Was ist das? - Schlacke?

30.01.2021 Anrede Hummel

Was ist das? - Schlacke?

Hallo und guten Morgen!
Wir haben vor anderthalb Jahren ein schönes Haus in Lübeck gekauft. Angeblich ist es von
1770.
Wir wohnen jetzt auch schon seit anderthalb Jahren in dem Haus und wollten jetzt die beiden Zimmer im Dachboden sanieren. Als wir die Dielen hochgenommen haben, kam so ein Pulverzeug zum Vorschein (siehe Bilder). Mein Mann glaubt, dass es nur Sand und Schutt ist, aber ich habe fürchterliche Angst, dass es giftige Schlacke sein könnte. Was sagt ihr dazu? Viele Grüße und danke, Birte



Was ist das? - Schlacke?


Was ist das? - Schlacke?

Ich habe es nicht geschafft, die weiteren Bilder gleichzeitig mit hochzuladen. Deswegen folgende folgen hier noch ein oder zwei. Je nachdem, wie ich das hinbekomme.



Was ist das? - Schlacke?


Was ist das? - Schlacke?

Hier kommt das letzte Bild.



Schlacke in Lübeck



ich vermute, dass es keine Schlacke ist. Einerseits ist die Konsistenz tatsächlich zu feinpulvrig, Schlacken sind eher Brocken. Zum anderen ist Schlacke ja ein Abprodukt von Verhüttung und die dürfte bei Euch kaum angesiedelt gewesen sein. Schlacke per se ist zudem nicht giftig, je nach Verhüttungsprodukt etwa könnte sie radioaktiv sein, aber dies eher in Gegenden wo Pechblende/ Uranerz gefördert und verarbeitet wurde, in meiner Gegend hier, also Erzgebirge, Ostthüringen.



Danke!



Vielen Dank für die Antwort! Hier in Lübeck gab es tatsächlich ein Hochofen. In Lübeck Herrenwyk.
Ich habe ein einfach schreckliche Angst, dass es Schlacke ist und dass da PAK drin ist, weil Staub auch über die Heizung dann doch ins Kinderzimmer gelangt ist.
Ich habe mir jetzt einen H-Sauger besorgt und sauge alles ab, zudem wische ich zwei bis dreimal feucht.



Moin,



naja ungiftig ist HOS und SWS nicht unbedingt, da kann schon so Einiges enthalten sein.
Aber meist nicht so viel, dass es über die Grenzwerte reicht und die PAK's sind dort auch eher weniger.
Wenn Sie aber so eine Angst davor haben, sollten Sie statt einem H-Sauger und 2-3 mal feucht wischen lieber einen Laboraufschluss veranlassen, dann haben Sie Gewissheit und können weitere Maßnahmen einleiten.
Auf den Fotos ist Nichts außer dem Konglomerat aus dem was die letzten Jahre durch die Dielung gerieselt ist zu erkennen.
Gruß
Olaf Bernhardt



Nochmal danke!



Vielen Dank Herr Bernhardt! Sie sehen also auch keine Schlacke?
Kann Schlacke auch wie schwarzes Pulver/feine Asche aussehen? Das war nämlich an einer Stelle. Aber nur an der Mauer zum Nachbarhaus .
Was wären den weitere Maßnahmen außer wischen und saugen ? Eigentlich haben wir uns jetzt überlegt , das Zeug unter den Dielen zu belassen , beziehungsweise neue OSB Platten statt der alten Dielen zu Verlegen . Dann wirbelt man halt nix auf . Gruß , Birte



Stoffbelastungen



wenn Ihr solche Bedenken vor Schadstoffen habt und gesund bauen wollt, wäre aber OSB-Platte auch nicht meine erste Wahl.



Bevor



Sie hier mit Umbaumaßnahmen beginnen nehmen Sie die paar Tacken für den Laboraufschluß in die Hand, googlen Sie anschl. nach den Grenzwerten und entscheiden dann.
Alternativ nehmen Sie sich einen Baubiologen und lassen ihn die Probe nehmen, Aufschluß etc. das kostet halt mehr.
Es wäre ungewöhnlich Hüttensand in der Decke zu verwenden, wenn dort normaler Sand tonnenweise rumliegt, dann noch anno 1770 da war es mit der Verhüttung noch nicht so sehr weit........
Normalerweise ist Schlacke recht grobkörnig,



Kann



Man das nicht auch einfach gleich durch einen Saugbagger absaugen lassen?



Warum



Wenn sie meinen das was sie heute aus dem Baumarkt bekommen ist besser. Falls in diesem Schutt nach 300 Jahren noch Ausdünstungen sind, werden diese wahrscheinlich höchsten von Kleinnagern kommen. Ich würde den alten Füllungen mehr trauen als das was in den letzen 50 Jahren so als Schüttung verwendet wurde.

Bei ihnen ist bestimmt ein Teil der Füllung auch Asche wie es aussieht. Dennoch würde das was damals verbrannt wurde in der Regel heute ein Biosiegel erhalten können. Ich mache mir bei mir höchsten Gedanken ob in den 70er Jahren Xylamon in der damals verkauften Form eingesetzt wurde. Holzschutzmittel sind eine viel größere Gefahr als alles was als Gewicht in den Einschub gekommen ist.

Wenn kein größeres Chemiewerk in der Nähe war ... Aber dann wäre auch die Umgebung zu testen.



Lassen sie das Zeug im Labor untersuchen



dann sind sie informiert und können gezielt evt. Deckenfüllungen austauschen, bevor sie anfangen gutes Geld zur Beruhigung diffuser Ängste rauszuschmeißen. Auf Verdacht die Füllungen abzusaugen ist purer Blödsinn, vor allem brauchen sie ein Alternativmaterial was dann hineinkommt. Verschlimmbessert ist so eine Decke sehr schnell...
Spannend ist es oft den "Dreck" zu durchstöbern, wir haben so einiges im Haus von 1670 gefunden: Kleintierleichen, Tierknochen, Pfeifenspitzen, Kinderschuhe, Kanonenkugeln, Holzschaufel, Perlen, Münzen, Pillenschachteln usw.
Daraus ließ sich prima die Historie weiterer Umbauten ableiten.
So ein altes Haus ist niemals steril und staubfrei, wenn sie es schaffen mit möglichst wenig moderen Spanplatten- und Plastemobiliar auszukommen hält sich auch weitere Schadstoffbelastung in Grenzen.



Wir



haben jetzt übrigens alle Dielen abgenommen und das Zeug einfach entsorgt. Nachdem auch mehrere Leute mal drauf geguckt haben, haben wir jetzt für uns befunden, dass es wirklich nur Dreck war also Staub, Sand, Bauschutt etc. Dafür, dass es keine richtige Dämmung war und damit auch keine Schlacke sein konnte, ist, daß wir in dem Zeug Unmengen an alten Flaschen, Besteck, Zeitungen etc gefunden haben. Das sah also nicht danach aus, als hätte das jemand planvoll als Schüttung angelegt. Außerdem war das ganze Zeug teilweise nur 1 bis 2 cm den Boden bedeckend.

Ich möchte mich noch einmal für die Antworten bedanken!