Weißkalkhydrat zu Traßkalkputz hinzumischbar?




Hallo, habe noch Reste und wollte alles verarbeiten. "Funkioniert" der Putz noch, wenn man das mischt? Bzw. verbessert man die Eigenschaften des Traßkalkputzes dadurch in Hinsicht auf Fähigkeit von Feuchteaufnahme/-regulierung im Keller eines älteren Hauses mit Natursteinwänden?



Trass-Geschichten oder Märchen



Ein "Trass" Kalkputz ist so was wie ein Zementputz … von Feuchte Aufnahme und Abgabe können Sie da nix erwarten … 

Da gilt für mich ein: End oder weder … oder auch die Frage: Warum Trass???

Viele Baubastler wollen immer alles "gut" machen und haben keine Ahnung warum was wie verarbeitet wurde und sollte … die picken sich in den Threads einfach die "positiven" Argumente raus und duplizieren sie … und meinen dabei, dass es damit "noch" besser wird … 

Jedoch … Man sollte es verstehen WAS man WIE und WARUM macht … erst DANN kann man entscheiden was gut für den Bau oder die oder jene Konstruktion ist … 

DAS ist die Krux am Internet … Infotsunamis bringen nix … 

Vom Prinzip können Sie das WKH in den Trass reinschütten … sollten aber darauf achten, dass der Zuschlaganteil nicht zu gering wird … (der Sand)

Florian Kurz



Kind im Brunnen



Vielen Dank für die Antwort. Leider ist der komplette Keller schon (bis auf den erwähnten Rest) mit TKP verputzt. Kann man jetzt nichts mehr machen. Achso, zum warum: in der Tat haben diverse Internet-Threads einen klaren Vorteil bzgl. der Eigenschaften gegenüber einem Zementputz hervorgehoben. So nach dem Motto: wenn schon kein reiner Kalkputz, dann ist TKP die beste Alternative. Tja, shit happens, mal abwarten, wie der sich in den nächsten Jahren schlägt.
Nochmals Danke und Gruß
M. Hammes



Trasskalk Putz



im Keller find ich jetzt kein verbrechen..
man sagt dem TKP ja nach das er auf zu erwartende Salpeterausblühungen zumindest bessere Dienste tut als andere Putze.
wenn man diesen jetzt mit Weiskalkydratputz verschneiden würde, wäre zumindest der effekt dahin weil weiskalkhydrat reagiert dann doch wieder mit Salpeter..

und so als Untergrund Naturstein hätte ich jetzt Trasskalkputz auch nicht direkt ausgeschlossen.

welches Produkt war es denn?

greets Flakes



von Quick-Mix



http://www.quick-mix.de/fileadmin/user_upload/quick-mix/_Apps_/Sortiment/Technische_Informationen/de/TI-TKP.pdf



Trasskalk



Klar kann man Weißkalkhydrat zumischen, aber dann etwa die zwei- bis dreifache Menge Sand mit dazugeben. Nitratausblühungen haben mit dem Bindemittel nichts zu tun. Da geht es um Silikatausblühungen und Sulfattreiben.
Bei Nitratkristallisation gibt es zwei Szenarien:
Szenario 1: Es bildet sich auf der Putzoberfläche ein weißer, watteartiger Flaum aus sehr feinen, langen Kristallen die man einfach abfegen kann. An schon vorhandenen Haarrissen im Putz beginnen die Rissflanken V- förmig abzumehlen. Das passiert bei dichten, harten Putzen mit geringem Diffusionsvermögen aber guter Kapillarität wie bei PII und PIII.
Szenario 2: Die Putze zeigen nur geringe Ausblühungen auf der Oberfläche, dafür vermehrt Rissbildungen und klingen hohl. Große Schollen beginnen sich abzulösen. Das passiert bei relativ weichen Putzen mit guter Diffusionsfähigleit aber eingeschränkter Kapillarität wie bei Luftkalkputzen PI. Die Kristallisation erfolgt in der Grenzschicht Ziegel- Putz, der entstehende Sprengdruck hebt den Putz ab.



Trasskalk



Der watteartige Flaum mit den langen Kristallen kommt bei mir nur durch den Beton der Kellertreppe. Beim alten Putz an den Wänden und der Decke waren eigentlich gar keine Ausblühungen, sondern nur eine farbliche Veränderungen der obersten Putzschicht (Gips) und an manchen Stellen die Hohlraumbildung. An dem bereits aufgetragenen TKP gibt es bisher (Teile der Wand jetzt ein Jahr verputzt) nur eine Verfärbung (sieht aus wie Wasserflecken) und die Putzoberfläche "krümelt", d.h. wenn man über die Wand streicht, rieselt es fein, von der Konsistenz ähnlich wie Salz. Wenn es nur bei den Flecken bliebe, wäre es ja o.k., aber wenn ich Sie richtig verstanden habe, droht längerfristig wieder ein Abplatzen des Putzes?
Noch etwas: an manchen Stellen ist die Putzschicht sicherlich < 1cm dick. Bringt es etwas, noch eine Schicht aufzutragen?
P.S.: kann man meine Bilder eigentlich sehen?



Keller putzen



Die Bilder habe ich mir angesehen.
Machen Sie jetzt keine Wissenschaft draus.
Das Vorgehen ist schon richtig: Loses Material runter, dann mit Pinselputz ausbessern, frescal streichen. Dafür können Sie das Weißkalkhydrat nutzen.
Das war schon alles.
Wenn in ein oder zwei Jahren wieder was abgefallen ist dann wieder ausbessern. Das dauert nur ein paar Stunden.
Das heißt mit den Ausblühungen leben. Sie sind immerhin ein Zeichen das der Keller langsam austrocknet.
Ach ja, noch was: Man putzt erst die Decke, dann die Wände.



Richtig gemischt?


Richtig gemischt?

Wie lange muß ich jetzt warten, um den eigentlichen Unterputz aufzuziehen. Die Löcher waren teils 5cm tief...



Kellersanierung



Was soll denn das nun wieder!
Sie wollten wissen ob man Trasskalkputz- das ist in meinem Verständnis eine fertige Putzmischung aus der Tüte- mit Kalkhydrat mischen kann.
Kann man wenn man den dann fehlenden Zuschlaganteil ausgleicht.
Jetzt mischen Sie plötzlich reinen Luftkalkputz an, statt den zum Verschneiden des fertigen Putzes oder wie ich Ihnen empfohlen habe den Kalk zum frescalen Streichen zu nehmen.
Na ja, das ist Ihre Sache.
Merke:
Als Unterputz/Vorputz immer eine härtere Putzmischung verwenden als der Oberputz ist. Trasskalkputz ist härter als Luftkalkputz!
Nehmen Sie eine Malerbürste und etwas Wasser und verschlichten Sie den aufgetragenen Vorputz.
Dann sparen Sie sich den restlichen Aufbau (Unterputz- Oberputz) stattdessen streichen Sie mit Weißkalkhydrat die vorher angefeuchtete Wand. Das nennt sich reparieren und das reicht aus: Ausbessern- verschlichten- streichen.
Wenn Sie Neuverputz machen wollen:
Vorher den gesamten!! Altputz runter, dann neu aufbauen mit Vorputz (bei Bedarf) zum Ausgleichen, darauf bei Bedarf Grundputz und darauf Oberputz/Feinputz.
Schick für einen versalzenen Keller.
Wer keine Arbeit hat macht sich welche.



Mißverständnis



Sorry, die Eingangsfrage hatte sich für mich erledigt, denn ich habe zwischendurch beschlossen, den TKP ganz wegzulassen. Habe ich vergessen zu erwähnen.

Aber trotzdem noch eine Frage: wenn es notwendig ist, daß der Unterputz härter ist, wie wird das bei einem reinen Kalkputz dann gesteuert? Über das Mischungsverhältnis?



Unterputzschicht nachbearbeiten?



Ich habe letzte Woche zunächst die tiefen Löcher zugeworfen und eben die erste Putzschicht aufgebracht. Ich habe mich dabei an den Rat von Herrn Böttcher gehalten, diese Putzlage härter zu halten als die kommenden Lagen, also in die Weißkalkhydrat-/Sand-Mischung ein bißchen Trasskalk dazugegeben. Die Wand ist aber sehr uneben und ich muß vor dem Auftragen des Oberputzes noch eine zweite Putzschicht zum Ausnivellieren auftragen. Wie soll ich weiter vorgehen:
Habe oft gelesen, daß Abreiben/Aufrauhen notwendig ist. Das ginge höchstens mit einem Quast, da für ein Brett viel zu uneben. Falls ja, heute noch? Oder ist es bei der ersten Schicht gar nicht erforderlich? Und ist ein Nachnässen erforderlich? Zusammen mit dem Abreiben? Standzeit vor Auftrag der nächsten Lage? Aktuell sehr unterschiedliche Putzstärke (0,5cm - 2,5cm).



Putztechnik



Ich hatte Ihnen geschrieben:
-Löcher auswerfen
- Überstände abnehmen
- Übergänge mit Wasser und Malerbürste verschlichten
- mit Kalkschlämpe streichen.
Ich habe nichts davon geschrieben den vorhandenen Putz als Unterputz zu betrachten und eine weitere Putzschicht aufzuziehen.
Höchstwahrscheinlich fliegt die sonst wieder runter.
Ich hoffe also Sie haben den gesamten Altputz entfernt und arbeiten jetzt auf dem Mauerwerk.
Zum Aufrauhen:
Wenn Sie Dellen und Fehlstellen ausgleichen ergibt sich die Rauhigkeit automatisch da mit der Kelle der Überstand abgestreift wird.
Wie ich sehe haben Sie sich entschieden die nächsten Wochen im Keller zu verbringen.
Wenns schön macht!



Putztechnik



Ich weiß, Sie hatten das Schlämpen favorisiert. Aber ich habe mich für die Mehrarbeit, d.h. Neuverputz entschieden. Die Restfläche, die ich jetzt so bearbeite ist sehr klein, also der Zeitaufwand hält sich sehr in Grenzen, keine Wochen im Keller nötig ;-) Ich will einfach mal ausprobieren, wie das funktioniert, bzw. wie lange es hält. Der Altputz ist aber entfernt.
Es geht mir heute nur darum, ob ich die erste Putzlage noch großartig bearbeiten muß, oder ob ich sie so antrocknen lassen kann. Ich habe halt so oft gelesen, daß zum einen das Abreiben geschehen soll, sowie ein Nachnässen empfohlen wird, um ein zu schnelles Trocknen zu verhindern (Rißbildungsgefahr?). Die m.E. beim Unterputz doch sowieso nicht so wichtig ist, oder?