Welchen Wandaufbau für innen?

26.04.2017 Oli



Guten Morgen.

Ich habe einen Altbau von 1898, den ich sanieren möchte.
Die Außenwände bestehen aus einem zweischaligen Mauerwerk, die Innenschale besteht aus Kalksandstein und Naturstein "Mix" mit Holzbalkenkonstruktion.
Dann kommt eine Luftschicht von 4-6 cm.
Außen ist eine Vormauerung aus Backsteinen.
Innen und Außenwand sind über Quersteine verzahnt.

Die Luftschicht ist durch mehrfache Änderungen (Fensterdurchbrüche, zugemauerte Fenster) nicht überall vorhanden.

Das Gebäude steht auf einem Streifenfundament, der Boden besteht aus Sand, auf dem sich Balken und Dielen befinden.
Eine Horizontalsperre ist nicht vorhanden.
Die Wände sind jedoch relativ trocken, es gibt keinen Schimmel.

Nur das Erdgeschoss hat Steinwände. Das erste Obergrschoss ist komplett aus Holz gebaut.

Die Wände im Erdgeschoss sind relativ uneben. Der Putz hat deutlich sichtbare Dellen. Früher nahm man das wohl nicht so genau. Stellenweise wurden die Wände durch Holzleisten (Nut+Feder) vertäfelt.

Nun würde ich gerne eine neue Elektro- und Heizungsinstallation einbauen. Da die Wände nicht wirklich einheitlich gebaut sind, und ich nicht weiß, ob und wie die Balken eine tragende Funktion haben, würde ich gerne auf das Schlitzen verzichten.
Ich würde gerne alles "Aufputz" machen.

Allerdings möchte ich alle Wände anschließend mit Gipskartonplatten verblenden. Damit die Installationen verschwinden. Außerdem hätte ich dann innen eine schöne und moderne ebene Wandoberfläche.

Die Hohlräume hinter den Gipskartonplatten würde ich gerne mit Dämmwolle ausstopfen oder mit einer Schüttung zumachen, um eine leichte Dämmwirkung zu erreichen und eine "Wärmere Wandoberfläche" zu erreichen.

Ich hätte dann eine Dämmstärke zwischen 2 und 5 cm. Die Dämmung ist nicht wirklich für Wärmeschutz, sondern nur für das "Warme-Wand-Gefühl".
Für den richtigen Wärmeschutz kommt irgendwann noch eine Außendämmung mit neuer verklinkerung.

Eventuell würde ich unter den Gipskartonplatten noch eine Lage OSB einbauen, damit man an den Wänden einfach mit Schrauben etwas befestigen kann. Vor allem in der Küche und im Wohnzimmer wäre dies praktisch (Hängeschränke)

Stellenweise wäre auch eine Vormauerung aus Ytong denkbar. Zum Beispiel im Badezimmer.

Würde ich mir durch diesen Wandaufbau irgendwelche Probleme einhandeln?

Habt ihr Tipps für mich, wie ich das angehen sollte?

MFG



Innendämmung



Sie sind damit im Begriff sich möglicherweise eine Wandbefeuchtungsanlage im integrierter Schimmelzucht einzubauen. Besser sind hohlraumfrei aufzuklebende kapillaraktive Dämmplatten auf Holzfaserbasis wenigstens für das Obergeschoss. Im Erdgeschoss ginge auch eine hohlraumfrei aufzuklebende Dämmung aus Rigidur. Denken Sie daran das bei Innendämmung Wärmebrücken zu berücksichtigen sind!



Wände



Hallo.

Mit Rigidur sind Gipsfaserplatten / Fermacell gemeint?
Ja, das wäre für unten durchaus eine Alternative, die sind ja relativ stabil.

Allerdings wird es schwierig, die Hohlraumfrei auf zu kleben, da die Wände eine sehr unebene Oberfläche haben.
Da müsste man vorher die Wand irgendwie mit Putz glatt ziehen. Dann könnte ich aber auch gleich komplett verputzen. Wäre es denn machbar, auf einer unebenen Oberfläche (Beulen und Dellen) einen Putz mit ebener Oberfläche aufzubringen? Vielleicht könnte man dann auch irgendeine Art von "Thermoputz" benutzen.

Es geht in erster Linie ja nicht um energetische Dämmung, sondern darum, die Wände glatt zu bekommen, die Installationen verschwinden zu lassen und die Wandoberfläche "gefühlt" wärmer wirken zu lassen.

"Richtig" gedämmt wird später von außen.

Was das OG betrifft. Da kann man das Kleben ganz vergessen. Oben sind die Außenwände Holzständerbauweise mit Bretterbeplankung.
Und da drauf sind dann Federholzpaneele aus Fichte bzw Kiefer aufgenagelt. Kein Putz/Tapete.

Da müsste man die Gefache dämmen und dann eine neue Wandoberfläche schaffen.
Das würde ich gerne zusammen mit der Zwischensparren/ Untersparrendämmung für das Dach machen.



Innendämmung



Natürlich muß eine Innenwandfläche eben, flucht- und lotrecht sein. Bei einer modernen Vormauerung aus Kalksandstein setze ich das voraus. Wenn nicht muß vorher ausgeglichen werden, egal was für eine Innendämmung aufgeklebt wird.
Bei Rigidur ist mir ein Fehler unterlaufen, ich meinte Rigitherm.
Das sind keine Gipsfaserplatten und nicht von Fermacell sondern mit Dämmung kaschierte Gipskartonplatten.
https://medien.rigips.de/downloads/862/rigitherm_innendaemmung_0414.pdf





Ist denn das nicht so ein Fall für einen Rohrmattenputz.

Schilffrohrgewebe an die alte Wand, Installation mit rein und Kalkputz drauf.

Die Schilfmatten müssen gut befestigt werden. Ggf kommt für den Verputz ein Material mit Leichtzuschlägen und demzufolge geringerer Wärmeleitfähigkeit infrage.

"HP9SL"

Vielleicht noch eine Randleistenheizung dazu und alles ist wunderbar?



Randleistenheizung



Hi.
Welchen Vorteil hätte denn eine Randleistenheizung?
Derzeit sind Fußbodenheizung und Konvektor meine Optionen.

Mit einer Randleistenheizung würde man (So vermute ich) das Problem "Kalte Wand" sicherlich elegant beseitigen können.

Derzeit habe ich alternativ die Idee, die Wände einfach mit ordentlich Putz und Bewehrung "Glatt zu ziehen" und auf jegliche Dämmung zu verzichten.

Statt der Dämmung müsste dann ein strom- und wärmegeführtes Blockheizkraftwerk eingebaut werden. Dafür wäre ein hoher Wärmebedarf sogar von Vorteil.

Lediglich den Dämm-Pflichten nach EnEv (Dämmung des Daches oder der obersten Geschossdecke) würde ich dann auf dem Mindestniveau nachkommen.





Die Randleistenheizung soll die Behaglichkeit schon bei geringerer Raumtemperatur erreichen. Zum einen vermeidet sie kalte Außenwände und erzeugt zudem durch erhöhte Wandtemperaturen einen Strahlungseffekt.

Dadurch sind auch Räume komfortabel beheizbar, die für das Heizen mit warmer Luft nicht so günstig sind.

Ein weiterer Vorteil ist die einfache Installation was die Sache noch recht preiswert macht (im Vergleich zur Wand- oder Fussbodenheizung).

Es gibt aber auch Nachteile, man sollte mal die Planungshilfen der Hersteller im Internet studieren.

Sicherlich lassen sich mit innovativer Heiztechnik wirkliche Energiekosteneinsparungen erzielen, dass bedarf alles einer abgestimmten systemischen Betrachtung und Planung.

Bei Fussbodenheizungen ist die Übertragung hoher Wärmebedarfe so eine Sache, da bleibt der Komfort schnell auf der Strecke.





Hallo.

Ich habe mal einen Experten gefragt.
Von BHKW rät er mir ab, weil das Kosten/Nutzen Verhältnis für diese Hausgröße zu gering ist.

Mir wurde geraten, die Dachdämmung nach EnEV Vorgabe zu machen und ansonsten drauf zu achten, dass die Bude nicht zu "zugig" ist.

Eine Innen-Wanddämmung oder Wandverblendung ist nicht zu empfehlen.
Ich sollte auch einfach alles mit einer neuen Putzschicht glatt ziehen. Hervorstehende alte "Putzbatzen" und lose Teile müssen vorher mechanisch entfernt werden.

Und dann Einblasdämmung in der vorhandenen Luftschale wenn überhaupt. Die Heizosteneinsparung wird aber nicht extrem hoch sein.

Dachdämmung, "Zugigkeit verringern" sowie neue Fenster sind schon die größten Einsparpotentiale, falls Außendämmung derzeit nicht in Frage kommt.



Dämmung Außenwand



Das mit der Schimmelfreiheit wird sich nach der Sanierung, mit den dichten Fenstern und der Zugfreiheit, ändern.