Dachterrasse undicht

28.04.2010



Hallo,

ja mal wieder das leidliche Thema, ich habe schon soviel hier darüber gelesen und möchte hier mal unser Problem schildern, vielleicht kann jamand helfen.
Wir haben vor 2 Jahren ein über 100 Jahre altes Haus gekauft, leider mussten die Vorbesitzer einen Wintergarten und eine Dachterrasse anbauen, was leider immer wieder zu Problemen führt. Ansonsten ist der Bauzustand super immerhin sind die Wände über 40cm dick und immer trocken....

Nun zur Terrasse die mit der Zeit immer unebener wurde so das wir jetzt zur Tat schreiten mussten und die Schweissbahn aufgenommen haben, dadrunter haben wir Bitumenbahn entdeckt und darunter sind Spanplatten die leider an einer Seite der Terrasse komplett durchgefault sind. Ich hänge mal Fotos an zum besseren Verständnis.

Unsere Frage wäre:
Woher kommt die Feuchtigkeit???
Ist es Schwitzwasser, aber warum ist dann die Sonnenseite einigermaßen trocken? (kann man jetzt von der anderen Seite unterschauen.
Oder steht das Wasser dort, weil das Gefälle nicht stimmt und dringt durch die Oberfläche ein?

Übrigens an der Seite wo ich stehe ist die Regenrinne an der Hauswand entlang.

Wie man sieht ist bei der weissen Schweissbahn die Vliesschicht auch nass und moderig.

Wäre schön, wenn ihr mal eure Meinung abgeben könntet.

LG die Heimwerker



noch ein Foto vom Schaden



Noch ein Foto vom Schaden





Bei einem Flachdach ist es immer Glückssache, den undichten Punkt zu finden, Wasser sucht sich seinen Weg.
Hier könnte es laut Bilder vom Kaminanschluss oder von der Abdeckung am Geländer kommen.
Auf dem Bild schlecht zu erkennen, wieviel Lagen Schweißbahn sind denn verklebt worden? Es sollten min. 2 Lagen vorhanden sein, und diese vollflächig miteinander verklebt sein, sonst ist dat nich dicht.
Genaueres kann man nur vor Ort klären.



Dachterrasse



So eine Art der Abdichtung,
auch noch mit Holzbalkendecke, ist gering fehlertolerant in der Ausführung.
Entweder kommt das Wasser von oben oder, was ich eher vermute, handelt es sich um Kondensat aus der Raumluft darunter.
Regen- bzw. Schmelzwasser kann durch fehlerhafte Aufkantungen, Wandanschlüsse und Schweißnähte eindringen.
Kondensat entsteht, wenn die Dampfsperre undicht ist.
Was ist das für eine "weiße Schweißbahn mit Vliesschicht"?
Wie war sie an der Wand befestigt?
Was ist unter der Terrassse für ein Raum?

Viele Grüße



Danke fürs Interesse



Unter dem hinteren Teil ist eine Waschküche immer kalt von draussen begehbar und hier vorne unser Bad.
Schichten von unten:
grüne Rigipsplatten
Folie
Dämmwolle
Spanplatten
mehrere Schichten Bitumenschweissbahn
und obendrauf nur vorne im Bild zu erkennen, da aufgerollt ein heller Belag wie Linolium unten mit Vlies beschichtet (der Nachbar meint es ist was teures O.O)
war auch alles 5cm über Rand mit Aluschiene befestigt.
Es ist auch nur 1m von dieser linken Mauer nass und faulig.



noch ein Foto



noch ein Foto von der weissen Schweissbahn

Möchte noch hinzufügen, das die Dämmwolle trocken ist von beiden Seiten, aber die Spanplatten darüber vollkommen durchnässt.

Über der Bitumenschweissbahn ist alles feucht und die Vliesschicht der weissen Schweissbahn(?) ist auch völlig durchnässt und faulig wie man auf dem Foto oben sieht, kann es vielleicht auch sein, das die beiden Schweissbahnen aufeinander Kondensat verursachen?
Wenn die Raumluft kondensieren würde, müsste doch die Dämmwolle auch feucht sein oder?
Also Dämmwollem Rigips usw. ist trocken es tropft nicht bis nach unten oder so, aber die Spanplatten sind so faulig das sie durchbrechen bei Belastung.

Viele Grüsse





Die weiße Bahn ist eine Folienabdichtung (icopal o.ä.). Da das Dach wohl schon länger undicht ist, wird der vorbesitzer diese "Neuabdichtung" beauftragt haben, ich gehe mal davon aus, das es sich hier um Kondenswasser handelt, käme das Wasser von oben, wäre auch die Dämmung Nass.



Wenn darunter ein Bad und eine Wachsküche ist....



... dann muss die Dampbremse ("Folie") absolut dicht verlegt worden sein. Das mal nachprüfen. Ich vermute, dass hier nicht korrekt gearbeitet wurde.

Dennoch auch die Anschlüsse zum Kamin mal kritisch durchdenken. Dort sammelt sich viel mehr Wasser an - evtl. war das mit der Aluschiene doch nicht so dicht wie gewünscht.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Moin,



die zeitliche Abfolge der Arbeiten wär noch interessant und der Grund für die zweite Beschichtung (macht doch keiner, wenns nicht innen irgendwo reintrielt).

Apropos, auf den Bildern sehe ich keinerlei Entwässerung....ist der vermoderte Teil zufällig am tiefsten Punkt der Terasse......?

So ein Ablaufrohr durch die Mauer am tiefsten Punkt schad da nix...

Ob Feuchte von unten nicht doch lieber in der Spanplatte hängenbleibt (Taupunkt) und die Glaswolle drunter trocken erscheint, kann ich leider nicht genau sagen.

Wie ist euer geplanter Neuaufbau?

Gruss, Boris



Dampfbremse



Hallo Frank,

hier ein Fotos der grünen Folie (Dampfbremse) müsste sie denn an der Wand entlang laufen oder reicht es so wie es ist?

Sonnige Grüsse (zum Glück), wir reissen erst mal die fauligen Spannplatten ab und lassen alles abtrocknen.



Hallo Boris,



erstmal alles trocknen lassen und ... dann gute Frage, wahrscheinlich Folie der Wand entlang bis über die neuen Spanplatten legen, es sieht so aus als ob die Spanplatten von der Wand aus Feuchtigkeit gesaugt haben.
Das Gefälle stimmt haben alles überprüft.
Hier noch ein Foto der Regenrinne.

Die genaue Abfolge der Arbeiten wissen wir nicht, der Nachbar meint jetzt die weisse Folienabdichtung kam rauf weil es öfter Durchgeregnet hat.

Wir überlegen ob wir die Bitumendecke abnehmen und nur die weisse Folienabdichtung über die neuen Spanplatten decken, weil zwischen Bitumen und Folienabdichtung alles nass war, besonders die Vliesummantelung der Folienabdichtung, aber ob das ausreicht?



Die Folie müsste mit der Wand verklebt...



... worden sein. So sieht das nur auf Stoß hingelegt aus. Insofern eine offene Fuge - Kondensat garantiert.

Dennoch habe ich den Eindruck, dass da auch Wasser von oben über die Anschlussfugen einebracht wird und der Kamin dabei eine Rolle spielt.

Die Frage nach einer Entwässerung von Boris sollte ebenfalls geklärt sein.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Stand der Dinge



Noch ein Foto zum jetztigen Zustand, man kann erkennen das die Balken nur bis zur Hälfte schimmelig sind, wir haben bis zum Ende durchgeleuchtet auf der anderen Seite ist alles prima.



Kondensat



Hallo,

Ich schließe mich der Meinung von Georg an:
Höchstwarscheinlich ist es Kondensat.
Das heisst , die Dampfsperre ist undicht.

Deshalb wäre es besser gewesen,das Dach von unten aufzumachen.
Dann hätte man auch prüfen können, ob die Dachhaut dicht ist.
(Wasseranstau)
Diese "Warmdachpakete" sind immer sehr problematisch, weil die Fehlerquote beim Einbau der Dampfsperre sehr hoch ist.
Besser sind die Varianten "Kaltdach" oder "Umkehrdach".

Aber dazu werden die Höhen nicht ausreichend sein.


Viele Grüße



Bei dieser



Art von Dach, würde ich aber einen Fachbetrieb dabei holen.
Selbermachen könnte da wieder in die Hose gehen.
Und keine Bitumenbahn mehr.PIB oder PVC Bahn einlagig bei diesen Anschlüssen und dieser Entwässerung währe von Vorteil.



Fachfirma



Guten Tag,
ich spekuliere einmal, dass sowohl Kondensat aufgrund von Fehlstellen in der inneren Luftdichteebene/Dampfsperre als auch Wassereintritt an den Randanschlüssen außen wirkten. Übrigens ist der verstärkte Schaden an der einen Seite vermutlich durch Umverteilung von Dampf entstanden. Wasserdampf in der Konstruktion ist an der beschatteten kalten Seite kondensiert. Unabhängig davon an welcher Stelle er von innen in das Dach gelangte. Das ganze Dach sollte neu konstruiert werden. Dabei fehlertoleranter bauen als bisher. Für Heimwerker ohne saubere Planung und ohne Fachfirma erscheint mir das eine Nummer zu hoch. Wäre es möglich das Dach in Stahlbeton neu herzustellen? Was ist das Wandmaterial darunter? Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Moin,



also ich hätte das jetzt so gemacht:

-Runter mit dem ganzen Mist incl. Glaswolle & trocknen lassen, dabei schauen ob die grüne Folie vollflächig dicht ist

-Balken prüfen (ggfls. ersetzen), morsches Holz wegbeilen und beidielen (Gefälle!), wenigstens angegriffene Stellen mit Wood-Bliss o.ä. einlassen.

- Bis Balkenoberkante dämmen, alles nur keine Glas-oder Steinwolle wg. Schwammeffekt.

- Da ne dichte Baufolie drauf (Gürtel & Hosenträger, damit das Gebälk nächstes Mal wenigstens nix abkriegt)

- 21mm OSB verleimt, Kanten versiegelt.

- Geeignete Abdeckbahn, hochgezogen und mit zweiteiligem (Wasser läuft doch nach oben!) Blech sauber an die Wand angeschlossen, evtl. Einlaufblech zur Regenrinne.

- Drunter immer gut heizen und Lüften und schauen dass keine unnötiger Dampf im Raum steht.

Aber das nur als lose Anregung aus der Ferne - der Tipp ist mindestens so sicher wie griechische Staatsanleihen!!!

;-) Boris