Welche Fassadenfarben waren in der Zeit zwischen 1800 und 1920 gebräuchlich?




Hallo,
es geht um die Freilegung oder evt. Neubeschichtung der mit einem weichgebrannten, handgeformten, unregelmäßigen Vollziegel ausgemauerten Gefache eines Fachwerkhauses von ca. 1700. Zerschlägt man den Ziegel , zeigt dieser deutliche Hohlräume und ein wunderschönes "wildes, strudelartiges" Flammbild von rot bis schwarzblau
Die Ziegelausfachung ist vermutlich irgendwann um 1830 im Zuge der Beseitigung eines Schiefstandes der Fassade erfolgt und bis heute mehrfach überstrichen.
Die Fassade ist nach Süden ausgerichtet.
Die aktuellste Farbschicht (Acrylfassadenfarbe) läßt sich ganz gut abkratzen, wo sie nicht ohnehin in größeren Stücken abfällt. Die nächsten Schichten sind schon deutlich fester.

Abbeizer auf Basis NMP (N-Methyl-2-pyrrolidon) weichte die meisten Schichten zu das einer zähen weichen Masse auf, die gut mit dem Spachtel abzuschieben ist.

Die 2 untersten verbleibenden Anstrichschichten auf dem Ziegel läßt dieses Mittel und bisher alle anderen Versuche (andere Abbeizer, Heißluft, mechanisch mit Spachtel) unbeeindruckt.

Die sichtbare Farbe dieser Schicht ist ein helles graugrün.
Das Ziel ist die Freilegung und Reinigung der Ziegel. um diese steinsichtig zu lassen.
Sollte das unverhältnismäßig aufwendig sein oder das Mauerwerk zu häßlich, sollen die Farbschichten weitesgehend runter um die Diffusionsfähigkeit des Mauerwerks nicht unötig zu vermindern. Anschließend soll eine Neubeschichtung mit Silikatfarbe oder anderem geeigneten Anstrich farbig erfolgen.

Welche Fassadenfarben wurden in der Zeit zwischen 1800 und 1920 gebräuchlich, die sich derart schlecht entfernen lassen?
Waren damals schon Silikatfarben in Stadthäusern "einfacher Leute" üblich?
Kann es sich um eine Kalkkasein oder Leinölfarbe handeln?
Andere Ideen die Farbe herunterzuholen?

Herzliche Grüße
Detlef



Farben



In dem Zeitraum waren freskale Kalkfarben und etwa ab Mitte des 19.Jhr. Silikatfarben gebräuchlich.
Feldbrandziegel können auch aus Altbeständen wiederverwendet worden sein.