Treppenhausgestaltung Arbeiterhaus




Als Techniker und BWLer sind wir aktuell völlig überfordert, was die Treppenhausgestaltung unseres kleinen Arbeiterhauses anbelangt. Das Denkmalschutzamt möchte Vorschläge und es dann mehr oder minder nur absegnen. Hat jemand ggf. ein paar Bilder oder Vorschläge, wie so was aussehen könnte? Ursprünglich herrschte bei der Treppe wohl grau vor, in den letzten 60 Jahren ist es dann zu einem bunten Mix verpfuscht worden. Treppe wurde dabei irgenwann einmal in einem knalligen Rot gestrichen.

Treppe (drei Etagen) ist aktuell ausgebaut, zerlegt, abgebeizt und wird gerade restauriert. Treppenstufen und Tritte waren so kaputt, das kompletter Austausch notwendig war. Rest ist mit kleineren Reparaturen und Teilersatz nahezu bauzeitlich.

Da Treppenstufen (Eiche) neu, haben wir uns diesbezüglich für Holzsichtig und Öl entschieden. Nur beim restlichen Gesamtkunstwerk (Eingangsbereich, Wände, Treppenwangen, Lauf, Konsolen am Rundbogen) haben wir bislang keine sonderlich guten Ideen. Sollte ja irgendwie harmonieren.

Treppenhaus hat Terrazzo (mehr weiß wie grau) als Bodenbelag, Stuck oder ähnliches gibt es nicht mehr (danke an die 60er), Wände werden geputzt.

Sind für Ideen dankbar.



Gestaltungsvorschläge ...



.. könnte das DMSAmt liefern in Form von Fotos restaurierter
Objekte des gleichen Bauaulters/des gleichen Bautypus´.

Wenn darüber hinaus vom DMSAmt keine Auflagen gemacht werden und Sie frei sind in der Gestaltung des Treppenhauses, würde ich farbig dezent gehaltene Oberflächen gegen eine -auch deutlich- andersfarbige Treppe setzen.

Die Oberflächenfarben können gut "Ton in Ton" gehalten werden, d.h. 2-3 leichte Farbschattierungen eines Grundtones, auch als Fries|Muster|Teilwandfläche etc., der gut zum Ton des Terrazzos passt: Gebrochenes Weiß, Champagner, Eierschale.

Die Treppe sollte deutlich dagegenhalten, aber nicht herausknallen, wenn´s nicht zum restlichen Gestaltungskonzept des Hauses passt. Ein "farbiges" Grau ist nicht verkehrt. Starke Akzente muss man handhaben können, sonst hat´s eher ganz schnell fatale Auswirkungen, die nach 2 Monaten keiner mehr sehen mag.

Am besten ist´s, mit den gewählten Farbtönen ein paar große Mustertafeln anzufertigen, vielleicht sogar mit Putz, diese unter den üblichen Lichtbedingungen in´s Treppenhaus zu hängen und wirken lassen. Solange ändern, bis es gefällt.

Viel Erfolg.



Vielleicht...



... als BWLer einfach mal einen ARBEITER fragen, wie es in seinem Arbeiterhäuschen mal aussah, als das Arbeiterhäuschen ihm noch gehörte.



Bj 1890 !



Da müsste man den Arbeiter wohl ausgraben um den zu befragen....

Grüße Martin





Dann werde ich das DMSAmt wohl nochmal ansprechen. Wir hatten bisher die Antwort, das wir Vorschläge unterbreiten sollten.

Die Idee mit dem Ton in Ton gefällt mir recht gut, danke für die Anregung. Wir hatten für den Eingangsbereich im EG ggf. an Lincrusta gedacht und ansonsten oberhalb der Treppenwangen an eine Ölfarbe mit einem andersfarbigen Abschluss. Rest in Weiß.

Die Idee mit dem Mustertafeln ist gut, ich habe nur das Problem, das wir bezüglich des Treppenfarbtons recht kurzfristig entscheiden müssen.



Sorry…



… für meinen unqualifizierten Beitrag, ich dachte, in Köln wüsste man das schon richtig einordnen und locker nehmen.

Viel Erfolg für Euer Projekt!

Grüße
Christian





"... als BWLer einfach mal einen ARBEITER fragen, wie es in seinem Arbeiterhäuschen mal aussah, als das Arbeiterhäuschen ihm noch gehörte."

Abgesehen davon, dass das einen ziemlich unnötigen und unqualifizierten Beitrag darstellt, dürfte es schwerlich möglich sein, den Erbauer (Spezerei mit Wohnung) oder die Nachfolger (Schuhmacher mit Wohnung) zu befragen!



Konnte noch fragen und auch sehen



In meinem Häuschen Baujahr 1910 gibt es eine sehr ähnliche Treppe. Die war ursprünglich ochensblutrot. An den Wänden konnte man nach Abziehen der 70er-Jahre-Blümchentapete noch gut einen Ölsockel in Olivgrün und darüber eine blaugraue Farbe erkennen. Also dezent war das im Original auch nicht.

Ich würde daher einfach ein Farbkonzept entwickeln, dass Euch gefällt und es dann dem DMSAmt vorschlagen. Ich persönlich finde, dass Treppen ruhig einen Akzent setzen können, wenn der Rest in ruhigen Tönen gehalten ist.

Grüße



Ölfarben ...



.. sind eine Oberflächenversiegelung. Sie lassen sich nicht mehr entfernen,außer, man schlägt den Putz ab oder streicht weiter in Ölfarben. Besser und sehr robust/abwaschbar sind Silikatfarben.



Die letzte Schicht.



Hallo ,
Die Denkmalschützer geben gerne die Parole raus: "Das Original ist das Vorbild".
Gibt es Befunde ?-- haben Sie die erste Schicht schon gefunden ?

Wenn Sie aber frei in der Gestaltung sind, würde ich diese NICHT mit der Denkmalschutzbehörde abstimmen.

Das geht die nix an! Über Geschmack lässt es sich gut und lange streiten.

Die letzte Schicht gehört Ihnen!!

viele Grüße





Christiane, habt ihr das auch so wiederhergestellt oder ganz anders gestaltet? Hast du vielleicht ein Bild davon? Olivegrün scheint ja hier in den Breiten recht gängig gewesen zu sein.

Befunde gibt es bezüglich des Treppenhauses leider nicht. Leider läßt sich die ursprüngliche Farbe der Wände nicht mehr rekonstruieren, da ist zu viel dran herum gefuscht (Zementputz darüber Gips, dann teilweise Lehm, nochmals Gips, über 60% mal komplett rausgeschlagen, …) worden. Im ehemaligen Ladenlokal war allerdings ebenfalls ein olivgrüner Anstrich, mit schwarzem Abschlussstreifen und einem Grau darüber. Die Treppenwangen ursprünglich wohl mal grau.





Im Ladenlokal sah es ursprünglich wie auf dem Bild aus, durchausmöglich, das Treppenhaus und Laden aufeinander abgestimmt waren, da der Zugang ursprünglich (bis in die 60er) durch das Treppenhaus erfolgte. Zumindest das Grau ähnelt dem der Treppenwange.

Finde die Kombi in dem fall allerding nicht unbedingt ansprechend. ;)



Treppenhaus



Ich würde den Vorschlag von Herrn Picknarz unterstützen. Ich finde den Kontrast von Holz zu weiß/creme etc. sehr reizvoll. Bei eher zurückhaltender Farbegestaltung dürfte das OK vom Denkmalschutz wahrscheinlicher sein, zudem ist auch die Chance größer, dass euch das in 5 Jahren immer noch gefällt. Ich würde auch gerade in tendenziell eher dunklen Flur/Treppen-Bereichen mit wenig Farbe oder Muster arbeiten.

Hier mal ein Haus was mit persönlich sehr gefällt, aber leider zu groß ist. :( Deren Treppenhaus wäre in etwa so die Richtung die ich meinte.
http://www.roeder-immobilien.de/immobilien/wohnimmobilien/270-292-elegantes-wohnen-am-rande-der-frankenberger-kernstadt

Bei meinem hoffentlich zukünftigen Haus gleichen Alters war die Treppe wohl auch ursprünglich hellgrau mit weißen Stäben. Was sich unter der Blümchentapete verbirgt weiß ich allerdings noch nicht.



Bin nicht ganz beim Original geblieben



Ich habe von der Originalgestaltung nur die Treppenstufen und den Handlauf beibehalten, die sind jetzt wieder mit dunkelroter Ölfarbe gestrichen. Holzsichtig wäre ohne Ersetzen der Stufen eh nicht möglich gewesen und mir gefiel die Farbe. Alles andere ist weiß, auch die Wände mit weißer Kalkfarbe gestrichen. In meinem relativ dunklen Treppenhaus gefällt mir das viele weiß (mag ich sonst eigentlich nicht) und der starke Kontrast zu rot.

Foto habe ich leider nicht, könnte ich aber nächste Woche schicken, wenn Du möchtest.

Gruß



Pompejanisch rot



Ich finde die rote Treppe sehr schön, diese herrliche handwerkliche Arbeit muss in den Mittelpunkt gerückt werden, deshalb

Mein Farbvorschlag: Pompejanisch rot, da eisenoxid-haltig eher ein braunstichiges Rot und deshalb wärmer als das blaustichige, fast Lila-rot (so wie ich es auf meinem Schleppi sehe), und die Trittstufen sollen ja natur-geölt werden.

Wenn euch das zu doll ist, kann man für Wangen, Unterbau und die gedrechselten Dinger auch ein abgetöntes Weiss nehmen und nur den Handlauf in Rot machen. Oder Wangen und Handlauf rot und die Drechseldinger und Unterbau in weiss.

Die Wände dann in warmen weiss-beige-braun Tönen, wie von Herrn Pickartz vorgeschlagen.

Zeitgenössisch wäre sicher für die Wände ein Grün, da im 19. Jhdt das Schweinfurter-Grün sehr beliebt war, zur Zeit der Erbauung des Hauses aber verboten wurde und viele versucht haben es zu imitieren, aber es wegen der erhältlichen Pigmente nicht so richtig hinbekommen haben. Folge war dann das eher olive schmutzig-grün, weil die Ersatz-Pigmente nicht so haltbar und lichtecht waren.

Grau fände ich eher schwierig im Flur, wirkt leicht zu kalt und zusammen mit dem Terrazzo...





Ich bring mal was grünstichiges für die Wände ins Spiel.
Ausführung des Wandanstrichs und der Schablonierung
von mir. Treppe in Eigenleistung durch den Hausherrn, Schlußlackierung erfolgte annähernd dem dunkelgrünen Schablonenfarbton. Kann mir die Treppe aber auch in Oxydrot, roter Farbton der Schablonierung, vorstellen.Weitere Bilder des Treppenhauses findest du irgendwo unter den Bildern in meinem Profil.



"Oliv ist so praktisch......



Oliv ist so schön.....bin ich in oliv, kann mich keiner mehr sehen..." (Mike Krüger)

Was ich in HHer Arbeiterhäusern gesehen hab, war ebenfalls grau, oliv, dunkelbraun bzw. Ochsenblutrot oder ein grünstichiges ocker. Halte ich aber eher für Renovierungsanstriche aus den 60/70ern.

Aber es gab eigentlich immer den Ölfarbensockel, damits nicht so schnell vermackt, manchmal auch in der Putzebene abgesetzt z.B. unten "wellig", oben glatt.

Farblich habt ihr ja zwei Vorgaben: Den Terazzo und die neuen Eichenstufen - damit sollte das natürlich harmonieren in Licht und Schatten.

Macht unbedingt eine Anstrichprobe von ca. 1qm, die Farbtonkarten haben zu wenig Aussagekraft, da sind wir zu Anfang ziemlich reingefallen.

Grüsse, Boris



Naja



"In meinem Häuschen Baujahr 1910 gibt es eine sehr ähnliche Treppe. Die war ursprünglich ochensblutrot. An den Wänden konnte man nach Abziehen der 70er-Jahre-Blümchentapete noch gut einen Ölsockel in Olivgrün und darüber eine blaugraue Farbe erkennen. Also dezent war das im Original auch nicht."

Ich würde fast vermuten, dass das olivgrün auch mal eher blaugrau war - Ölfarbe vergilbt ziemlich heftig, und blau+gelb=grün.

Ich muss ehrlich zugeben, dass mir das kräftige leicht bläuliche rot im ersten Bild durchaus gut gefällt, auch wenn es wohl nicht sonderlich historisch korrekt ist.



Vorschlag



Hallo,

ich hatte vor kurzem Sanierungsmaßnahmen in einem ähnlichen Flurbereich durchgeführt, leider aber keine Photos davon gemacht..

Dort wurden die Treppenstufen auf den usprüngliche Holzebene geschliffen und versiegelt, das Geländer in einem dezenten weiß gestrichen. Ich nehme an der Terrazzo besitzt eine graue Körnung, so würde ein weißer Anstrich mit Sicherheit dazu passen. Die Wände würde ich weiß lassen, wobei bei Farbgebungen der Denkmalschutz gerne mal ein Auge zudrückt ;-)

Gruß aus dem Saarland