Wassertasche in (Dach-) Unterdeckbahn; Gefahr oder Schönheitsfehler?

11.08.2014 Michael



Hallo,
bei der Sanierung unseres denkmalgeschützten Hauses und Neueindeckung macht mir die Unterdeckbahn Kopfzerbrechen: die Unterdeckbahn bildet eine kleine Delle, in der sich das Wasser sammelt.
Das Problem wurde auch mit der Verblechung und beginnenden Eindeckung nicht behoben. Jetzt habe ich Bedenken, dass sich dort unter den Ziegeln Wasser sammelt (bei Regen und Wind) - ggf. gefriert und die Unterdeckbahn schädigt. Dann habe ich das Problem...
Ist das ein Grund für eine Mängelanzeige oder schlicht ein Schönheitsfehler?
Was sagen die Dachfachleute hier im Forum?
Unser Dachdecker versucht zu beruhigen: "das ist immer so...", das kann ich nicht glauben!
Die Gewährleistungszeit nach VOB wird es halten. Und dann?
Vielen Dank für Eure Antworten.



Unterspannbahn



Hallo
das soll keinesfalls so sein und würde ich auch nicht akzeptieren.Dei möglichen Gefahren hast du ja schon beschrieben.
Evt eindringendes Wasser auf der Unterspannbahn soll ungehindert nach außen abfließen können.
Die Frage wäre, was sich unter der Bahn befindet und was deinen Dachdecker bewogen haben könnte diese Ausführung zu wählen- es sieht aber so aus, also ob das Problem ohne enormen Aufwand korrigierbar wäre .
Gruß Andreas



Wie Andreas



schon sagt, ist die Ausführung mangelhaft.

Auch sehe ich bei den Konterlatten keine Nageldichtung, welche doch vorgeschrieben ist (ZVDH).

Bei der Kehle ist auch einiges im Argen.

Im Übrigen beträgt die Gewährleistungsfrist bei groben Fehlern in der Ausführung, die nicht den anerkannten Regeln der Technik entsprechen, 30 Jahre.

Also Abnahme verweigern!

Grüße
Gerhard



Wassersack in Unterspannbahn



Das sieht nicht gut aus!
Offensichtlich fehlen die Aufschieblinge.
Die unteren Stücke der Konterlatten sind angestückelt.
Ich sehe auch nur einen Nagel an den Kreuzungspunkten; da gehören zwei hin.
Warum sind die Abstände der Traglatten so klein? Womit wird gedeckt?
Also Mängel schriftlich anmelden!
Viel Erfolg.





Danke für die Antworten.

An Gerhard: eine Nageldichtung ist tatsächlich drunter. Die sieht man auf dem Bild nur nicht.

"Aufschieblinge" sind die Keile, mit denen man den Winkel im unteren Bereich korrigiert?
Es gibt ein schräg zugeschnittenes Brett, aber der Winkel stimmt nicht. Wie wir heute auch bemerkt haben, ist das Lüftungsgitter auch an der falschen Stelle - der Dachdecker hat offenbar das Dachdetail des Architekten nicht richtig gelesen.
Gedeckt wird mit Biberschwänzen, daher der kleine Abstand.
Ich frage mich jetzt, wie groß der Aufwand zum Korrigieren ist. Mittlerweile ist auch die Verblechung rundherum dran.



Wassertasche



Hallo
Dann würde ich aber sobald wie möglich z.B. den Architekten, der für die Planung zuständig war, kontaktieren und eine genaue Überprüfung der Arbeiten vornehmen. Alternativ einen anderen Sachverständigen für das Dachdeckerhandwerk.
Abreißen wenn's nicht fachgerecht ist- egal wie groß der Aufwand ist.
Wenn alles fertig ist und nach Jahren ein Schaden eintritt ist der Aufwand auf jeden Fall größer- auch wenn dein Dachdecker für verdeckte Mängel 30 Jahre haftet.
Bis zur genauen Überprüfung auf jeden Fall Arbeiten unterbrechen.



Aufschiebling



""Aufschieblinge" sind die Keile, mit denen man den Winkel im unteren Bereich korrigiert?"
Richtig.
Meine Empfehlung:
Trag- und Konterlatte im Traufbereich runter, Aufschieblinge (die gehören auf die Sparren) drauf, dann wieder latten und das Problem ist gelöst.
Das ist wenig Arbeit und schnell erledigt.
Zu einem späteren Zeitpunkt wird es immer aufwendiger.



Fehlerbehebungsvorschlag



Die erste Dachlatte und die angestückelte Konterlattung entfernen.
Eine zweite kleinere Traufenkeilbohle (oberhalb der Bohle mit den Rinneisen) in diesem Bereich unter die Unterdeckbahn auf die Sparren montieren, so das sich kein Wasser mehr stauen kann.
Darauf eine dünnere Konterlattung ( 3/5 Latte, leider wieder angestückelt ) aufbringen und dann die erste Dachlatte für das Biberkronengebinde.

Die erste Dachlatte müßte dünner sein, als die darauf folgenden, da auf ihr zwei Biberschwänze als Kronengebinde aufliegen.
Ist dies nicht der Fall, werden die nächste Reihen Biber aufsperren.

Weiterhin sollten Sie darauf achten, dass die Rinneneisen nicht ihre Unterdeckbahn beschädigen.Ihr zweites Bild lässt dies erahnen.

Bleibt die Dachlattung in der Kehle so? Oder wird hier noch eine Kehlschalung eingebaut?
Welche Sortierklasse haben die Dachlatten? Sind ganzschön große Äste drin.


Was soll mit dem Lüftungsgitter belüftet werden? Traufenlüftungskämme auf Traufblech/ Unterdeckbahn?


Mit Grüßen
Danilo