(Wasser?) Flecken auf frischem Lehmputz trotz Mauerwerksabdichtung

10.07.2020 herr_hook

(Wasser?) Flecken auf frischem Lehmputz trotz Mauerwerksabdichtung

Liebes Forum,
wir haben vor geraumer Zeit im Rahmen einer Kernsanierung unseres Fachwerkhauses auch einer Mauerwerksabdichtung (Kiesol C) vorgenommen.

Eine Wand (24er Vollziegel) wurde von alten Putzschichten, Bitumenanstrichen etc befreit, die versalzenen Fugen zum Teil ausgekratzt und schadhafte Stellen wurden neu vermörtelt.

Von außen ist die Ziegelwand (Wetterseite) mit einer Lärchen-Vorhangfassade (mit Zellulose ausgeblasen) versehen worden und anschließend wurde innen mit Lehm verputzt. Einige Stellen wollen anscheinend nicht richtig trocknen oder zeigen sich in einem dunkleren Farbton (durch Salz ausgelöster Stofftransport oder Kondensat?).

Auf dem Bild kann man deutlich sehen, dass diese Stellen die Ziegel darunter abbilden. Auch sieht man, dass im Bereich eines nachträglich (vor ca. 70 Jahren) ausgemauerten Fensters keine Verfärbungen oder Feuchte Stellen zu sehen sind.

Ich habe hier im Forum noch keine passende Lösung für diese Problem gefunden, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass das Problem auf die Salzbelastung des Mauerwerks zurückgeht.

Wer hatte schon ein ähnliches Problem und kann mir einen Rat geben, was hier zu tun ist?

In dem Raum soll ein Kinderzimmer eingerichtet werden.

Vielen Dank vorab!

Mit besten Grüßen aus Gehrden-Lenthe bei Hannover!



Mauerwerksabdichtung



was heißt " vor geraumer Zeit" in konkreten Wochen? Wenn Ihr eine Mauerwerksabdichtung als Ausbildung einer horizontaler Sperre vorgenommen habt, gehe ich davon aus, das dies nach einer kompetenten Schadensanalyse erfolgt ist, d.h. die Ziegel hatten deutlich mehr als die Ausgleichfeuchte.



Warum direkt die Kompetenz absprechen?



Ich möchte das Forum hier bemühen, um wertvollen Input von Menschen zu bekommen, die ein derartiges Problem bereits hatten. Zudem fehlt mir sicher die Sachkenntnis in diesem Bereich. Da ich das nun seit 1,5 Jahren kernsaniere, musste ich bereits in zahlreiche Themenfelder einlesen und habe da sicherlich noch einige Wissenslücken.

Kurz zur Info. Das Haus wird zum Effizienzhaus Baudenkmal saniert. Ein KfW Sachverständiger ist hier also auch involviert, zur Zeit ist dieser jedoch abwesend (Kur).

Die Mauerfeuchte wurde fortlaufend gemessen (Hygromette ausgeliehen von einem Verwandten, der in der Versicherungsbranche arbeitet). Das Ziegelmauerwerk wurde jedoch nicht auf die Salzbelastung hin untersucht.

Wir haben uns für Kiesol C entschieden (Abdichtung im Februar 2020), da der Durchfeuchtungsgrad hier für eine erfolgreiche Sanierung nicht ausschlaggebend sein soll. Bekannte von uns haben eine ähnliche Sanierung an Ihrem Fachwerkhaus bereits erfolgreich durchgeführt.

Wenn ich davon ausgehe, dass die horizontale Sperre durch Kiesol C nun gegeben ist, sollte die Feuchte (das Haus wird ja seit 2 Jahren nicht beheizt) jetzt im Sommer vielleicht von außen hieingetragen werden oder nicht?

Gibt es also jemand, der ein ähnliches Problem bereits hatte und erfolgreich gelöst hat?

Recht herzlichen Dank vorab für eure Bemühungen!



Ja habe ich



aber eben mit dem Ergebnis, dass die Horizontalsperre ( ich habe auch kiesol genommen) wirkungslos war, weil eine nicht unerhebliche Salzbelastung des Mauerwerkes vorhanden war. Dein Schadensbild zeigt doch deutlich, dass die Steine das Problem sind. Im Übrigen dauert eine Abtrocknung von feuchtem Mauerwerk nicht nur 3 Monate sondern u.U. Jahre.



Sommerkondensation



könnte bei der Witterung ( warm und feucht) eine gewisse Rolle spielen, vor allem wenn Feuchte wegen Salzbelastung vorliegt. Eine Möglichkeit wäre die Fenster mal geschlossen zu halten und einen Bautrockner aufzustellen.



Und wie könnte es weitergehen?



Ich denke auch, dass die Steine (vor allem nicht alle, sondern nur einzelnen Partien) und vor allem deren Salzgehalt hier das Problem sind. Laut Vorbesitzer und weiteren Ortskundigen war der betroffene Raum zumindest im 20.Jahrhundert gar kein Nutztierstall.

Wie sollte ich jetzt also vorgehen? Momentan möchte ich noch abwarten und die Sanierung weitestgehend abschließen, um dann über eine längere Phase ausgiebig zu trocknen (der Sommer wird sicherlich noch tendenziell eher kühl aber feucht bleiben, zudem wird noch der Heizestrich im Raum eingebracht).

Falls die Salze punktuell zur Kondensation von Wasser führen, dann muss ich entweder die Steine tauschen (unwahrscheinlich bis unmöglich) oder die betroffenen Stellen von der Raumluft absperren, was ich mir auch schwierig vorstellen kann und auch nicht mit der Idee vom Lehmputz in Einklang zu bringen ist?

Wie also vorgehen?

Verzweifelte Grüße



Geduld in der Altbausanierung



ist eine wichtige Tugend. Schließe erstmal die Arbeiten ab, wenn da nochmals Feuchte durch den Heizestrich eingetragen wird, kann danach alles durchtrocknen. In der Regel sind die Fugen am meisten versalzt ( kommt auf die Weichheit der Ziegel drauf an)und die hast Du ja ausgekratzt. Das schlimmste was passieren kann ist, dass der Lehmputz als eine Art Entsalzungskompresse und damit als Opferputz dient und nach einiger Zeit erneuert werden muss. Dann müssen die Kinder in 3-4 Jahren eben mal 3 Wochen ins Ferienlager fahren. Im Übrigen können Salze nicht nur durch Fäkalien ins Mauerwerk eingetragen werden, sondern bereits im Baustoff selbst vorhanden sein. Es gab mal einen Beitrag hier im Forum, da hatten Bauherren mit dem versalzten Sand im Mörtel auf den spanischen Inseln zu kämpfen.




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