Waschmaschine auf wackelndem Dielenboden

27.03.2011


Hallo Forum,

ich habe eine Waschmaschine in meiner Küche, die auf Dielenboden steht. Leider kann sie anschlussseitig nur in einer Ecke stehen.

Das Problem dieser WaMa-Ecke ist folgendes: Die Dielen sind quer über Balken verlegt und liegen dazwischen frei. Die Dielen sind durch Abschliffe schon recht dünn, so dass sich zwischen den Auflagebalken die Dielung durchbiegt (0,5-1 cm).

Meine WaMa steht leider mit beiden Vorderfüßen genau auf den schwingenden Dielenbrettern und folglich bringt ein genaues Ausrichten mit Wasserwaage ebensowenig was, wie Moosgummi oder dergleichen.

Mein bisheriger Versuch, mit einer massiven MDF-Platte die Vibration und Krafteinwirkung zu verteilen, war nicht von Erfolg gekrönt: Der Dielenboden ist nicht nur weiche wie Butter, sondern in der Ecke auch noch völlig uneben. Die MDF-Platte liegt also nicht Plan auf, sondern muss punktuell um bis zu 1 cm unterfüttert werden, damit sie nicht kippelt.

Meine Überlegungen gehen nun in eine andere Richtung: Ich möchte ein Podest bauen, bei dem die Stempelfüße direkt auf den Trägerbalken stehen sollen. Dadurch kann ich die Unebenheiten der Dielen umgehen und die Vibrationen werden nur punktuell auf den Boden übertragen. Auf die Füße kommt eine dicke 4 cm MDF-Platte. Darauf dann die WaMa.

Gibt es bei dieser Überlegung etwas grundlegendes zu beachten oder könnt ihr mit hilfreichen Tipps die Konstruktion verfeinern helfen?

Beste Grüße
Johannes



Waschmaschine



1. Nehmen Sie eine wirklich steife Platte. Im Einzelfall verstärken Sie durch Aufdoppeln.
2. Lagern Sie die Platte nicht auf den weichen Dielen, sondern nur da wo die Lagerhölzer unterliegen. Verwenden Sie dazu am besten passend geschnittene Bretter
3. Befestigen Sie die Platte samt Höhenausgleich.
4. Legen Sie eine Entkopplungsmatte aus Gummi o.ä. unter die Maschine.

Viele Grüße



Waschmaschine auf wackelndem Dielenboden



Vielen Dank, Herr Böttcher, für Ihre Infos. Im Grunde habe ich an genau so eine Konstruktion gedacht.

Zwei Fragen habe ich aber noch dazu:

1. Reicht eine 38er/40er MDF-Platte von der Steifigkeit her aus? Oder sollte ich auf ein anderes Material zurückgreifen?

2.Die Lagerung auf dem Boden wollte ich durch Millimeter genau zugeschnittene Stempelfüße realisieren, die auf die Trägerbalken gestellt werden. Sie schreiben aber von Brettern, die unter die Platte sollen. Spricht etwas gegen die Stempelfuß-Idee?

3. Was meinen Sie mit Befestigung samt Höhenausgleich? Das Podest möchte ich ungern auf dem Boden verschrauben, sondern nur drauf stellen. Allerdings könnte ich das Podest mit der Wand verschrauben. Wäre das eine Lösung?

Vielen Dank,
Johannes



Waschmaschine



Am besten Sie schneiden die Bretter keilförmig (Federn), so haben Sie eine linienförmige Auflagerung und keine kippligen Türmchen.
Ob die Platte steif genug ist müssen Sie nicht mich fragen sondern sich selber. Auch die Größe der Platte müssen Sie festlegen.
Übrigens ist ein erhöhtes Podest gar nicht so schlecht, wenn man die Maschine mal über den Schlauch vollständig entleeren muß.
Podest samt Federn sind fest mit dem Untergrund, also den Lagerhölzern zu verschrauben.


Viele Grüße



Waschmaschine



Vielen Dank für die Infos.

Wenn ich das richtig verstehe, ist die sinnvollste Lösung, den Boden durch Bretter zu nivellieren, die längs mit den Trägerbalken verlaufen, und dann alles mit der Platte zu verschrauben.

Ich verstehe aber nicht ganz, wie dies praktisch gemacht werden kann (Unebenheiten des Bodens). Was genau ist unter keilförmigem Zuschnitt der Bretter zu verstehen, damit diese auf den unebenen Dielen aufliegen und gleichzeitig den Höhenunterschied ausgleichen?

Können Sie mir das noch kurz erklären? Auf jeden Fall herzlichen Dank für die bisherigen Infos.

Johannes



... Platte oder Rahmen



Hallo Johannes,

wie geschrieben, ist das Problem für die wackelnde Maschine die ungenügende Biegesteifigkeit der verbliebenen Dielung. Somit ist die Schlussfolgerung die Last der Maschine über entsprechende Auflager direkt in die Balken einzuleiten erstmal grundlegend richtig! Da Balkendecken aber in der Regel sehr "elastisch" sind, also immer mehr oder weniger stark schwingen, wird eine fehlende Befestigung Ihres Podestes dazu führen, daß dieses angeregt durch die Schwingungen der Waschmaschine alsbald wieder verrutschen und damit wackeln würde.

Zur Vereinfachung für die Aufstellung Ihres Podestes auf dem unebenen Dielenboden schlage ich Ihnen jedoch Höhen-verstellbare Füße vor, die man in jedem gut sortierten Baumarkt erhalten kann. Anstatt einer einfachen MDF-Platte würde ich einen massiven Rahmen aus min. 50er Hölzern verwenden, da weniger Feuchteanfällig. Die Rahmenmaße dabei auf die Maße der Aufstellfüße der Waschmaschine abstimmen und entsprechend passend etwa 1, 2 cm tiefe Senkungen (Forstnerbohrer ) vorsehen, in die dann die Füße der Maschine hinein gestellt werden können. Damit kann die Maschine dann auch nicht mehr vom Podest rutschen!

Insbesondere wenn Sie "Untermieter" haben, sollten Sie zwichen Waschmaschine und Podest eine elastische Entkopplung vorsehen. Diese wird auch dazu beitragen die Schwingungsübertragung auf die Wand zu mildern, der Sie durch eine Befestigung des Podestes mit dieser ausgesetzt sein werden.

Gruß aus Berlin,
Stephan



Moin Johannes,



Plan B wären noch (1/2)Beton-Gehwegplatten, mit Weichfaserplatten nivelliert/entkoppelt. Kosten neu nicht die Welt...und sollten das Gröbste durch schiere Masse etwas beruhigen.

Gruss, Boris





Hallo zusammen,

besten Dank für Ihre Hinweise. Sie sind für mich sehr hilfreich.

Die Idee mit der Steinplatte für die "Masse" hatte ich auch schon. Allerdings besteht die Schwierigkeit, die Steinplatte direkt über die Trägerbalken zu bekommen. Die WaMa steht nämlich mit den Füßen nur über den Zwischenfächern, wo sich die Dielen durchbiegen. Ein Trägerbalken läuft genau mittig unter der WaMa lang, links und rechts kommt der nächste Balken nach etwa 85 cm. Demnach müsste die Steinplatte etwa 1,80 m lang sein, um die Last sauber auf die Balken zu verteilen. Gleiches gilt für den Rahmen aus Kanthölzern.

Da ist die Variante mit einer 1,80m langen und 4 cm hohen MDF-Platte m. E. praktikabler. Diese würde ich über allen drei Trägerbalken ausnivelliert aufbringen und darauf die WaMa, den Herd etc. stellen.

Nun stehe ich vor der Frage, wie die MDF-Platte am besten ausnivelliert und mit den Balken verschraubt werden kann. Zur Diskussion stehen die von Herrn Böttcher empfohlenen Federbretter, aber hier weiß ich noch nicht so recht, wie diese zugesägt aussehen sollen. Dann gibt es da Stephan's Idee mit den höhenverstellbaren Füßen, die ein wenig in Richtung meiner Stempelfüße geht. Und schließlich hat Boris die Idee mit den Weichfaserplatten eingebracht.

Was empfehlen Sie mir? Stephan's Vorschlag finde ich im Grunde am einfachsten, sofern die Füße mit dem Boden verschraubt werden können. Oder spricht etwas dagegen? Die Lastverteilung auf die Balken wäre dann nur punktuell und nicht mehr -- wie von Herrn Böttcher angeraten -- linienförmig. Die Weichfaserplatten sind wahrscheinlich sehr gut für das Ausnivellieren, aber was Feuchtigkeitsresistenz angeht, wohl weniger geeignet, oder?

Beste Grüße,
Johannes



...



... Wenn ein Balken genau unter der WaMa verläuft, läßt es sich nicht vermeiden, die angedachte Unterkonstruktion nach rechts und links überstehen zu lassen, so daß sie auf den Nachbarbalken aufsetzt. Eine 4-fach punktförmige Einleitung der Last der WaMa sollte dabei kein Problem darstellen, sofern Sie nicht bereits jetzt Bedenken haben müssen, daß die Decke unter Ihnen zusammenbricht.

Somit macht es evl. sogar wirklich Sinn die gesammte Einbauzeile (die es scheinbar werden soll) einheitlich mit einem Unterbau zu versehen ( dann mit x-Verstellfüßen ). Ohne genauere Kenntnis der Gegebenheiten und Wünsche läßt sich das so aber schlecht sagen. Eine Rahmenkonstruktion wäre dabei in meinen Augen immer noch am leichtesten zu händeln und am Ende sicher auch preiswerter.

Weichholzfaser macht letztendlich nur Sinn, wenn die Last über eine entsprechend große Fläche eingeleitet wird. Feuchtigkeit würde ich erstmal unkritischer sehen als bei MDF (quillt stark) solange gegeben ist, daß die wieder wegtrocknen kann. Im Küchenbereich würd ich trotzdem drauf versichten!

Gruß aus Berlin,
Stephan



Moin Johannes,



dein Dilemma ist ja, dass die Balken einerseits die Stabilität bringen, andererseits den Körperschall übertragen.

Die Idee über 3 Balken was zu bauen, erscheint mir aus der Ferne auch nicht sonderlich Sinnvoll, im ungünstigsten Fall bastelst du mit viel Fleiss einen zusätzlichen Resonanzkörper, der durch die Verschraubung den Schall noch besser überträgt.

Damit die WaMa möglichst vibrationsfrei arbeitet, muss sie akkurat per Wasserwaage ausgerichtet sein, das erhöht auch die Lebensdauer der Gummilager ganz gewaltig.

Ältere Maschinen hatten dann einen Betonklotz eingebaut, was z.B. die guten Miele-Modelle zum Alptraum aller Möbelpacker gemacht hat. Andererseits wurden die Schwingungen dadurch bereits in der Maschine beruhigt.

Wenn die Wama mittig auf dem Balken steht - perfekt, da isses schonmal am "ruhigsten". Statt der Weichfaser, wäre eine Gummigranulatplatte wahrscheinlich besser und ein Paar passende Hartfaserstreifen als Höhenausgleich. Evtl. brauchts 2 Lagen Gehwegplatten, bis genügend Masse da ist, damit die Gummimatte den Rest schlucken kann.

Nachts waschen wird allerdings immer ein Traum bleiben....

Viel Erfolg, Boris



Guten Morgen und besten Dank...



...

Boris, der Lärm ist bei mir nachrangig. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Unter-, Ober- und Nebenmietern und gewaschen wird auch durchweg tagsüber. Mit einer Gummigranulatplatte habe ich es schon versucht. Sie liegt auf einer 4 cm MDF-Platte. Die MDF wiederum liegt auf der Dielung. Ich musste jedoch die Platte mit Resten einer Schrankwand die MDF unterfüttern, damit sie aufliegt. Gebracht hat es wenig, da die Dielung da drunter sich zu stark durchbiegt. Deine Idee mit doppelter Gehwegplatte lasse ich mir aber noch einmal durch den Kopf gehen, denn das könnte tatsächlich etwas bringen.

Ihre Idee eines Rahmens, Stephan, finde ich zunehmend besser als meine MDF-Variante. Nicht nur aus Gründen des Quellschutzes, sondern auch der Konstruktion. Eine Einbauzeile wird's aber nicht werden. Auf dem Podest stehen lediglich die WaMa und der Herd. Der Rest des Rahmens/der Platte läuft dann unter die Spüle. Das ganze ist eine Eck-Konstruktion. Entlang der einen Wand ist die Spüle, dann geht's um die Ecke und über die WaMa weiter Richtung Herd. Es steht alles dicht an dicht, aber anders geht's leider nicht.

Ach ja, die WaMa ist natürlich akkurat mit Wasserwaage ausgerichtet worden, der Lagersatz ist relativ neu und die Stoßdämpfer wurden erst kürzlich ausgetauscht. Daran dürften die Vibrationen nicht liegen.

Besten Dank
Johannes