Welcher Weißkalk ist der Beste

27.01.2009 willi



Wer kennt sich da aus, habe gestern gelesen das bestimmte Kalkhersteller zum erhitzen der Steine u.a. auch alte Autoreifen etc. benutzen.

Kann man den langsam überhaupt nichts und Niemand mehr trauen?

Habe gerade einen Sack "Märker Münsterkalk" Weißkalkhydrat zu hause, den wollte ich einsumpfen bis zum Frühjahr um das Haus innen zu streichen.
Kann man den verwenden?
oder gibt es gute, bessere?





Es gibt zwei und drei Jahre eingesumpften Kalk recht günstig zu kaufen. Da sollte dann "Holzgebrannt" draufstehen. In der Annahme und Hoffnung, der sei auch wirklich holzgebrannt.



Bei Weisskalkhydrat



gibt es in 2 Quälitäten : CL 80 und CL 90.
Für Feinputze und Anstriche sollte nur CL 90 verwendet werden. Und mit welchen Brennstoffen die Hersteller ihre Öfen befeuern, kann nur vor Ort recherchiert werden.
Das ist wohl die preiswerteste Lösung für kalkbasierte Anstriche. Für anspruchsvollere Anstriche würde ich auf mindestens 2jährigen Sumpfkalk, z.B. von Kreidezeit, zurückgreifen. Der Preis wirkt im Moment zwar recht hoch, aber durch die hohe Ergiebigkeit kostet der qm immer noch weniger, wie die billigste Baumarktfarbe.
MfG
dasMaurer





"habe gestern gelesen das bestimmte Kalkhersteller zum erhitzen der Steine u.a. auch alte Autoreifen etc. benutzen.
Kann man den langsam überhaupt nichts und Niemand mehr trauen?"

Das ist nix neues!
Neu ist lediglich das die Leute sensibler werden und sich gelegentlich etwas in bestimmte Materien einlesen bevor Sie hier schreien.
Du wärst überrascht welche Zusätze für Baustoffe wie Gips, Kalk, Zement, Farben etc. erlaubt sind bzw. verwendet werden. Gelegentlich sind die Betonwerke vom Ergebnis selbst überrascht. Wer kann auch wirklich schlüssig nachvollziehen welche Rückstände z.b. im riseikeln Beton(als Zusatz) waren. Oder wie hoch der Anteil von Schwefel bei der Verbrennung bzw. beim Brand wirklich war.
Stoffe die bei der Herstellung von bestimmten Produkten als Nebenprodukte Anfallen müssen auch eine Verwendung finden.

Die dummen sind aber fast immer die die draußen auf der Baustelle stehen und die Gewährleistung hergeben müssen.





Hallo,
Weisskalkhydrat ist ja nur wieder erhitzter und in Pulverform erhältlicher abgelöschter Kalk. Den nochmals einzusumpfen bringt nix.
Ich halte Weisskalkhydrat zum Streichen von Wänden (im Wohnbereich) als ungeeignet.
Für einen hochwertigen Anstrich sollte es schon mind. 2-3 Jahre eingesumpfter Kalk sein. Altmannsteiner ist da wohl der Merzedes.
Weisskakhydrat würde ich eher zum Herstellen von Putzen und Mörteln nehmen.
Schau mal hier vorbei --> www.kalkladen.de
Herr Kenter ist Restaurator und ein Spezialist in Sachen Kalk.





„Weisskalkhydrat ist ja nur wieder erhitzter und in Pulverform erhältlicher abgelöschter Kalk.“

Das stimmt nicht.

Gelöschter Kalk ist Kalkhydrat, Ca(Oh)2, auch Kalziumhydroxit genannt. Dem geht natürlich der Brennvorgang voraus. In diesem Falle wird fast reiner Kalkstein (CaCO3) , welcher auch den Namen Weisskalk trägt, verwendet, daher also: Weisskalkhydrat. (Die schon erwähnte Bezeichnung CL 90 beschreibt gelöschten Weisskalk mit max. 10 % anderen Stoffen)

Gelöscht wird der gebrannte Kalk (CaO, auch Kalziumoxid) durch die Zugabe von Wasser. Bei der industriellen Herstellung geschieht dies über das so genannte Trockenlöschverfahren Dabei wird dem Kalk nur soviel Wasser zugesetzt, dass er zu einem Pulver zerfällt. So entsteht dieses Produkt.

In traditionellen Schachtöfen gebrannter Kalk wird vorzugsweise durch das technisch einfachere Nasslöschverfahren weiterbehandelt, bei dem der so genannte Sumpfkalk entsteht

Daher ist die Aussage „Ich halte Weisskalkhydrat zum Streichen von Wänden (im Wohnbereich) als ungeeignet“ wirklich unsinnig, denn bei beiden Produkten (dem gelöschten Kalk als Sackware, oder dem Sumpfkalk) handelt es sich unzweifelhaft um Weisskalkhydrat, dem schon erwähnten Kalziumhydroxit

Der traditionelle Löschvorgang ist wohl eher diffizil und benötigt einiges an Know-How, Aus Erfahrung ist bekannt, dass sich die Qualität des Kalkes mit zunehmender Einsumpfdauer verbessert. Während des Verfahrens nicht ausgesiebte Verunreinigungen können sich im Laufe der Zeit am Boden absetzen, ungelöschte Kalkteilchen löschen noch nach und insgesamt wird der Kalk feinteiliger. Außerdem wird hier zumeist noch hochwertigerer (bis zu 99% reiner) Weisskalk verwendet.
Das ist wohl der Grund, warum er für Maler und Stuckateure das hochwertigere Produkt darstellt, und so wird auch der m.E. utopisch hohe hohe Preis gerechtfertigt.

Allerdings, hier Irrtum vorbehalten, wenn ich den trockengelöschten Kalk „nachsumpfe“ also in Wasser einweiche, setzen ähnliche Effekte ein, wie das Nachlöschen, zumindest aber eine zunehmende Feinteilung. Ferner wird die Carbonisierung, also die Aufnahme von Luftkohlensäure unterbunden. Insgesamt also eher Vorgänge, welche die Lagerfähigkeit erhöhen und das Produkt und verbessern.

Im Grunde ist zu allererst immer darauf zu achten, dass das Ausgangsprodukt möglichst hochwertig ist, also einen möglichst hohen Anteil an reinem Kalkstein hat. Das wäre das aus industrieller Produktion stammende schon erwähnte CL 90.

Über die Bereitstellung der Primärenergie könnte man sich ja auch beim Hersteller erkundigen?

Das war zwar jetzt kein reiner Beitrag zur Ausgangsfrage, aber vielleicht ein wenig ein Beitrag zur Klärung manch durcheinander geratener Begriffe.



danke Jo



für diese klärung. dem kann ich nur zustimmen. trotzdem benutze auch ich länger eingesumpften kalk für anstriche, um sicher zu gehen, das er nicht auf der Wand nachlöscht . das kann zu kleinen abplatzungen führen. außerdem ist, wie schon oben gesagt die qualität oft besser das ausgangsmaterial weißer.
ich halte den holzgebrannten kalk nicht unbedingt für besser, weil oft sehr schwefelbelastet. ich benutze gasgebrannten kalk. da sind dann auch keine autoreifen benutzt worden.von autoreifen als befeuerung hatte ich bis heute noch nichts gehört, aber vorstellen kann mann sich ja alles.
meine empfehlung hierzu ist der kalk von frau szeppek erhältlich unter www.sumpfkalk.de
im augenblick aber, glaube ich, nur als 56 monate eingesumpft erhältlich und deshalb etwas teurer.
die preise von kriedezeit sind meiner meinung nach in jeder hinsicht übertrieben.
glückkalk liefert auch eine gute qualität zu vernünftigen preisen.
wer dennoch selber einsumpfen will sollte branntkalk benutzen also ungelöschten kalk. aber aufpassen das kann gefährlich werden.
unbeding vorher informieren und schutzkleidung tragen.


gruß
christian r.





Muss das hier nochmals aufgreifen, ein Anruf bei Märker Kalk, man sagte mir die Kalksteine sind mit Kohlestaub gebrannt. Der Kalk muss doch recht hoch mit Schwefel (di) monoxid und andern Stoffen belastet sein, soll ich mir das jetzt an die Wand schmieren wenn ich mir schon die Mühe gemacht habe und endlich ein halbwegs passendes Kalkfarbenrezept für meine Raufasertapete zusammen zu basteln.
Welcher Sumpfkalk ist zu empfehlen? oder kennt jemand einen Weißkalkhydrathersteller sein sein Produkt noch "sauber" aufbereitet?