Welche Farbe für Kalkputz verwenden

25.03.2014 Surkel



Welche Farbe ( innen )verwende ich am besten für unseren 2 Lagen Kalkputz ? Sollen wir Kalkfarbe z.b. Auro verwenden ? Oder
macht man mit Keim biosil etwas falsch ?
Kann man später auf die biosilfarbe wieder mit Kalk oder Kalkkaseinfarbe drauf gehen ?



Fertig eingesumpften Weißkalk



gibts für wenige Euro im Baumarkt ("Streichkalk"). Das Zeug ist zwar nicht ganz wischfest - kreidet aber nur bei festem drüberrubbeln, prima einfärbar und super zu verarbeiten. 2 bis 3 mal mit der Rolle aufgetragen und die Wand strahlt in schönstem Weiß.
Der Aufpreis für "echte" Sumpfkalkfarbe z.B. von Kreidezeit bringt meiner Meinung nach keinen Mehrwert mit sich. Kann man nehmen - muß man aber nicht.



Was soll mich



dazu veranlassen zu glauben, daß es sich bei diesem Produkt um eine Dispersionsfarbe handelt?
http://www.pufas.de/UserFiles/File/Sicherheitsdatenblaetter/SD_baufan_Streichkalk.pdf

Wenn ich mir dazu anschaue, was eine Dispersionsfarbe so ausmacht ( https://de.wikipedia.org/wiki/Dispersionsfarbe ), kann ich keinen Zusammenhang zum Streichkalk erkennen.



Lassen Sie uns doch an Ihren Erkenntnissen teilhaben,



und erklären uns, warum Streichkalkfarben auch nur Dispersionsfarben sind. Ich kann aus den mir zugänglichen Quellen da keinen Zusammenhang feststellen. So kommt meine Meinung zustande.

Teilen Sie doch bitte Ihr Wissen - es interessiert bestimmt einige Forumsleser. Ich revidiere auch gerne meinen Standpunkt, wenn ich andere Fakten kenne.



Dispersion und Disperionsfarbe



Das sind keine eng gestuften oder gar "genormten" Begriffe. Dispersion ist lediglich die physikalische Durchmischung mehrerer Stoffe, ohne dass sie eine chemische Verbindung oder Reaktion miteineinander eingehen. Insofern ist eine Kalkmilch auch eine Dispersionsfarbe...
Umgangssprachlich wird damit aber meist das "übliche" Kunstharzbasierte Baumarktzeugs umschrieben, die chemischen Vorgänge beim "Trocknen" oder auch "Abbinden" sind grundverschieden von einem Kalkanstrich...

MfG,
Sebastian Hausleithner



einfach lesen kann helfen



Hallo

Zur Frage, was denn das für eine Farbe ist, sollte man klären, was DAS: "Kalkhydrat, Hilfsmittel und Wasser" die HILFSMITTEL sind!

auf Kalkputz (wenn es denn wirklich einer ist) sollte man nur mit Kalkfarbe oder KalkKaseinfarbe gehen!

Sumpfkalk besorgen mit etwas Kasein (magerquark oder magermilch) zugeben , dann Wasser im richtigen Verhältnis und dann aber auf den noch nassen oder feuchten Oberputz das erste mal auftragen … 

diese Farbe kann mit geeigneten Pigmenten auch getönt oder gefärbt werden … 

… ich glaube den Au-Ros oder Keins schon lange nicht mehr … 

Gutes Gelingen

Florian Kurz





@oli
Wenn du schon so was behauptest, dann wären Quellen bzw. die bösen Bestandteile schon mal interessant.
Ich hab die Farbe ebenfalls verarbeitet. Sie hat eher wenig mit Dispersionsfarbe gemeinsam. Schimmelprobleme hab ich mit der auf jeden Fall nicht.



Ich habe allerlei verarbeitet



sowohl die teuren Sumpfkalkfarbe von Kreidezeit, Kalk-Kasein von Kreidezeit, selbsteingegührtes Kalkhydraht mit Quark, reinen Sumpfkalk und auch den besprochenen Streichkalk.

Mein Fazit:
Der Aufpreis für die teuren Farben lohnt sich für mich nicht.
Selbsteingegührtes Kalkhydraht ist am billigsten, aber auch am Schlechtesten zu verarbeiten.
Der fertig eingesumpfte Streichkalk ist für mich das Optimum zwischen Preis, Verarbeitbarkeit und Endergebnis.

* Er ist nicht 100% Wischfest ( schrieb ich ja bereits ) - das muß aber nicht immer zum Nachteil gereichen und immer notwendig sein.
* Kalkfarbe streicht man imho immer mehrmals dünn - klar deckt das nicht beim ersten Auftrag. Ob "man" die Farbe "üblicherweise" nicht mit der Rolle aufträgt, darf jeder mit sich selbst ausmachen. Für mich hat das am Besten funktioniert.
* Die "riesen Schweinerei beim Streichen" suche ich noch. Kann ja sein, daß ich die übersehen habe.

Im Übrigen bin ich Privatmann und gebe meine persönlichen Erfahrungen hier nur an den Fragesteller weiter. Natürlich darf der Fachmann eine andere Meinung vertreten. Der Streit entsteht halt aus den unterschiedlichen Blickrichtungen auf den Sachverhalt. Aber ich habe das Gefühl, das einige Fachleute hier aber immer nur die teuerste Profilösung gelten lassen. Das mag aus beruflicher Sicht vielleicht auch begründbar sein. Ein Laie hat aber hin und wieder auch andere Kriterien.
Das Fachwerkforum dient zum Erfahrungsaustausch - und die macht nun mal jeder selber.



Dann haben wir beide versagt



indem wir unsere Kommentare abgegeben haben, ohne die wirklichen Ziele des Fragestellers zu kennen.



Oli … das hast du schön gesagt!



Zitat:

1. Der eine Laie will die Wand ganz billig weiß= Baumarkt.
2. Der nächste will öko & günstig = Baumarkt, Kalk mus drauf stehen.
3. Der dritte Laie siehts als Religion= teuer muss gut sein.
5. Der vierte will das Kinderzimmer seines allergischn Kindes malern, der will und muss genau wissen was in der Farbe drin ist, den werden Ihre hochgelobten Parameter der Verarbeitbarkeit nicht die Bohne interessieren.


zu 1.: Praktisch und tropffrei (also: Jeder De.. kanns hinpampen . bloss nix denken dabei … wisch und weg … 

zu 2.: ein grünes Label und ein blauer Engel muss mindestens drauf sein und ÖKO Zert oder so … und alles TÜV oder DIN oder ADAC geprüft (sind alles "Vereine"!)

zu 3.: kaufen bei H... oder Kreide..... oder Manu-Fuck-dumm … oder teilw auch LehmTech … 

zu 4.: und genau das Zeug hat man über Jahrhunderte auf die Wände gepicht … erst als die Geldverdiener dran geschnuppert haben, gings den Bach runter … 

früher hat der Handwerker gewusst und gekonnt was zu tun war … heute hat er ein Telefon und ein Fax zu bedienen und sollte des Lesens der Gebrauchsanweisung mächtig sein …

und der Bauherr sollte ALLES einfach nur "glauben" was die Werbung verspricht … aber langsam bildet sich ein mündigerer Bauherr heraus … allerdings geht er erst mal lange irr … auch aufgrund von Meinungen und Fehl- oder Modeinformationen …

Florian Kurz



kreide faktum



Alles kann so gesehen werden wie meine Vorschreiber es schon formulierten. Ich möchte nur nicht das die Vorreiter deshalb
als Absahner hingestellt werden. Schließlich haben sie auch
Entwicklungsarbeit gemacht- und kommen trotzdem nicht zu Reichtum wie z.B. die Pharmaindustrie.
Ich selbst habe mit altem Sumpfkalk auf Kalkputz sehr gute Ergebnisse erzielt, da wischt auch nichts mehr.

Nach meinem Wissen ist in der gefüllten Kalkfarbe, die es von versch. Firmen gibt, neben Füllstoffen (Marmormehl
als zusätzliches Bindemittel Zelluloseleim. Das Zeugs wird
verarbeitungsfertig eingestellt. Den ersten Anstrich würde ich keinesfalls rollen, beim zweiten könnte man das sicher machen. Nehmen sie ruhig so ein Fertigprodukt - es wird sie nicht umbringen!



Leimfarbe



Wer schon einmal Leimfarbe von Decke und Wänden gewaschen hat
der nimmt lieber etwas, was man nicht spätestens ab der 3. Anstrich-Schicht wieder entfernen muß.
.

Für historischen Stuck und andere besondere Untergründe
wird Leimfarbe verwendet da sie keine reversible Schicht bildet. Leimfarbe, warum nicht? Allerdings ist dann trotzdem ein Vor-Kalken des neuen Putzes mit Kalkmilch erforderlich.

Hallo Surkel, berichte Sie bitte von Ihren Erfahrungen, machen sie Fotos.

Wir sind gespannt!



Leim, Kreide, Leimfarbe



Ich bitte dann noch um vorsichtige Definition von "Kreide" und "Leim"... beides könnte unter Puristen Entsetzensschreie auslösen...

MfG,
Sebastian Hausleithner



Welche Farbe für Kalkputz verwenden



danke für die schnelle Hilfe, hat mir sehr zur Entscheidungsfindung geholfen.