Was tun bei feuten Wänden?

23.03.2014 Andreas



Hallo Communityfreunde,

Vor kurzem habe ich mir ein Häuschen mit Baujahr 1920 gekauft.
Leider haben wir im Zuge der ersten Renovierungsarbeiten eine böse Überraschung gehabt.
Die eine Außenwand ist bis in den Wohnbereich feucht.
Der Keller/ Sockel ist aus ca. 50 cm dicken Bruchsteinen und die Wände im Wohnbereich aus ca. 40 cm dicken Ziegelsteinwänden. Eine Drainage gibt es nicht.
Ich hatte bereits jemanden vor Ort der solche Schäden behebt. Er sprach davon, dass es sich um aufsteigende Feuchte handelt und er empfiehlt mir eine Horizontalsperre einbauen zu lassen.
Da ich darüber schon viel gelesen habe, würde ich gerne hierzu mal Eure Meinung hören.

Anbei schon mal die Außenwand, weitere Bilder folgen...

Ich hoffe auf viele Antworten und schon mal vielen Dank.



Bilder dazu



Hier ist ein Bild vom Keller



Was tun bei feuten Wänden?



Hier ist ein Bild von der Küche



Was tun bei feuten Wänden?



Das ist im Wohnzimmer.
Es handelt sich hierbei nur um eine Außenwand.



Steht das Haus am Hang oder ist der Sockel rings herum so hoch



Der Sockel ist rings herum gleich hoch...
Der Sockel ist rot gestrichen...
Das Bild ist, warum leider etwas unscharf.
Hier ist mal noch ein von der anderen Seite.



Steht das Haus am Hang oder ist der Sockel rings herum so hoch



Ja, das Gelänse ist ansteigend. So das der Sockel hinterm Haus fast Bodengleich ist.
Hierzu dieses Bild...



...Rückwand des Hauses...



Diese Wand ist zwar auch feucht, aber nur im Kellerbereich und die macht mir im Wohnbereich keine Probleme.
Die Wand die mir Probleme macht ist die rechte Außenwand (Die Wand mit der Satellitenschüssel)



feuchter Keller



http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/mediapool/88/885822/data/Wann_ist_eine_Wand_nass.pdf

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/mediapool/88/885822/data/Gab_es_frueher_trockene_Keller.pdf



Danke



Herr Böttcher, vielen Dank für die Infos!



Damit es auch hier steht :-)



Der Mann der von dieser Sanierungsfirma bei mir war, war ca. 2 Std. vor Ort und hat sich Alles von Unten nach Obern und von Innen nach Außen angeschaut. Allerdings auch mit so nem tollen Piepergerät mit vielen roten Lämpchen.
Nachdem was ich schon alles gelesen habe ist das für mich auch nicht unbedingt das A und O und ich prüfe erst noch andere Möglichkeiten bevor ich so viel Geld für etwas bezahle und ich nicht weis ob es das auf Dauer bringt.

Als Erstmaßnahmen habe ich beschlossen,
erst mal im Wohnbereich den feuchten Schlackeputz entfernt. Das habe ich vor einer Woche gemacht, und die Wand sieht ’’logischer Weise’’ jetzt schon viel besser aus. Zeitgleich habe ich innen im Keller angefangen den Schlack-/Zementeputz von der Bruchsteinmauer runter zu holen.

Da ich leider etwas unter Zeitdruck stehe und den Wohnbereich irgendwie in den nächsten 6 Wochen einzugsfertig machen muss, werde ich in der nächsten Woche das betroffende Mauer zweilagig mit einem Sanierputz wieder verputzen. Diese Wände werde ich dann im Nachhinein auch nur mit einem Sanieroberputz abschließen und einer extra Farbe bestreichen. Also keine Tapete und so…

Ich denke auch, dass ich mir in nächster Zeit einen neutralen Gutachter ins Haus holen werde.

Ich wünsche Euch einen schönen sonnigen Sonntag.

VG
Andreas



Sanierputz



Sanierputz ist recht teuer.
Sinnvoll ist er nur einzusetzen, wenn eine Mauer
a) vom äußeren Feuchtenachschub abgetrennt wurde,
b) der Anfall von Luftfeuchte aus der Nutzung durch Lüftungsmaßnahmen und Heizung begrenzt wird,
c) noch ein bestimmter Gehalt an bauschädlichen Salzen in der Wand vorhanden ist und
d) sich infolge Abdichtung und Raumklima ein neuer, niedrigerer Feuchtegehalt der Wand (Gleichgewichtsfeuchte) einstellen wird.
Sanierputz ist hydrophob eingestellt!
Wenn man die oberen Bedingungen nicht einhält ist es möglich das nach dem Einbau die Wandoberfläche bei Ihnen feuchter ist als vorher, sie kann dann richtig nass werden.



Okay...



...aber was mache ich jetzt am Sinnvollsten?

Lasse ich eine Horizontalsperre einbauen und evtl. nach 5 Jahren (wenn die Garantie verfällt) habe ich wieder dasselbe Problem?

Wenn wir den Sockel von innen vom Putz befreien und wenn wir evtl. außen eine Drainage legen, Könnte man damit vielleicht das Problem schon in den Griff bekommen?
Bzw. mindern?



aufsteigende Feuchtigkeit



Wenns die Wand zum Hang gewesen wäre, vielleicht noch die Gebäudeecke, hätte ich den Prognosen aus der Ferne betrachtet noch zugestimmt. Alle die keine Ahnung haben benutzen den Schadensmechanismus "Aufsteigende Feuchtigkeit".
Schau nach:
Zustand des erdberührten Mauerwerks von Außen.
Wasserführung am Gebäude.
Zementputz hast du ja schon teilweise abgeschlagen.
Farben innen und Außen.
etc.
Du musst erstmal erkennen was die Belastungen auslöst. Jemand der mit Messgeräten durch dein Haus stolziert und Feuchtigkeit prognostiziert denkt nicht sehr weit.

Sanierputz ist Kaschierputz, damit erreichts du im Innenbereich nichts. Dafür wurde der auch nicht entwickelt. Das ist schon ein toller Selbstläufer. Hört sich ja auch gut an..."Sanierputz"...also wenn ich was zu sanieren habe benutzt man Sanierputz...heißt ja auch so!

PS: Das Erscheinungsbild von 1920 hat dein Häuschen ja wohl nicht mehr. Da würde ich schon mal genau schauen was da so Innen und Außen so drangeklatscht wurde.



Feuchte Wände



Hallo Andreas,

kann es sein, wenn es regnet, dass an der rechten Seite, von oben betrachtet, die Dachrinne überläuft?

Auf Deinem Foto (hangseitig) kommt es mir vor, dass die Rinne leicht nach rechts hängt.

Wenn das so wäre, dann weiß man woher die feuchte Wand kommt.

Bitte mal bei starkem Regen oder mit Gartenschlauch überprüfen.

Viele Grüße



Was tun bei feuchten Wänden?



Mhhh, auf dem bild sieht das wirklich so aus....
Ich werde mir das heute Nachmittag mal life anschauen



Vorab - wie hoch steht denn das Wasser im Keller?



Denn wenn kein Wasser eindringt ist es hauptsächlich Tauwasser!
Da hilft doch keine Horizontalsperre und auch kein Sanierputz. Um hier eine sinnvolle Instandsetzung zu erreichen schauen Sie mal nach dem Ibausystem auf meiner Homepage.



Feuchte Wand , was nun?



nachdem was ich hier gesehen und gelesen habe, kann es durchaus sein, dass das Fallrohr defekt ist. Diese Ursache zu beseitigen würde die feucht reduzieren aber nicht ganz beseitigen. Bei dem Schadens Bild im inneren des Kellers gehe ich von einer defekten oder nicht vorhandenen vertikalen Abdichtung am Gebäude aus. Ob und inwieweit eine Horizontalsperre vorhanden ist und ob diese, wenn vorhanden funktionstüchtig ist sollte untersucht werden.
Sanierungsvorschlag:
Bauteilöffnung / Suchschachtung im Bereich des Fallrohres. Dabei kann geklärt werden welche Abdichtung vorhanden oder nichtvorhanden ist. Aus diesem Ergebnis leiten sich dann alle weiteren Maßnahmen ab um eine entsprechend trockene Wand zu erreichen.
Im schlimmsten Fall wären dies Freilegen der betreffenden Wandseite, vertikale Abdichtung gemäß WTA erstellen, Horizontalsperre untersuchen ggf. ergänzen.

MfG

J. Zinke





Ich nehme an es ist im Wesentlichen die im Hang liegende Gebäudeecke betroffen und das Schadensbild nimmt zur Straße etwas ab?

Die Fallrohre liegen – soweit ich das erkenne auf der anderen Seite. Bitte klären Sie ob tatsächlich Regenwasser aus der Dachrinne in diesen Bereich gelangt. Da man mit einem Gartenschlauch kein Starkregenereignis erzeugen kann, ist es denkbar kurzfristig zu Testzwecken den Einlaufstutzen zu blockieren und nach dem Erreichen des Füllstandes festzustellen wo das Wasser als erstes überläuft. Von der Terrasse aus ist das gut zu machen.

- Möglicherweise handelt es aber auch nur Oberflächenwasser von Garten oder Terrasse, das in diesen Bereich abläuft, oder ein Gulli an der Terrasse .... Müsste man gesehen haben.
- Wohin entwässert die Terrassenüberdachung? Ist die angeschlossen oder versickert das?
- Steht bei einem Regen im nicht überdachten Bereich hinter der Terrasse Wasser am Haus?
- Gibt es vielleicht im betroffenen Bereich Risse oder Putzbeschädigungen am Übergang zwischen Fassadenputz und Sockel?
- Ich nehme an der Horizontalsperrenmann mit dem Piepding schlug Injektagen vor? Es gibt zwar Einsatzbereiche für Injektagen, doch in solchen Fällen würde ich erst einmal versuchen die Ursache zu beseitigen, statt von innen oder außen am Symptom zu herumzudoktern. Die Reparatur alter Fehler kostet oft mehr als die Anschaffung neuer.

Letztlich muss dann der sperrende Zementputz runter und die Wand abtrocknen. Hierzu das Ganze etwas aufgraben und fachgerecht abdichten. Innen sollte ein einfacher Kalkputz (P1) ausreichen. Außen keine Drainage erfinden. Lesen Sie noch mal den Beitrag von Herrn Böttcher.
Ohne es gesehen zu haben bleibt es aber bei Vermutungen, die halbe Wahrheit ist leider nichts wert.

Gruß aus Wiesbaden
Christoph Kornmayer



und wie soll von unten abgedichtet werden?



Es bildet sich doch ein See unter dem Haus oder glaubt jemand, dass das Wasser nur seitlich eindringt?



@ Herr Bromm und der "See"



für den Fall, das Schichtenwasser anliegt und dieses am Gebäude aufstaut, so ist in jedem Fall eine Drainung zu Planen und fachgerecht einzubauen. Somit wir das Wasser um das Gebäude geleitet. Wenn z.B. Grundwasser anliegen würde, so wäre dies bei einem Wasserstand von ca. 30 cm unter den Sperrebenen vöällig unintersesant, sofern alle Abdichtungen funktionieren.
Hier ist der Einbau einer Drainung besonders einfach, da das Grundstück Hanglage besitzt und nach den Fotos auf dem Nullpunkt endet. Eine Innenabdichtung mit dem I-Bau System wird hier nicht Funktionieren (nicht zu 100%)

MfG
J. Zinke



nun für den Fall, dass das Wasser nicht schnell genug abläuft...



und sich somit staut - hilft möglicherweise auch eine Drainanlage. Diese muss auch entsprechend eingebaut werden und was wichtiger wäre auch ständig gewartet werden.
Ich kenne jedenfalls genügend Objekte wo dies ein Problem war.
Glaubt jemand, dass das Wasser immer abgeleitet wird?
kann es auch sein, dass durch eine Drainanlage mehr Schaden als Nutzen entsteht ?
Ich bin jedenfalls kein Freund einer nachträglich eingebauten Drainanlage.
Schade, dass meine eingestellten Bilder hier (zu diesem Thema) verschwunden sind - sonst hätte man sehen können was dabei passiert.
Wenn sich Wasser anstaut und um das Haus geleitet wird dann dringt es auch ein. Kein Altbau ist unten abgedichtet.