Welche Dämmung unter Dielenboden?

27.09.2014 Matthias



Hallo, ich habe mich hier schon ganz gut eingelesen, nun habe ich eine Frage bzgl. der Wahl meiner Dämmung. Ich habe folgenden Aufbau: Streifenfundamente, alten Fußboden bis UK entfernt, 35cm Glasschaumschotter verdichtet 1:1,3 dann eine Bitumenbahn und 4-5cm Estrich, darauf 10cm KVH Lagerhölzer für die Dielen.
Nun zu meiner Frage, welches Material wäre das beste für die Zwischenräume? XPS? Perlite? Bin offen für gute Vorschläge.



Das weiße Gekrümel,



also Bimsstein, z.B. als Isoself verkauft, kann ich nicht empfehlen. Der Staub kratzt in der Lunge und kann auch nach der Verlegung noch durch die Pumpwirkung der Dielung noch oben gewirbelt werden.

Neben Blähton (Liapor, Maxit Clay...) wäre auch eine Lehm/Hobelspanschüttung gut geeignet.

Üblicherweise wäre die Sperrbahn auf dem Estrich anzubringen gewesen. Gibt es eine vertikale Sperrschicht zwischen Estrich und Wand?

Grüße

Thomas



Dämmung??



Was soll denn bei 35 cm Glasschaumschtter noch gedämmt werden?? Alles, was da jetzt noch eingebaut wird, kostet Geld und bringt fast nix. Das einzig empfehlenswerte ist ein Baupapier unter den Dielen, um die Pumpwirkung und die daraus entstehende Staubbelastung zu eliminieren.
Mfg
DasMaurer
(Hohlräume müssen nicht problematisch sein, die Regierenden haben den Kopf voll davon.)



Interessant,



was ein Mauerer über Dielenunterbauten so denkt. Vielleicht sollte er ein politisches Amt bekommen?



Sperrbahn



Moin,
wo die Sperrbahn nun hin kommt, da habe ich jede Menge Ideen schon gehört.. gute Ratschläge hab ich ebenfalls bekommen. Ich bin offen für alles was Sinn macht.
Da ich die Dielen (34mm Eiche 3-5m)nicht direkt auf den Estrich legen will, muss eine UK her, 10x5 KVH ist für mich gut beschaffbar und somit habe ich nun mal die Hohlräume.
Dankeschön und ich hoffe Ihr habt auch Sonnenschein



Ich würde...



eine 2. Sperrbahn auf den Estrich legen, und diese an den Seiten bis UK Dielung hochziehen.

Die Lagerhölzer sind ok, ich würde sie aber nicht direkt auf die Sperrbahn legen. Sondern aus Bautenschutzmatte (Gummigranulat, 6mm stark) vierecke von reichlich 10x10cm schneiden und im Abstand von ca. 40cm unter sie Balken legen.

Das Auffüllen des Hohlraumes ist in mehrfacher Hinsicht sinnvoll:

-ein Hohlraum wäre recht laut beim Begehen
-würde der Kondensation Vorschub leisten (unter den Dielen ist es immer kälter als darüber)
-die Dämmschüttung dämmt auch zur Außenwand, die der kälteste Punkt sein dürfte)

Grüße

Thomas



nun...



Danke Thomas, welche Dämmschüttung würdest du nehmen ?
Statt die Bitumenbahn unter den Estrich, reicht dort auch eine Folie/Geotextil, damit der Schaumglasschotter nicht voll Estrich läuft. Das mit der Lagerholzunterlage hatte ich vergessen zu schreiben,dran gedacht habe ich :)



alte Zeitung



Einblasdämmung aus Zellulose ist auch praktikabel.
Bekommst du gepresst in Säcken und kannst du gut schütten.
Gehen tut auch eine Holzweichfaserplatte mit integriertem Lagerholz.

Welche Funktion hat denn der Glasschaumschotter?
Ist der Aufbau schon gemacht oder nur angedacht?



Soweit...



...der Estrich nich nicht drin ist, genügt da tatsächlich darunter ein Geovlies.

Schüttungen habe ich schon weiter oben empfohlen. Eine Einblasdämmung sollte eingeblasen werden, als Schüttung würde ich Zellulose nicht verwenden.

Grüße

Thomas



noch...



.. ist nur der Schotter da, er soll die fehlenden 45cm Boden ersetzen, das war nur Bauschutt und mit Wurzeln durchzogener nasser Mist.



Folie



Zwischen Schaumglasschotter und Estrich ist Geoflies NICHT sinnvoll...



Ein Geovlies...



ist keine Folie.



Folie und Flies



Dir und mir ist das klar, aber möglicherweise dem Matthias nicht...



Aber wenn's doch ...



dasteht? Der Einfachheit halber neige ich dazu anzunehmen, daß der Fragesteller den Unterschied herausbekommt. Ist er dazu nicht fähig, wird er wohl auch nicht selber bauen.

Wäre das nicht so, wäre das gesamte Fachwerkforum sinnlos, weil jemand Nägel für Schrauben und eine Säge für einen Hammer halten könnte. Erfahrungen sind nur vermittelbar, wenn alle die gleiche Sprache sprechen.

Bisher scheint das so zu sein.

Grüße

Thomas



Variationen über einen Satz des Bundesinnenministers aus dem Monat Juli des Jahres 1983



Mutloses Abwinken
ist Mut
Tatenloses Zusehen
ist Tat
Rechtloser Zustand
ist Recht
Hoffnungslose Anpassung
ist Hoffnung
Rettungslose Verzweiflung
ist Rettung
Skrupelloser Zynismus
ist Skrupel
Schonungslose Ausrottung
ist Schonung
Erbarmungsloses Dreinschlagen
ist Erbarmen
Gnadenlose Zukunftsvernichtung
ist Gnade
So hätten sie's gern
gewaltloser Widerstand
ist Gewalt
widerstandslose Gewalt aber
Ist nur Widerstand
gegen die Gewalt der Gewaltlosen

Und ein ärmelloses Hemd
ist ein Norwegerpullover
Und George Orwell
ist Walt Disney

(H.R. Kunze)



Naja,



ich habe in den vergangenen Jahrezehnten eine solide Lehre auf dem Bau gemacht, in einer kleinen Firma, ein Meister und ich, also immer aufgepasst :)

Leider sind wir noch nicht wirklich weiter gekommen mit meinem Fussbodenaufbau.
Einige sagen, dass ich nicht mal Estrich benötige, Bitumenbahn auf den Schotter und dann UK. Jedoch habe ich genügend Motivation, und eine 4-5cm Schicht schadet laut meinen Erfahrungen nicht.



Wenn da



bislang nur der Glasschaumschotter liegt, muss unter dem Estrich etwas verlegt werden, dass den Estrichmörtel daran hindert, im Glasschaumschotter zu versickern. Da auf dem Estrich dann ohnehin eine Dampfsperre (BItumenschweissbahn) eingebaut werden muss, kann da durchaus eine billige PE-Folie genommen werden. Wem das zu suspekt ist, der kann ein Estrichschutzpapier nehmen. Und beim Dielenaufbau der Anleitung oben folgen. Ja und der Thomas hat recht, wärmedämmtechnisch macht die Schüttung wenig Sinn, aber aus schalltechnischen Gründen auf jeden Fall sinnvoll. Mein Favorit wäre hier Blähton.
MfG
dasMaurer
(Jaja, auch die politischen Hohlräume machen uns seit vielen Jahren Probleme)



Auf den



Estrich würde ich auf keinen Fall verzichten. Bei einem Bauvorhaben wollte der Bauherr auch drauf verzichten und hat die Unterkonstruktion auf Mörtelsäckchen gelegt. Nach ein paarmal drüberlaufen stellte er fest, dass der Glasschaummötter anfing, zu rascheln. Ein nerviges Geräusch. Der Estrich wurde dann doch eingebaut ;-).
MfG
dasMaurer



Knistern



ja, ich kenne von einer Baustelle das Problem mit dem Schotter, selbst gut verdichtet und mit genügend Auflage kann da mal was schief gehen. Deswegen, und weil es mein eigenes Haus ist, will ich nicht an dem Estrich sparen.
Gut, haben wir nun den Vorschlag des Blähton. Dankeschön!
Energetisch gesehen ist und wird mein Haus nie ein KFW 0 und nix Häuschen, ich kenne das Problem, wenn einzelne erneuerte Bauteile zu gut gedämmt sind, und der Rest nicht.
Jedoch habe ich mit dem Schotter in einer 25-45cm Schicht (je nach Raum)ein gutes Gefühl.



Funktion?



Welche Funktion hat der Schotter den Styrodur nicht erfüllt?

Die Zelluloseflocken kann man meiner Erfahrung nach ganz gut in einem Fass mit einem Quirl auflockern. Danach lässt sie sich gut einbringen.

@ Th.Bö
warum empfiehlst du keine Zellulose?



Schotter



also, ich müsste um kapillarbrechend zu bauen min.16-32 Schotter gewaschen einbauen den glätten und dann XPS zu schneiden und verlegen, das in 9 Räumen. Wären 40 to. Schotter plus sehr viel Fummel Arbeit.
Statt dessen spare ich mir sehr viel Zeit und schleppen/schaufel von Schotter und nehme Glasschaumschottter, super Kapillar brechend und gleichzeitig Dämmung. Der schlechtere Dämmwert wird durch die Einbaustärke ausgeglich.



Schotter



Wozu eine kapillarbrechende Schicht?



Wasser



Grundwasser ca. 1m unter Streifenfundament, der Erdboden in den Räumen ist derzeit nach dem Entkernen erdfeucht, nicht nass.



Kapillarbrechende Schicht



Dafür genügt normaler Kies im Kornbereich 4 - 16 mm.
Kapillarbrechende Schichten sind überflüssig wenn unter dem Fußbodenaufbau eine Flächenabdichtung eingebaut wird. Das sollte ohnehin die Regel für hochwertig genutzte Räume sein.



Wenn



schon aufgefüllt werden muss, um auf die endgültige Höhe zu kommen würde ich dafür das billigste adäquate Material nehmen und das dürfte Glasschaumschotter nicht sein. Außerdem erfordert der in der Herstellung beträchtliche Energiemengen (Glas schmilzt man nicht so einfach), der bei Kies entfällt.



egal



is ja nun Wumpe, liegt ja schon.

Wenn der Estrich/Sauberkeitsschicht eben ist kannst du gut mit Holzweichfaserplatten arbeiten. Bietet sich an wenn der Raum rechtwinkelig ist. Geht dann ruckizucki und preislich akzeptabel.
Bei 10 cm brauchst du aber eine sehr druckstabile Platte.

Bei mir hat Isoself (Vulkankrümel*****) nicht gekratzt und bei sachter Handhabung hällt sich der Staub in grenzen.
Angenehmer fand ich die Zellulose. Wobei das gestaubt hat. Hab sie ja mit dem Quirl aufgelockert.

Grüße



Perlite



rechtwinklig und glatt ist nicht alles, die Wände sind doch schon tw. sehr aus der Flucht... ich habe mal geschauft, Preis mäßig ist zwischen Holzweichfaserplatte 100mm und Perlite kein großer Unterschied.



Ich



hab bei uns Perlite unter den Boden gefüllt, muss ich nicht unbedingt nochmal machen (leider liegen noch 10 Säcke da). Vor allem landet das Zeug dauernd auf den Lagerhölzern und zwischen den Dielen, ziemlich lästig. Das ließe sich lösen, wenn man oben noch eine Dampfbremse draufgibt.



hmm...



...ich war heute auf einer Baustelle, dort wurde das Gutex System verbaut, Nut-Feder Leisten f?r die Dielen mit der passenden D?mmung. ich habe das mal grob ?berschlagen, die 40mm dicke Holzleiste kostet ca. 2,20?lfm daf?r bekomme ich ein deutlich st?rkeres KVH bei dem ich mir sicher bin, dass die Eichendielen nix drehen und werfen k?nnen, kann mich aber t?uschen. Dann w?ren da noch die passenden D?mmplatten, und das Ganze f?r 120m? schon viel Geld.



Der Irrtum:



Weil man den Unterbau nicht sieht, darf er auch nichts kosten.

Auch wenn ich biblischen Verkündungen eher skeptisch gegenübertrete - der Tipp, nicht auf Sand zu bauen, hat was für sich.

Grüße

Thomas



Kosten



deswegen nehme ich auch 10x50 KVH für die UK.



Holzfaserplatten vs. Schüttung



Hallo auch,
Konstruktion mit Schüttung zwischen LAgerhölzern hatten wir auch angedacht, auch wegen der Kosten.
Schließendlich habe wir uns dann aber für eine frei schwimmende Auflage entschieden: unten flächig Holzfaserplatten (Stärke nach vorhandenem Platz, darauf lose aufliegend Verbindungslatten (z.B. 40x60)und zwischen den Verbindungslatten wieder Holzfaserplatten (40mm). Geht schnell zu verlegen, man stolpert beim Arbeiten nicht dauernd über die Unterkonstruktion und kann
fröhlich auf den HF-Platten rumlaufen. Die Dielen liegen dann vollflächig auf den Holzfaserplatten auf, also kein Staub durch Pumpwirkung, kein Trittschall, nur beim Zusägen der HF-Platten staubt es halt etwas.
Geringfügig teurer als Balkenkonstruktion mit Zelluloseschüttung (die Holzfaser-Hausmarke vom Sepp vom Bau kommt von Steico ist aber mit bsp. ca. 10 Euro für 60mm Aufbauhöhe enorm günstig).

Falls Du bei der Schüttungsvariante bleibst und noch Kokosfaser-Streifen (17/14mm dick, 100 Stck à 1m) als Unterlage brauchst: Die könnten wir günstig abgeben, da verfrüht gekauft und jetzt nicht mehr benötigt.

Viel Erfolg
Erwin



Das



ist ja mal eine Ansage!
Wir haben ja noch mehrere Zimmer zu erledigen und für günstige, aber funktionierende Lösungen bin ich immer zu haben!