Traufwasser des Nachbarn zerstört das Fundament der Alten Waagnerwerkstatt meines Uropas ( 1890)

02.09.2012



guten tag,

wir haben das problem das das Traufwasser des Nachbarn unsere gebaude Sockel einer kleinen Denkmalgeschützten Werkstatt zerstört !!!
Und im inneren der werkstatt ( Lehmboden ) BEI STARKEM REGEN EIN KLEINES Schwimmbad entsteht und die Feuchtigkeit die Fachwerkbalken zerstört !!!
wir waren bei unserm nachbarn um ihm die sachlage zu schildern aber er möchte keine Dachrinne anbringen lassen weil seit fast 80 Jahren keine Rinne angebracht war !
Da wir im nächsten Jahr die Sanierung der Werkstatt in ankriff nehmen wollen war das der erste schriff das eine Rinne angebracht wird !!!!

Ich hoffe sie können mir weiter helfen

lg



Man soll ja nicht gleich ...



... mit §§ um die Ecke kommen, aber wenn's nicht anders geht, würde ich dann zumindest mal ganz freundschaftlich aufs Hessische Nachbarrechtsgesetz hinweisen, wo denn geschrieben steht:


§ 26
Niederschlagswasser

(1) Der Eigentümer und die Nutzungsberechtigten eines Grundstücks müssen ihre baulichen Anlagen so einrichten, daß

1.
Niederschlagswasser nicht auf das Nachbargrundstück tropft oder nach diesem abgeleitet wird,

2.
Niederschlagswasser, das auf das eigene Grundstück tropft oder abgeleitet ist, nicht auf das Nachbargrundstück übertritt.

(2) Abs. 1 findet keine Anwendung auf freistehende Mauern entlang öffentlicher Straßen und öffentlicher Grünflächen.





Unsre Nachbarin ( 88 Jahre ) beruft sich halt darauf noch nie eine Dachrinne an ihrer Scheune war und in ihrer Scheune ist alles Trocken !!

Und meine Großeltern hat es nicht gestört aber nun ist die Werkstatt durch das Traufwasser sehr feucht und wird langsam immer Baufälliger .



Rechtsberatung ...



... dürfen wir zwar de jure nicht leisten, Hinweise können wir jedoch geben.

Also noch mal ein Verweis auf das Hessische Nachbarrechtsgesetz:


§ 27
Anbringen von Sammel- und Abflußeinrichtungen


(1) Der Eigentümer und die Nutzungsberechtigten eines Grundstücks, die aus besonderem Rechtsgrund verpflichtet sind, das von den baulichen Anlagen eines Nachbargrundstücks tropfende oder abgeleitete oder von dem Nachbargrundstück übertretende Niederschlagswasser aufzunehmen, sind berechtigt, auf eigene Kosten besondere Sammel- und Abflußeinrichtungen an der baulichen Anlage des traufberechtigten Nachbarn anzubringen, wenn die damit verbundene Beeinträchtigung nicht erheblich ist. Sie haben diese Einrichtungen zu unterhalten.

(2) Für die Verpflichtungen zum Schadensersatz und zur Anzeige gelten die §§ 23 und 24 entsprechend.


Insoweit wäre m. E. erst einmal zu klären, ob sich für Sie aus einem besonderen Rechtsgrund die Verpflichtung ergibt, das von der Nachbarin ablaufende Niederschlagswasser aufzunehmen.
Die Frage, ob sich hier aus einer bisherigen Duldung ein Rechtsgrund ergaben hat / ergibt, wird ein fachkundiger Anwalt sehr rasch beantworten können.

Sofern kein Rechtsgrund vorliegt, greift m. E.dann der § 26 in aller Konsequenz. Es geht dann "nur" noch um die Durchsetzung Ihres Anspruches auf Verschonung durch das Traufwasser.



Denkmalgeschützte Werkstatt?



... dann würde ich die Gefahr für dieses bauliche Denkmal der betreffenen Behörde melden.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Wetterau



Die Leute in der Wetterau scheinen etwas speziell zu sein - und das wohl nicht erst seit Friedrich-Ludwig Weidig.
Nachdem wir eine neue Dachrinne haben, leitet unser Nachbar das Wasser einfach auf seinen Hof, der nun ein tolles Feuchtbiotop wird und die umliegenden Grundstücke bewässert...

@Marc: Wo genau wohnt Ihr?





hi also ich habe auch verschiedene Dachrinnen angebracht aber ein Feuchtbiotop hab ich nicht auser vill zwischen der Scheune meines Nachbarn und unserer Werkstatt ^^
Das Anwesen befindet sich in Reichelsheim !!