Strohgipsmatte durch Nut und Federbretter ersetzen

07.03.2010



Das zu renovierende Zimmer in einem in einem älteren erbauten Haus ist größtenteils unter einer Dachgaube. 80% der Decke ist waagrecht und grenzt an den Dachboden. Nur ein kleiner Teil ist Dachschräge. Der darüberliegende Dachboden wird lediglich als Abstellraum ungeheizt genutzt. Das Unterdach ist diffusionoffen mit mit 18mmm Bitumenplatten versehen. Im zu renovieren Zimmer war eine unansehnliche gewordene Strohgipsmatte als Decke vorhanden. Im Moment sind die Sparren freigelegt. Lediglich zwischen den Sparren befindet sich noch eine weisse Wolle als Dämmung die von breiten dünnnen Brettern mit oben aufliegenden braunen Papier oben gehalten werden. Auf die freigelegten Sparren werden 3 cm dicke Latten angeschraubt auf dennen 2 cm dicke Nut und Federbretter montiert werden. Soll ich vorher die alte Dämmung heraus reissen und neu Dämmen. Falls neu dämmen möchte ich nicht übertrieben Dämmen sondern nur so dass ich auf eine Dampfbremse verzichten kann und keine Feuchteschäden entstehen. Kann ich zum Beispiel zwischen der Konterlattung Styroporplatten einlegen bevor die Holzdecke drauf kommt. Meiner Meinung würde ich damit keine Feuchtigkeitsschäden im Gebälk riskieren da genug Hohlraum zwischen den Sparren liegt und dort eine Luftzirkualtion zwischen Speicher aufrecht erhalten bliebe. Sehe ich das falsch????



Decke dämmen



Ich komme mit dem beschriebenen Deckenaufbau nicht klar.
Nach Ihrer Schilderung gibt es einen Einschub (breite dünne Bretter), auf dem ein Rieselschutz (braunes Papier) und Dämmwolle (weiße Wolle) liegt.
Auf dem Foto sieht man Einschubbretter, die normalerweise auf Leisten rechts und links am Balken liegen müssten. Wo liegen die Bretter auf?
Sind sie von unten an die Leisten genagelt?
Die Deckenbalken stoßen links an eine Mittelpfette.
Wie sind die Balken an der Pfette befestigt?

Was Ihren neuen Deckenaufbau betrifft:
Wenn:
- der Dachraum darüber als Kaltdach belüftet ist,
- die neue Deckenunterseite winddicht ausgeführt wird,
- diffusionsoffene Dämmung winddicht verlegt wird,
- der Feuchteanfall in dem Wohnraum nicht
überdurchschnittlich hoch ist
dann brauchen Sie keine Dampfsperre einbauen.
Als Deckenbekleidung genügt Gipskarton auf einer Schalung oder Heraklith und Verputz.

Viele Grüße



diffusionsoffen geht nicht mit Styropor



Hallo Petey, es gibt angeblich jetzt ein Styropor, das diffusionoffen sein soll. Aber in Wahrheit ist es ein Styropor mit kleinen Löchern. Das lässt zwar H2O durch, aber Feuchteschäden werden dadurch trotzdem nicht vermieden, da an der Verbindung der Storoporplatten zum Holz immer eine Wasserfilm sein wird.
Nimm doch einfach Hanf-Dämmwolle, da braucht man überhaupt keine Dampfbremse. Ist auch relativ preiswert. Funktioniert so gut wie in jedem Fall. Gruß Thomas





Es ist genau so wie sie beschrieben haben. Die Einschubbretter liegen auf Leisten auf die seitlich an jedem Sparren angenagelt sind. Soll ich dieses Art Dämmung rausreißen oder genügt es wenn ich auf den Sparren 3cm dicken Latten quer aufschraube und den Zwischenraum mit 3 cm dicken EPS Platten versehe. Auf die Latten kommen danach Nut und Federbretter als Deckenverkleidung.Die Balken sind per Nut und Feder mit der Mittelpfette verbunden.





Polystyrol ist in gewisser Weise immer diffusionsoffen und ist vom Dampfdiffusionswiderstand (je nach Material) oberhalb von Nadelholz anzusiedeln.

Wenn das Polystyrol in einer Äußeren Lage verbaut wird kann dies aber zu ganz anderen Problemen führen:
Wenn Feuchtigkeit in der Dampfphase das Bauteil durchdringt kann diese, wenn der Taupunkt in der Polystyrolebene liegt, eben dort ausfallen. Polystyrol lässt keinen Kapillartransport zu, weshalb die Feuchtigkeit erst wieder in der Dampfphase abtransportiert werden kann. In dieser Zeit ist die Dämmwirkung herabgesetzt.

Dämmstoffe mit denen das nicht passiert müssen kapillar leitfähig sein. Plattenware erweist sich als nicht praktikabel, da diese umströmt werden kann.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer