Welcher Dämmstoff und welcher Blindboden in den Kellerdecken ?

29.12.2014 Herr Hanisch



Sehr geehrte Mitglieder,
wir sanieren zurzeit ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus und haben zur Dämmung unserer Kellerdecken einige Fragen.
Zwei Kellerdecken wurden erneuert, hier wurden neue Eichenbalken eingezogen. Als Laufboden liegen OSB-Platten auf.
Wir überlegen, die Kellerdecken mit Blindböden auszustatten, die zwischen die Eichenbalken gesetzt werden und auf Lärchenleisten aufliegen, die an den Innenseiten der Eichenbalken aufgeschraubt werden.
Als Dämmstoff wurde uns Mineralwolle vorgeschlagen, die Blindböden könnten wir aus Holzwolleleichtplatten erstellen, der Aufbau der Dämmung sollte etwa 18 cm aufweisen.
Der Keller ist in Bruchstein gemauert, es liegen zwei kleine Fensterchen vor und der Kellerboden ist erdfeucht.
Liegen hierzu Erfahrungen vor, was das Thema Feuchtigkeit und Diffusion betrifft?
Mit freundlichen Grüßen M.H.



Kellerdecke



Für Kellerdecken sind Massivdecken grundsätzlich besser geeignet. Da Ihre Balken nun schon mal drin sind, folgender Vorschlag (von unten nach oben):
Putz
Heraklithplatten
Traglattung
Mineralwolledämmkeile im Balkenzwischenraum,
Dielung oder OSB mit Aufbau Belag.
Die Balken sollten über einen vorbeugenden chemischen Holzschutz verfügen und mit den Außenwänden verankert sein.



Kellerdecke dämmen



Sehr geehrter Herr Böttcher, vielen Dank für ihre schnelle Antwort.Da die Deckenbalkenunterseiten wegen der Stehhöhe im Kriechkeller sichtbar bleiben sollen, müssten wir die Heraklithplatten dann mit einem Rücksprung von etwa 4 cm zwischen die Balken auf Lärchenleisten legen. Ist das in Ordnung so? Als Zwischenraum hätten wir etwa 18 cm Platz, welche Stärke müssten die Mineralwolledämmkeile eigentlich mindestens haben? Sollte man Sie evtl. mehrschichtig legen oder bringt das nichts? Das Bruchsteinmauerwerk ist bis unter die Deckenbalken mit Solubel Luftkalkmörtel aufgemauert, gibt es ein bestimmtes Holzschutzittel für die Balken, was Sie für gut heißen? Und ist es ihrer Meinung nach sinnvoll die Wasserzuleitungsrohre für die darüber liegende Küche in die Dämmung mit einzulegen? Mit freundlichen Grüßen, Michael Hanisch



Deckenaufbau



Mein Vorschlag hat Gründe weshalb so und nicht anders. Der wichtigste Grund ist Winddichtigkeit zum Keller hin, eine unabdingbare Voraussetzung. Das gehht am besten mit Putz. Freiliegende Balkenunterseiten sind nie winddicht zu kriegen, das sind Dutzende Meter Fugen. Auch für den Schutz vor Schadinsekten ist verkleidetes Holz besser. Abgesehen davon wozu in einem Kriechkeller sichtbare Balken? Wenn mein Vorschlag aus Gründen der Raumhöhe nicht machbar ist (kein Mensch möchte auf Knien putzen) dann folgende Präzisierung:
An die Balkenunterseiten Unterspannbahn tackern,
Traglattung quer von unten darüberschrauben,
auf den Balken die Stöße der USB mit aufgeschraubten Lattenstücken einklemmen, ebenso an den Wänden. Die Verlegung der USB muß winddicht erfolgen!!
Dann Dämmkeile einbauen (wie dick ergibt sich aus der EnEv und dem weiteren Fußbodenaufbau) Die Traglattung ist erforderlich damit die Dämmung nicht die USB mit Gewicht belastet.
Die Balken müssten eine Behandlung "IPv" erhalten haben. Angaben dazu müssten in der Rechnung stehen oder auf einer kleinen Metallplakette die irgendwo auf einen der Balken aufgenagelt ist.
Das Solubel verwendet wurde bedeutet hinsichtlich Holzschutz und Begrenzung der Knicklänge der Wände durch Verankerung nichts, höchstens das der Mörtel besonders teuer war. Ob er als Auflager für die Deckenbalken geeignet ist kann, muß aber nicht sein.



Deckenbalken über Kriechkeller



Wie hoch ist denn der Kriechkeller und wozu wird er genutzt ?

Wie wurden die Balkenköpfe eingemauert- mit Luftzutritt ringsum-auch am Hirnholz ?
Worauf wurden die Balken gelegt ?
Direkt auf Mörtel oder eine Unterlage ?

Kaltwasserrohre müssen gegen Kondenswasser gedämmt werden und gegen Frost wenn der auftreten kann.
Ansonsten würde ich die nicht in die Dämmung legen der besseren Zugänglichkeit wegen.
Bei Warmwasser, Solar etc ist das natürlich anders.

Dämmstoff nicht direkt gegen die Wände legen -nur mit Feuchtigkeitsschutz und ich würde eher sorptionsfähigen Dämmstoff statt Mineralwolle nehmen, um leichtere Rücktrocknung zu ermöglichen, falls er doch einmal Feuchtigkeit aufnehmen sollte.

Die Eichenbalken untersuchen, ob absolut kein Splint enthalten ist- der muß komplett entfernt werden, da er sehr leicht von Schädlingen befallen wird.

Holzschutz nachträglich oberflächlich aufzubringen hat leider den Nachteil, daß später auftretende Risse unbehandelt bleiben und diese Zutritt für Schädlinge ermöglichen.

Ich würde mir den Holzschutz dann ganz sparen, wenn die Balken unten sichtbar und auf Schädlingsbefall überprüfbar sind.

Ggf nur Wasserglas aufspühen oder streichen, was für Euch völlig unschädlich ist und was auch noch die Feuerbeständigkeit erhöht.
Aber Vorsicht vor Spritzern- hochalkalisch aber dafür Null Ausgasung-

Alles weiter zu Beachtende hat Georg Böttcher ja schon mitgeteilt

Andreas Teich