Vorsatzfachwerk

01.08.2012



Hallo zusammen,

vielleicht kann mir jemand helfen. Ich habe mich entschlossen mein Haus mit einer Fachwerkvorsatzfassade zu verkleiden und zu dämmen. Ich habe den Vorsatz bereits fertig und wollte jetzt die Fächer ausfüttern und Verputzen (Putz 2mm Körnung). Ich möchte keine Putzplatten nehmen, sondern die Stüroporplatten ganz normal mit Gewebe armieren und verputzen. Zwischen Balken und Dämmung möchte ich 2-3mm Platz lassen und dann mit Quellband ausfüllen.Ich atte jetzt 3 Felder einmal zur Probe verputzt und für die 2-3mm Quellband hatte ich mir kleine Leisten fertig gemacht.Jetzt nur das Problem das beim entfernen der Leisten der Putz an den Kanten abplatzt. Nun zur Frage.
Ist es überhaupt nötig Platz zwischen Balken und Dämmung zu lassen oder reicht einfach ein Kellenschnitt aus? Oder hat jemand eine Lösung was ich tun könnte um den Platz für das Quellband zu erhalten. Denn ich habe Angst das das Wasser vom Holz hinter den Putz läuft und mir dann im Winter alles abplatzt.

Ich bin für jeden Tipp dankbar auch wenn es kein echtes Fachwerk ist. Hoffe jemand kann mir helfen.

Danke schon einmal im Voraus



Wie Dämmt man richtig



Hallo und einen wunderschönen guten Tag,

Also ich würde die Fächer mit einem Holzfaserdämmstoff dämmen die können auch Zeit gleich als Putzträger dienen.
Der Vorteil dieser Platten die haben:

1. den Vorteil das sie sich viel besser mit dem Holz vertragen, wegen der Eigenschaft das die Platten flüssiges Wasser viel besser aufnehmen und abgeben können. Somit besteht nicht die Gefahr das das Holz zwischen Dämmung und Balken schimmeln kann.
2. diese Platten schützen viel besser vor der Sommerlichen hitze
3. Wenn sie ein Holzhaus und Naturhaus Fan sind ist das auch ein natürlicher Dämmstoff der Biologisch abbaubar ist und die Entsorgung von den Resten kann man in den Kamin schmeißen.

Diese Platten würde ich dann wohl mit Dreiecksleisten innen sowie außen befestigen, diese leisten können auch nach dem verputzen dran bleiben... Sieht nicht unbedingt schlecht aus.

Mit freundlichen Grüßen
Sebi



WDVS ?!



Im Prinzip handelt es sich um ein durch Balken gegliedertes Wärmedämmverbundsystem (WDVS).

Diesbezüglich ist zu beachten, dass WDVS grundsätzlich / ausschließlich unter Einhaltung folgender Voraussetzungen verarbeitet werden dürfen:

1. Für das WDVS muss eine gültige bauaufsichtliche Zulassung, d. h. eine "Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung" (AbZ) oder eine "Europäische Technische Zulassung" (ETA) mit deutschem Anwendungsdokument vorliegen.

2. Alle das WDVS betreffenden Systemkomponenten müssen von einem Systemlieferanten stammen.

Das geltende Recht sieht z. B. vor, dass jedliche Gewährleistung gemäß VOB oder BGB erlischt, wenn einzelne Systemkomponenten unterschiedlicher Hersteller vermischt werden.
Auch bau- / zivil- und sogar strafrechtlich kann die Sache "nach hinten losgehen", wenn man nicht im System bleibt (z. B. wenn das WDVS abfällt oder in Flammen aufgeht).

Von daher kann ich nur den dringenden Rat geben:
Kreativität in allen Ehren, aber hier sollte ein WDVS von einem namenhaften Hersteller gewählt und streng nach Herstellervorschrift verarbeitet werden.

Aus der Erfahrung heraus halte ich es auch für unbedingt erforderlich, den Wandaufbau wärme- und dampfdiffusionsmäßig rechnen zu lassen, um bauphysikalisch auf der sicheren Seite zu sein.

Styropor würde ich persönlich in keinem Fall verwenden.
Ich tendiere eher entweder zu Holzfaserdämmplatten oder (ggf. aus Gründen des Brandschutzes) zu Kalziumsilikatplatten.

Ganz wichtig ist, dass die Dämmung an keiner Stelle hohl liegen darf, d. h. vollflächig auf der alten Wand aufliegen bzw. verklebt werden muss. - Holzfaserdämmplatten lassen sich recht gut in ein Lehmmörtelbett einschlämmen.
Ziel ist es, die Hinterströmung der Dämmschicht(en) zu verhindern. In diesem Sinne ist das oft praktizierte Punktklebeverfahren (gerade bei Styroporplatten) in meinen Augen schlichtweg eine Katastrophe.



WDVS



Ich ergänze noch:
Ihr von Fugen durchzogenes WDVS sollte nicht oder nur minimal Schlagregen ausgesetzt sein.
Und verabschieden sie sich von der Idee, diese Fugen wasserdicht zu bekommen. Das schafft keiner.

Viele Grüße



mit Interesse …



lesen und aus den beschriebenen Schadensbildern lernen, dass es nicht geht …

Nachzulesen bei dem "Klassiker"

Manfred Gerner
Schäden an Fachwerkfassaden
Gebundene Ausgabe: 183 Seiten
Verlag: Fraunhofer Irb Verlag (1998)
ISBN-10: 381674690X

FK





Eine eingehende Betrachtung Ihres Vohabens ist aus meiner Sicht nicht lohnenswert.
Aber warum wollen Sie sich mit so einer Konstruktion die Probleme ins Haus holen? Bauen Sie einfach und nicht solche Phantasiekonstruktionen!
Gutes Gelingen und nicht verzagen.
Bernd Kibies