Wertermittlung Haus ohne Gutachter




An Liebhaber alter Häuser,
wir möchten ein Fachwerkhaus aus dem Jahr 1890 kaufen. Das Haus wird von privat angeboten. Soweit wir Laien das beurteilen können, ist das Dach ok, die Fassade muss teilweise erneuert werden (z.T. neu verputzt, Sichtfachwerk und verhängt mit Platten). Die Ansicht ist uns erst mal nicht so wichtig, wir wollen innen angreifen und es für uns einzugsbereit machen. Die Elektrik ist lt. Eigentümer in den Jahren ab 1985 erneuert worden. Das Badezimmer muss gemacht werden, zusätzlich wollen wir noch ein Badezimmer für uns im OG bauen (lassen). Die Fenster sind ca. 15 Jahre alt. Kann man einen ungefähren Richtwert pro m² für ein solches Haus als Kaufpreis ansetzten? Die Kreditinstitute teilen mit, dass man für ein neues Haus ca. 1000 € ansetzt, wie viel dann für ein solches? Das Grundstück ist über 1000m² groß. Ist es realistisch, die Hälfte als Bauland und den Rest mit dem Preis für Garten zu bemessen? Fragen über Fragen. Hat mal jemand Lust, uns zu antworten?
Vielen Dank



Meine Kristallkugel ist kaputt...



Die wichtigsten drei Faktoren für die Wertermittlung eines Hauses sind in beliebiger Reihenfolge:
1. Lage
2. Lage
3. Lage
dann kommt erstmal nichts und dann das Haus als solches.
Ohne genauere Kenntnis über den Zustand des Hauses nach einer örtlichen Besichtigung endet alles in wilden und unseriösen Spekulationen. Wenn Sie wirklich interessiert sind, dann werden Sie nicht darum herumkommen einen Grundwertermittler ranzuholen, wenn der auch noch gestützt wird von einem sachkundigen Fachmenschen für Altbausanierung, haben Sie bereits im Vorfeld das maximale getan.
Auch die Form des Verkaufs spielt keine unerheblich Rolle für den Preis: unter Freunden und Bekannten, von Fremden, Zwangsversteigerung, Makler, usw.
Bedenken Sie bitte die meisten schleppen jeden klapprigen Gebrauchtwagen in die Werkstatt, bevor sie ihn kaufen. Sie möchten eine ungleich höhere Investition tätigen!
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



Heute hab ich gute Laune...



..deshalb geb ich Ihnen eine kleine Hilfe. Auch wenn ich Ihnen nur Raten kann einen Sachverständigen einzuschalten.

Schmitz/Krings/Dalhaus/Meisel: Baukosten 2006 Instandsetzung/Sanierung/Modernisierung/Umnutzung

Ihrer Zustandsbeschreibung zufolge könnte in etwa hinkommen:

Baukosten ohne Grundstück- und Gebäuderestwerte und ohne Baunebenkosten (KG 200-600)

Fachwerkhäuser, mittlerer Zustand:
von 1250,-€/m² Wohfläche bis 2000,-€/m² Wohnfläche
Mittelwert: 1.700,--€/m² Wohnfläche


"Kann man einen ungefähren Richtwert pro m² für ein solches Haus als Kaufpreis ansetzten?"
NEIN! Da selbstverständlich der Zustand, Baumängel, Restnutzungsdauer, wirtschaftliche Überalterung......... wesentlichen Einfluss auf den Gebäudewert haben.
Mit oder ohne Denkmalschutz?
Kollege Malangeri hat schon richtigerweise auf die Lage hingewiesen die den größten Einfluss auf den Bodenwert hat.

"Richtwert pro m²"
m² Wohnfläche? m² Nutzfläche? m² Wohn- und Nutzfläche? m² Bruttogeschossfläche?

"Ist es realistisch, die Hälfte als Bauland und den Rest mit dem Preis für Garten zu bemessen?"
Kann man so nicht sagen. Ist natürlich davon abhängig ob Restgrundstück als Bauland zu verwerten wäre. Ob Ortslagetypisch Grundstücke diese oder ähnliche Größen ausweisen. Weiterhin abhängig von GRZ und GFZ (Wikipedia hilft weiter).

Holen Sie sich einen Sachverständigen aus Ihrer Gegend.
In der Regel lohnt sich das Sachverständigengutachten da es sich oft bei den Kaufpreisverhandlungen amortisiert.

Mit freundlichen Grüßen
H.Schmid
www.wert-recht-schaden.de