alte Heizungsdämmung

18.09.2012 bienchen



Hallo zusammen

ich bin neu hier und hoffe Hilfe zu finden. Von außen habe ich schon oft in diesem Forum gestöbert und auch hilfreiche Tipps gefunden. Es geht um mein Elternhaus das 1927 erbaut wurde. Aktuell soll der Flur neu verputzt werden und das auch dort wo die Heizung montiert ist. Ich habe mich also daran gemacht die alte Tapete zu entfernen und dort wo die Heizung aufgehangen war befand sich eine etwas dickere weiße Schicht die sofort beim ersten Versuch sie abzukratzen Übelkeit ausgelöst hat.
Der Heizungsmonteur und auch der Stukkateur der mir bei diesem Flur hilft meinten das wäre sicher alter Styropur der zwar unangenehm aber nicht schlimm sei.
Also habe ich mit Mundschutz ausgerüstet die Fläche (ca 1qm) abgekratzt und dann angefangen wie eine Wilde zu putzen.

Das war vergangene Woche, inzwischen ist der Flur mit Kalk verputzt aber die Probleme hören nicht auf. Es brennt im Hals und zwar in der gesamten Wohnung. Bei längerem Aufenthalt kommt wieder Übelkeit hinzu.

Hat jemand eine Idee was dort auf der Wand gewesen sein könnte und was ich machen kann?...ich meine außer putzen...

Das ist vielleicht nicht die typische Handwerkerfrage aber ich versuche es einfach trotzdem mal denn ich bin mit meinem Latein am Ende

viele Grüße
bienchen



Ein Baubiologe...



... könnte weiterhelfen... bis dahin hilft nur Lüften... Extremlüften...

Styropor ist eher selten kritisch, wenn dann der damals verwendete Kleber... das wäre aber auch aufgrund der geschilderten Umstände eher ungewöhnlich...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Styropor...



... kennt ja eigentlich jedes Kind, was war denn bei dieser weißen Beschichtung anders als beim üblicherweise bekannten und mehr oder weniger geruchlosen Styropor?

Ist die Schicht komplett, also bis zum Unterputz/Gemäuer abgekratzt worden, oder blieb evtl. noch ein Rest der Träger-/Kleberschicht bestehen? Ist eigentlich ja weniger ein Fall fürs Abkratzen, als eher eine Angelegenheit für einen leichten Stemmhammer o.ä.

Die meisten für Styropor ungeeigneten Kleber haben entweder die Eigenschaft, das Styropor auch gleich zu einer zähen breiigen Masse aufzulösen oder sie Kleben nicht gescheit.
Was dort in früheren Zeiten für ein Zeugs genommen wurde, kann man jetzt sowieso nicht mehr nachvollziehen, aber es ist schon seltsam, wenn bestimmte flüchtige Stoffe, die Übelkeit auslösen können, auch nach vielen Jahrzehnten noch freigesetzt werden können, sobald man am Styropor(?) anfängt zu kratzen.

Jetzt scheint das Kind ja sowieso schon in den Brunnen gefallen zu sein, denn die Wand ist frisch überputzt und die Gesundheitsbelästigungen sind trotzdem noch da.

Ein Baubiologe nutzt sowieso nichts, denn was will man machen, wenn er irgendwas feststellt? Die Ausführende Firma wird ihrerseits einen Gutachter bestellen, der in ihrem Sinne urteilt und man bleibt so oder so auf den Kosten der Sanierung, egal ob mit oder ohne Baubiologe, sitzen und hat den Gesundheitsschaden obendrein. Da kann man auch gleich einfach so damit anfangen, an den entsprechenden Stellen wieder alles los zustemmen und die giftige Substanz großflächig zu entfernen. Wenn das Zeug nach Jahrzehnten noch so eine Sprengkraft hat, wird es mit ein bisschen Lüften nicht getan sein.

Was Putzen, also Fußboden wischen oder(?) noch bringen soll, scheint mir fraglich. Detaillierte Infos zu Giftstoffen im Haus sind über Sick-Builing-Syndrom Selbsthilfegruppen und Infostellen zu bekommen.
Wenn ein konkreter Vorverdacht besteht, ist nach vorheriger Rücksprache mit einer Verbraucherzentrale oder Infostelle ggf. ein kompetenter Baubiologe zu Rate zu ziehen.



Flur -Halskratzen



...könnte es leider auch eine Asbest-platte gewesen sein? Nach dem Prinzip: was hinter dem Kanonenofen gut ist kann bei der Heizung nicht schaden.



Halskratzen ...



... das Halskratzen und die Beschreibung lässt eher Asbest vermuten. Ich würde eine Hausstaubuntersuchung oder Materialtest machen lassen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Asbest kratzt nicht im Hals,



allenfalls die Bindemittel, in welches es eingebettet sein kann. Allerdings ist mir in den ganzen Jahren meiner Praxis als Asbestentsorger nichts dergeleichen untergekommen.
Ich vermute eher, daß es sich um gebundene Glas- oder Mineralfasern handelt. Allerdings löst sowas keine Übelkeit aus, da diese Materialien chemisch eher inaktiv sind. Lösungs- oder Bindemittel sollten sich in den vielen Jahren vorher schon verfüchtigt haben.

Putzen und Lüften sollte eigentlich alle Spuren in Kürze vertreiben, bzw. die Konzetration bis zur Unbedenklichkeit verdünnen.



herzlichen Dank für die tolle Resonanz



ich versuche mal so gut es geht auf die Fragen zu antworten

Ich habe eher das Gefühl daß der feine Staub der beim Abkratzen freigesetzt wurde die Übelkeit auslöst, sicher bin ich mir aber nicht da ja dann das Abwischen von wirklich jedem Gegenstand in der Wohnung mehr hätte helfen müssen.

Riechen kann ich gar nichts...es reizt nur sehr.

Diese weiße Schicht sah aus wie eine dickere Farbe, eine Platte war das auf keinen Fall und ich denke daß wir alles entfernen konnten, sicher bin ich aber mittlerweile auch nicht mehr.

Da ich mich in der Vergangenheit auch schon mit Baubiologen über andere Probleme unterhalten habe habe ich es diesmal erst gar nicht versucht. Ein Heilpraktiker der mir manches Mal beim Testen von Verträglichkeiten gut geholfen hat hat eine Probe dieses Drecks auf Asbest getestet und das Ergebnis war negativ....ich weiß aber selber daß das nicht mit einer chemischen Analyse zu vergleichen ist...





Hallo!

Ich bin absolut unempfindlich gegen Gerüche, Staub etc. Aber das was Du beschreibst habe ich, wenn ich den Geruch von Heizkörperlack in der Nase habe. Der Hals krazt, ich habe das Gefühl als wäre ein Büschel Katzenhaare drin, und Übelkeit habe ich auch schon des öfteren verspürt. Eine totale Überreaktion.

Normaler Lack ist problemlos zu ertragen. Irgendetwas muss in so ziemlich jedem Heizkörperlack enthalten sein, was mir aufs Gemüd schlägt. Ein Raum in dem eine Heizung läuft, die nachträglich lackiert wurde ist eine Qual für mich. Den typischen Geruch dürfte eigentlich jeder in der Nase haben, wenn er das hier liest...

Ist der Heizkörper eventuell gestrichen worden?

Gruß
Patrick

PS: Heilpraktiker "können" in den meisten Fällen fast alles. Mich würde interessieren, wie er die Asbestprobe durchgeführt haben will....



Das unerträgliche am Heizkörperlack ....



... ist die Erhitzung desselben durch die Heizung.

Hinzu kommt, dass Heizkörperlacke meistens mit mittelöligen Alkydharzen hergestellt werden (weniger Vergilbungsgefahr durch geringeren Ölanteil). Bei Heizkörperlacke wird wegen der gleichmäßigeren Oberfläche gerne Xylol als Lösemittel eingsetzt - also ein Lösemittel, das nicht aromatenfrei ist.

Das ist der Preis für ein weißes Weiß ...

Es gibt natürlich auch baubiologische Alternativen, deren Weiß dann halt ein wenig gelblicher wirken. Bei den geringen Vorlauftemperaturen die wir mittlerer Weile haben, bräuchte es den speziellen Heizkörperlack gar nicht mehr.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Das schien mir aber kein Heizkörperlack zu sein



Die Heizung sah nicht aus als wäre sie nachträglich lackiert worden und die Fläche hinrer der Heizung um die es geht sah so aus als wäre sie eindeutig vor der Heizung aufgebracht worden.
Die übelkeit stellt sich übrigens immer noch ein sobald ich die Wohnung betrete...die Ratlosigkeit wird größer



Moin bienchen,



kannst du ein Foto machen und hier einstellen?

Woraus bestand die "dickere weisse Schicht" und war die nur hinter dem Heizkörper? Ist die beim abmachen zerkrümelt oder in kleineren Plättchen abgegangen? Wie dick?

Womit hast du geputzt? (evtl. chemische Reaktion mit dem Untergrund...?) Oder meinst du "verputzt" (mit Kalk)?

Kannst du abschätzen, wann das ungefähr gemacht wurde (60er, 70er)?

Gruss, Boris



Guten Morgen Boris



leider kann ich kein Foto machen da die Wand ja bereits neu verputzt ist.
Beim Abkratzen war das als würde man eine dickere Schicht Tapete vor sich haben. Zum Teil gingen ganze Teile ab aber zum Teil war es auch ein mühseliges Gebrösel.

Das war keine dickere Platte sondern höchstens 1mm und es war nur hinter der Heizung. Da ich die Tapete drumherum mit Seifenwasser angefeuchtet hatte habe ich das dort auch versucht aber schnell gemerkt daß das nichts bringt...also habe ich gar keine Flüssigkeit verwendet.
Was das war kann ich nicht sagen...das frage ich mich ja auch.
Das Haus wurde 1927 gebaut und 1960 wurde angebaut. Laut meiner Mutter wurde diese Schicht wahrscheinlich im Rahmen des Anbaus aufgetragen.

Der neue Aufbau wurde zuerst mit einem Silikatgrund, dann mit einem Kalk Putzgrund und dann mit reinem Kalk gemacht.

Mit Putzen meinte ich tatsächlich daß ich zum Putzteufel in der ganzen Wohnung mutiere aber der Erfolg ist mäßig. Wenn morgens die Heizungen anspringen und die Luft dadurch in Bewegung gerät ist Dauerhusten angesagt...ich bin mir also sicher daß diese recht kleine Ecke so üblen Staub freigesetzt hat daß der sich immer noch hartnäckig in der Wohnung hält. Ob das Übel nun durch das neue Verputzen gebannt ist kann ich nicht einschätzen da es mir hier einfach überall nicht gut geht.



Moin Bienchen,



evtl. haben wir's mit mehreren paar Schuhen zu tun:

Ich vermute mal, dass jemand die Tapete mit einem "richtigen" Kleber drangebappt hat, weil die sich dort sonst schneller von der Wand löst, z.B. wenn man beim Tapezieren schnell weiterheizt und der Kleister keine Zeit zum trocknen bekommt.

Das sollte allerdings mit dem Neuverputz erledigt sein, da dieser Staub dann gebunden ist. Dass der Kalkputz dann noch weiter mit irgendwelchen Kleberinhaltsstoffen reagiert wäre mir neu, aber ich bin auch kein Bauchemiker. Du kannst ja aber mal alle verwendeten Inhaltsstoffe aufschreiben (Technisches Merkblatt, Sicherheitsdatenblatt), vielleicht klingelt's dann bei jemand.....

Wenn ich beim Kalkputz anmischen zur falschen Zeit Luft hole, spüre ich ein deutliches brennen auf der Brust, wie wenns mir ein wenig die Bronchien verätzt hätte - das hält dann manchmal noch bis zum nächsten Tag an.

Jetzt wäre es denkbar, dass du dir die Brochien mit dem Kleber abkratzen oder durch den Kalkstaub "angefressen" hast und diese jetzt noch reizempfindlich sind - ich krieg z.B. das Husten rein von zu trockener Heizungsluft.

Da wäre ein HNO, der schon viele Handwerker aus dem Gipserbereich etc. vor der Nase hatte (sich also mit den beim Bau verwendeten Reizstoffen auskennt) vielleicht die erste Anlaufadresse.

Dein HP könnte dir evtl. kinesiologisch helfen, die Stoffgruppen etwas einzugrenzen, vielleicht handelt es sich auch um eine allergische Reaktion auf eine Kombination verschiedenster Stoffe, die du gerade jetzt alle auf einmal abgekriegt hast.

Was genau meinst du mit Übelkeit?

Gruss, Boris



übelübel



das hört sich gar nicht gut an - besonders, weil die Beschwerden nicht abklingen. Gegen eine allergische Reaktion kannst Du meiner Meinung nach ungefährdet ein Antihistaminikum einnehmen, wenn es Dir schlecht geht. Könnte die Beschwerden lindern.
Kann sich hinter der Heizung als "Reflexionsanstrich" ein Anstrich befunden haben, wie man ihn häufig in alten Stadthäusern im Treppenhaus finden kann? Leider kenne ich die Bezeichnung dafür nicht. Die Farbschicht ist recht dick, hat eine "pickelige" Oberfläche und schimmert leicht "ölig". Sollte wohl besonders abriebfest und waschbar sein. Vielleicht handelte es sich um einen alten Ölfarbenanstrich mit Bleiweiß oder Zinkweiß? Ich bin nur wegen deiner Erwähnung von Placken, die krümelig abfielen auf so einen Anstrich gekommen. Vielleicht wissen die Experten, was ich meine- und ob es Gesundheitsprobleme verursachen kann.

Anne...Wände schaut



...mit Übelkeit meine ich



wirklich Übelkeit...mein Magen rebelliert wenn ich mich länger in der Wohnung aufhalte und ich huste immer noch, trotz allem Putzen.

Über den Heilpraktiker bin ich nicht weitergekommen...der kann zwar "Baugifte" testen, und darauf habe ich reagiert, aber das nicht genauer definieren.

Ich bin also nach wie vor ein wandelndes Fragezeichen :-(
Aber ich möchte nochmals Danke für die Antworten sagen.



Moin Bienchen,



von deiner Seite fehlt noch die Auflistung der verwendeten Bau- und Putzmittel, sowie deren Inhaltsstoffe........woran liegt's?

Gruss, Boris



Bleifarbe



Hallo Bienchen,
aus welcher Zeit stammt dieser Anstrich. Ich vermute es handelte sich hierbei um eine alte bleihaltige Farbe. Diese können durchaus Übelkeit auslösen. Hast Du noch einen Farbrest? Lass diesen analysieren, oder eine Blutuntersuchung auf Blei eventuell Quecksilber machen.
Grüße Christian



Jetzt sind wir schon ...



... bei Bleifarbe angelangt, dabei meinten die Handwerker im Startbeitrag noch, es wäre altes Styropor.

Mit Blei ist zwar nicht zu spaßen, aber bevor ich in der Richtung ein Faß aufmachen würde, sollte wirklich eine Laboruntersuchung stehen. Vielleicht kann aber besser ärztlicherseits auf Bleivergiftung hin untersucht werden, bevor eine teure Laboruntersuchung angeleiert wird.