Wasser im Keller nach Regenfällen - Pumpensumpf/Pumpenschacht anlegen




Hallo Alle zusammen,

ein Jahr ist nach meinem letzten Thread vergangen
http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/risse-im-kellerboden-wasser-dringt-nach-starkem-langanhaltenden-regen-ein-251325.html

Nach einigen Arbeiten, die mehr Prio hatten, wollen wir uns jetzt dem o.g. Problem endlich aktiv zuwenden.

Sie Situation ist mitlerweile die, das nach beinahe jedem starken Regenfall für 2-3 Tage Wasser aus den Rissen in der Bodenplatte des Kellers fliest.

Da wir den genauen Aufbau der Bodenplatte an der tiefsten Stelle des Raumes noch nicht kannten, haben wir an dieser eine Kernbohrung mit 65mm Durchmesser durchgeführt.
Der Betonboden scheint aus 3 Schichten zu bestehen: die oberste ca. 15cm Estrich, danach eine grobe Betonschicht mit ca.15cm Dicke und die letzte mit ca.10cm Beton, mit einer Struktur wie die der oebersten Schicht.
Insgesammt ist die Bodenplatte ca. 40-42cm dick, was uns selbst überrascht hat, da die anderen Kellerräume einen ca. 30cm höheren Betonboden haben.
Darunter ist eine Lehmschicht.

Nach der Bohrung füllt sich das Loch nun immer bis kurz unter die Oberkannte mit Wasser. Bei längerem Regen oder starken Regenschauer läuft es aus diesem heraus.
Nach 4-5 Tagen ohne stärkeren/längeren Niederschlägen sakt das Wasser schlieslich komplett ab.

Zur Ausführung eines Pumpensumpfes stellen sich uns noch folgende Fragen:
1. Wie tief sollten wir ausheben (Betonboden ca 40-42 dick)?
2. Wie sollten die Seitenwände aufgebaut werden, betoniert
bis Boden, Betonringe einsezen?
3. Sollten die Schachtwände unterhalb der Bodenplatte
Wasserduchlässig sein, oder wird der Wassereintritt nur
durch den Boden "erlaubt"?
4. Wie sollte der Aufbau des Bodens aussehen, Kiesschicht
z.B. ?
5. Wie kann man das Ausspülen von Feinanteilen minimieren
oder verhindern?

Über eure fachlichen Hinweise und Tipps wäre ich sehr dankbar.

Danke und viele Grüße!





Die Schachtwände sollten nicht Wasserdurchlässig sein, nur das in den Keller eindringende Wasser soll aufgefangen werden. Das unter der Bodenplatte ist nicht interessant, da sich hier die Lehmschicht befindet. Die Lehmschicht wird man nicht trocken bekommen ...
Denkbar ist den Boden zu öffnen und ein Fertigelement (z.B. bei kraso.de => poly) einzubetonieren.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





@Christoph Kornmayer

Danke für Ihr Feedback. Sie beziehen sich auf den Poly-Druckschacht der in den unteren 20cm Seitenbereich "offen" ist?

Nur um es zu verdeutlichen, wir wollen nicht das das Wasser welches eindringt aufgesammelt wird (dafür gibt es schon einen funktionierenden Bodenabfluss), wir wollen das Wasser abfangen bevor es eindringt oder zumindest das eindringende Wasser weitestgehend minimieren.

Meine Idee bisher war bis 10cm unter Bodenplatte aufzugraben, die Seitenwände bis zum Boden zu betonieren (die unteren 10cm mit "groben" Beton) und den Boden mit einer 10cm Kiesschicht zu bedecken.

Alternativ spiele ich mit dem Gedanken ein DN400 oder DN500 KG Rohr als Schacht zu benutzen und die unteren 10cm zu "durchlöchern", außen 10cm Kies um das Rohr schütten, sowie im Rohr 10cm Kies aufschütten und dann außen bis OK Bodenplatte zu betonieren.

Vll. bin ich gedanklich auch auf dem Holzweg... ?



Tiefe



Tauchpumpen mit Schwimmerschalter brauchen erstaunlich viel Tiefe um zu funktionieren.

Alternative sind Pumpen mit einem elektronischen Sensor, z.B. von Gardena. Teurer und anfälliger, scheint sich bei uns aber bis jetzt wacker zu halten.



Nun es gibt Menschen die glauben, dass ..



..das Wasser durch eine Drainanlage abgeleitet wird. Es könnte jedoch auch hingeleitet werden.
Am sichersten ist jedoch Sie heben das Haus hoch um es von unten und anschließend seitlich abzudichten.



..



Guten Morgen,

na, das ganze Grundstück plus Umgebung wollen wir natürlich nicht entwässern.
Aktueller Stand: das Wasser steht immer noch ca. 10cm unter der OK Bodenplatte, also die unteren ca. 30cm der Bodenplatte im Wasser sind. Sauge ich dies aus der Bohrung ab, fliest Wasser unter der Bodenplatte aber auch seitlich aus der Bodenplatte nach.





vielleicht habe ich das noch nicht so ganz verstanden:

Soll dort jetzt ein Pumpenschacht vergraben werden, der seitlich/unten offen ist um das Wasser unter der Bodenplatte zu sammeln bevor es durch die Risse dringen kann?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



genau



Hallo Herr Kornmayer,

genau das ist die Intention.
Das Wasser abzuführen bevor es gegen die Bodenplatte drückt und durch die vielen Risse eindringen kann. Das passierte dieses Jahr schon vier mal.

Daher die Frage wie der Pumpensumpf für ein solches Unterfangen ausgelegt werden sollte: nur so tief wie die Bodenplatte dick ist oder etwas tiefer?
Wie sollte der Aufbau der Wände und des Bodens eines solchen Pumpensumpfes sein?

Das Problem betrifft nur diesen einen Kellerraum, da er auch der tiefste von allen Räumen ist. In den anderen Kellerräumen ist die Bodenplatte ca. 30cm höher.





Verstehe, die Idee ist nachvollziehbar, birgt aber die Gefahr, dass bei einer regelmäßigen, wenn auch kleinen Entnahme, kleinste Partikel ausgewaschen werden.

Dauerhaft erfolgt dann die Entwässerung ein wenig schneller ...

Im Vergleich zum umgebenden Boden ist der Boden um die Entnahmestelle etwas trockener und das Bestreben eines mehr oder weniger homogen anzunehmenden Gefüges unterhalb der Bodenplatte die gleiche Feuchte anzunehmen, führt zu immer weiterem Zufluss von Wasser in Richtung Entnahmestelle.
Das Gefüge im Untergrund kann sich verändern, weitere Rissbildungen sind denkbar. Drainage kann zu erheblichen Problemen führen.

Vielleicht muss man mal einen Schritt zurück gehen und sicher ergründen, woher das Wasser kommt.
- Wo ist das Haus in Frankfurt? Ich kann mal nach dem Grundwasserständen sehen.
- Sieht es bei den Nachbarn genauso aus?
- Steht das Gebäude frei oder angebaut?
- Welche Grundleitungen wurden erneuert? (Innen und außen?)
- Gibt es weiter bestehende Grundleitungen und wurden diese inspiziert?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



..



Hallo Herr Kornmayer,

danke das Sie sich die Mühe machen etwas tiefer auf mein Problem einzugehen, ich versuche mal Alle Ihre Fragen aufzugreifen und zu beantworten:

1. Den genauen Standort schicke ich Ihnen via Email.

2. Auf dem Nachbargrundstück wurde vor etwa 10 Jahren gebaut, das Gebäude hat eine weiße Wanne. Bei einigen Nachbarn mit älteren Gebäuden rückt regelmäßig nach längerem Starkregen die Feuerwehr zum auspumpen an.

3. Das Gebäude steht "frei", an einer Seite grenzt die Hauptstraße, an der anderen eine Seitenstraße an das Gebäude.

4. Es wurde alle Grundleitungen auf dem Grundstück und im Gebäude erneuert, Fallrohre sind OK, Abwasserleitungen bis zur Grundleitung sind OK. Ansonsten gibt es keine weiteren Grund -/ Abwasserleitungen. Die Punktentwässerung im Hof wurde auch erneuert und leistet gute Dienste.

Viele Grüße!





So, habe mal nachgesehen. Der Ortsteil liegt zu hoch im Vergleich zum Umland und ist im hydrologischen Kartenwerk bezgl. Grundwasserhöhengleichen nicht geführt.
Ausgehend davon, dass alle Ihre Grundleitungen dicht sind, gibt es neben dem 50m entfernten Sulzbach noch das Sossenheimer Unterfeld, das mit seinen zahlreichen Entwässerungsgräben die im Laufgraben münden einen gewissen Verdachtsmoment aufweisen. Das ganze Gebiet war bis Ende des 19. Jhd. eine sumpfige Nidda-Aue, die bis an Sossenheim heran reichte.
Es ist gut möglich, dass Sie von schwankenden Wasserständen betroffen sind, wenn nach längerem Regen das Wasser im südwestlich liegenden Unterfeld nicht schnell genug abtransportiert werden kann.

Ich kenne die Situation dort ein wenig, da ich mal an einer Veranstaltung bzgl. des Umbaus des Sossenheimer Wehrs teilgenommen habe. Damals gab es Anwohnerbedenken hinsichtlich einer Veränderung des Grundwasserpegels. Am Wehr zeigt das Pegelmonitoring 92,5-93 m ü. NN, Ihr Ortsteil liegt im Schnitt auf 96 ü. NN. Wenn ich nun meinen Keller 3 Meter runter schachte erklärt das, weshalb Ihr Nachbar im WU-Beton steckt.

Die verschiedenen Betonlagen in Ihrem Keller könnten darauf hindeuten, dass Vorbesitzer aufgrund ähnlicher Probleme immer mal wieder aufbetoniert haben.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Hallo Herr Kornmayer,

Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.

Was würde unter den von Ihnen angeführten Umständen
überhaupt für Maßnahmen in Frage kommen die bezahlbar wären?

Da früher die Grundleitung, die in diesem Kellerraum verläuft, "kaputt" war (Muffe und Spitze 2-3cm von einander entfernt), konnte das Wasser natürlich über diesen Weg einfach abfließen ohne in den Keller einzudringen. Wir hatten dann nur die "Springflut" im Keller wenn es zum Rückstau kam und das Wasser aus der Grundleitung über den Betonboden in den Raum drückte.





.. da kann ich jetzt leider nicht den Kübel der Erbaulichkeit ausschütten.

Möglichkeiten wären:
- wenn der Wasserstand sinkt das Loch schließen (und die Augen ebenso)
- zwei der drei vorhandenen Schichten entfernen und in besserer Betonqualität bewehrt wieder herstellen
- eine neue Betonschicht darüber gießen
- ........

Es ist schwierig einen Rat zu geben ohne Objekt und Umfeld wirklich zu kennen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer