Niedrigenergiehausstandard im Bestand

08.12.2004



Hallo,
Kann man durch eine Sanierung eines alten Fachwerkhauses die Normen eines Niedrigenergiehaus erreichen? Würde mich interessieren...unserer Umwelt zur Liebe, des Geldbeutels, und weil die KfW einen Teilschulderlass darauf gibt.
Danke,
Olaf Sacher



Kommt auf den Einzelfall an



Bei meinem Energieberater-Kurs im Allgäu wurde ein entsprechendes Denkmal vorgestellt, die Bauphysik dafür erstellte das Ingenieurbüro Herz+Lang aus der Nähe von Augsburg.
Natürlich ist es nicht immer möglich und sinnvoll, mit jedem Denkmal den ENEV-Neubaustandard (entspr. Niedrigenergiehaus im Bestand) zu erreichen.
Wenn man aber frühzeitig einen entsprechenden Fachplaner hinzuzieht, können interessante Kreditprogramme und Zuschüsse erschlossen werden. Eine CO2-Einsparung von 40kg/m²a ist in den meisten Fällen gegeben, wenn das Konzept paßt.
Schöne Grüsse aus Franken.



Co2 Einsparung



von 40 kg/m²a kann man in der Regel durch den Einbau einer guten Technik bereits einhalten. Für ein dreigeschossiges Haus in Aachen konnte ich diese Schwelle bereits durch den Ausbau des Dachgeschosses nach EnEV, Verbesserung der Fenster durch den Einbau einer zweiten Scheibe hinter den mundgeblasenen Originalscheiben und vor allem durch den Einbau einer Brennwert-Heizungsanlage erreichen.
Entscheidet man sich für eine Pelletsheizung sind die Werte noch günstiger.
Für ein Haus nach EnEV ist die Dämmung aller umfassenden Bauteile, Dach, Außenwand und Sohle oder Kellerdecke erforderlich.
Thomas Leyh hat recht. Das A und O ist eine konsequente Planung unter Berücksichtigung aller Aspekte und es kann immer einen guten Grund geben auf die Einhaltung bestimmter Werte zu verzichten.



ok..



Danke. Es scheint also schonmal so ein Haus zu geben. Mich würde interessieren, ob es hier noch mehr Erfahrungen gibt. Wie viele Leute haben bisher versucht bzw. es geschafft, den Niedrigenergiehausstandard im Bestand zu erreichen.
Ich will nicht um biegen und brechen versuchen, was nur wenigen mit viel Mühe und sicherlich auch mehr Investitionen gelungen ist.
Kann man z.b. bei der Dämmung der Aussenwände mit einer Schilf/lehmdämmung solche Werte erreichen (+diverser anderer Faktoren)?
Wo kann man sich näher zum Selbststudium über Dämmwerte informieren?
danke und grüße aus dem Brandenburger Land
Olaf Sacher



Werte sind zu erreichen



Die Werte für beispielsweise eine bestehende Außenwand mit Schilf-Lehmdämmung können nach EnEV rechnerisch erreicht werden, allerdings ergeben sich dafür hohe Wandaufbauten und inwieweit das ganze bauphysikalisch sinnvoll ist, steht auf einem anderen Tablett. Hauptproblem bei solchen Dämmmaßnahmen ist der Tauwasseranfall und dessen rechnerische Erfassung. Man kann aber durch den geschickten Einsatz von Heizleitungen/Bauteiltemperierung bei sachgerechter Planung die Problempunkte für den Tauwasserausfall entschärfen (z.B. Balkenköpfe Decke).
Ich kann leider keine spezielle Literatur empfehlen, da in diesem Bereich äußerst widersprüchliche Aussagen zu finden sind und ich mir als Bauingenieur eine eigene "Philosophie" aus Erfahrung, Literatur und Herstellerangaben/Zulassungen entwickelt habe, die hoffentlich möglichst nahe an die tatsächlichen Verhältnisse kommt (hat bis jetzt jedenfalls geklappt).
Schöne Grüsse.