Welche Schüttung zwischen Holzbalkendecken

27.05.2018 capri



Wir haben einen Altbau (Zweifamilienhaus) gekauft, der in den letzten Jahrzehnten schon oft an- und umgebaut wurde. Aktuell renovieren wir die Wohnung im 1. Stock, die sich nur im Haupthaus (Baujahr ca. 1920) befindet. Da die alten Eigentümer leider die Holzbalkendecken bei einer Renovierung in den 80ern nicht verbessert haben (teilweise alte Lehmstrohschüttung entfernt, Dielenboden mit den Wänden verbunden, abgesackte Balken durch eine Auflattung versucht, Waage zu bekommen) wollen bzw. müssen wir das jetzt machen. Aufgrund dieser Vorgeschichte haben wir nun die kompletten Schüttungen und Auflattung entfernt. Wir möchten nun die Balken durch Latten mit den Maßen 6x12 cm rechts und links stabilisieren und darauf OSB3-Platten mit 25 mm Höhe schwimmend verlegen. Hier haben wir auch schon Rücksprache mit zwei verschiedenen Zimmerleuten gehalten und ein OK für diese Planung bekommen.
Allerdings haben wir Probleme, jemanden zu finden, der uns bei der Schüttung weiterhelfen kann.
Aktuell haben wir drei Materialien gefunden, die wir für annehmbar halten:
- Hanf-Lehm-Trockenschüttung
- Geocell Blähglas
- Perlit
Was wir nicht haben ist jemand, der uns aufgrund seiner Erfahrung mit den Baustoffen sagen kann, ob das auch das richtige für unsere Holzbalkendecke ist.
Deshalb hoffen wir nun hier jemanden zu finden, der uns weiterhelfen kann.



Deckenschüttung



Was soll damit erreicht werden?
Alle genannten Materialien sind relativ leicht und daher weniger geeignet,
um eine gute Schalldämmung durch Masse zu erreichen.
Geglühter Sand, Betonplatten uä sind in der Hinsicht wesentlich besser.

Schallübertragung durch Körperschall ist dann noch separat zu betrachten

Andreas Teich



Füllmaterial



Wie Andreas das schon berichtet hat. Alle genannten Materialien sind leicht. Wenn die Decke zwei WE´s trennt (oben und unten verschiedenen Wohnungen), dann würde ich davon dringend abraten. Meine Empfehlung, so haben es die "Alten" gemacht GEGLÜTER SAND auf eine Trennlage z.B. Bitmenbahn mit Gewebeeinlage , der ist schwer und verbessert im Bereich Körperschall. Achtung: Aufgrund des Gewichts sollte Holzbalkenkonstruktin konstuktiv überprüft werden!!! Oben eine schwimmende Fußbodenaufbau und auch der Trittschall ist ok. So würde ich das machen!



Trennschicht



über den Rieselschutz nochmal nachdenken, Bitumenbahn muß nun nicht sein.



Sand/Kalksplitt mit Hanf-Lehm-Schüttung



Erstmal vielen Dank für die informativen Antwort.
Uns ist hauptsächlich der "Schallschutz" wichtig, deswegen waren wir mit den Varianten Blähglas und Perlit auch nicht so glücklich. Dass die Hanf-Lehm-Schüttung auch zu den leichten Schüttungen gehört, war uns ehrlich gesagt nicht bewusst - uns wurde es sogar empfohlen, um Gewicht zwischen die Balken zu bekommen.

Am Wochenende haben wir auch noch einen anderen Zimmermann getroffen, der uns einen Aufbau empfohlen hat, wie es anscheinend häufig in neuen Häuser mit Holzbalkendecken gemacht wird (ich habe leider die Fachbezeichnung vergessen): schwer - leicht - schwer.
Kann man also geglühten Sand mit einer Hanf-Lehm-Schüttung kombinieren?
Was wir jetzt auch noch gelesen haben, ist die Möglichkeit mit Kalksplitt Gewicht auf die Decke zu bringen, was für uns aufgrund eines Kalkwerkes in unmittelbarer Nähe natürlich sehr erschwinglich wäre. Hat jemand schon von einer solchen Variante gehört?