Lehmfarbe oder Sumpfkalk oder ?

26.04.2009



Sehr geehrte Fach(werk)männer!
Wir haben in den letzten 3 Jahren mit viel Eigeninitiative ein altes (Holztram von 1819) mühlviertler Bauernhaus saniert (Oberösterreich) und uns entgegen moderner oder energie-effizienter Baumaßnahmen für traditionelle, alte Baumaterialen entschieden (Holzkastenfenster, Lehmputz, viel altes Holz statt Beton usw.). Wir wenden uns an dieses interessante Forum, da bei uns der Lehmputz noch wenig Anklang findet und deshalb auch Not am Mann ist, was fachspezifische Antworten betrifft...

Wir haben somit kein Fachwerk-Haus (leider), brauchen aber euer Know-How was den Anstrich des Lehmputzes betrifft:

Wie so vieles wollen wir auch die Wände selber Streichen und haben schon von Leimfarbe gehört (Fa. Kreidezeit) und auch von Sumpfkalk. Leider kann uns aber niemand sagen was besser ist - irgendwie tendieren wir mehr zum Sumpfkalk oder der Kalk-Kasein-Mischung. Wenn wir aber jetzt Ende April Weißkalkhydrat einsumpfen und Ende Mai schon mit dem Streichen (zuerst Grundieren, das wissen wir so etwa) beginnen wollen, ist die Zeit wahrscheinlich zu knapp, da wir bisher nur davon lasen, mindestens einige Monate wenn nicht Jahre einzusumpfen - ist das wahr? Sind 2-4 Wochen zu wenig?

Und noch eine Frage wäre: was ist der Unterschied zwischen NUR mit Sumpfkalk die Wände zu streichen oder eine Kalk-Kasein-Mischung zu machen? Hält Letzteres besser oder gibt sie eine sattere Farbe oder eine bessere Verbindung zum Lehm? Was wären die Vorteile, bzw Nachteile?
Ich hab davon gelesen, dass Kasein-Mischungen schnell gelieren können und nur von Fach-Personal verarbeitet werden soll, stimmt das oder dürfen wir uns das zutrauen?

Für Wände die wir original Lehmputz, also nicht streichen wollen, wurde uns sparsame Anwendung von Wasserglas empfohlen. Findet ihr das gut?

Ein anderes Gebiet wofür ihr bestimmt auch Experten seid ist die Frage der Fugen bzw. Holz-Lehmputz-Übergänge!
Hier wurde uns zu Acryl-Fugen geraten oder zur Toleranz gegenüber den möglichen entstehenden Rissen?





Also die Sache mit den Acrylfugen lass mal sein.
Die Farbwahl ist wohl eher ne Frage der Weltanschauung.
Die Wasserglasanwendung auf naturbelassenem Lehm macht durchaus Sinn.

viele Grüße



Lehmfarbe



Hallo Sandra,

da hast Du Dir ja etwas vorgenommen!

Ich habe auch ein altes Bauernhaus und schon die ersten Erfahrungen mit Lehmputz. Meistens machst Du ja zwei Schichten: eine untere, mit Stroh oder ähnlichen Zuschlagstoffen, darauf eine dünne Schicht Oberputz. Dazwischen ein Gewebe, damit es hinterher keine Risse gibt.

Ich habe in meinem Schlafzimmer TexBis-Lehmfarbe verwendet und damit gute Erfahrungen gemacht. Die Farbe ist gut zu Verarbeiten und gut deckend. Sie lies sich auch gut rollen, obwohl der Hersteller es lieber mit dem Pinsel gesehen hätte. Es sind zwei Anstriche erforderlich.

Link: http://www.texbis.de/naturfarben/naturfarben.htm

Kalk auf Lehmputz habe ich noch nie angewendet.

Das Buch ist sehr zu empfehlen:
http://www.amazon.de/Bauen-sanieren-Lehm-Klaus-Schillberg/dp/3855026882

Viele Grüße

Wolfgang



Kalk auf Lehm



funktioniert recht problemlos, allerdings solltet ihr auf den Einsatz von Weisskalkhydrat verzichten. Der taugt nur für Minderweertige Anstriche. Entweder fertige Produkte, z.B. Kreidezeit oder einen mindestens 2-jährigen Sumpfkalk einsetzen.
Und der Übergang Putz-Holz wird fachlich korrekt mit einem Kellenschnitt ausgeführt und die dabei entstehende Fuge soll offen bleiben. Damit entsteht eine saubere Sichtfuge und kein hässlicher Riss.
MfG
dasMaurer



Sumpfkalk



Die Firma Dullinger in Salzburg (www.kalk.at) bietet Sumpfkalk an. Das ist natürlich teurer als selber einsumpfen. Ich hab bei ebay 20 jährigen Sumpfkalk gekauft.

VG nach Oberösterreich

Christian



DANKE!



an alle für die wertvollen tipps- wir sind schon weitergekommen, wird sich aber erst im Mai konkretisieren was wir letztendlich nehmen...

liebe grüße, sandra