Welchen Belag für Kellerboden?

24.02.2014 olgababa



Hallo alle zusammen, hab shcon im Forum nach einer passenden Antwort gesucht, nur leider nicht richtig fündig geworden.

Haben ein Haus aus dem Jahr 1910 mit (glaube) Bruchsteinwänden. Der Kellerboden hat ein (glaube ich mal zumindest) Zementestrich, dieser wurde vom Vorbesitzer mit einer grünen Farbe gestrichen, die nun abbröckelt und der boden etwas sehr staubt.

Der Keller wird als Waschküche genutzt, und immer wenn ein frisches Wäschestück versehentlich af den Boden fällt, kann ich es wieder in die Maschine schmeisen :-(
Im Keller befindet sich unteranderem auch die Heizungsanlage sowie eine kleine Ecke zur Kartoffellagerung.

Nun zur Frage, welchen Belag kann ich problemlos verlegen, damit ich den Keller hin und wieder mal durchwischen kann?

P.S. Im Winter ist der Keller Trocken, nur im Sommer sieht man an manchen Stellen auf dem Boden Feuchtigkeit, bzw. runde dunkle flecken, wasser steht nicht ...
Der Keller soll aber nicht Trockengelegt werden oder so, darf ruhig so bleiben, nur der Bodenbelag ist störend...

freue mich auf Eure Antworten und Meineungen...

Olga



Kellerfußboden



Einfach einen billigen PVC- Belag lose auf den Boden verlegen, an den Nähten ca. 10 cm überlappen lassen.





dadurch dass der Boden im Sommer etwas anfechtet, bzw. dunkle Stellen zu sehen sind, habe ich Angst dass es nach einer Zeitlang anfängt zu schimmeln, und Schimmel will keiner im HAus haben...



feuchter Keller



Kondensat bildet sich doch jetzt auch schon. Der Unterschied ist das PVC- Belag viel besser zu trocknen und zu reinigen ist. Einmal wischen und das wars. Das war doch auch der Sinn ihrer Frage oder?
Das Kondensat bekommen Sie weg wenn Sie den Keller richtig Lüften und vermeiden das die Luft aus den Wohnräumen darüber in den Keller gelangt.





Ich habe nur angst, dass das Kondeysat unter dem PVC irgendwann mal zu schimmeln anfängt, PVC ist ja nocht luft oder wasserdurchlässig...



Gefährliches Halbwissen



Ich würde erstmal keinen Belag wählen, der keine Diffusion zulässt. Die Kondensation sollte man nicht vernachlässigen. Am Besten ihr holt die Farbe runter und lasst den Estrich so liegen. Da im Keller ja immer erhöhte Feuchtigkeiten herrschen, solltet ihr richtig Lüften. Stoßlüftung, mehrmals am Tag für kurze Zeit, verringert die Kondensation erheblich. Weiterhin wäre es besser den Keller zu temperieren, damit auf den Außenwänden die Kondensation verringert wird. Wenn du alles dicht einpackst, dort unten Wäsche wäschst und dann nicht heizt, schaffst du ideale Bedingungen für den Echten Hausschwamm und weitere Pilze. Außerdem gehen sämtliche Bindemittel in den Baustoffen durch Auswaschung verloren. Deckst du deinen Estrich zu, kannst du Ihn in ein paar Jahren mit Besen und Schaufel hinaus schaffen.
Mit seiner rauen Oberfläche ist er zwar schwerer zu reinigen, aber zweimal fegen die Woche halten auch den Keller sauber.

LG Marco



Kondensatausfall



Seltsame Ansichten, Marco.
In einem Zementestrich werden keine Bindemittel ausgewaschen wenn er dauerfeucht ist und bleibt. Nicht die Nässe schädigt mineralische Baustoffe sondern der ständige Wechsel zwischen feucht und trocken in Verbindung mit dem dann stattfindenden Salztransport inklusive Kristallisation. Ob der Estrich unter dem diffusionsdichten Belag feucht ist soll so sein, dann ist es oben trockener. So funktioniert eine diffusionsdichte Abdichtung. Unter einer Abdichtung ist der Boden oder der Unterbeton oder die Wand feucht, darüber ist sie trocken.
Kondensat kriegt man durch anständiges Lüften aus der Waschküche und nicht damit das man die Feuchte in kapillaraktive Baustoffe einlagert. Dann sieht man sie zwar nicht und kann sie auf dem Boden nicht aufwischen aber sie trocknet dann irgendwann einmal aus. Salzkristallisation, Sprengdruck, rieselnde Putzoberflächen, ganze Putzblasen fallen ab. Dann ist es die böse aufsteigende Feuchte und natürlich der böse Zement im Putz...
Abgesehen davon das die hohe Bauteilfeuchte Schimmelwachstum an der Oberfläche fördert.
Ich habe nichts gegen einen Weinkeller mit hoher Gleichgewichtsfeuchte (ich habe selber so eine kleine Kellerecke) aber hier ging es um eine Waschküche und um einen gut sauber zu haltenden Boden.



Nichts seltsame Ansichten



Der Fehler liegt darin, dass viele Leute glauben, man könne einen Estrich dauerfeucht halten. Auch Zement ist nichts anderes, als Kalk. Nur wurden auf Grund von Verklinkerung, seine physikalische Eigenschaften verändert. Ein Estrich, der nicht ausdiffundieren kann, verliert genauso seine Bindemittel.
Und falls dir was entgangen sein sollte, Salze waschen nicht die Bindemittel aus, sondern zerstören Baustoffe, durch ihre Volumenzunahme.
Und noch etwas. Keller sollten keineswegs feucht sein, da sie das Fundament des Hauses bilden. Wenn das durchfeuchtet ist, geht es sehr wohl kaputt. Wegen solcher Irrglauben und deren Verbreitung gibt es so viele Bauschäden und jede Menge Menschen, die sich von allen Beteiligten der Bauwirtschaft über den Tisch gezogen fühlen.





wie gesagt ist das Haus aus dem Jahr 1910, es ist nur teilunterkellert, also knapp 30% und der Keller ist eine art Kartoffelkeller, der halt eine konstande Feuchtigkeit und Temperatur hat und das wollen wir auch so bellassen. Wir wollen aufkeinen Fall das Haus, bzw. den Keller trockenlegen, ich glaube das war nicht die absicht des Bauherren vor 100 Jahren.

Ich suche nur nach einem Bodenbelag, der sowohl Luft als auch Wasserdurchlässig ist, und gleichzeitig hin und wieder feucht gewischt werden kann.

P.S. Die Mauern sind ca 50 cm dick und aus Schiefer (glaube ich) kann auch Bruchstein sein. Die Fugen bestehen aus einer art Sandmischuschung. Und der Vorbesitzer hat die Wände leider mit Zementputz verputzt, was wir jetzt aber abnehme und mit Kalkputzt ausbessern Wollen.

Es hört sich plausiebel an, dass wenn der Keller feucht ist, die Feuchtigkeit die Mauenr heoch ziehen könnte und das Fundament somit nicht sicher ist, aber das Haus ist ja schon über 100 Jahre alt, und früher hat man ja so Gebaut, einen guten Grund hatte das ja bestimmt, deshalb wollen wir den Keller auch nicht trocken legen ...

wir sind keine Fachmänner, deshalb wenden wir uns an EUCH :-)

VG
Olga



Gefährliches Halbwissen



Hallo Marco,
für einen Fachmann Ihres beruflichen
Werdeganges wundert es mich um so mehr das Sie hier mit Begriffen und Zusammenhängen arbeiten die ich sonst nur von absoluten Laien kenne.
Selbst ein Maurerlehrling im ersten Lehrjahr würde Sie auslachen wenn Sie ihm das erzählen.

Ich begründe das an einigen Ihrer Aussagen:

1. Die Fragestellerin wollte etwas über einen Belag erfahren den sie auf dem rauhen Estrich in ihrer Waschküche und im Keller "problemlos verlegen" und den Keller hin und wieder mal "durchwischen kann".
Ihre Antwort sinngemäß:
Den restlichen Anstrich auf dem Estrich entfernen und den Estrich "so liegen" lassen.
Das war keine Antwort auf die Frage, höchstens ein Glaubensbekenntnis zum "atmenden Estrich".

2. "Auch Zement ist nichts anderes als Kalk. Nur wurden auf Grund von Verklinkerung, seine physikalischen Eigenschaften verändert.
Setzen, 6.
Wer so was schreibt dem fehlen das Basiswissen, ja die einfachsten Grundkenntnisse über mineralische Bindemittel.
Zement ist Zement, Kalk ist Kalk.
Zement ist ein hydraulisches Bindemittel, Kalk nicht.
Im Zement sind etwa 1-3 % freier Kalk (Calciumoxid) enthalten, der Rest sind Klinkerminerale. Die bilden sich durch Dehydratation von Ton- und anderen Gesteinsmineralien, also durch chemische Prozesse. Wenn Sie Kalk auf über 1.400°C erhitzen dann bleibt das Branntkalk oder wird vielleicht reines Calcium, lieber Marco aber es wird kein Zementklinker.

3."ein Estrich der nicht ausdiffundieren kann verliert genauso seine Bindemittel"
Zu diesem Quatsch fällt mir nichts mehr ein. Marcus Vitruvius Pollio, Francois Coignet , Vicat, Lambot und all die anderen würden sich vor Lachen die Bäuche halten.
Zement ist ein HYDRAULISCHES Bindemittel. Geschaffen u.a. um unter Wasser zu erhärten und da hart zu bleiben.

4."Und falls dir was entgangen sein sollte, Salze waschen nicht die Bindemittel aus, sondern zerstören Baustoffe, durch ihre Volumenzunahme."
Haben Sie was geraucht als Sie das geschrieben haben?
Wenigstens sollten Sie sich die Mühe machen meinen vorherigen Beitrag zu lesen bevor Sie so was rauslassen.

5. " Und noch etwas Keller sollten keineswegs feucht sein da sie das Fundament des Hauses bilden".
Das tut nun richtig weh.
Ein Keller ist kein Fundament, Marco.
Das sind (im Altbau) die langen Dinger aus Beton die unter den Kellerwänden im gewachsenen Boden stehen. Nennt man Streifenfundament.
Früher waren alle Leute der Auffassung das Keller feucht (im Sinne hoher Gleichgewichtsfeuchte) sein sollten. Das waren die Zeiten vor Kühlschrank und Zentralheizung.
Deshalb wurden die Keller damals auch so gebaut.

6. "Wenn das(Fundament)durchfeuchtet ist geht es sehr wohl kaputt.
Nein.
Nur wenn das Bindemittel Gips, Tapetenleim oder geschmolzener Zucker ist.
Wasser schadet Zement oder Kalk nicht, nur der ständige Wechsel von nass und trocken (ich schließe hier mal betonaggressive Wässer und unpassende Zemente aus).

Ich habe noch nicht einmal bei Ralf-Dieter Rupnow erlebt das in jedem Satz so ein von Selbstüberschätzung getragener Unsinn steht wie bei Ihnen.
Es gibt aber eine rühmliche Ausnahme:
Dem letzten Satz Ihres Beitrages stimme ich uneingeschränkt zu:

"Wegen solcher Irrglauben und deren Verbreitung gibt es so viele Bauschäden und jede Menge Menschen, die sich von allen Beteiligten der Bauwirtschaft über den Tisch gezogen fühlen."

Für Olga:
http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/mediapool/88/885822/data/Gab_es_frueher_trockene_Keller.pdf