Wärmeverbundsystem ???

18.04.2013 Uli85



Hallo,

Meine Frau und ich wollen uns gerne ein Haus kaufen . Das Haus ist aus 1921.
der Dachstuhl neu eingedeckt und gedämmt, Fenster 2 Jahre alt, und Heizung (Öl) von 2009.
zum guten Schluss fehlt jetzt noch das wärmeverbundsystem . Da wir jetzt aber den energieausweis gesehen haben und der liegt bei 100. kommt uns jetzt die frage , ob das wärmeverbundsystem überhaupt angebracht werden sollte oder ob das nur rausgeschmissenes Geld ist .

Vielleicht hat hier jemand ein paar Erfahrungen ?

Vielen dank schoneinmal

Gruß Uli



Haus von 1921 mit WDVS beschichten



Normaler Weise sind die Häuser aus dieser Zeit recht ordentlich gebaut worden.

Allerdings wurden jetzt schon ein paar Maßnahmen vollzogen, die u.U. das Mauerwerk langfristig schädigen könnten. Das lässt sich ein wenig erörtern, wenn wir exakte Daten von dem Wandaufbau, Art der Fenster, Art der Dämmung im Dach, Ausbildung der Geschoßdecken, erfahren könnten.

Zu einem Hauskauf würde ich mir grundsätzlich meinen Sachverständigen für Gebäudesanierung mitnehmen: Einen Architekten mit nachgewiesener Erfahrung in der Gebäudesanierung.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



WDVS ?



Ein paar mehr Angaben zum Haus wären sehr hilfreich, um die Frage zu beantworten.
SG



Dämmung?



Frank, ich verstehe das so dass noch KEIN WDVS oder eine andere Dämmung auf der Wand ist und Uli jetzt wissen will, ob eine Dämmung Sinn macht oder nicht.

Ansonsten stimme ich dir zu.



Zu einen ...



... sollten Sie vor dem Kauf mit einem altbauerfahrenen Ingenieur/Architekten eine Objektbegehung durchführen und alle "Modernisierungen" sehr kritisch überprüfen. Die wenigsten sind fachgerecht ausgeführt worden, ganz besonders nachträglich gedämmte Dachkonstruktionen, die vielleicht nicht hinterlüftet, aber mit einem ausgiebigen Gebrauch an Dampfbremsfolien "ertüchtigt" worden sind. Funktioniert nie, sieht aber erst mal gut aus.

Neue Fenster in ungedämmten Wänden können zu bauphysikalischen Problemen führen (Kondensation an kühlen Außenwänden). Der Energieausweis besagt relativ wenig, wenn er sich auf den Energieverbrauch nach Verbrauch bezieht. Da läßt sich vieles schönrechnen-viele Energieausweise sind auch Gefälligkeitsbescheinigungen.

Interessant sind die Berechnungen nach Bedarf, für die die Bauteilaufbauten mit den jeweiligen Wärmedurchgangswerten angesetzt werden. Ein WDVS wird sich -ausschließlich ökonomisch gerechnet- die nächsten 25 Jahre nicht amortisieren. Wichtiger ist aber der Vorteil, den sie physiologisch aus einer gutgedämmten Gebäudehülle beziehen und die Vermeidung von Kondensat und Schimmelbildung an Wärmebrücken. Kurz: es geht bevorzugt um die Wohngesundheit und auch den Gebäudeerhalt.

Allerdings würde ich strikt von einem handelüblichen WDVS auf organisch-synthetischer BAsis (EPS/XPS-Dämmungen) abraten: Die Phänomene Algenbefall, Spechtattacken, fungizide Beschichtungen, die ins Grundwasser ausgewaschen werden und die Frage, wohin denn die Kubikkilometer an WDVS-Material in 25 Jahren entsorgt werden sollen, sind mittlerweile hinreichend bekannt.

Sie sollten sich zu dieser Frage einer fähigen Architekten und Gebäudenergieberater leisten, der das Objekt in seiner Gesamtheit sieht und energetische Sanierungsmöglichkeiten unter diesen Aspekten durchspielen kann.



WDV ja/nein...



Der genannte Energiepass sorgt dafür, das das Gebäude mit Hilfe von Rechenregeln, deren Komplexität sich den meisten entzieht, auf seinen theoretischen Energiebedarf unter standardisierten Nuztzungsbdingungen analysiert und entsprechend eingestuft wird.
Diese Rechenregeln müssen nicht unbedingt in allen Details richtig sein. Jedem damit Befassten ist klar, daß darin keine garantierte Aussage über den tatsächlich zu erwartenden Verbrauch steckt, dieser wird wesentlich durch das Nutzerverhalten bestimmt.
Das ist ähnlich wie beim Normverbrauch eines PKW.

Eine jegliche Aussage allgemeiner Natur in Richtung lohnt/lohnt nicht oder schädigt das Haus/schädigt nicht wäre an dieser Stelle nicht seriös; niemand hier kennt das Haus...

Wenn ohnehin notwendige Fassadenarbeiten anstünden, sieht die Rechnung ganz anders aus, als wenn bsw. extra eingerüstet werden müsste, dies wird oft mit "Ohnehinkosten" bezeichnet, und dann können sich auch deutlich kürzere Amortisationszeiten als die genannten 25 Jahre ergeben... aber in der Tat auch durchaus noch längere...

Pauschale Beurteilung aus der Ferne ist nicht möglich...

MfG,
sh



WDVS ist noch nicht verbaut



@Tina

so habe ich es auch verstanden. Ich habe die Überschrift von meinem Beitrag noch mal leicht geändert, da es anscheinend missverständlich war.

Aber wichtig war mir: Nicht die WDVS jetzt als weitere Detaillösung angehen. Erst mal prüfen lassen, wie stark durch die "energetischen Maßnahmen" Ungleichgewichte entstanden sind.

Architekt Will Pickartz hat das ja schon klarer formuliert.

Schön wäre auch mal ein Foto von der Fassade. In der Regel werden Häuser aus dieser Zeit durch WDVS in ihrer Ansicht verschandelt.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Frage nach WDVS



Eine genauere Beschreibung des Hauses ist noch nicht gekommen.
Trotzdem hier noch ein paar Anmerkungen.
"…Energieausweis … liegt bei 100"
Wenn das der wirkliche Bedarf ist (in kWh/m2a), dann ist der Wert schon ganz ok.
Nehmen wir mal an, durch weitere Maßnahmen könnte er auf einen Spitzenwert von 50 kWh/m2a gesenkt werden, dann würde man im Jahr 4,00€/m2 Nutzfläche sparen. (Bei einem Ölpreis von 0,08€/kWh, das sind rd. 0,80€/l.)
Aber wir wissen nicht, was für ein Haus es ist und wie gut oder schlecht die bereits durchgeführten Maßnahmen sind. Vielleicht sind die ja auch nur ausgeführt worden, um einen höheren Preis zu erzielen.
Will Pickartz schrieb da schon einiges drüber.
Außerdem WDVS und Fachwerk passen nicht zusammen und bei einem anderen Haus mit dem Bj. 1921 würde es auch nicht passen.
Vielleicht mal über eine Innendämmung nachdenken.
Wenn die Fenster sehr gut sind, kann es Probleme mit einer nicht so gut gedämmten Wand geben.
Fazit: Vor dem Kauf einen sachkundigen Berater hinzuziehen.





Also das Dach wurde vorbereitet für ein wärmeverbundsystem 16cm.. Siehe im Bild .
Eine Prüfung , ob man die Zwischenwände aussprühen?? kann , wurde vorgenommen und drei Wände wurde aufgesprüht . Zum Garten hin , weil nur in den Wänden eine holschicht vorhanden war .
Da sollte man dann doch kein wärmeverbundsystem angebracht werden oder ? Oder muss man wenn das ganze Haus eindämmen ?

Was das Dach für eine Dämmung bekommen hat weis ich nicht . Auf jeden fall alles neu :)
Ein erfahrender Bauleiter aus unserer Stadt hat sich das Haus angeguckt und gesagt das alles ok ist .

Die Fenster sind aus Kunstoff.

An den Außenwände muss auf jeden fall was gemacht . Und wenn man die Außenwände nur verputzt spart man eine Menge Geld .

Gruß uli



Wärmedämmung



Wozu verputzen?
Das Haus hat eine schöne, zeitlose Fassade. WDVS davor ist unsinnig, außerdem müsste man das gerade sanierte Dach umbauen. Wenn dämmen dann in Form einer Innendämmung und dann auch nur nach sorgfältiger Abwägung aller Aspekte.
Der Sockel hat sicher mal eine Aufbesserung nötig, dem Hauseingang würde ich ein passendes Vordach spendieren.

Viele Grüße