Welche Unterspannbahn ist das?

18.11.2021 Hubertus


Hallo,

ich habe ein Haus, welches um 1992 ein neues Dach erhalten hat.
Die Unterspannbahn ist aus einem weißen Kunststoffvliess - leider kann ich keine Bezeichnung finden.

Ich wollte nun in einem Raum eine Dampfsperre einbringen und zusätzlich dämmen. Dazu brauche ich den sd-Wert dieser Unterspannbahn.

Derzeit ist der Aufbau von aussen nach innen.
Dachpfanne/Lattung > Hinterlüftung (aufgedopppelt) > Unterspannbahn > Sparren 140mm mit durch Windrispe unterbrochener Hinterlüftung und 100mm Glaswolle > Sauerkraut-Platte > Putz.
Dachspitz und Decke zum Dachspitz sind nicht
gedämmt

Geplant ist eine Zwischensparrendämmung aus Holzfaser/Hanffaser ohne Hinterlüftung mit 140mm > Dampfbremse > gedämmte Installationsebene von 60mm > Gipskarton (alternativ verputzte Holzweichfaserplatte) bis in den Dachspitz.
Die Zwischendecke soll lediglich mit 40 mm gedämmt werden, um die Wärme aus dem Dachspitz noch etwas abzupuffern.

Wie gesagt, brauche ich noch Infos zur verbauten Unterspannbahn aus dieser Zeit, um Ubakus zu füttern. Nun hoffe ich auf eure Erfahrung, um die Bahn zu idendifizieren.

Grüße Ronny



Genau Prüfen



Ich hatte vor längerer Zeit mal recherchiert zu ähnlichem Thema. Bahnen aus dieser Zeit können einen Zeltplaneneffekt haben. Bei Berührung von unten durch die geplante Dämmung kann Nässe durchschlagen. Es wird dann empfohlen einen Abstand einzuhalten. Das funktioniert aber mit losem Material schlecht.



Energieberater // Dachdecker



Hallo,

um es mal vorsichtig auszudrücken halte ich deinen Plan für unvollkommen und du sollst dir fachliche Hilfe suchen.

>>> Zitat
Sparren 140mm mit durch Windrispe unterbrochener Hinterlüftung und 100mm Glaswolle
>>>
das hat der Dachdecker mit bedacht gemacht, weil die Dachunterspannband diffusionsdicht ist.
Das hat zur Folge, das du den gleichen Aufbau wählen mußt, wenn die Spannbahn eingebaut bleibt!

>>>Zitat
Die Zwischendecke soll lediglich mit 40 mm gedämmt werden, um die Wärme aus dem Dachspitz noch etwas abzupuffern.
>>>

Wenn der Dachspitz isoliert ist, macht es wenig SInn. Weil die Außenhaut des Dachaufbau isoliert.
Wenn der Dachspitz nicht isoliert ist, geht dir zuviel Wärme verloren. Dann sind 40mm zu wenig, außer du baust Areo-Dämmstoff ein.

Standard für Decken im Bestand ist 0,24 oder sogar schon besser.
Das kannst du mit dem U-Wert rechner selbst heraus bekommen.

Die Naturdämmstoffe verwenden zur Stabiliserung Kunststoffe auf den Fasern --- das ist eine Aussage von einem Kunststoffdämmstoff Hersteller. In wie weit das stimmt, kann ich nicht beurteilen. Ich denke, es ist etwas daran, weil sonst würde man ihn auffordern das zu unterlassen. In Produktvideos hört man es häufiger. Aber grundsätzlich haben Naturdämmstoffe Vorteile in der Ökobilanz und man sollte diese auch bevorzugen. Das geht aber nur durch Aufbauhöhe, da kommen schnell 240mm oder mehr zusammen.


LG ENgelbert



Kunststoffe auf den Fasern



"Die Naturdämmstoffe verwenden zur Stabiliserung Kunststoffe auf den Fasern..."
Welche Naturdämmstoffe sollen das denn sein? Ich kenne von den renommierten Hersteller (Gutex, Pavatex, Steico, Unger, usw.) keine.
Es gibt Hanfmatten die als Stützfaser einen geringen Anteil "Biko-Fasern" (Polyesterfasern) drinne haben, damit sie schön "fluffig" bleiben, aber Kunststoffumhüllungen um alle Fasern kenne ich nur vom Armierungsgewebe (silikonumhüllte Glasfaser). Lasse mich aber gerne belehren.



das stimmt schon teilweise



beispielhaft steico universal dry oder gutex ultratherm werden mit polyurethan-harz und paraffin vergütet.
ob das jetzt zur stabilisierung und oder hydrophobierung verwendet wird, ist mir unklar.
pur-harz als kunstharz kann man schon als Kunststoff bezeichnen, oder nicht?



Re: das stimmt schon teilweise



Die Steico Universal Dry und Gutex Ultratherm sind Unterdeckplatten, die wasserabweisend sein müssen/sollen. Im Fall dass die Dachdeckung undicht wird, sollen sie a) das eindringende Wasser ableiten ohne sich voll zu saugen und b) nicht durch längere Feuchtebelastung verrotten (Zitat Steico: "als Behelfsdeckung geeignet"). Richtig ist auch, dass entweder Weißleim oder PUR-Kleber verwendet wird um die dicken HWF-Platten (ab 4 cm) aus mehreren Lagen 2 cm dicker Platten zusammenzugekleben.
Dem Fragesteller ging es aber um eine Zwischensparrendämmung. Da kommt eher die SteicoFlex oder GUTEX Thermoflex, o. ä. zum Einsatz. Auf diese Art Dämmmatte hatte ich meine Aussage bezügl. "Kunststoffumhüllung" bezogen.
Wobei ich dazu allerdings nachbessern muss, denn auch die SteicoFlex hat Polyolefinfasern als Stützfasern und die Gutex Thermoflex hat, Zitat: "5 % textile Bindefaser". Vielleicht war das mit der "Aussage von einem Kunststoffdämmstoff Hersteller" gemeint.



gut möglich



danke für deine ausführung.
die kochen also alle nur mit wasser (oder plastik ) ;)
lageverklebung ist mir aber bei den unterdeckplatten nicht bekannt.
bei den innendämmvarianten allerdings schon.