Wasserdichtigkeit der Verbindungen zwischen Fensterrahmen und Fachwerkbalken

01.10.2019 Bauherren



Hallo liebe Fachleute,

Situation:

Wir haben bei unserem Fachwerkhaus die Holzfenster (außenbündig) montieren lassen. Die Montage wurde mit einem Kompriband durchgeführt. Bei den Fenstern auf der Wetterseite sind die Verbindung zwischen den Fensterrahmen und Kompriband von Außen zusätzliche mit speziellem Klebeband abgesichert. Die Verbindung zwischen Fensterrahmen und den Balken ist durch ca. 7cm breite Leisten abgedeckt, die an die Balken angetackert werden.

Problem:

Bei der Wetterseite scheinen die Verbindungen weiterhin undicht zu sein und das Wasser zieht beim Schlagregen durch den Kompriband nach innen durch.
Wir haben ein Wassertest durchgeführt, wo wir das Wasser mit der Wasserflasche über die Leisten bzw. die Verbindungen drüber laufen lassen. Bei fast allen Fenster (auch andere Seiten) lässt sich erkennen, dass das Wasser durch den Kompriband nach innen durchdrängt.

Lösung:

Bei der Wetterseite wird zusätzlich eine Verschalung gebracht und an den Fensteröffnungen werden entsprechende Fensterba¨nke aus Zinklblech angelegt. Bei der anderen Fenster sollten die Außenleisten verschraubt werden, damit kein Abstand zwischen den Leisten und den Balken/Fensterrahmen entstehen wird. Ansonsten sind keine weiteren Maßnahmen vom Architekten bzw, der Zimmerei, die die Fenster einbaut vorgesehen. Falls eine Luftundichtigkeit erkennbar wird, wird sie durch Verstopfen o.ä. beseitigt.

Fragen:

Gibt es eine Norm, die Wasserdichtigkeit zwischen den Fensterrahmen und den Fensteröffnungen reguliert? Wir sehen die Anfälligkeit der Verbindungen auf Grund der Tests nicht abnahmefähig. Wie sehen Sie als Fachleute? Sind die Maßnahmen bzgl. Abdichtung ausreichend? Was ist der Stand der Technik bei der Abdichtung der Verbindungen zwischen Fensterrahmen und Fensteröffnungen?


Für jegliche Hinweise werden wir sehr dankbar.

Viele Grüße
Unsichere Bauherren



Kompriband



Für die Schlagregendichtheit ist eigentlich schon das Kompriband zuständig. Daher halte ich es auch für eher unwahrscheinlich, dass das Wasser durch das Kompriband gedrungen ist. Viel wahrscheinlicher ist, dass es einen Weg daran vorbei gefunden hat, weil das Band nicht überall sauber anliegt.

Ein Kompriband kann nur in einem gewissen Rahmen gut abdichten. Die meisten Bänder expandieren nur um etwa 100 %. Daher sind die Vorarbeiten auch sauber auszuführen. Unregelmäßigkeiten in der Holzoberfläche können sonst dazu führen, dass das Kompriband nicht richtig anliegt und dadurch seine Funktion verliert.

Stand der Technik ist die RAL-Montage (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/RAL-Montage). Sie beschreibt eine Abdichtung in drei Stufen: Außen eine schlagregendichte aber diffusionsoffene Abdichtung. Diese Aufgabe übernimmt in den meisten Fällen ein Kompriband. Der weitere Raum zwischen Rahmen und Mauerwerk wird wärmedämmend gefüllt. Von innen wird als dritte Schicht noch ein luftdichtes Band aufgebracht.

Viele Grüße
Tilman



Fenster schlagregendicht montieren



Es gibt unterschiedliche Qualitäten von Kompriband, zB auf 300 oder 600 pa geprüft.
Einwandfreie Funktion setzt natürlich voraus, dass es eine relativ glatte Anpreßfläche in der Laibung gibt.
Sind die Unterschiede zu groß ist’s nicht dicht.
Wenn das Kompriband so ausgewählt wird, dass es mit Rahmen im nicht expandierten Zustand gerade noch in die Öffnung geschoben werden kann sollte es bei entsprechender Auswahl in jedem Fall dicht sein.
Die Schlagregenbelastung mit Winddruck ist wesentlich höher als nur drüber geschüttetes Wasser..
Außen zusätzlich abkleben nur mit diffusionsoffen Fugenbändern.



Danke für die Antworten



Vielen Dank für die hilfreichen Antworten.

Es hat uns sehr geholfen und wir haben damit neue Erkenntnisse gewonnen.
Wir werden mit der Firma, die für die Montage verantwortlich ist, sprechen und melden uns mit dem Ergebnis.

Unsichere Bauherren