Was ist das für eine Ausfachung?

16.05.2021 solocan

Was ist das für eine Ausfachung?

Wir sanieren gerade ein Fachwerkhaus Bj. 1909. Ich muss einige Stellen neu ausfachen, da die Fenster vergrößert wurden. Was schätzt ihr, was für eine Ausfachung das ist?

Die (weißen) Ziegel sehen für mich aus wie ein poriges grobkörniges Kalkerzeugnis. Mörtel dazwischen ehe wie Lehm. Da diese Ausfachung die Balken bisher recht gut konserviert hat, würde ich nun wieder ähnlich zum originalen ausmauern.

Was ist das genau für eine Ausfachung und was empfehlt ihr mir als Ersatz aus heute erhältlichen Baustoffen?

Vielen Dank und beste Grüße aus dem deutschen Süden.



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Bims, sogenannte Schwemmsteine (Kalk + Bimskies).



Re: Was ist das für eine Ausfachung?



"Was ist das genau für eine Ausfachung und was empfehlt ihr mir als Ersatz aus heute erhältlichen Baustoffen?"
Wie Mario schon geschrieben hat, das sind Bimssteine.
Du kannst die Gefache entweder wieder mit Bims- oder Lehm-, oder Ziegelsteine ausmauern.
Verwende dazu entweder Kalk- oder Lehm-Mauermörtel, keinen Kalkzementmörtel.



Danke für die Antworten



Lehm soll Non-Plus-Ultra bei Fachwerkausfachung sein. Bei Lehmsteinen habe ich aber das Problem, dass sie deutlich schwerer sind als Bimssteinen. (Ab 800kg/m3 statt 200-400kg/m3) Das würde einen doch ziemlichen Gewichtzuwachs bedeuten, dass ich vom Originalzustand abweiche und es erstmal statisch geklärt werden müsste.

Die aktuellen Bimssteine, die ich sehe, sind wohl keine Naturbimssteine sondern Gemisch aus Bims, Kalk und Zement.

Ich überlege tatsächlich auch, ob hier unbedingt originalgetreu bleiben soll oder trockene Ausmauerung mit Holzfasermatten und Lehmplatten bevorzuge - wie mir die Zimmermänner vorschlagen.

Die Frage habe ich aber in einer anderen Post gestellt.

https://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/298670$.cfm#298716



Re: Danke für die Antwort



Wenn du Bedenken wegen "Gewichtszunahme" hast, um wie viel m³ Steine, d. h., um wie viele Kilos, geht es denn konkret? Verteilt auf welche Wandlänge, sprich Länge der Lastableitung nach unten?
Anders gesagt, wenn du später einen vollen Bücherschrank (oder ein Klavier) vor die Wand stellen würdest und die Deckenbalken liegen auf dieser Wand, würdest du sie mehr belasten als mit den paar schwereren Steinen.
Ohne dass ich die Gegebenheiten kenne, würde ich sagen, mach dir deswegen keine Gedanken.
Wenn Fachwerkwände so schwach wären, dass solche Gewichtsunterschiede maßgebend wären, könnte ich nie ehemals mit extrem leichtem Strohlehm gefüllte Gefache mit Lehmsteinen ausmauern.

Nebenbei bemerkt, es gibt von Conluto auch 700er Lehmsteine (Rohdichte 700 kg/m³).



Ca. 40m2



Ca. 40m² Fläche aber verteilt über die ganze Fassade, da es die Balken neben der Fenster sind. Das macht bei einer Wanddicke von 14cm eine Gewichtszunahme von 2,3 Tonnen ggü der alten Variante.

Es kommen auch 1 Tonne Fassadendämmung aus Holzfaserplatten, was der Statiker problemlos sah. Aber überall die Wände schwerer zu machen..ich weiß nicht, ob es tatsächlich vernachlässigbar ist..



Es geht....



....nicht darum wie viel m² es sind, sondern auf welche (Wand-)Länge sich das Gewicht verteilt, sprich bis nach unten ins Fundament abgeleitet werden muss.
3,3 to auf eine Länge von z. B. 10 m bedeuten 330 kg/m, bedeutet wie viel kg pro Fachwerkständer?
"....aber verteilt über die ganze Fassade...." sagt genau nichts aus.
Niemand hier im Forum kann dir sagen, ob du statische Probleme kriegst oder nicht.
Wenn du unsicher bist und die Zimmerer, die vor Ort sind, können oder wollen dir nicht helfen oder du traust denen nicht, hole halt einen Statiker dazu.