Bezugsquellen Luftkalkmörtel in Dortmund und Umgebung

03.06.2008



Hallo zusammen!

Nach vielen Informationen auf diesen Seiten habe ich mich dazu entschlossen ein Stück unseres Haussockels auf der Aussenseite mit Luftkalkmörtel neu zu verputzen.

Kann mir jemand Bezugsquellen für diese Ware in meiner Umgebung nennen?
Brauche vorerst nur wenig Material für eine Fläche von ca. 7,5 x 0,5 Meter, Stärke bis ca. 4 cm. Daher möchte ich die sicherlich teure Lieferung wie z.B. durch den Anbieter Solubel verzichten und das Material lieber selber abholen.

Leider habe ich auch nach langer Internetsuche nichts dergleichen gefunden.

Schon mal vielen Dank und noch eine erfolgreiche Woche

Sascha



Luftkalk



Hallo Sascha,
fahr mal in den nächsten Baumarkt und frage nach ein oder zwei Säcken Weißkalkhydrat.
Gibt es bei uns hier um die 3,50 € pro Sack.

Viele Grüße



Bei Fa. Drauschke



im Hafen gibt es Weisskalkhydrat und Sand!

Gruß aus Do-Großholthausen
Harald Vidrik



Weißkalkhydrat



Habe ich schon getan. Zwar habe ich nicht direkt nach Weißkalkhydrat sondern nach Kalkputz gefragt, aber die Antwort war dann nur dass sie Kalk-Zementputz hätten.

Da war es dann wieder, dieses böse Wort, als ich dann sagte ohne Zement bekam ich nur ein staunendes Gesicht zu sehen!

Verstehe ich richtig dass Weißkalkhydrat quasi Kalkmörtel ist?
Können diese Säcke dann direkt verarbeitet werden (mit Wasser natürlich)?
Dann werde ich noch ein paar andere Baumärkte besuchen, denn die haben wir hier wirklich genug, und nach Weißkalkhydrat fragen!

Danke



Weisskalkhydrat



ist ein Bindemittel. Wenn man es zusammen mit Sand und Wasser in Matsch verwandelt, wird das Mörtel genannt, in diesem Fall also Kalkmörtel. Es gibt auch fertige Kalkmörtel als Sackware, allerdings wirds die kaum im Baumarkt geben, aber ein "richtiger" Baustoffhändler kann sowas besorgen.
MfG
dasMaurer



Baumarkt



Meine andere Antwort war an Georg Böttcher gerichtet.

Natürlich, der gute alte Drauschke.
da werde ich, da ich jetzt genau weiß wonach ich fragen muss mal rumfahren.

Wie viel Material werde ich wohl ca. für o.g. Fläche brauchen?

Vielen Dank für die wirklich schnellen Antworten.



Ein Aussenputz



sollte zweilagig aufgebracht werden. Bei einer Gesamtstärke von 25-30 mm brauchts ca 30 bis 35 ltr Mörtel pro qm.
MfG
dasMaurer



Weißkalkhydrat



Ich nehme für die 1. Putzlage 1 Teil Kalkhydrat und 3 Teile Reinsand,
für die 2. Lage nehme ich ein Verhältnis 1:4
Für ein 90l Speissfass Sand nimmt Drauschke 2.- €!
Gruß aus dem sonnigen Dortmunder Süden
Harald Vidrik



Luftkalkmörtel am Sockel ??? Na ja



Warum soll es denn gerade ein Luftkalkmörtel sein?
Zwar kenne ich Dein Haus nicht, würde Dir aber immer davon abraten.
Denn dieser Mörtel ist den Witterungseinflüssen in der Regel nicht gewachsen.
Kurz um, ein Luftkalkmörtel hat im Spritzwasserbereich nichts verloren.

Gruß Ralf



Was nehmen anstelle Kalkmörtel?



Herr Sachs,

Haben Sie einen Vorschlag, was man im Spritzwasserbereich statt Kalkmörtel sonst noch nehmen könnte?

Marita Kerr



Luftkalk



Hallo Marita,
üblich sind Kalkzement- oder Zementputze (Mörtelgruppen II bzw. III) für den Außensockelbereich.
Wichtig ist die Festigkeit des Mörtels, die sollte der Gruppe CS II und höher entsprechen, das sind mindestens 3 N/mm².
Gute Fachbetriebe kriegen frostsicheren Luftkalkmörtel mit guten Materialien hin, bei einem Laien ist das zweifelhaft.
Bei werkgemischten Trockenmörteln werden in der Mörtelgruppe PI nur Festigkeiten der Gruppe CS I garantiert.
Daher sollte man lieber zum PII greifen.
Aber das war nicht die eigentliche Fragestellung.

Viele Grüße



Putz im Spritzwasserbereich



Zement oder Kalkzementmörtel mit Wasserabweisenden Eigenschaften. Der Putz soll ja nicht nur schön aussehen, sondern auch das Gebäude und damit die Konstruktion und das Mauerwerk vor Feuchtigkeit schützen. Darum ist es sinnvoll einen Putz mit Wasserabweisenden Eigenschaften im Bereich wo Spritzwasser anfällt zu verwenden. Dies kann eine Baustellenmischung sein oder auch ein so genannter Werktrockenmörtel aus dem Baumarkt. Die Wahl zwischen Zement- und Kalkzementmörtel ist abhängig vom Untergrund.
Ist der Untergrund ein weicher Stein, so ist es besser auch einen nicht so harten Putz wie einen Kalkzementmörtel zu verwenden. Ist der Untergrund aber hart, so würde ich einen reinen Zementmörtel verwenden.
Bei einer Putzstärke von bis zu 4 cm ist es wie schon wor mir genannt, sinnvoll in mehreren lagen zu arbeiten. Dabei ist es wichtig die einzelnen Putzlagen mindestens einen Tag pro mm Putzdicke trocknen bzw. ausreißen zu lassen. Die erste Lage würde ich ca. 1,5 bis 2,5 cm auftragen und mit einem großen Straßenbesen horizontal aufrauen. Mit dem aufrauen schaffe ich einen gut griffigen Untergrund für die nächste Putzschicht. Die 2. Lage ca. 1 bis 1,5 cm aber in einer relativ gleichmäßigen Auftragsstärke. Den Putz kann man dann abreiben oder mit dem Schwammbrett filzen. Oder noch besser, man raut auch die 2. Putzlage auf und lässt diese trocknen und bringt dann einen Deck- bzw. einen Oberputz in einer Putzstärke von ca. 3-5 mm auf.
Dann hat auch die 2. Putzlage die Möglichkeit sich zu entspannen also auch zu reißen.
Wenn man keine Erfahrung mit Baustellenmischungen hat, sollte man besser auf Werktrockenmörtel zurückgreifen.
Für Baustellenmischungen schlage ich folgende Mischungsverhältnisse in Raumteilen vor:
S= Sand, K = Kalk, Z= Zement
Harter Untergrund:
Zementputz: MV: 1Z:3-4S Körnung 0-2 oder 0-4 mm
1. Lage wie vorgenannt
2. Lage etwas weicher eingestellt MV: 2Z:0,5K:6-8S
3. Lage Feinputz MV: 2Z:1K:6-8S Körnung 0-1 mm

Weicher Untergrund:
Kalkzementputz: MV: 1,5-2K:1Z:9-11S Körnung 0-2 oder 0-4mm
1. Lage wie vorgenannt
2. Lage MV: 2-3K:1Z:10-12S
3. Lage MV: 3K:1Z:12S Körnung 0-1 mm

Man kann die Rissanfälligkeit reduzieren, in dem man die Körnung von Putzlage zu Putzlage abstuft.
Z.B.
1. Lage 0-4 mm
2. Lage 0-2 mm
3. Lage 0-1 mm

Der Putz sollte nach ausreichender Trocknung einen Wasserabweisenden Anstrich erhalten.
Im Erdberührten Bereich bis ca. 2-5 cm über die Geländeoberkante, würde ich eine mineralische Dichtungsschlämme 2-lagig aufbringen, damit der Putz keine Feuchtigkeit aus dem Erdreich aufnimmt.

Gruß Ralf



Dank!



Herr Sachs,

Für Ihre ausführliche Information und Anleitung vielen Dank, Ihre Praxis- bezogene Antwort hat mir sehr geholfen. :<).



Herr Böttcher,

Zitat: „Aber das war nicht die eigentliche Fragestellung.“

Trotzdem auch ein Dankeschön für Ihre Antwort!