Himmelfahrtsphilosophien

25.05.2004


Da sich bei Bier und Wein bekanntlich gut nachdenken lässt, kamen mir und ein paar Freunden des Fachwerkbaus die Idee:
das Ständewerk eines Fachwerkhauses anstelle mit Lehm in den Aussenwänden mit herkömmlicher Glasfaserdämmung (Rockwool) auszustopfen. Von Innen dann mit einer Lehmbauplatte und Lehmputz zu verkleiden. Die Außenseite der Wand mit einer hinterlüfteten Holzschalung + 6cm Styropordämmung.
Aufbau Außenseite: Ständewerk 17cm stark > 18mm Holzschalung > unbesandete Dachpappe > 6cm Styropor > Konderlattung > 3cm Luft > 21mm Sichtholzschalung
Aufbau Innenseite: Ständewerk mit Glasfaserdämmung > Lehmbauplatte > Lehmputz
Würden gern von anderen wissen, was sie von dieser rein theoretischen Überlegung für die Dämmung denken, und ist der Dämmwert besser als bei einer 24er Lehmwand und überhaupt machbar?

Hoffe ich habe Euch zum Nachdenken angeregt und freue mich auf Antworten!!

PS: Bitte nicht all zu ernst nehmen, ist nur ne Überlegung!



Bier und Wein ??



Das mit dem Nachdenken bei Bier und Wein funktioniert wohl doch nicht so ganz gut. An diesem Wandaufbau werdet Sie jedenfalls nicht lange Freude haben, denn die Dampfdiffusion kann so nicht funktionieren.
Ich mache ohne Bier und Wein einfach einen Gegenvorschlag (von innen nach außen):
- Gefache mit Lehmsteinen ausmauern und verputzen
- Wenn die Innenwände von innen nicht vollflächig verputzt werden - Baupapier z.B. ProClima vollflächig aufbringen und alle Anschlüsse verkleben (Luftdichtigkeit gem. EnEV)
- Fachwerk nach außen aufdicken und mit vergüteter Holzweichfaserplatte (z.B. Pavatex Isolair L) verschließen.
- Entstandener Hohlraum mit Zellulosedämmung 040 mindestens 10 cm dick ausblasen. (U-Wert ca. 0,30 W/(m²K), erf. 0,35 nach EnEV)
- Konterlattung, Lattung, Lärchenholzschalung

An Stelle der Zellulosedämmung ist auch eine entsprechend dicke Holzweichfaserplatte denkbar.
Ich bin gespannt auf andere Vorschläge.
Bei Materialien wie Mineralwolle oder Styropor in einem Holzhaus stellen sich mir jedenfalls die Nackenhaare hoch.



Muttertagsphilosophien



Zugegeben, ich fühle mich ein wenig herausgefordert ... als Frau:

Auch Frauen sollten am Muttertag mal Familie Familie sein lassen und einfach mal *abhängen* bei Sekt, Wein und Likör. Welche Gedanken könnten uns kommen, wenn uns "der Hafer sticht"??

Wie bekomme ich diese eklig juckenden Stellen der Glasfaserwolle aus den Teppichen ? Und dann diese Styroporreste, diese süssen kleinen Kügelchen, die auch noch zum Nachbarn rüberfliegen, der ein totaler Ökofreak ist, dem sich die Nachenhaare sträuben, wenn er mit diesem Material konfrontiert wird. Und dann diese Dachpappe, selbst unbesandet bleiben immer irgendwelche Reste übrig und das ist so schwer...

Und dabei könnten die Kinder und wir Frauen soooo schöööön mit Lehm manschen und Euch Männern beim Fachwerkbau helfen, aber es soll ja nur mit *billigen Baustoffen*, die es überall gibt, gebaut werden. Um Entsorgung der Reste, langlebige Baustoffe und gesundes Wohnen gehts ja eigentlich nicht. Vielleicht nur darum, wie man möglichst schnell etwas baut ??

... schade, dass nun der weinselige Muttertag vorbei ist...

P.S.: Selbstverständlich waren diese Zeilen auch nur zum nachdenken und Anregen gedacht und auch nicht wirklich sooooo ernst.



Wetterschtz ist das Wichtigste



Guten Tag,
ganz so abwegig ist der Gedanke von Herrn Shober ja nicht. Man würde ein ähnliche Konstruktion erstellen, wie ein moderner Holzrahmenbau. Funktionieren kann eine Ausfachung aus Mineralwolle jedoch nur, wenn eine fuktionstüchtige Wetterschutzbekleidung angebracht wird. Bei Sichtfachwerk säuft das Ganze über die Ausfachungen ab".

Innen muss eine luftdichte und dampfbremsende Shicht eingebaut werdn, wie zB. die vorgeschlagene feuchteadaptive Dampfbremspappe, ich halte mehr von feuchtadaptiven Kunststoffolien mit vergleichbaren Sd-werten aber (meiner meinung nach besserem Langzeitverhalten). Zum Rauminneren kann dan eine Installationsebene und Bekleidung angebracht werden, z.B. aus Lehmbauplatten. Auf der Gefachaußenseite kann entweder direkt, oder als Flächenausgleich beispielsweise auf einer Sparschalung eine wasserableitende und DIFFUSIONSOFFENE Uterdeckbahn angebracht werden. Dann eine Hinterlüftete Holzschalung (ruhig einige Milimeter dicker, als Sie angedacht haben). Auf die Bitumenbahn und das Styropor verzichten sie bitte, damit der wasserdamf hinaus kann. Zwichen fachwerkkonstruktion und Unterdeckbahn kan evtl. eine zusätzliche Dämmschicht aus diffusionsoffenem Dämmstoff angebracht werden.
Alle Angaben sind nur nur erste Gedankengänge zu mögliche konzepten. Im etail muss jder sanierungsaufbau technisch geprüft werden, deshalb kann ich für den Gedankengang natürlich nicht mit irgendeiner Planungshaftung einstehen. Der Gedankengang kann aber Ausgangskonzept für eine Planung durch einen in Bauphysik versierten Konstrukteur sein.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold
PS. Der Computer spinnt mal wieder, ich kann die Tippfehler nicht mehr berichtigen, sondern nur noch dazu schreiben.



Ich richte den Computer gleich mit dem Hammer ein



Noch mal ganz kurz,
ich heiße natürlich Ulrich und nicht Ullrich, aber das blöde Ding reagiert nicht.




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