Weiteres Vorgehen bei Gewölbekeller, Klima und Reinigung

12.05.2014 jojo



Hallo,

ich möchte mich ratsuchend an dieses Forum wenden, auch wenn ich kein Fachwerkhaus habe. Das Haus ist laut Unterlagen Bj. 1934, was ich bezeifel, ich nehem eher an, dass es schon älter ist und nachträglich als Bau legalisisert wurden in den 30er Jahren. Das Haus war eigentlich ein reiner Ziegelbau. Ich habe bisher keine Maßnahmen ergiffen, alles ist aktuell dem Vorbesitzer zu zu schreiben. Das Haus ist zu 2/3 teilunterkellert, das Gewölbe ist unter den südlichere 2/3 des Hauses. Der Keller ist ca. 1,9 Meter in der Erde tief drin und hat mittig ca. eine lichte Höhe von 2,4 m. (Bild zeigt die östl. Stirnwand vor Beginn der Lüftung, die Wasserfglecken auf dem Boden waren kurz nach Beginn der Lüftung weg.)

Nun zur Beschreibung des Kellers und mein Anliegen:

Geplante Nutzung:
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Ich möchte den Keller weiterhin nur als Lagerkeller und Hausanschluss"raum" nutzen, allerdings wurde mir gesagt, dass die östliche Stirnwand im Westen zu naß sei, um daran was zu montieren (Aussage des lokalen Gas-Wasser-Installateurs). Ich wollte dort den Gaszähler aus Platzgründen haben (ein Verwandter, der Mitarbeiter eines großen Gaszählerherstellers ist, sieht kein Problem bzgl. möglicher erhöhten Korrosion). Der Grund liegt darin, dass von dort die Verzweigung der Gasleitung in Heizungsraum (EG) und Nebengebäude erfolgen soll. Ebenso wird die Wasserleitung und Stromversorgung des Kellers ertüchtigt werden. Es ist auch damit zu rechnen, dass der Stromanschluss dahin wandert, aktuell haben wir noch "Wäscheleinene" auf dem Dach. Alles erfodert Bohrlöcher in der Stirnwand. Zudem ist vorallem der Bereich der östlichen Stirnwand und des südliche Gewölbes sichtbar feuchter als das nördliche Gewölbe und die westliche Stirnwand. Ich setze die beiden trockneren Seiten als Maßstab an, trockner als die sollte es nicht werden, sonst habe ich Angst, dass der Lehm aus den Fugen bröselt.

Bisherige Nutzung:
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Bis vor wenige Jahre wurde der Keller für einige Jahre als Hobby Weinkeller genutzt, ist halt üblich im Rheingau (Weinlage, nicht geografische Lage, die unterscheiden sich etwas). Also nicht zur Lagerung von Flaschen, sondern zur Weinerzeugung.

Aktueller Zustand:
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Der Vorbesitzer hat die Kellerfenster durch moderne "dichte" Kunststofffenster ersetzt. Sofern die Außentemperatur < 15-16 °C lassen wir die Fenster offen, auch wenn es bedeutet, dass die Fenster täglich/geöffnet geschlossen werden müssen. Der Boden wurde vom Vorbesitzer teilbetoniert, Teile sind noch gestampft. Seit der regelmäßigen Belüftung hat sich die sichtbare Feuchte am Boden verflüchtigt, die Wände haben sich nur geringstfügig gebessert, was in erster Linie der Behebung eines Lecks der Steigleitung ins EG zuzuschreiben ist. Es leckte ca. 1 l Wasser in 2-3 Stunden. Undichtigkeit ist vermutlich erst innerhalb der letzten 6 feststellbar gewesen. Genau dort, wo sich die Außentreppe ins EG befindet ist das südliche Gewölbe etwas trockener als links und rechts davon.

Umfeldgestaltung:
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Die Oberfläche um das Haus ist an der Süd- und Ostseite mit Basalt gepflastert. Die Nordseite des Hauses grenzt an den Geweg/Straße (Betonpfaster/überteertes Pflaster). An der Westseite besteht Grenzbebauung des Nachbarn mit einem Haus aus den späten 90ern.

Bisher ermittelte mögliche Ursachen für Feuchteeintrag an Süd- und Ostseite:
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Für nicht ganz unwichtig, halte ich zu erwähnen, dass das Grundstück als früheres Bauernhaus einen Güllesumpf hat, der teils gemauert, teils betoniert ist. Darin befinden sich noch ca. 6-8 m³ Schlamm, ca. 8-10 m³ Wasser habe ich bereits ausgepumpt - ich will nicht zu viel auf einmal entnehmen. Der Güllesumpf ist ca. 3 Meter südlich vom Haus entfernt und ca. 2,5 m tief. Der Schlamm steht noch ca. 70 cm hoch. weder der Güllesumpf, noch der frühere Misthaufen habe Wände mit tragender Funktion unmittelbar berührt. Ich nehme an, dass der Salzeintrag durch Dung ins Mauerwerk der umliegenden Gebäude nicht übermäßig ist. Den Güllesumpf werde ich innerhalb der nächsten 3 Monaten entfernt

Die Regenfalrohre befinden sich genau an den Ecken, in denen die Feuchte an den Kellerwänden erkennbar ist und sie wurden im unteren Bereich (1 m über der Oberflächenkante) und in der Erde noch nie erneutert und sind noch aus Eisen.

Es soll eine Drainage mal eingebaut worden sein, die Bodenoberfläche lässt aber keine Sickersicht erkennen. Sollte sie vorhanden sein, könnte sie auch die Feuchtigkeit eintragen, dass der Keller aus Bruchstein und Ziegelstein gebaut wurde. Entweder weil sie nicht wie gedacht funktioniert, falsch eingebaut wurde oder sie der falsche Lösungsansatz war/ist.

Die Abwasserleitung führt von der Süd- über die Ostseite zur nördliche gelegen Straße. Ob und wann was hier gemacht wurde, ist weder dokumentiert, noch bekannt. Aufgrund der Lage und Führung, könnte sich dies auch als Ursache herausstellen.

Kondensation ist natürlich auch möglich. Dafür spricht, dass die Seiten nass sind, die ein Fenster enhalten. Dagegen spricht, dass es am Treppenaufgang in den Hof keine übermäßige Feuchte feststellbar ist. Zudem lüften wir bei niedrigen Temperaturen seit ca. 6 Wochen. Abgesehen vom Boden sehen ich wie gesagt keine Verbesserung. Ich gehe davon aus, dass es auch aber nicht nur ein Thema ist. Zudem steht uns die Jahreszeit mit der max. möglichen Kondensation ja erst noch bevor. Auch verdunstete das Wasser, was durch meine Klempnerarbeiten oder auch durch den Austausch des Hauptwasserventils, am Boden also wohl kühlster Punkt/tiefster Punkt eingetragen wurde innerhalb von 1-2 Tagen wieder vollständig.

Übermäßiger Wassereintrag von unten ist unwahrscheinlich. dazu müsste der Keller gut 6-8 Meter tiefer sein. Eine Übeschwämmung des Kellers ist unbekannt. Es gibt zwar im Umkreis von 2 Kilometern auch sumpfiges Gebiet, auch wenn wir ca. 30 - 40 Meter über dem Fluss wohnen, aber es ist grundsätzlich tiefer gelegen.


Danke, lieber Leser/-in, dass Sie bishier her durchgehalten haben. :D

Nun komme ich zu meinen Fragen:
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Aufgrund der unklaren Lage über den Zustand der Abflüsse würde ich aufgraben und sofern sinnvoll diese erneuern. Da ich dann sowieso schon am buddeln bin - habe durch Vitamin Zugriff auf Peljob und Bobcat, ist die Frage, was kann ich dabei noch sinnvolles Tun, um die Situation zu verbessern? Muss sie überhaupt verbessert werden? Ich meine, ich will ja nicht ständig wieder aufmachen, weil ich noch eine Idee habe. Ich würde mir auch die angebliche Drainage bei der Gelegenheit anschauen.

Wie zu erkennen ist, gibt es die ein oder andere Ablagerung, insbesondere an der östlichen Stirnwand. Gibt es sinnvolle Reinigungsmaßnahmen? Vom Für und Wider eine Standstrahlung habe ich gehöhrt. Allerdings muss die eigentlich weg, um zu wissen, wo Fuge und wo Ftein ist.

An Stellen wo etwas Fugenmasse fehlt, würde ich gerne auffüllen, womit? Saniermörtel? Der aktuelle Mörtel ist ja sichtbar lehm- und sandhaltig, ist da ein Lehm-Kalk-Mötel besser?
Den Einsatz von modernen Materialien sehe ich skeptisch.

So, ich hoffe, dass ich nichts vergessen habe.

Vielen Dank.

PS.: Kann man mehr als 1 Bild an den Beitrag anhängen?





hallo Jojo,

es ist möglich, dass hier verschiedene Ursachen zusammen kommen. Wenn das Lüften schon nach kurzer Zeit erfolg zeigt ist das schon mal kein schlechtes Zeichen.
Auf dem Bild ist auch die seitliche Durchfeuchtung des Gewölbes zu erkennen? Zunächst sollten Einstände der Regenrohre kontrolliert / getauscht werden. Sollten diese defekt sein wäre hier der hohe Feuchteeintrag zu erklären, sollte dann noch die erwähnte Drainage existieren ist das ein gut funktionierendes Bewässerungssystem für den Keller.
Wenn das Ganze dann sichtbar abgetrocknet ist kann man an die Ausbesserung der Fugen denken, bzw. verputzen. Um mehr sagen zu können müsste man das gesehen haben.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Hallo,

die seitliche Durchfeuchtung hört links kurz hinter dem Bildrand auf und ist dann "trocken" siehe Bild. Rechts zieht sich die Durcheuchtung fast ununterbrochen bis zum Treppenaufgang am anderen Ende durch. Das ist die Hofseite (Südseite).
Das linek Gewölbe ist deutlich kälter als die feuchten Stellen, gut 1-2 °C Unterschied, was wiederrum gegen die Kondensationstheorie spricht. Die kälteste Stelle hat aktuell 8,1 °C und die wärmste 10,8 °C. Die feuchten Stellen haben alle > 9 °C.




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