welche Farbe auf Zementputz im Kellerabgang



welche Farbe auf Zementputz im Kellerabgang

In den 70ern wurde die Kellertreppe aus Holz durch Beton ersetzt und die Bruchsteinwand im Treppenbereich mit Zementputz "verziert".
Die darüber stehende Wand mache ich grad mit einfachem Kalkputz (1:4) , frescal mit Kalkhydrattünche gestrichen, hübsch.
Ich frage mich grad womit ich den Zementputz (unterer Bereich) farblich gestalte, ohne daß es kreidet, da es dort eng ist.(sonst saut man sich im vorbeigehen ein)

Ist Kalk Kaseinfarbe eine dumme Idee auf Zement?
Diffusionsoffen muss an dieser Stelle nicht unbedingt beschichtet werden, da der Zement ja eh sperrt.
Trotzdem würde ich gerne Kalk verwenden, wenn es funktioniert und Sinn macht.

Ich würde mich freuen, wenn ihr ein, zwei Anregungen hättet
micha



Meiner Erfahrung nach möglich



Meiner Erfahrung nach ist es möglich Zementputz mit Kalk zu streichen, ohne dass es kreidet.

Aber man muss erstmal vornässen (damit die Wand nicht so schnell trocknet), und dann ganz dünn (Kalk: Wasser = 1:5) streichen. Der Anstrich sollte ca 10-15 Minuten lang brauchen, bis die Oberfläche abtrocknet.

Danach dann mindestens einen Tag warten bis zum nächsten Anstrich.

Braucht etwas Geduld, weil du wirst ein paar mal Streichen müssen, aber wenn man das konsequent so macht, kreidet der Kalk hinterher nicht.



ermutigend



Du meinst also Kalk und Wasser ohne Zusätze, wenn geschickt gemacht, könnte zum Ziel führen?
Ich habe noch ein paar Bereiche mit dem gleichen Putz im Keller, da könnte ich versteckt probieren.

Gibt ja außer Kasein noch Rezepte mit z. B. Leinölfirnis etc. warum würdest du darauf verzichten?



Mit Zusätzen habe ich keine Erfahrung



Ich glaube mal gelesen zu haben, dass mit Leinöl leichter vergilbt, und mit Kasein eher schimmelt --> aber ob das wirklich stimmt?

Ich hab mit den Zusätzen einfach keine Erfahrung, und mir macht es eigentlich Spaß da auch fünf oder sechsmal zu streichen.

Wichtig ist da einfach Geduld und Ausdauer.
Damit die Kalkfarbe wirklich zu Kalkstein wird, muss sie was aus der Luft aufnehmen (ich glaube Kohlenstoff in irgendeiner Form?), das geht jedenfalls nur in nassem Zustand. Trocknet der Kalk zu schnell, wird er nicht in Kalkstein umgewandelt --> kreidet.
Wenn aber ausreichend lange nass bleibt, hat man das Problem normalerweise nicht.



Kalk-Kasein Farbe



Ich habe das Rezept von IG Bauernhaus verwendet und war damit gut zufrieden. Ich war erst nach dem dritten Anstrich zufrieden. Ich habe über den gesamten Raum den vorhandenen Putz aus Lehmputz, GKP und Kalkputz mit Schablonenmalerei erst einmal gleichmäßig dünn mit Sumpfkalkputz gespachtelt.

https://igbauernhaus.de/unsere-themen/bautechnik/farbe/kalk-kasein.html



Kalkkaseinfarbe



Ich benutze folgendes Rezept:
Paar Liter Wasser (10?) in sehr großen Eimer
4 Pak Magerquark
1 Kelle Kalk
rühren
warten
...
4 Kellen Kreide
4 Kellen Marmormehl
1 Spritzer Leinölfirnis
1 Tropfen Spüli
rühren.
Dann mit Wasser oder Kreide/Marmormehl passende Konsitenz einstellen. Deckt je nach Untergrund nach dem 2. bis 3. Anstrich.



Ihr seid super :)


Ihr seid super :)

Danke für die Top Hilfe.
Welche Variante neigt denn am wenigsten zum kreiden und kann gelegentlich höhere Luftfeuchte ab?

Im Bild ist der Abgang nun fertig verputzt.
Rheinsand 0/2 mit Kalkhydrat (4:1) mit der kleinen Kelle angeworfen, nur grob geebnet, leicht abgeschwammt und am Abend noch mit 1:3 Kalkmilch(Kalkhydrath vorher eingesumpft) gestrichen.
Ein teil des Putzes war noch nicht angezogen und hat durch die Bürste ordentlich Riefen bekommen.
Ich war einfach zu langsam.
Mit der Kelle und dem Anwerfen muss ich noch viel üben.

Meine erste größere Fläche... Manch einer rümpft sicher die Nase, doch der "Putzer" ist stolz wie Oskar ;)

Zum Thema:
Die Oberkante vom Sockel(Zement) habe ich experimentell mitgestrichen.
Wenn das nach ein paar Durchgängen kreidefrei bleibt, würde ich den unteren Bereich auch so machen.
Es zeichnet sich aber ab, daß ich wohl dünner einstellen muss, oder auf eines der Rezepte oben schwenke.

Die Sauerei mit dem Quast ist auch nicht ohne und ich frage mich, wie man mit so einer dünnen Suppe denn Decken Streichen kann, ohne ALLES einzusauen.

Also vielen Dank
Micha



Sauerei ist reine Übungssache



Wenn du das ein paar mal machst, kannst auch eine Decke mit reinem Wasser streichen, ohne dass alles auf dem Boden ist.

Das Geheimnis ist, dass du erstens einen vernünftigen Quast hast (weniger wichtig), aber vor allem dass du nur ca. 1-2cm in die Flüssigkeit tauchst, evtl. sogar mit einer kurzen Ruckbewegung aus dem Handgelenk noch mal überschüssige Farbe aus dem Quast schleuderst.

Es bleibt halt dann ein dünner Anstrich, aber das soll ja so sein...

Achja, und: TRAGE AM BESTEN GUMMIHANDSCHUHE

Kalk ist nämlich eine starke Lauge, wenn du ungeübt bist und herumsaust auf deiner Haut, greift das die Haut gleich mal stark an...

PS: freut mich wenn ich helfen konnte, Feedback finde ich auch immer nett.



Ganz einfach....



....eine fertige Sumpfkalkfarbe kaufen!



vorerst versuche ich es pur ala Teetrinker


vorerst versuche ich es pur ala Teetrinker

auf dem Foto sieht man mittig unten zweifach mit Kalkhydrath (1:4 - 1:5) gestrichenen Zementputz,
also hauch dünn aufgetragen, wie Teetrinker es beschrieb.(danke dafür)
Mehrfach leicht vorgenässt, bis der Putz einigermaßen gleichmäßig das Wasser aufnimmt.
Die ursprünglich schon dunkleren Stellen saugen deutlich stärker und trocknen auch schneller ab.Das macht es nicht einfacher.
Vielleicht hätte ich die erste oder zweite Schicht mit etwas Leinölfirnis versetzen sollen, damit sich die Saugfähigkeit etwas angleicht.
Da ich eh im Keller zu tun habe, konnte ich öfter leicht nachbenetzen(kurzes annebeln), wenn die ersten Stellen weiß wurden.

Wie lange sollten so dünne Schichten feucht stehen, damit Sie gut durchcarbonatisieren?
Luftfeuchtigkeit im Keller halte ich aktuell bei über 70% bei 16 °C Luft und Wand.

Verstehe ich das richtig, daß nachgenebelt werden muss, wenn der Kalk trocken/weiß wird, oder ist das zuviel des Guten?

Aktuell erscheint es so, daß sich das kreiden in Grenzen hält.
Ist es problemlos möglich, später mit Kaseinfarbe drüber zu streichen, sollte es uns doch zu viel abrieb (z. B. an der Kleidung im vorbeigehen) geben?

Wo und/oder welches Marmormehl kauft Ihr eigentlich?

Ich berichte weiter, solange der Beitrag nicht ins Archiv wandert ;)
gruß
Micha



Nachnässen



Hallo,

schön davon zu hören und zu sehen!

Wenn der Kalk weiß wird, musst du nur dann nachnässen, wenn er das innerhalb der ersten ca. 10 Minuten schon wird.
Zwischen den Anstrichen würde ich dann nicht mehr nachnässen, da ist ja schon einiges Wasser in der Wand. Im Keller trocknet das dann auch nicht so schnell.

Endgültig deckend (durchcarbonatisiert) ist der Anstrich ohnehin erst nach ein paar Wochen.
Ich habe es bei mir immer so gemacht, dass ich ca. 5 mal gestrichen habe.

Ein etwas wolkiges (nicht fleckig :-)) Erscheinungsbild gehört beim Kalk auch dazu, dadurch sieht die Wand lebhafter aus.

Mit mineralischen Anstrichen kannst du da sicher noch drüberstreichen, ich habe schon viel von Kreidezeit gelesen, und eigentlich nur gutes. Selbst aber noch nie versucht.





Der Kalkanstrich ist eine Gefühls- und Erfahrungssache, dass hast du schon gemerkt. Die Sache steht und fällt in der Qualität mit dem verwendeten Kalk. Es kommt hier auf die Feinheit der Kalkagglomerate an, die bei gelagerten Sumpfkalken ein Größe um die 0,004 mm haben. Diese vergrößerte Oberfläche befördert die Reaktivität und Bindefähigkeit. Also guter Löschkalkteig carbonatisiert schneller und kann auch mehr Füllstoffe binden.

Wobei die Unterschiede nicht generell bei der Verwendung von eingesumpften Kalkhydrat oder Sumpfkalk liegen, sondern primär die Qualität der Rohstoffe und Herstellungsprozesse einen Einfluss haben.

Was bei der Mörtelbereitung mehr zu vernachlässigen ist, macht beim Anstrich einen Unterschied.

Den Empfehlungen zur Verdünnung kann man folgen wobei ich jetzt bei einer Verdünnung von 1:5 die auch bis 1:6 für den Erstanstrich liegen kann auf ein Vornässen verzichten würde. Bestenfalls zur Staubbindung kurz "annebeln" sollte reichen. Für Zwischen- und Deckanstriche kann eine Verdünnung von 1:3 bis maximal 1:4 beibehalten werden. Der Pinsel muss leicht über die Fläche laufen, ggf. dann noch mit wenig Wasser verdünnen.
Auch könne die Zwischenanstriche nass in feucht gelegt werden, sobald der Anstrich nicht mehr aufgerissen werden kann.

Wenn der Untergrund stärker oder sehr unregelmäßig saugend sein sollte hilft eine Grundierung mit 0,5 prozentigen Kaseinleim , der Kalkanstrich wird dann frühestens 6 Stunden nach der Grundierung aufgetragen.

Was auch geht ist die "schnelle" Grundierung mit Seifenlauge, hierzu werden 2 Gramm einer Pflanzenölseife in 1 Liter warmen Wasser gelöst. Diese Seifenlösung wird auf der Fläche vorgelegt und dann in die matte aber noch feuchte Fläche gestrichen. Die Seife verschließt temporär den Porenraum vom Untergrund und reguliert so die Saugfähigkeit.

Ansonsten kannst du auch den Zusatz von Methylcellulose erwägen, wie schon beschrieben. Der Zusatz von Kasein führt immer zu vermehrter Oberflächenspannung und kann bei dicken Auftrag gar ein Abplatzen zur folge haben. Dem sollte immer wie oben beschrieben, durch Füllstoffbeigabe entgegengewirkt werden.

Im Prinzip ist der Übergang von Kalkfarben mit Kaseinzusatz zur Kalk-Kaseinfarbe fließend. Bei der Kalk-Kaseinfarbe wirkt der Kaseinleim als alleiniges Bindemittel. Ein Liter 4 prozentiger Kaseinleim kann so um 1 Kilogramm carbonatische Füllstoffe binden. Und war die "Dispersionsfarbe" der vergangen Jahrtausende.

Marmormehl bekommt man als (CRISCARB CM) oder Jurakalk (Ulmer Weiss) von"Eduard Merkle", Blaubeuren (Württemberg). Preislich wird das teilweise übersetzt angeboten. In Kleingebinden sollte das Kilo so zwischen 2,80 und 3,00 Euro liegen. Bei 25 kg Gebinden gibt es deutlich günstigere Staffelpreise.

Mal bei kalkladen.de gucken oder im Fachhandel für Kunst- und Restaurationsbedarf.

Sumpfkalke kauft man günstig mit 1,50 bis 1,80 Euro pro kg (= 0,7 Liter) wo anders. Oder manchmal im Biberbaumarkt, noch günstiger.

Für Kalkschlämmen kann auch von Marmor von 0,09 mm (90 my) verwendet werden, den bekommt man auch von der Fa. Hessler Kalk Wiesloch (Baden).

https://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/278698$.cfm
https://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/anstrich-mit-sumpfkalkfarbe-sehr-fleckig-278209.html



Optisch geht es in die richtige Richtung


Optisch geht es in die richtige Richtung

nochmal Danke für die Unterstützung, besonders auch an Mario, der hier beständig bemüht ist, blutigen Anfängern seine Erfahrung zu vermitteln.

Das sind ja meine ersten Gehversuche mit Kalk.(alles im Keller)
Daß es nicht Perfekt wird( auch die ganzen Ausbesserungen in der Fläche ) war mir vorher klar.
Das Zwischenergebniss (Heizraum steinsichtig verfugt/ einige Flächen geputzt/angestrichen) ist für uns akzeptabel bis gut.
Trotzdem hat man natürlich Anspruch und möchte sich weiterentwickeln und Erfahrung sammeln.
Ohne dieses Forum hätte ich das nicht wirklich geschafft, da ich hier niemand in der Nachbarschaft auftreiben konnte, der sich noch mit Kalk beschäftigt.

Bisher habe ich alles mit ein paar Sack Kalkhydrath und Sand gemacht(teilweise n bisschen Zement).
Ein paar Sack Otterbein und Solubel habe ich auch verarbeitet.

Kasein, Marmormehl, echter Sumpfkalk etc. ist dann das zweite Lehrjahr ;D

Die Seifengrundierung werde ich für die nächste Fläche auf Zementputz testen.
Aktuell habe ich ja nach Teetrinker versucht in ganz dünnen Schichten nur mit Kalkhydrath und Wasser zu streichen.
Langsam deckt es( habe einzelne glatte / dunkle Stellen jetzt zwischendurch einzeln zwischengestrichen).
Ob ich im nachhinein zufrieden bin, liegt daran, ob es später zu stark abfärbt/kreidet.

Wie gehe ich vor, wenn es kreidet und ich danach verfestigen oder neu mit anderem Rezept drüber Streichen möchte?
Alles runterkratzen oder nur abwaschen bzw anschleifen, oder könnte ich z. B. mit Kaseinfarbe drüber?

gruß Micha



mal aus anderer Perspektive


mal aus anderer Perspektive

Kellerabgang von unten gesehen.
Säule habe ich testweise mit Silbersand/Kalkhydrath 4:1 überarbeitet.
Die war noch mit original Kalkputz freskal gestrichen und irgendwann mit viel zu dicker Kalkmilch übergestrichen worden.
Das blätterte stark ab, hab ich dann vor Verputzen abgekratzt.



Zwischenstand , neuer Quast


Zwischenstand , neuer Quast

(auf dem Bild ist die Ausgangslage, nicht das resultat ;) )

Teile habe ich jetzt vermutlich 7 mal gestrichen.
Deckend ist es tatsächlich noch nicht überall.
die dunklen flecken trocknen langsamer ab und sind teilweise auch glatter in der oberfläche. da scheint der Kalk nur drüber zu gleiten , ohne sich richtig zu verteilen.

zu anfang nutzte ich einen alten, kleinen quast, dann eine Bürste die ich schon länger hatte und die in verschiedenen shops als kalkbürste ausgelobt wird ( oval, ohne metall, mit feinen borsten).
mangels Erfahrung wusste ich nicht ob das alles so richtig ist.

gestern war ich in der gegend bei einem alt eingesessenen farbengeschäft und konnte etwas Marmormehl in 32my bekommen sowie einen guten quast.

dieser quast nimmt deutlich mehr Farbe auf, saut weniger rum und bringt deutlich mehr kalk auf die wand.
darauf war ich nicht vorbereitet und die letzte schicht ist nun trotz gleichem mischungsverhältniss wesentlich dicker aufgetragen.
leider kann ich nicht beurteilen, ob das nun gut oder schlecht ist.
definitiv musste ich bei diesem auftrag länger und sorgsamer verstreichen um keine pinselstriche zu hinterlassen.
vielleicht lasse ich die Wand nun erstmal länger durchtrocknen und schaue wie stark sie nach ein paar wochen abfärbt.

deshalb nochmal die frage was ich tun kann, wenn ich danach z. b. eine Kaseinfarbe auftragen möchte.
leicht mit sandpapier drüber und die vertiefungen gefüllt lassen? den aktuellen auftrag also quasi als Spachtel bzw füller lassen?

Ich könnte mir vorstellen in diesem fall dann eine kaseingrundierung aufzutragen und danach dann die kaseinfarbe mit marmormehl. würde das dann auf dieser "altbeschichtung" halten, oder müsste dann alles runter?

parallel teste ich nun mal eine weitere zementäre fläche einmal mit kaseingrundierung und einmal mit seife.

auf dem bild übrigens der zustand vor dem versuch.
ich mach später mal ein bild aus gleicher perspektive vom jetztigen zustand.
es sieht schon viel angenehmer aus, unzufrieden bin ich nicht, möchte halt erfahrung sammeln.

viele grüße
micha



Zu den Zusätzen kann ich leider nichts sagen, da keine Erfahrung damit.



Aber runterkratzen oder anschleifen wirst du hoffentlich nichts müssen, das wäre schon ein aberwitziger Aufwand. Die Schicht sollte ja zumindest tragfähig sein.

Ich würde auch mal ein paar Wochen warten, wie es dann aussieht. Wenn es zu stark kreidet mit etwas (womit genau?) verfestigen, vorher abstauben, aber runterwaschen braucht man einen Kalkanstrich nicht.

LG



tragfähig scheint mir das schon


tragfähig scheint mir das schon

nach mindestens 7 mal Streichen sind teile der Wand top, doch es gibt Bereiche, die kaum Kalk angenommen haben.
Das Foto zeigt glänzende, schlecht saugende Stellen, an denen der Kalk beim streichen quasi nur drüber rutscht und beim nächsten Anstrich vermutlich wieder abgewischt wird.
Auf meinem Letzten Bild sah man den ursprünglichen Untergrund verschiedenfarbig fleckig, sind Salze das Problem?
Da damals die bucklige Bruchsteinwand fast eben geputzt wurde, kann man auch von extrem unterschiedlichen Putzdicken ausgehen.
Ich werde noch einmal gleichmäßig drüber streichen und dann durchtrocknen lassen.

Neue Fläche neues Glück ;)
Die Kellerwand links der Treppe (Bild unten) habe ich vorgestern mit Kaseingrundierung 0,5% (nach starkem abbürsten und absaugen) vorgestrichen.
Dabei gab es auch ein paar Flecken, welche sich anders verhielten.
Im nächsten Bild links Oben sieht man einen dunklen Halbkreis,der bis vor einiger Zeit ausblühte und nach Grundierung lange nass blieb. Ob da nun irgendwas drauf hält wird sich zeigen.
Da bin ich mir sicher, daß es Salzbelastete bereiche sind.(alter Wasserschaden vom ehemaligen Fallrohr).
Ganz links (schon weiß) habe ich einen teil neu mit Porenputz grob von Otterbein(soll viel Salz speichern können) verputzt.
Genau dort kam das Fallrohr runter.
Was sich schon abzeichnet ist, daß dieser Bereich angrenzend auch noch Salz enthält.
Ich hatte dort längere Zeit Salz abgekehrt und abgesaugt.Es blühte jetzt zwar nicht mehr groß aus, wird aber sicher noch ordentlich was drinstecken.
So weit so gut ;)
Dieser Wand werde ich heute mit Kalkkaseinfarbe incl Marmormehl auf den Zahn fühlen.
Bin gespannt :D





Die "Wischfestigkeit" kann ein guter Kalkanstrich schon selbst bringen.

Grundsätzlich ist das "abkreiden" auch eine subjektive Bewertung. Bei dem einen lässt sich nur mit deutlicher Mühe was abreiben bei anderen "pudert" der Kalk "säckeweise" oder "eimerweise" von der Wand.

Zum einen lässt sich die "Wischfestigkeit" von Kalkfarben nicht mit der filmbildender und hauptsächlich kunststoffhaltiger Farbe vergleichen.

Der Kalkanstrich behält eine feinporige Struktur , die sich mit dem Untergrund vernetzt. Und ergänzt so als Schutz und Verschleißschicht in dritter Lage ein Kalkputzsystem, da die Kapillarität durchgängig erhalten und durch Feinporen zur hin Oberfläche befördert wird.

Wenn man mit dem Handrücken über die Fläche geht und nichts "abfärbt ist alles gut.

Der Schlüssel ist wie gesagt der gute Sumpfkalk der durch sehr feine Kalkagglomerate eine hohe Bindefähigkeit und Reaktivität auch zur "Wischfestigkeit" beiträgt.

Zusätze sind nur notwendig um auf weniger geeigneten Untergründen oder Arbeitsbedingungen gut Ergebnisse zu erzielen, bzw. dem Anstrich entsprechende Eigenschaften zu verleihen.

Für die Wetterfestigkeit mach ein Kaseinzusatz Sinn, allerdings nur um die 1 Prozent.

Mit Kaseinfarben hast du eine "wasserfeste" Leimfarbe, die eigentlich ein "Dispersionsfarbe" ist. Hier handeln wir uns aber letztlich alle "Probleme" ein, die wir bei anderen filmbildenden Anstrichmitteln haben.

Ich würde ebenfalls vorschlagen die Flächen durchtrocknen zu lassen und dann die Lage neu zu beurteilen. Insbesondere auf Altputzflächen kann durch überlanges feucht halten sein das Salze in die Anstrichschicht diffundieren.

Ein "Vornässen" ist für Kalkanstriche nicht erforderlich, bestenfalls ein "Anfeuchten" um Staub zu binden und so eine gute Vernetzung zu gewährleisten. Der Pinsel muss gut über die Fläche "laufen". Bewährt hat sich wie hier schon erwähnt, den Erstanstrich mit einer "hohen" Verdünnung von 1:5 bis 1:6 in den dann "trockenen" Untergrund zu streichen. Der (Luft-) Kalk bindet nicht durch Wassereaktion (hydraulisch) ab sondern durch Kohlendioxid aus der Luft, das muss in den Anstrich diffundieren können und darf nicht durch übermäßige Feuchte behindert werden. Die Reaktion benötigt selbst etwas Feuchtigkeit aber nur um die 8 Prozent das sollte in Innenräumen hinreichend lange gewährleistet sein. Zumal die Erhärtungsreaktion selber Wasser abspaltet.

Calciumhydroxid (Ca(OH)2 + Wasser (H2O) + Kohlendioxid (CO2) reagiert zu Calciumcarbonat (CaCO3) + Wasser (2H2O)



Hier das nächste Opfer


Hier das nächste Opfer

Kaseingrundierung trocknet seit zwei Tagen.
ganz links der Otterbein Porenputz freskal gekalkt , direkt anschließend (auch mit Kalkmilch drüber gehuscht) der Salzbelastete teil.



beitrag überschnitten



Hallo Mario,
Dein Beitrag ändert meinen Plan.
Ich war wild entschlossen die "neue" Fläche mit Kaseinfarbe zu streichen.
Ich rudere nun zurück und probiere es auf der Kaseingrundierung mit dünner Milch wie gehabt.
Einmal die Kaseinfarbe auf der Wand, lässt sich das ja wohl schwer rückgängig machen.
Mal sehen wie sich die grundierte Wand nun verhält.

Subjektives Kreiden:
Da hast Du sicherlich recht.Der eimerweise pudernde Anstrich lässt sich mit dem Handrücken genau garnicht provozieren ;)

Da es sich ja nur um Kellerflächen handelt, zögere ich noch eine größere Menge echten Sumpfkalk zu besorgen (auf selber löschen habe ich keine Lust, auch wegen Arbeitsschutz).
Daher muss das minimal gelbe Kalkhydrat (eingesumpft) weiter herhalten.
Ich bin mir bewusst, daß das die Qualität des Anstrichs nicht positiv beeinflusst.

Also auf ein Neues.
(später ein Foto vom über den Feiertag getrockneter Wand/vielleicht siehts ja schon passabel aus)

viele Grüße und Dank an Euch
micha





Günstig wird es wohl sein eine Packung Methylcellulose (125 g) auf 15 kg (11 Liter) Kalkteig geben und mit etwas Marmormehl füllen, wie im verlinkten Rezept.

Dieser Anstrich ist ausreichend füllen, offenporig und hinreichend wischfest sein. Grundierung wie gesagt mit verdünnter Kaseinlösung oder frisch mit Seifenlauge.

Vorher würde ich aber alle Putz und Anstriche erst trocknen lassen.



Literatur ist fällig


Literatur ist fällig

bevor ich weiter berichte mal die Frage nach guter Literatur.
Ich würde mich gern was tiefer in diese zusammenhänge einlesen.Zwei Bücher scheinen mir interessant:
Lehm- und Kalkputze: Mörtel herstellen, Wände verputzen, Oberflächen gestalten,
sowie
Natürliche Farben. Anstriche und Verputze selber herstellen.

Gibt es da noch besondere Empfehlungen ?

Wenn es hier weiter voran geht, sind 400qm Lehmputz zu gestalten, das sollte dann nicht mehr so stark von try and error geprägt sein.

Passend zu "error" mein gestriger letzter Anstrich:
Das Eimerchen eingesumpftes Kalkhydrat war alle und der zweite Eimer war erst ein paar Stunden angesetzt.
Das Resultat, eine nicht abzuschätzende Verdünnung des Letzten Auftrags, sehe ich morgen :D
Vom Streichgefühl her deutlich dicker als 4:1 .
Der Pinsel lief noch gut über die Fläche, doch konnte ich das erste mal schon beim Streichen sehen, daß wirklich was aufgetragen wird.
Sobalt die Wand etwas gesaugt hatte, waren Pinselstriche zu sehen.
Vermutlich hätte ich direkt etwas verdünnen müssen, werd ich morgen sehen.

Auf dem Foto jedenfalls das Ergebniss nach drei mal streichen an einem Tag und zweitägiger Trocknung auf 0,5%iger Kaseingrundierung.
Sieht im Vergleich mit den vorherigen Wänden schon sehr gut aus.
Lag es aber jetzt an der Grundierung oder daran, daß ich langsam geschickter mit dem Pinsel umgehe?(es tropft auch kaum noch) Ich bin mir nicht sicher.
Dazu kommt, daß ich 5-8% Marmormehl in der Hoffnung zugegeben habe, daß der Anstrich minimal fülliger wird.


Außerdem habe ich im salzbelasteten Teil nach jedem Streichen mit Klopapier die glänzenden Stellen abgetupft um das Salz aufzunehmen.
Das scheint eine gute Idee gewesen zu sein, da jeweils beim nachfolgenden Auftrag weniger Feuchtglanz blieb und die Deckung stieg.


Dank Eurer Hilfe konnte ich also in kurzer Zeit wertvolle Erfahrung sammeln.

Zur Methylzellulose , ist das wirklich der gewöhnliche Kleister (methylan)?
Da hab ich psychisch bedenken Pilznahrung unter den Mineralischen Aufbau zu mischen.
Vermutlich ändern sich durch die Reaktion mit dem Kalk jedoch die Eigenschaften?
Wo wir wieder bei Literatur wären ;)
Mir fehlen noch zu viele Zusammenhänge.

Eine direkte Frage hätte ich aber noch:
Kann man die Grundierung ( Kasein oder Seife) tatsächlich auch auf schon gestrichene Flächen aufbringen, oder nur in den unbeschichteten Untergrund? Die Grundlage hier war ja der Zementputz.

Entschuldigt die langen Aufsätze,
ich hoffe allerdings, daß es Anderen vielleicht helfen könnte, wenn ich auch meine Fehler beschreibe.
viele Grüße
micha



Literaratur ist gut....



...ersetzt aber leider nicht die tiefen Lernprozesse von Fachhandwerkern bei ihren Ausbildungen und Qualifizierungen!
Ich staune, was aus einem Kellerabgang Streichen zu wollen, für eine "mehrbändige" Abhandlung geworden ist.
Warum nimmst du dir nicht einen versierten Maler mit historischen Erfahrungen beratend zur Seite und führst die Arbeiten trotzdem selbst durch?

Was Lehmfarbe streichen betrifft, ist dies völlig streßfrei, denn diese gibt es in Pulverform fertig.
Aber auch da kann man vieles falsch machen bzw. sollte man sich grob eine Herangehensweise erläutern lassen.
Produkt ist dabei auch sehr wichtig, was man da nehmen möchte.
Große Unterschiede am Markt.

Kalkinfos zum streichen bzw. einsetzen kannst du auch bei Hessler allumfassend abrufen.

FG



Du hast absolut recht,



Erfahrung kann man sich nicht anlesen und das erwarte ich auch nicht.
Ich seh die Kellerräume als meinen persönlichen Erfahrungsschatz an und hoffe so die gröbsten Fehler schon in den untergeordneten Räumen auszumerzen.
Den theoretischen Hintergrund und die Zusammenhänge in Buchform zum nachschlagen zu haben ist nie ein Fehler.
Jemand dabei zu haben, der sich mit den althergebrachten Techniken auskennt ist sicher die bessere Lösung .
Unser Lehm(Kalk)putzer ist bald wieder vor Ort, sodaß es von der Seite noch etwas Nachhilfe geben wird.
Zur Verarbeitung von Lehmprodukten konnte ich schon Workshops besuchen, zum Kalk war da leider noch keine Gelegenheit.

Vielleicht kommt mein "Ehrgeiz" auch falsch rüber, doch was ich anfange mache ich gern richtig, oder lerne wenigstens dabei dazu.

Nebenbei hat diese Forensoftware die ungünstige Eigenschaft Beiträge ins Archiv zu verbannen, ohne daß die Ergebnisse der vielen Fragen jemals gezeigt werden können, bzw der Ausgang der jeweiligen Geschichte nicht mehr im Thema berichtet werden kann.
Das bewegt mich auch dazu über den (für manche vielleicht befremdlich oder langweilend) vermeindlich einfachen Vorgang des Kellerwandstreichens als Laie für Laien die Erfahrung zu teilen.
Die meisten dieser Beiträge laufen doch meist mit offenen Fragen ins Archiv und zerklüften den Informationsgehalt hier leider sehr.

Trotzdem bin ich sehr Dankbar für diese Community und Euch allen, die Ihr hier euer Wissen teilt und oft unermüdlich auch "dumme" Fragen beantwortet.

einen schönen Sonntagabend
micha



zum Abschluss


zum Abschluss

hier das Ergebnis.
Der freskale Anstrich (oberhalb Sockel) ist natürlich wesentlich gleichmäßiger und fester.
Unten sieht es nun nach vermutlich 10x Streichen akzeptabel aus.
Es gibt Bereiche die sehr gefüllt sind und Stellen, die nur sehr zögerlich Kalk aufgenommen haben, welche immernoch dunkler bzw leicht durchscheinend sind wenn man genau schaut.
Leichte Abfärbung ist gegeben, hält sich aber in Grenzen.
Im Keller selbst gibt es auch auf der kaseingrundierten Wand etwas Fleckigkeit, die ich aber auf Salzbelastung zurückführe.
Grundsätlich ist das Ergebnis mit Grundierung aber gleichmäßiger.

Ein Testbereich an der Kellerdecke deckte zwar gut, trocknete aber viel zu schnell ab, kreidet stark und glänzte in Teilbereichen sogar.
Da müsste wohl deutlich mehr vor- und nachgenässt werden, da die Decke offensichtlich wesentlich trockener ist.
Vielleicht probier ich es dort bei Zeiten mal mit der Seifengrundierung.

Abhandlung beendet ;-)

vielen Dank an Alle