Welche Boden für Werkstatt in Scheune ?

01.02.2017 zultan32



Hallo Leute,
ich möchte meine alte Scheune als Moped Werkstatt ausbauen.

In meiner "Hauptscheune" habe ich einen Beton Boden mit Beschichtung reingemacht. Allerdings waren dort schon die Bruchsteinwände durch unansehnlichen Ziegel ersetzt. Daher hatte ich dort aus ästhetischer Sicht wenig Skrupel.

Hier habe ich nun rundum Bruchsteinmauern, und frage mich ob ein Betonboden wirklich die richtige Wahl ist.

Um einen zweiten Boden einzuziehen habe ich mir schon alte Holzbalken von einem Abrisshaus besorgen können, welche ich als Träger für die Bodendiehlen nehmen werde.

Nun ist die Frage, welche Alternative gibt es zum Betonboden ?

In der Scheune soll nur an Mopeds geschraubt werden, allerhöchstens kommt da mal ein Fiat 126 rein.

Ich hatte schon daran gedacht auf den Betonboden Kopfsteinpflaster zu setzen, oder Holzdielen.

Wie habt Ihr das so gemacht ?
Ich freue mich auf Anregungen.

Gruß Till



Werkstattboden



5-10 cm Unterbeton, da drauf 2-4 Zentimeter Zementestrich als Verbundestrich,geglättet. Darauf mineralölfeste Beschichtung.
Nix Balken, nix Dielung.

Wenn das eine professionelle Werkstatt werden soll haben Sie noch einen ganzen Haufen weiterer Probleme zu lösen. Dafür halte ich die Scheune für nicht geeignet.



Einfacher Werkstattboden



wesentlich angenehmer zu arbeiten ist's auf Dielenboden:

30/30 oder 40/40 cm Betonplatten nivelliert auf den jetzigen Boden legen-Abstand ca 50 cm bzw von Unterkonstruktion und Brettdicke abhängig, Nivellierung kann mit Sand und ggf etwas Zementzugabe erfolgen.
-
Kanthölzer darüber
Dielen verschrauben.

Bei höheren Ansprüchen kannst du zb eine EPDM Folie als Feuchtigkeitsabdichtung darunterlegen und die Zwischenräume dämmen.

Wenn du gerade Öl abläßt Schutzmatte auf den Boden legen
oder zB unters Moped Gummigranulatplatten.

Ein Holzboden ist auf jeden Fall im Winter angenehmer, du kannst auch nachträglich Leitungen üä darunter Verlegen und leicht etwas ändern oder alles wieder demontieren und anderweitig verwerten.

Andreas Teich





Danke für eure Anregungen.
Eine professionelle Werkstatt wird das nicht,
rein privat und nur für meine Mopeds :-)
Das Bodenniveau in der Scheune werde ich vorher noch absenken,
denn der jetzige Lehmboden ist gut 20cm über dem Niveo von außen. Solange ich nicht unter das Fundament/unterste Bruchsteinreihe gehe sollte das kein Problem sein, oder ?
Gruß Till



Fußboden



Lassen Sie das Niveau etwa auf dieser Höhe sonst kann es passieren das Ihnen im Winter das Schmelzwasser in die Werkstatt läuft.



Überleg



mal, wie die aufgebockten oder auf Ständer stehenden Karren wackeln würden wenn du über einen Dielenboden gehen würdest.



Beton



Also hier würde ich persönlich auf jeden Fall einen Betonboden rein machen. Es soll eine Werkstatt werden, egal ob professionell oder einmal im Jahr schrauben. Würde ausgraben und eine Betonplatte die wieder auf das aktuelle Niveau kommt. Ich bin kein Beton-Fan, aber Bretter/ Balken auf dem Erdboden in einer Scheune?? Das ist doch totaler Quatsch ;-)

Grüße Philipp



Holzboden in Scheune



Bei größeren Belastungen muß die Unterkonstruktion etwas dichter und die Dielen etwas dicker sein- ansonsten kein Problem.

Ich war in Tischlereien, bei denen alle Maschinen auf dem Holzboden standen (500-1000 kg/Maschine)- natürlich mit entsprechendem Unterbau.

Ein Auto würde auch ikaum in der hintersten Ecke abgestellt werden, sodaß die Unterkonstruktion im Einfahrtsbereich enger gelegt werden kann.

Bei trockenem Lehmboden kann bei einer Werkstatt die Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit entfallen- die Bretter müssen nur bei Feuchtigkeit von oben oder unten austrocknen können und nicht über längere Zeit abgedeckt werden.

Es geht hier ja nicht um ein Wohnzimmer, sondern um eine Werkstatt, die bei überschaubaren Kosten mit einem angenehm zu begehenden Boden versehen werden soll- Holz für den Unterbau ist offenbar auch schon vorhanden.

Es gibt Dächer mit Holzschindeln und -brettern, Schiffe sind aus Holz, Gießereiböden und Badezimmerböden gibts aus Holz-
warum sollte ein Werkstattboden in einer Scheune nicht aus Holz möglich sein?
Wasser soll von vorne natürlich nicht hineinlaufen können- das kann mit einer Rinne oder kleinen Rampe verhindert werden

Andreas Teich





Das Holz welches ich schon habe ist für die zweite Etage die eingezogen wird.

Holzdielen habe ich noch keine, die werde ich neu kaufen.
5cm Stärke mit Falz.

Die Scheune ist komplett leer, über dem Eingangsbereich sind noch Bälken und ein halber Querträger.
Der Querträger wird durch einen ausreichend dimensionierten Stahlträger ersetzt, und die Bälken welche ich schon habe sind für die linke Hälfte.
Anbei noch ein Bild, allerdings noch in der Ausführung mit zwei Stützbalken. Die grüne Flächen sind ein Betongurt der als Auflager für die Bälken dienen soll.
Das orangene sind die Bälken die schon existieren.

Was haltet ihr von der Variante Betonboden mit Holzdielen ?
Evtl. Holzdielen mit Nut und Feder, und das ganze schwimmend verlegt ?

Gruß Till



Beton mit Holz



warum nicht, aber was wäre mit Betonboden und schöne Fliesen drauf.
Nicht falsch verstehen, ich bin für Holz und mir gefallen Holböden sehr gut.
Jedoch ist das ein Scheune die als Werkstatt dient. Schonmal darüber nachgedacht was passiert wenn ein bißchen Öl auf den Holzboden tropft? Sieht doch dann nicht mehr schön aus.



Naja



wenn er nicht hören will. Ich hab in meiner Scheune 6 cm Beton, eine Lage Mattenstahl, da fahr ich mit Radlader und Brennholzcontainern drauf rum.



Werkstatt-Holzboden



Wenn's dir nicht zuviel Aufwand ist kannst du natürlich auch einen Estrichboden einbringen, dann würde ich aber eine Abdichtung darüber verlegen-schon wegen des Anmachswassers.

Mindestens 40/60 mm Unterkonstruktionshölzer lose darauf legen-nicht andübeln.
Darauf den Dielenboden schrauben- 21-25 mm Stärke genügen bei 40-50 cm Abstand der Unterkonstruktion.
50 mm dicke Dielen nur, wenn du die mit LKW befahren willst!
Nut und Feder-Verbindung-nicht gefälzt.

Andreas Teich



Jenseits...



...der Märchen und Geschichten aus dem Traumzauberland eines angeblich Holzverständigen kann ich Ihnen von einem Weichholzboden nur abraten. Im unbeheizten und oft auch schlechtbelüftetem Umfeld stirbt der Boden vom Unterbau her, und zwar möglicherweise ziemlich flink. Dazu muss es keinen Erdkontakt geben. Auch "trockner" Lehm gibt Feuchte ab. Kondenswasser entstünde vermutlich reichlich...Und in Tischlereien war es absolut nicht die Vorzugsvariante, fette Maschinen auf Dielen zu stellen. Mit Sicherheit waren die Räume aber besser belüftet und wohl auch geheizt.

Grüße

Thomas



Der Zweck bestimmt die Konstruktion



Wie üblich, s.o.
Es gibt keine Einheitskonstruktion, die immer paßt.

Wenn's ein untergeordneter, ungeheizter Bastelraum ist, in dem Mopeds repariert werden sollen, wird wahrscheinlich kein aufwendiger,teurer Unterbau und Hartholzdielenboden wie in Wohnräumen üblich verlegt werden.

Wenn der Raum nicht beheizt wird ist Kondensatentstehung unmöglich-

außer es werkeln dort gleichzeitig und stundenlang 10 schwitzende Zweiradbastler gleichzeitig mit entsprechender Wärmeentwicklung und die Mopedmotoren laufen ebenfalls auf Vollgas (dann wird sich die Aktivität der Zweiradbastler aber zwangsläufig dauerhaft auf Null reduzieren)

Bei unbehandelten Holzdielen kann die bei trockenem Lehmboden entstehende geringe Bodenfeuchtigkeit ohnehin diffundieren.

Selbst in beheizten Räumen gibt's hier div Erfahrungsberichte mit alten Dielenböden auf Lehm, die jahrzehntelang gehalten haben.
(auch in meinem Haus über dem Kellerboden hält der Holzboden so seit 106 Jahren)

Evt hat zultan32@ mit 90 J kein Interesse mehr, womöglich mit Rollator auf seinem alten Holzdielenboden herumzufahren um Mopeds zu reparieren...
Vielleicht wird bis dahin alles geändert, sodass massive Betonkonstruktionen mit viel Aufwand abgerissen werden müssten.

Und wenn's doch ein besonders hochwertiger Boden sein soll gibt's hier genügend Beiträge- auch von mir- wie erdberührte Fußböden hergestellt werden können.

Andreas Teich



Aha:



"Wenn der Raum nicht beheizt wird ist Kondensatentstehung unmöglich-"

Das ist ganz einfach falsch. Und daß Sie das so unreflektiert herausposaunen, zeugt nicht nur von Selbstüberschätzung. Die Halbwissenden von heute schaffen die Bauschäden von morgen. Ich empfehle Ihnen, Herr Teich, sich die Marke " Ökologische Qualitätsbauschäden" sichern zu lassen.

Erheitert grüßt

Thomas



Kondensat



Wie sollte das entstehen ohne entsprechende Temperaturunterschiede und woher sollen die kommen und wie soll der Dampfdruckunterschied verursacht werden, bei Diffusionsströmen, die nicht Richtung Boden sondern nach oben gerichtet sind?

Zudem hat Holz einen variablen Sd-Wert, der bei Feuchtigkeit geringer ist als bei trockenem Holz, was also die Austrocknung begünstigt.

Ohne detailliertere Angaben zum möglichen Aufwand, der für den Boden betrieben werden soll, läßt sich ohnehin keine genau passende Empfehlung abgeben.

Vielleicht gibts eh schon genug Aufbauvariationen, sodass sich weitere Beiträge ohne sinnvolle Empfehlungen erübrigen.

Andreas Teich



Heizung



Hallo Leute,
ein Schwedenofen wird als Wärmequelle in die Scheune kommen,
sonst habe ich nach einem Winter Schraube keine Finger mehr, und ich hätte den Ausbau auch sein lassen können :-P
Eine Betonplatte wird es nun defintiv geben, Beschichtung drauf, und jetzt ist die Frage ob ich wegen der Optik nicht einen Dielenboden drauf mache.

Fliesen kommen nicht in Frage, in einer Oldie Moped Garage haben Fliesen nichts verloren. Allgemein bin ich kein Fliesenfreund, viel zu steril.

Angenommen ich mache folgenden Aufbau
1. Betonbodenplatte
2. Lattung
3. Holzdielen mit Nut und Feder
Wenn dann geheizt wird würde zwischen Betonplatte und Holzdielen Schwitzwasser enstehen ?
Die Frage ist, wie lange hält die Lattung das aus ?
2 Jahre, 5 Jahre, 50 Jahre ?

Gruß Till



Mich fasziniert Konsequenz...



... auch beim Pfusch:

"Zudem hat Holz einen variablen Sd-Wert, der bei Feuchtigkeit geringer ist als bei trockenem Holz, was also die Austrocknung begünstigt."

Wenn ich diesen Satz 'mal umsortiere, sei der Wasserdampfdiffusionswiderstand bei feuchtem Holz geringer als bei trockenem. Nach obiger Meinung beförderte das die Austrocknung.

Das ist ein klarer Fall von Diffusionitis (Besonders in Bauforen verbreitete Realitätsverzerrung im Zusammenhang mit Wasserdampf).

Kondensat bildet sich bei Taupunktunterschreitung. Die kühleren Partien des Raumes dürften neben den Wänden insbesondere der Boden unter den von Herrn Teich herbeigedachten Dielen sein. Zudem extrem schlecht belüftet. Es bedarf keines fließenden Wassers, um die Auffeuchtung bis zum schädlingsrelevanten Punkt zügig zu erreichen. Das wird also vermutlich eine Pilzfarm.

"Wenn der Raum nicht beheizt wird ist Kondensatentstehung unmöglich"

Der Zustand, daß draußen feuchtwarme Luft und drinnen geringere Temperaturen herrschen, ist ziemlich häufig. Deshalb ist das Lüften von (unbeheizten) Kellern, Kirchen etc. eben nicht so einfach.

Grüße

Thomas

P.S. Oliver, wenn der Herr T. "(D)ein Gott" wäre, ob er wohl über das (Kondens?)Wasser wandelte?



@ Till



Das Stoßheizen ab und zu tut Dir gut, verstärkt aber den Kondenseffekt. Du schaffst vor kalten Kondensationsflächen warme Luft mit hoher absoluter Luftfeuchte.

Also: Vermeide Hohlräume. Wie lange eine Dielen / Lagerholzkonstruktion hält, kann Dir für Deine konkrete Situation niemand vorhersagen. Irgendwer kommt hier bestimmt noch mit "Erfahrungen". Aber übertragbar sind diese Zustandsbeschreibungen nicht, da die Bedingungen ziemlich sicher andere sind.

Der Raum ist ja wohl nicht riesig. Vielleich wäre, wenn es unbedingt Holz sein muss, ein Eichen- oder Lärchenkernhirnholzpflaster eine Lösung. Auf einem vollwertig abgedichtetem Estrich verklebt, mit Abstand je nach Größe, Sand in die Fugen gekehrt.

Das ist ein Heidenaufwand, der in keinem gesunden Verhältnis zum Nutzen steht. Aber wenn's beim Schrauben helfen sollte...

Ich rate zu Beton oder, wenn Du da kein Ölbad produzierst, auch Gußasphalt.

Grüße

Thomas



"Fliesen kommen nicht in Frage, in einer Oldie Moped Garage haben Fliesen nichts verloren"



gibt's nicht Fliesen schon viel länger als Mopeds?

Ein Vorteil wäre allerdings, dass man die Dielen nicht einölen muss, das kommt ganz von alleine.

Und wenn einem mal das Benzin durch die Ritzen gelaufen ist, dann riechts auch eine Weile schön Oldie typisch.



Ja,



die Fliesen...

Mir persönlich würden Spaltplatten in Ziegelformat und -optik an dieser Stelle sehr gut gefallen. Hart, gut zu reinigen, dauerhaft, rutschhemmend...

Grüße

Thomas