Welche dünne Laufschicht auf alten Dielen bei geringer Raumhöhe?

12.12.2013 Artschy



Hallo zusammen!
Ich rekonstruiere gerade ein altes Haus, das sich über verschiedene Bauphasen von einem kleinen Fachwerkhaus zu einem früheren Tischlereianwesen entwickelt hat. Das Obergeschoß des Wohnhauses hat nur eine Raumhöhe von 1,80 m bis 2,00 m, weil das früher nur Lagerräume waren. Hier hat nach Kriegsende mein Vorvorgänger (der Tischler) Dielung verlegt, indem er verschiedenbreite Bretter selbst genutet hat. Das sieht zwar nicht gut aus, tut aber im wesentlichen seinen Dienst. Da es innerhalb des Raums ein leichtes Gefälle und mehrere Höhenunterschiede von 1 - 2 cm gibt, kann ich wegen der geringen Raumhöhe nur noch eine geringe Schichtdicke darauflegen. Starre Materialien, wie Laminat, scheiden wohl aus. Hier werden sicher manche Fugen aufgehen. Gibt es außer PVC (das mir auch nicht so richtig liegt) noch andere flexible Materialien, die die vielen Fugen in den Dielen ohne Bruch überbrücken?



Linoleum,



Kork.
Ralph Schneidewind





Danke, Ralph. Gibt es Korkboden, der weniger als 2 cm stark ist und auf einer Trägerschicht sitzt, die das Arbeiten dieser Dielung mitmacht? Sie wird sich sicher etwas mehr als klassische Dielung beim Darübergehen durchbiegen und ich habe deshalb Bedenken, dass es Brüche im Material geben wird.
Was hältst Du von einer Hartfaserplatte aufgeschraubt und einer darauf verklebten Auslegware?



Teppich



Ich würde mir einen Teppich zumindest als Alternative überlegen. Es gibt relativ große Webteppich, die gar nicht so viel kosten. Diese kannst Du für eine evtl. nötige Reinigung entnehmen.

Kork und Linoleum würde nur auf glatten Untergrund gehen. Bei den beschriebenen Unebenheiten wirst Du das kaum Verlegen können, bzw. würde das Material brechen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





OSB gibt es ab 12mm mit Nut und Feder.
Ich würde auch nicht versuchen die 1-2cm auszugleichen.
Das OSB drauf, Kork aufkleben und gut ist.



Auf unebenen Böden...



versagt furnierstarkes OSB mit Sicherheit, ebenso wie Linoleum pur oder Linoleum in Klick-und-Schnapp-Montierung auf Trägerschicht.

Ich würde eine neue Dielung legen, entweder statisch tragend und raumlang statt der alten, oder als 2omm Systemdiele und Rohfilzpappe 1mm als Zwischenlage, verschraubt mit dem Untergrund. Eventuelle KLEINERE Unebenheiten könnten bei einer Dielenverlegung ggf. ausgeglichen werden. Als Alternative gibt es tatsächlich nur den Teppich.

Grüße

Thomas



Wohnraum und 1,80 Höhe



Ich würde hier noch mal überdenken, wieweit diese Lagerräume überhaupt als Wohnraum auf Dauer Sinn machen. 1,80m Raumhöhe ist schon mehr als grenzwertig. Klar, in alten Häusern gibt es das - aber die Luft an der Decke wird dann schon recht dick.

Wenn auf Dauer hier einer gesund und gefahrlos leben will, dann würde ich massiv rangehen und mit einem Zimmermann über die Hebung des Dachstuhls reden.

Dann kann man auch einen vernünftigen, begradigten Dielenboden einplanen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Zuerst einmal danke



an alle, die mir helfen wollen. Das mit dem Dach-anheben ist sicher die Optimallösung. Dann muss ich aber zwangsläufig über die gesamte zusammenhängende Dachfläche/Geschoßhöhe mit rd. 200 m² Grundfläche nachdenken, denn der betroffene Raum liegt mittendrin. Dazu kommt, dass nur dieser Raum diese geringe Höghe hat, die benachbarten bringen es wenigstens auf 2 - 2,10 m. Damit können 2 Bewohner zuerst einmal leben.
Mittlerweile habe ich mich zu der Lösung mit Auslegware durchgerungen. Darunter will ich nur eine 5 mm starke Hartfaserplatte verschrauben, die die leichten Wellen in der Dielung noch mitmacht. Darauf soll dann die Auslegware verklebt werden. Spricht irgendetwas dagegen?

Gruß
Artur



Raumhöhe



Leider gibt es keine Fotos oder Zeichnungen/Grundrisse von dem betreffenden Raum und dem Gebäude.
Deshalb kann ich ihnen keine technischen Vorschläge machen aber ein paar Tipps zur grundsätzlichen Lösung des Problems geben:
1. Treten Sie gedanklich einen Schritt zurück und konzentrieren Sie sich beim Lösungsansatz nicht auf den Fußboden allein. Die 1,80 m sind zu niedrig, egal ob ein oder zwei cm mehr oder weniger!
2. Man kann sehr wohl ein Dach anheben, auch in Teilen. Das kann sogar einen Vorteil bei der Beleuchtung bringen. Die Frage ist ob Aufwand und Nutzen im Verhältnis stehen. Vergessen Sie dabei nicht die Problematik Dachdämmung! Auch die braucht Platz.
3. Seien Sie flexibler bei der Grundrissgestaltung und der Nutzungszuordnung der Räume, z.b. für Nebengelass wie Abstellkammer, Heizungstherme usw. Bei 200 m² Grundfläche unter Dach sollte es am Platz wohl nicht mangeln. Muß dieser Raum unbedingt hochwertig genutzt werden?