Warum werden Zementsäcke perforiert?

01.10.2014 Axelino



Hallo,
habe heute mit Entsetzen festgestellt, dass bei Zementsäcken die Verpackung, also der Sack selbst, ab Werk perforiert wird. Die innere Papierschicht hat kleine Löcher im Abstand von 1cm, und die mittlere Folienschicht ist überall mit kleinen Schlitzen versehen. Nur die äussere Papierschicht ist ohne Löcher.
Wozu macht der Hersteller das? Leidet darunter nicht die Haltbarkeit bzw. Lagerfähigkeit?
Grüße
Axel



Hat denn keiner



eine Antwort auf diese sehr interessante Frage?!
Diese Perforation, ist ja an fast allen Säcken von Fertigmischungen zu finden.

Mit Grüßen Danilo



Das



ist eine sehr gute Frage.
Da hätte ich mal eine nette Geschichte dazu. Bei mir rief mal ein Bekannter an und stellte mir eine ähnliche Frage. Sein Vater hatte Zementsäcke gekauft, diese in der Scheune gelagert und dann festgestellt das alle, auf Palette gelagerten Säcke fest geworden sind. Auch er sprach mich auf die Perforation an und teilte mir mit das der Zement, den seit Vater sonst immer in Kunststofffäßer füllte und mit einen Deckel fest verschlossen hatte, noch wunderbar sei. Ihm sagte ich damals das die arme Industrie auch von irgend etwas leben müsse und deshalb werden die Säcke perforiert. Je kürzer die Lagerzeit um so schneller verdirbt ein Produkt und schwupps schon muß man es noch einmal kaufen.
Da wir uns aber hier in einem Forum befinden und die Antwort untermauert sein sollte, werde ich gleich mal eine Mail an meinen Außendienstler senden und abwarten was er dazu für eine Erklärung hat. Ich könnte mir denken, es wird sowas wie Produktionsbedingt sein.
MfG
C. Heise



Zementsäcke



Da Ihr selber nicht draufkommt:
Nehmt eine volle Chipstüte aus luftdichter Plastik und setzt Euch drauf.
Peng.
Wenn die Säcke absolut luftdicht verschlossen wären und jemand stapelt sie z.B. auf eine Palette würden sie durch das Gewicht von oben platzen da sich der Innendruck nicht ausgleichen kann.



Nun



ich denke, dass man dies technisch auch anders machen könnte.
Schließlich sind die Säcke ja nun so luftdicht auch nicht. Wenn man einen Sack falsch anhebt, dann rieselt das Produkt schon am oberen Ende raus. Dort wo die Lasche zum aufreissen ist.



So zum Beispiel :



Christian Skilich, Geschäftsführer von Kraft Paper Mondi Europe & International, sagte dazu: „... Die überlegene Zugbrucharbeit und gleichbleibende Qualität unseres Produkts haben uns in die Lage versetzt, einen neuen Maßstab für dieses Segment zu setzen...“. Die meisten Verarbeitungsfirmen und Zementhersteller in Südostasien haben das Konzept von zweilagigen, hochporösen 50-kg-Zementsäcken begrüßt. Diese gab es jedoch bisher nur in der Ausführung zweilagig, 85 g/m² und zweilagig, 90 g/m². Das Engagement von SCCC für eine Verbesserung in Kombination mit dem Advantage Select 80 g/m² von Mondi Kraft Paper ist eine Erfolgsgeschichte, die zu echten Einsparungen bei der Verpackung zusammen mit bestechenden Vorteilen hinsichtlich der Leistung (d.h. weniger Sackbrüchen bei besserer Leistungsfähigkeit der Säcke) geführt hat. Die zwei­lagigen, hochporösen Säcke, die aus dem Advantage Select gefertigt werden, bringen Kosteneinsparungen sowohl für die Weiterverarbeiter von Säcken als auch für die Zementproduzenten. Das ist in erster Linie auf einen reduzierten Papierverbrauch wegen des geringeren Gewichts und/oder weniger Lagen zurückzuführen. Diese leichteren und stärkeren Säcke bringen Kosteneinsparungen zwischen 10 % und 25 %
Advantage Select wird bei Mondi Dynäs in Schweden hergestellt. Seine wesentlichen Merkmale sind die hohe Zugbrucharbeit, eine hohe Porosität und Hochprägung für bessere Lauffähigkeit und Rutschfestigkeit. Advantage Select versetzt die Weiterverarbeiter in die Lage,
SÄCKE OHNE PERFORATIONEN
zu produzieren, so dass während des Füllens weniger Staub anfällt. Mondi Kraft Paper bietet eine komplette Palette von qualitativ hochwertigem braunem und weißem Kraftpapier für Säcke für alle Zement- und Baustoffanwendungen. Mondi Kraft Paper verfügt über Kraftpapier für Säcke in den Ausführungen einlagig, zweilagig oder mehrlagig, das den höchsten Anforderungen gerecht wird bezüglich Wirtschaftlichkeit, schnelles Füllen, Festigkeit, Porosität, Steifigkeit sowie Bedruckbarkeit. Mondi Kraft Paper bietet vier Sorten von hochfestem und hochporösem Kraftpapier
FÜR NICHT PERFORIERTE
Ventilsäcke mit geklebtem Boden. Advantage Select, Advantage Stabil, Advantage Speed und Advantage ONE werden in der ganzen Welt sowohl für zweilagige als auch einlagige Zementsäcke verwendet.
Quelle: ZKG international im Monat November und Jahr 2010
MfG
Chris Heise
In Thailand werden diese Säcke mit 50kg Zement befüllt.



Zementsäcke



Das mit den undichten Sackverklebungen hat mich schon als Lehrling genervt, seitdem hat sich nichts geändert. Was noch nerviger ist das beim Aufmachen immer eine Menge Zement in den Laschen sitzt der dann herausrieselt.
Zur Haltbarkeit:
Zement ist nicht wie teurer Wein möglichst lange lagerfähig, besser wird er davon auch nicht.
Kaufen und Verarbeiten und nicht für schlechtere Zeiten horten.



Interessant



Danke für die interessanten Beiträge. Also sinds wohl eher niedere Beweggründe der Zementindustrie. Dass ein Sack platzen würde, wenn er nicht perforiert ist, glaube ich auch nicht.
Und natürlich hortet niemand Zement für schlechte Zeiten. Aber man kauft immer in der Regel etwas mehr als man benötigt. Wenn mans weiß muss man die übrigen Säcke halt in Folie verpacken, wenns die Zementindustrie nicht ordentlich auf die Reihe kriegt.
Man muss dazu auch noch erwähnen, dass man Baustoffe in der Regel nicht frisch bekommt, sondern dass die schon ein paar Wochen oder Monate beim Händler gelagert wurden.



Naja



ich kenn das nur ,das auf Sackware immer das Verfallsdatum angegeben ist.

Das mit dem Platzen ist einleuchtend,man könnte die Säcke aber vakuumieren,wie Pulverkaffee...

Entsetzlich finde ich eher das Ortbeton ,im Sommer drei Stunden in der prallen Sonne rum liegt......

Grüße Martin



Habe heute per mail die Antwort erhalte,



Warum sind die Säcke von Eueren Produkten perforiert? Antwort: Da im
Produktionsablauf auf dem Packer die Säcke mit Druckluft befüllt werden.

Also doch Produktionsbedingt, aha.
Produktionsbedingt müssen Chipstüten im übrigen auch doppelt so groß sein wie ihr eigentlicher Inhalt ist.
Aber wir haben doch gelernt, dass es auch nicht perforierte Säcke gibt, die befüllt werden können.





Naja bei Zementsack muss beim Stapeln die Luft eben raus. Klar geht das auch aufwändig mit Ventil. Wäre aber teurer. Dagegen sollen bei der Chipstüte die Chips nicht beim Transport pulverisiert werden. Deshalb ist dort die viele Luft drin.