Welcher Putz im Keller

25.03.2019 Thoboe


Welcher Putz im Keller

Moin Community,

ich würde gern folgende Thema einmal zur Diskussion stellen:

1. Sachverhalt
Ich habe einen Keller, dessen Innenwände mit Gips verputzt sind. In Fussbereich (unteren 2-10 Zentimeter) der Wände löst sich auf Wandlänge der Gipsputz durch Feuchtigkeitseinwirkung komplett ab. An anderen Stellen lag der obere Schicht des Gipsputz hohl (ca, 4 qm ). Beides, der abgelöste Putz im unteren Bereich und der hohl liegenden Oberputz wurde mittlerweile entfernt. An den Stellen an denen der Gipsputz hohl lag, befindet sich noch der Unterputz an der Wand. Bei komplett aufgelösten Arealen ist die pure Wand zu sehen.

2. Fragen
Aus diesem Sachverhalt ergeben sich folgende Fragen
- Die Stellen, an denen sich der Gipsputz infolge von Feuchtigkeitseinwirkung gelöst hat, sollen wieder verputzt werden Dabei handelt es sich um Streifen einer Größe von 10 cm x 4 m. Welcher Putz sollte verwendet werden, um diesen Streifen, der eine gewissen Feuchtigkeitsbelastung ausgesetzt ist, zu verputzen?

- Kann ich die Unterputz, in den Bereichen, die hohl lagen, mit einem anderen Putz (z.B. Luftkalkputz o.ä.) "überputzen". Oder muss/kann ich dafür wieder Gipsputz nehmen?

- Kann ich zwei Putze kombinieren? Z.B. im unteren, feuchtigkeitsbelasteten Bereich ein Luftkalkputz im oberen weiterhin Gipsputz?

- Wenn ich zwei Putze kombinieren kann, müssen diese "trennscharf" sein? Oder können sie auch zu einem bestimmten Grad überlappen?

Freue mich auf eine interessante Diskussion?

Danke & VG



Bitte mal lesen



in der rechten Spalte ist genau dieses Thema besprochen.



Gips im Keller



Im Keller hat Gipsputz i.d.R. nix zu suchen. Er hat eine rel. geringe Luftfeuchte-Aufnahmefähigkeit, speichert gern flüssig anstehendes Kondensat und gibt beides nur ungern wieder her. Ist er länger feucht, löst sich das Bindemittel Gips in seine Bestandteile auf und er folgt der Schwerkraft.
Also am Besten den ganzen Putz vollständig entfernen und die Wände mit Luftkalkputz (Zementfrei !) beschichten. Ein Anstrich mit Kalkfarbe oben drauf und Du hast, wenn die Wände an sich trocken sind, immer einen sauberen und hellen Keller.
Natürlich kann der Gipsputz an Stellen, wo er Jahre ohne Schaden gehalten hat, auch weiterhin verbleiben. Dann eben die restlichen Flächen reinigen und mit Kalkputz usw. bearbeiten, die Kalkfarbe kann auch auf den Gipsputz gestrichen werden, wenn da keine anderen (z.B. Dispersionsfarben ) drauf sind.
Frohes Schaffen und gutes Gelingen wünscht
Andreas Wugk



Bestand vs Neu



Hallo Andreas,

danke für die Info. Grundsätzlich denke ich in die gleiche Richtung. Und auch ich sehe das Thema "Gipsputz im Keller" wegen der Wasseraufnahmefähigkeit des Gips kritisch.

"Leider" ist der Keller nun wieder so trocken, dass "nur" ein umlaufend schmaler Streifen von max. 20 cm oberhalb des Fussboden von Feuchte betroffen ist. Der Rest der Wand ist trocken und verfügt, einmal abgesehen von den 4 qm Hohllage, über intakten Putz. Ich tue mich daher schwer, diesen intakten Bestand zu entfernen. Deshalb überlege ich, nur den 20 cm Streifen Gipsputz am Fussboden umlaufend zu entfernen und dort Kalk zu putzen. Die Hohllagen und die Rissen werden wieder mit Gipsputz ausgebessert.

Gibt es bessere Ideen?

Um die "optische Brüche" zwischen Gips udn Kalkputz möglichst klein zu halten, würde ich gern verstehen, , mit welcher "Rezeptur" (z.B. Sieblinie, Mischungsverhältnis etc.) der Kalkputz anzurühren wäre, damit dieser am Ende ein möglichst homogenes zum bestehenden Gipsputz abgibt.

Gibt es hierzu Erfahrungswerte

Zum Thema Farbe: Ich würde gern Kalkfarbe auf die Wand streichen, vermute aber, daß aus der Bestandfläche aktuell noch Dispersionsfarbe sitzt.
Gitb es Erfahrungswerte, mit welcher Körnung ich die Farbe von Gipsputz herunterschleifen kann, ohne den Gipsputz zu beschädigen?

Danke für die Unterstützung & VG



Wie soll denn der Raum genutzt werden?



Wird geheitzt oder nicht?
Welche Gegenstände sollen gelagert werden?
Danach macht man sich Gedanken wie die Oberflächen erstellt werden!



Wie wird Keller genutzt



Hallo Herr Bromm,

der Keller wird beheizt. Ja, es sollen Gegenstände gelagert werden.


Danke für die Unterstützung & VG



Ich würde es anders machen, wenn es meins wäre



Alle Verputze (ohne thermische- und dampf-dichte Trennung) sind nach meiner Meinung im Keller (Altbestand) auf Dauer ungeeignet.
Erst recht wenn diese auf nicht gereinigte Untergründe aufgetragen werden.
Gips-, Kalk-, Kalkzement- und Zementputze sind wegen zu hoher Wasseraufnahme und eines zu geringen Anteils von Poren und/oder geringer Wasserdampfdiffusion bei der Instandsetzung von feuchten Wänden ungeeignet.
Lesen Sie sich dazu bitte erst auf meiner Homepage unter Aktuelles ein.



I-Bau-System



Hallo Herr Bromm,

da wir beide bereits direkt miteinander konferiert haben, kenne ich Ihre Empfehlungen zum I-Bau-System.
Für eine thermische Trennung von Kellerraum und -wand mittels I-Bau-System müssen aber erhebliche Umbauten (Kellertreppe) in Kauf genommen werden.

Da nicht klar ist, woher die Feuchtigkeit genau kommt (Kondensat mag eine These sein, Falsch angeschlossen Außentreppe eine andere) und wir über eine umlaufenden "Feuchtigkeitsstreifen" von nur max . 10 cm sprechen, möchte ich gern zunächst einmal minimalinvasiv vorgehen.
Spätere Anpassung des Vorgehens sind dadurch nicht ausgeschlossen

Danke für die Unterstützung & VG



Verstehe ich nicht ganz..



..wieso Treppe erheblich umbauen?
Aber auch nicht was die Minimallösung sein soll.
Was mir jedoch noch einfällt ist wie soll denn der Raum beheizt werden?
Dies auch deswegen weil der Boden-Wandanschluss relativ kalt bleibt. Evtl. ist der Bereich ja nur deswegen feucht.