Wer hätte Hinweise geben müssen?

17.01.2015 franzl



Hallo,

ich melde mich mal wieder mit Neuigkeiten über unseren Hausbock (habe schon hier darüber berichtet). Bei uns ist ja der Holzbock/Hausbock aktiv und es ging darum, wer uns Hinweise übe einen Befall hätte geben müssen. Wir waren der Meinung, der Architekt hätte prüfen müssen. Dieser bzw. sein Anwalt hat nun, nach einem halben! Jahr mitgeteilt, dass er nicht dafür haften will (war mir schon klar bei ihm), sondern seiner Meinung nach der Statiker genauer hätte prüfen müssen. Nun habe ich wiede irgendwo gelesen, dass auch der Statiker so wohl auch nicht dran Schuld sein dürfte/will, sonder evtl. der Zimmermann. Kennt sich jemand hier aus oder kann mir vernünftig erklären, wer für was denn nun bei einem Ausbau vielleicht haftbar gemacht werden könnte. Wie verzweifeln hier. Die Kosten für die Behandlung können wir uns nicht leisten (ca. 25.000,00 €) aber gemacht werden muss es ja. Das Nagen ist teilweise wieder vermehrt zu hören. Ich frage mich, warum der Architekt nicht dafür gerade stehen will. Für so etwas hat er ja eine Versicherung. Die Dummen sind immer die Kleinen.





Deine Berichterstattung ist hier leider etwas dürftig. Es gibt einen Hausbock, ja ok, nicht schön. Und Du willst ihn nicht als Untermieter, kann ich verstehen. Aber was kann der Architekt dafür? Hätte er dir sagen sollen, dass es einen Hausbock gibt? Sicherlich ja, soweit er davon wusste. Kannst Du belegen, dass er es wusste?
Selbst wenn, die Kosten für die Vergasung oder was auch immer wären sowieso deine Sache. Im Nachhinein wird der Architekt genau so argumentieren, nämlich das es sich um Sowieso-Kosten handelt. Oder sind jetzt umfangreiche Rückbaumaßnahmen notwendig, die bei rechtzeitiger Berücksichtigung des Hausbocks vermieden worden wären.
Der Nachweis, ob solche Maßnahmen notwendig sind, obliegt aber dir und ist vmtl. nicht so einfach zu erbringen. Sachverständige und Anwälte hören hier schon die Kassen klingeln.
Der Gedanke, die Versicherung des Architekten wird es schon richten, ist ein Trugschluss. Es ist die Versicherung des Architekten, nicht deine. Und die ist in erster Linie dafür da, wirtschaftliche Schäden vom Architekten fernzuhalten. Dass heißt aber nicht, dass sie die Schäden einfach so begleicht. Ganz im Gegenteil, die Versicherung wird alles dafür tun, dass der Architekt eben nicht haftbar ist (und sie dann auch nichts bezahlen muss.)
Hoffen wir, dass du dann nicht auch am Holz nagst.

Vielleicht kannst Du bis dahin ein wenig mehr Infos liefern.
Viel Erfolg,
Erwin



Pochkäferbefall



Können Sie beweisen- und zwar eindeutig und unwiderlegbar- das der Schädlingsbefall bereits vor Beginn der Sanierungsarbeiten vorhanden war?
Können Sie beweisen das der Planer/Architekt gegen technische Vorschriften und Regeln des Holzschutzes verstoßen hat als er die Werkplanung erstellte (falls er die Werkplanung erstellte)?



Haftung Bedingt Verschulden



Hallo Franzl,

gemäß obigem Grundsatz haftet niemand für den grundsätzlichen Befall, da für den grunsätzlichen Befall kein Verschulden vorliegt. Diese Sowiesokosten gehen mit dem Bauherrn heim, wie auch Erwin treffend schreibt.

Bezüglich den eventuellen Mehrkosten, die ggf aufgrund des fertig gestellten Umbaus entstehen sind einige Fragen zu klären:

- gibt es überhaupt Mehrkosten und wie hoch sind diese?
- Wozu waren die entsprechenden Fachleute genau beauftragt? (War z.B. Der Architekt nur für einen Bauantrag beauftragt, würde ich kein Verschulden sehen)
- Hätte jemand im Rahmen seiner Beauftragung den Befall erkennen müssen?

Der Nachweis dürfte sicher schwer fallen.

Insgesamt ist für mich bei den vorliegenden Infos das Ablehnen der Versicherung des Architekten völlig nachvollziehbar.

Gruß und viel Glück für die Problemlösung

Peter



Näheres



Danke für ie schnellen Antworten. Der Architekt wurde mit der Leistungsphase1-8 beauftragt also alles von Planung bis Übergabe. In dem Dachstuhl waren genug Löcher zu sehen. Der Architekt fragte nur, wie alt der Dachstuhl sei (ca. 80 Jahre) und er meinte nur, dass somit ein aktiver Befall nicht mehr vorhanden sei. Vieeleicht gibt es ja hier einen Architekten, der mir mal sagen kann, wie "normal" verfahren wird, wenn vor einem Umbau Löcher im Dachstuhl festgestellt werden. Sollten dann nicht Hinweise gegeben werden, dass man näher prüfen muss? Es kann doch meiner Meinung nach nicht sein, dass ich als Laie mich um solche Sachen kümmern muss, wenn eigentlich Fachleute viel Geld von mir bekommen. Und die Sowieso Kosten (3000 €) wären günstiger gewesen bzw. hätte ein Umbau mit der Kenntnis über einen Befall gar nicht stattgefunden. Gibt es denn jemanden, der mir vielleicht Hinweise hätte geben müssen? Und ein Sachverständiger ist der Meinung, dass der Befall schon vor Umbau "drin" war.