Plastik-Wasserwaage beim Heizkaminbau vergessen

06.11.2005



Hallo,
ich freue mich sehr, dieses Forum entdeckt zu haben.
Wir haben uns dieses Jahr den langjährigen Wunsch erfüllt, einen Heizkamin in unserem Fachwerkhaus aufstellen zu lassen.
Er ist auch wirklich wunderschön geworden.
Die anfängliche Freude dann getrübt, weil eine Geruchsbelästigung nach verbranntem Plastik auftrat.
Nach Überprüfung durch den Ofenbauer wurde festgestellt, dass beim Aufbau eine Plastik-Wasserwaage vergessen wurde, die nun komplett geschmolzen und im Ofen und der Brennkammer heruntergelaufen war.
Der Ofenbauer hat mehrfach versucht die Reste zu entfernen, was aber nicht vollständig gelungen ist. Es ist immer noch eine Geruchsbelästigung da. Auch wurde eine Raumlustmessung durchgeführt, die 15fach zu hohe Werte gesundheitsschädlicher Gase ergeben hat.
die einzige Lösung die wir sehen, ist, dass der Ofenbauer nun in den sauren Apfel beissen muss, den Heizkamin abbauen und die mit Platik getränkten Teile auszutauschen.
Das verweigert der Handwerker.
Offenbar setzt er lieber seinen guten Ruf aufs Spiel, als für einen Fehler einzustehen.
Hat jemand einen Tip, an wen man sich in solch einem Fall wenden kann.
Wo bekommt man Sachverständige genannt?
Soll man sich an die Innung wenden?



Das ist ja bitter!



Sollte der Handwerker bei seiner unverständlichen Sturheit bleiben, würde ich die Handwerkskammer und auch den Schornsteinfeger einbeziehen.

Eine wirklich ärgerliche Geschichte.



Schornsteinfeger ist informiert



Vielen Dank für die schnelle Antwort!
Der Bezirksschornsteinfegermeister ist über den Vorgang informiert und auch schockiert.
Ihm ist auch die Kachelofenbau-Firma bekannt und er kann die Reaktion auch nicht nachvollziehen.
Er sieht auch im Ab- und Neuaufbau die einzige Möglichkeit den Schaden zu beheben.
Er nimmt regen Anteil am Fortgang der Geschichte und kam kürzlich unangemeldet vorbei, nur um sich nach dem Sachstand zu erkundigen.



Na ja, da die Schulfrage wohl recht eindeutig ist,



bleibt natürlich der (langwirige) Klageweg. Da der Handwerker vermutlich den Schaden über seine Betriebshaftpflichtversichung abdecken kann, könnte ein "freundlicher" Brief vom Rechtsanwalt durchaus Wunder bewirken. Interessant wäre durchaus die Frage nach einem Schmerzensgeld (kein Witz).

Hat denn der Schornsteinfeger den Ofen stillgelegt?



Ofen ist nicht stillgelegt



Offiziell ist der Ofen nicht stillgelegt, aber bei den gemessenen Raumluftwerten will man sich und den Kindern ein weiteres Befeuern natürlich nicht zumuten.
Das ganze wird wohl den Klageweg durchlaufen müssen.
Deshalb auch meine Frage nach einem unabhängigen Sachverständigen.
Ein Schmerzensgeld ist in Deutschland ja schwierig durchzusetzen. USA ist da für rigoroseres Vorgehen bekannt.
Man müsste wohl nachweisen, dass ein Gesundheitsschaden entstanden ist. Wenn man nach 20 Jahren Krebs bekommt, ist ein Zusammenhang nicht mehr nachweisbar und außerdem wohl auch alles verjährt.
Ich wäre ja schon zufrieden, wenn ich den schönen Ofen mit Freude genießen könnte. War ja schließlich nicht ganz billig.
Ich habe Fotos ins Nezt gestellt.
Schaut sie euch mal an.



Ein Prachtstück



Unser schöner Kachelofenohne Wasserwaage wäre das ein Traumofen. Wirklich ärgerlich. Die Schmerzensgeldfrage ist ja auch nur eine interessante Frage, wenn Sie verstehen was ich meine.
(Übrigens habe ich - das war auch die Inspiration - vor kurzem von einem Architekten gelesen, der Schmerzensgeld eingeklagt hat, weil die "verpfuschte" Fassade seines Hauses ihm beim Anblick "körperliche" Schmerzen bereitet. Leider finde ich den Artikel nicht wieder, suche aber nochmal. Das war echt zum Schießen.)



Danke für die Info



Danke Reinhold für die Info. Es ist eine sehr informative Internetseite.
Gruß
Rainer



Rainer Michael



Liebe Forum-Mitglieder und Interessierte,

da das Interesse an unserem Problem mit der vergessenenen und geschmolzenen Wasserwaage auf reges Interesse gestoßen ist, möchte ich nur kurz den gegenwärtigen Sachstand mitteilen.
Der Handwerker weigert sich immer noch weitere Maßnahmen zur Behebung des Problems durchzuführen.
Die Angelegenheit befindet sich mittlerweile im gerichtlichen Beweisverfahren.
Es war ein Sachverständiger im Kachelofenbau vor Ort, der nach Resten der Wasserwaage schauen sollte.
Alle offen sichtbaren Reste waren ja bereits entfernt.
Der geschmolzene Kunststoff ist aber offensichtlich in einer Doppelwandung aus Stahlblech heruntergelaufen und man kann Reste im Bereich der Schließe der Glastür sehen (siehe Foto). Der Sachverständige sagte, dass dort etwas sei, was er nicht kennt, ob es Reste einer Wasserwaage sei, könne er nicht beurteilen. Im Gutachten stand dann davon nichts, sondern nur, dass er keine Reste einer Wasserwaage gefunden hat. Trotzdem hat er aber Angaben zu den Kosten einer Sanierung gemacht. Für mich handelt es sich um ein Gefälligkeitsgutachten zwischen gut bekannten Handwerkern.
Ein weiteres Raumluftgutachten hat nun gerade stattgefunden.
Es wurde eine Geruchsbelästigung festgestellt. Die Ergebnisse der Messung liegen noch nicht vor.
Die Ehefrau des Ofenbauers war zugegen und sagte, dass das Erneuern des Heizeinsatzes das Untermehmen nicht verkraften könne.
Man weiß also offenbar, dass noch Reste da sind und scheut die Kosten. Die Gesundheit von Dritten spielt scheinbar nur eine untergeordnete Rolle.
Nun zieht sich die Angelegenheit schon über ein Jahr hin, in der wir unseren Ofen nicht nutzen konnten.
Es sieht so aus, dass wir nun auch die zweite Heizsaison in Folge auf die Nutzung unseres Ofens verzichten müssen.

Hoffentlich geht am Ende alles gut!!!

P.S.: Wenn jemand in Norddeutschland einen Kachelofen bauen lassen möchte, so kann er bei mir nachfragen, um welchen Kachelofenbauer es sich híer handelt.





Wüsste gern wer dein Kachelofenbauer war, kommt mir alles nach einer Art eines in Ofensetzerkreisen bekannten Pappenheimers vor. Könnte eventuell weitere Infos geben. Wird Zeit, das den schwarzen Schafen der Branche das Handwerk gelegt wird...
MfG
Detlef





Hallo Detlef,
vielen Dank für das Interesse.
Ich habe dir gerade eine Mail mit dem Namen des Kachelofenbauers geschickt.
Ich traue mich nicht, ihn hier öffentlich zu nennen, da ich nicht weiss, wie die rechtlichen Bedingungen dafür sind.

Wer noch Interesse an dem Namen hat, einfach Nachricht geben.

Gruß
Rainer