Rügener Kreidefarbe (Leimfarbe) mit Weißkalkhydrat mischen?

10.06.2009



Hallo,

wir wollen ein 10qm grosses Badezimmer mit Schimmelneigung
mit Leimfarbe streichen. Wir hoffen durch Zusatz von Weißkalkhydrat die Offenporigkeit der Farbe verbessern,
um in Zukunft dem Schimmel vorzubeugen. Hat jemand
mit dieser Mischung Erfahrung? Ein Rezept?



Leimfarbe



ist gegen Schimmel wirkungslos. Besser mit einer Sumpfkalkfarbe streichen, dann gibts einen hochwertigen Anstrich, der Schimmelresistent und abriebfest ist. Weisskalkhydrat wird immer abkreiden, ebenso wie die Leimfarbe. Ausserdem müssen Leimfarben bei Renovierungen komplett abgewaschen werden, Sumpfkalk kann mehrfach überstrichen werden.
Ausführliche Info´s gibts bei Kreidezeit.
MfG
dasMaurer





Hallo Felix,

weshalb neigt das Zimmer zum Schimmel? Schon mal das Nutzungsverhalten überdacht?
Vor dem Anstrich: Wie sieht der Unterbau (Wandmaterial, Putz, bisherige Farbe, etc.) aus?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Hallo Felix



Weißkalkhydrat kannst Du natürlich nehmen, aber nicht in eine Leimfarbe, die an sich wahrscheinlich schon ein guter Nährboden für Schimmel sein kann. Du müßtest das Kalkhydrat ordentlich einsumpfen und die Farbe auf Streichfähigkeit einstellen (nicht zu dick!). Bei einem ordentlich vorbereiteten Untergrund (sauber, trocken, fettfrei, keine Leimfarbe drunter! Untergrund nackter Putz, ggf. Probefläche anlegen)und zweimaligem Auftrag mit der Bürste sollte es auch kein nennenswertes Abfärben geben. Vorher ist natürlich der Grund der Schimmelbildung abzustellen! Bei Fragen ruhig anrufen.
Gruß
R. Herrmann





Hallo,

danke für eure Kommentare. Wir haben hier schon zwei Räume
mit selbstgesumpfter Kalktünche gestrichen -- und zwar nach der Formel:

16 Teile Weißkalkhydrat
45 Teile Wasser

...dazu nach dem Sumpfen:
1 Teil Abtönfarbe
2 Teile Magerquark

Die Farbe sieht gut aus, deckt aber erst nach ca. vier Anstrichen. Hier wollten wir uns durch Zugabe von Leimfarbe
(die nicht schimmeln sollte -- ist ja heute Methylzelluloseleim, oder?) die Arbeit etwas erleichtern.

Was uns auch nicht gefaellt: Wir haben den Quast (bzw. Tapezierpinsel) kreuzweise geführt (wie es öfter empfohlen wird bei Kalktünche). Bei unserem Farbrezept ist der Strich stark zu sehen -- sieht aus wie Wischtechnik.

Also, ich wär immer noch an einem Kalkrezept interessiert,
das leichter zu Verarbeiten ist und besser deckt!

Viele Grüße,
Felix

PS. Untergrund: Putz, 19. Jahrhundert, stellenweise ca. 1970 mit Mörtel grob ausgebessert -- industrielles Bauen Marke DDR :)



Da



habt Ihr so´ne Art Kalk-Kaseinfarbe zusammengerührt. Und mit der Abtönfarbe ist das auch so eine Sache, die wenigsten sind Kalkecht.
Beim Kalkhydrat einsumpfen kommts nicht auf die Wassermenge an, nach ein paar Tagen hat sich der Sumpfkalkbrei abgesetzt und das überschüssige Wasser steht obendrauf.
Den Sumpfkalkbrei abstechen und mit ca 6 Teilen Wasser verdünnen, zum abtönen max 10 % Gewichtsanteile, bezogen auf den Sumpfkalkbrei, an kalkechten Pigmenten zusetzen.
Dreilagig verstreichen, Untergrund gut anfeuchten und anschliessend feucht halten. Trotzdem ist für Kalkanstriche eine gewisse "Wolkigkeit" typisch.
Für Wohnräume würde ich auf jeden Fall auf fertige Farben zurückgreifen, wie sie z.B. von Kreidezeit angeboten werden. Die Qualität ist um Längen besser.
MfG
dasMaurer

Kann mir wer erklären, was ich im ersten Beitrag falsch gemacht habe???





Ulrich, hab mich grad auch gefragt was du falsch gemacht hast !
Vielleicht hat da jemand ein Minuspünktchen vergeben, weil du von Schimmelresistenz gesprochen hast ? Ich weis es nicht, kann aber eigentlich nur das gewesen sein ! Des Bewerters Gedankengänge gehen wahrscheinlich dahin, dass es keine Resistenz gibt, sondern sich auch bei einem Kalkanstrich die Alkalität abbaut und sich irgendwann oder bei passenden Klima wieder Schimmel ansiedelt.



Hmm,



aber was hat dann der arme Christoph verkehrt gemacht??
Hat der die falsche Frage gefragt???
MfG
dasMaurer





Da bin ich auch überfragt !
Außer das da vielleicht jemand Architekten nicht leiden kann fällt mir nix dazu ein!



Toll, danke :)



ich werde es mit deinem Rezept probieren, Ulrich.
Selbersumpfen macht Spaß und und ist viel billiger als
Kreidezeit oder Auros.
Kasein und Leim lase ich diesmal weg, ein paar Erdpigmente
werden sich finden lassen.
Ich melde mich naechste Woche, wie es geworden ist.

Felixf



Es ist leider nicht so ganz zu vermeiden...



...daß ein irrlichternder Blödian Minuspunkte verteilt (die ja einem Verstoß gegen die Forumsregeln vorbehalten sein sollten).

Anderer Ansatz zur Frage: Warum keine Reinsilikatfarbe?

Grüße

Thomas



An Silikatfarbe...



...habe ich mich noch nicht herangetraut. Sollte ich?
Warum - wegen der besseren Wischfestigkeit?

Die Wand ist mit verschiedenen Materialien verputzt,
es mag auch ein paar gegipste Stellen geben. Welche Farbe
ist da Ihrer Erfahrung nach problemloser -- Reinsilikat oder Kalkfarbe?

Letzte Frage: wäre ich mit Wasser, Soda und Kreide auf der
richtigen Spur für eine "selbstgekochte" Reinsilikatfarbe?

Viele Grüße :)
Felixf

(und die Forenminuspunkte stammen natürlich nicht von mir -- ich freue mich über alle Ihre Antworten und kann notfalls auch Kritik vertragen!)



Kreidefarbe



Wo ist bei diesen Zutaten das Silikat, sprich das Wasserglas?
Warum sowas selber neu erfinden, wenn es das schon zu kaufen gibt?
Ansonsten halte ich die Änderung des Nutzungsverhaltens auch für die wichtigste Vorauzssetzung um Schimmel zu vermeiden.
Dann reicht auch eine handelsübliche Innenwandfarbe.

Viele Grüße



Auf diffusen Untergründen...



...benötigt Silikatfarbe eine Silikatgrundierung.

Mit den erwähnten Komponenten wird's nichts. Wer unbedingt selber mischen muß, findet bei Kremer-Pigmente ein Rezept, einfacher ist hingegen der Kauf einer fertigen Farbe (z.B. Beeck'sche Farbenwerke). Man muß das Fahrrad nicht beständig neu erfinden.

Grüße

Thomas





Es gibt Dinge ohne deren Kenntnis man ein bedeutend weniger bekümmertes Dasein fristet. (Walter Moers, aus Ensel und Krete)

vermutlich gegen jemandes Regel verstoßend grüßt aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer