ich mich freuen.



Ein besseres Foto



Ein etwas besseres Foto der Ausflugslöcher





Hallo,

wenden Sie sich doch mal an den Herrn Blenn.

http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/community/a/showMitglied/5463$.cfm

Grüße aus Schönebeck



Aktivitätsnachweis Hausbock



Hallo,
die Feststellung, ob noch ein Lebendbefall vorliegt, ist oft schwierig und kann nicht immer beantwortet werden. Mitunter ist ein mehrjähriges Monitoring notwendig, um Gewissheit zu haben.
Ein gutes Ausschlusskriterium kann aber eine Farbbeschichtung auf der Balkenoberfläche sein. Befindet sich die Farbe auch in den Gangwandungen und ist die Farbe nachweislich nicht neu aufgebracht worden, handelt es sich um alte Ausfluglöcher. Die Färbung des Bohrmehls kann auch ein gutes Indiz sein, dies erfordert aber Erfahrung bei der Beurteilung.

Der Fachwerkstiel auf dem Foto hat übrigens schon ausgedient und sollte ersetzt werden.

@verkleidetes Fachwerk: hier ist eine zerstörungsfreie Untersuchung praktisch unmöglich. Intensiver Insektenbefall und vielleicht auch ein Pilzbefall lässt sich evtl. mit einem Endoskop stichprobenhaft lokalisieren. Rückschlüsse auf den Zustand des Fachwerks lassen sich daraus aber kaum ziehen.

Gruß
Boris Blenn



Monitoring des Hausbocks?



danke für Ihre Antwort. ich hätte nicht gedacht, daß man bei Hausbockbefall zeit zum Beobachten hat ?
In einer meiner früheren Tätigkeiten hatte ich mal mit Fachwerkhäusern zu tun, wenn dort Hausbock gefunden wurde, war immer "Großalarm" und ein Schädlingsbekämpfer trat mit mordsmäßiger chemischer Keule in Aktion.

Grüße

Sabine



Hausbocklarven



Hallo Fachwerkfreunde,

Da die Hausbocklarve zw. 8-10 Jahre sich durch das Holz frisst, kann man nach der Feststellung nicht gleich Großalarm auslösen. Wenn der Bau von 1880 ist und die Hölzer älter als 60 Jahre sind, ist ein Neubefall durch den Hausbock unwahrscheinlich und benötigt dementsprechend auch keine Bekämpfung mehr.

Gruß Andy
www.fachwerkfreunde.de