Was tun wenn der Putz weich und bröselig ist?

11.05.2021 Solo

Was tun wenn der Putz weich und bröselig ist?

Hallo zusammen,
beim begutachten des Innen-Putzes einer Aussenwand, welche einmal Teil eines Bads wird, fiel mir auf, dass der Putz (vermutlich sehr magerer Kalk- oder Gipsputz) nicht mehr tragfähig ist. Der aktuelle Aufbau des Putzes aufs Fachwerk besteht aus Schilfmatten, einer ca. 2cm dicken Schicht mit gröberem Sand, einer ca. 2mm dünnen Schicht eines feinen Gips- bzw. Kalkputzes. Diesem Aufbau folgten dann zu Dämmzwecken als in den 70ern das Öl knapp wurde Kleber und 40mm Styro-GK-Platten. (Auf Foto bereits entfernt)
Da die Wand nun von aussen mit Holzfaser gedämmt wird kann das Thema Innen-Dämmung vernachlässigt werden. Im gleichen Raum habe ich die Decke wegen des schlechten Zustands des Putzes und fehlenden dampfbremsenden Eigenschaften bereits abgetragen. Hier besteht der neue Aufbau im wesentlichen aus Farmacellplatten, Lattung für elektrische Leitungen, OSB-Platten an die Deckenbalken geschraubt.
Um den Inneren Wandaufbau möglichst dicht zu gestalten fehlen mir gerade etwas die Ideen. Wediplatten auf den schlechten Putz zu Kleben scheint mir etwas gewagt. Oder gibt es dazu doch Mittel und Wege? Die Vorbauwand hat wie Karl-Heinz schon erwähnte den Vorteil einen Raum für die Wasserzuleitungen zu bieten. Beplanken würde ich eine solche Vorsatzwand mit OSB-Platten und Farmacell um einen Übergang der dampfbremsenden Ebene zwischen Decke und Wand zu schaffen. Die dabei entstehenden Hohlräume würde ich wie von Pope empfohlen mit Holzfaserdämmung füllen. An besagter Wand sind als Leitungen nur die Zuleitungen der Dusche vorgesehen, Abwasser wird unter die Lagerbalken gelegt. Wie würde eure Planung der Wand aussehen? Hat es eventuell einen Vorteil das Fachwerk freizulegen?



Der Verputz geht nicht einfach nur so kaputt



Wenn ich den Text lese wird mir gerade schlecht,,,
Alles durcheinander und ohne Konzept.
Holen Sie sich doch einen erfahrenen Planer aus der Altbausanierung dazu und sparen dadurch Geld.
Siehe auch: https://www.dhbv.de/FirmenDB/



Der Putz ist eben wie er ist,



und das sicherlich auch weil 1956 nicht genügend Kalk auf besagter Baustelle war als geputzt wurde. Die Tatsache, dass der Draht der die Schilfmatten zusammen hält sich mittlerweile vom Balken gelöst hat spricht ebenso Bände! Das Aufbringen des Styropors durch meine Vorfahren hat dem Putz sicher auch noch einmal zugesetzt sowie das rabiate Entfernen der Innendämmung ais besagten Materialien. Wenn ihnen bei meiner Frage etwas nicht klar sein sollte, ist es ihnen jederzeit gestattet nachzufragen. Mit Stellungnahmen, wie "mir wird schlecht" kann ich leider genauso wenig anfangen wie mit Suchfeldern die ins leere führen.
Ein Beispiel für vorbildliche und motivierte Forenarbeit: Das Konzept des neuen Deckenaufbaus ist beispielsweise in Abstimmung mit einem Forenmitglied entstanden. Auch zum Fussbodenaufbau bekam ich hier bisher wertvolle Anregungen vermittelt. Wie eingangs beschrieben bleibt das Verstecken von zwei Zuleitungen für eine Aufputz-Duscharmatur, weitere Informationen zu dem Vorhaben befinden sich im Eingangsbeitrag. Und keine Sorge es werden stets Rohre verlegt, elektrische Leitungen angeschlossen von Handwerkern, die wissen was sie tun. Nur die Planung im Altbau ist, wie die meisten Forenteilnehmer wissen was die Sache ein wenig verkompliziert! Es wäre also toll wenn sich brauchbare Beiträge zu besagtem Thema finden würden...gerne bin ich behilflich, falls noch weitere Details nötig sind!



Weich und bröselig



das sind natürlich relative Begriffe und aus der Ferne nicht zu beurteilen. Wenn Du aber den Eindruck hast, dass der Putz nicht mehr tragfähig ist und dieser Eindruck z.B. durch abgelöste Putzträger verstärkt wird, würde ich lose Stellen beseitigen und neu aufbauen. Vllt. gibt die Suche unter der Lupe oben rechts noch was her, da habe ich jetzt nicht geschaut. Ich meine gelesen zu haben, dass ein Anstrich mit Kalkmilch verfestigend wirkt.



Re: Weich und bröselig


Re: Weich und bröselig

"Ich meine gelesen zu haben, dass ein Anstrich mit Kalkmilch verfestigend wirkt."
Aber nur oberflächig.
Kalkmilch zieht wie jeder andere Tiefengrund und ähnliche "Verfestiger" nur mehr oder weniger tief in den Untergrund (Putz) ein. I. d. R. aber nie mehr als ein paar wenige Millimeter.
Wird eine Putzscheibe nur noch von den Nägeln, Klammern, Tackernadeln des Putzträgers am Untergrund gehalten, hilft auch keine oberflächliche Verfestigung mehr.
Zitat: "Die Tatsache, dass der Draht der die Schilfmatten zusammen hält sich mittlerweile vom Balken gelöst hat spricht ebenso Bände!"
Wenn die losen Stellen zu viele und/oder zu groß sind, hilft nur noch ein stellenweises Ausbessern von Grund auf, oder ein komplettes Erneuern des gesamten Putzes an der betroffenen Wand.

Gerade beim Verputzen von Fachwerkgefachen wird immer wieder der Fehler gemacht, dass die Lehmausfachungen mit Kalkmilch oder einer Kalkschlämme "grundiert" werden.
Das sollte man nur machen wenn die Ausfachungen nur zwei, drei mm dick mit Kalkschlämme/-putz zu gezogen werden.
Fatal kann es werden, wenn die Kalkmilch schon Tage vorher gestrichen wird, zwischenzeitlich abbindet, dabei evtl. sogar noch eine Sinterschicht bildet und darauf der Putz dann 1 - 2 cm dick aufgezogen wird.
Diese "Grundierung" bildet dann sogar eine Trennschicht, von der die Putzscheibe sich löst.
Auf dem Bild kann man deutlich sehen, an wie wenig Stellen der Putz am Untergrund haftete, bevor die Putzscheibe runter fiel (die braunen, lehmsichtigen Flecken).



Da hätte ja wiedermal so einiges Schief gehen können,



deßhalb besten Dank für eure kundgetane Expertise. Nach dem Vorschlag von Pope und der Stellungnahme von Karl-Heinz ist mir bewusst, dass es in meinem speziellen Fall auch mit Mitteln die sich über viele Jahrzehnte hinweg bewährt haben nicht möglich sein wird, einen in die Jahre gekommenen Putz zu retten geschweige darauf Fliesen aufzubringen. Daher werde ich um mir das Entfernen des gesamten alten Putzes zu ersparen, eine von der Fachwerkwand entkoppelte Vorwandkonstruktion bauen. Diese wird zwischen den Trockenestrichelementen des Bodens und den OSB- Platten der Decke gestellt. Nach dem Befestigen der Dusch- Zuleitungen und Anschlüsse zwischen den senkrechten Profilen werden die Zwischenräume mit geklemmter Holzfaser ausgefüllt. Dann so der Plan, wird als dampfbremsendes Material OSB auf die Profile geschraubt um mit der Decke im System zu bleiben. Dann noch den Übergang der OSB-Platten der Decke mit denen der Wand luftdicht abkleben. Im nächsten Schritt hätte ich die Farmacellplatten/Aquapanels auf die OSB-Platten geschraubt. Vor dem Fliesen noch die Fläche wo Spritzwasser zu erwarten ist, die Löcher für die Zuleitungen der Duscharmatur mit Manschetten und Flüssigabdichtmasse abgedichten, und zusätzlich mit der Abdichtmasse eine Art Wanne ringsrum an den Wänden der Dusche ausbilden. Das wäre die erste Dichtebene, die zweite wird, wie von Karl-Heinz angeraten über die Fliesen bzw. deren Silikonfugen hergestellt.