Warum ist ein Fachwerkhaus so teuer (scheinbar.. )

12.02.2015 Spiegel01



Bitte verzeiht die plumpe Frage, aber wirklich beantworten koennen mir denke ich nur unabhaengige Experten(wirtschatflich unabhangie die damit kein Geld verdienen - wie Ihr Forumsteilnehmer) diese Frage. Aber: Mir erscheint im Vergleich zu vielen Massivhausanbietern ein Fachwerkhaus sehr teuer. Beispiel: Ein 121qm Haus kostet bei Muehlenhaus 229.000 schluesselfertig (also alles bis auf Boeden). Bei Emil von Elling und Fuhrberger bei rund 140-150qm rund 270.000-300.000 (Boeden exclusive). Roth Massvhaus dagegen bietet schluesselfertig ein Haus mit Friesengiebel und Erker (aufwendig!!) bei 145qm zum Preis von 179.000 inkl. Bodenplatte http://www.roth-massivhaus.de/haeuser/einfamilienhaeuser/friesenhaus-145. Klar, da gibts dann Unterschiede in der Ausstattung, Holzfenster ja nein / welche Heizung / welche Dachziegeln. Aber selbst da sehe ich: Villeroy & Boch Paket inclusive bei Roth und auch anderen anbietern). Kacheln fuer Baeder im Wert von Euro 30. usw. Die Haueser sind Stein auf Stein plus Backstein davor. Ich will keine daemliche Frage stellen aber der Unterschied erscheint mir einfach so gross dass ich mir das so einfach nicht erklaeren kann. Anderes Beispiel: Niederrhein Massivaus bietet an: 145qm Haus mit Bodenplatte 183.300 garantierte Baukostenobergrenze. Mit Keller 215.000. Gut lass da noch Bauantrag, Ingenieurleistungen usw. dazukommen sagen wir 15.000. Immernoch weit weit drunter. http://www.massivbau-niederrhein.de/?seoUrl=Lilie.htm
All diese Haueser sind mind. kfw 70. Die Fachwerkaueser nicht alle.
Wir wollen unbedingt ein Facherkhaus, aber wir wollen auch verstehen was den Unterschied macht. Ist es das Material. Die Bauzeit ist ja offensichtlich kuerzer beim Fachwerk und angeblich machen Lohnkosten immmer den groessten Teil aus! So und nun los, schimpft mit mir und sagt mir ich wuerde Apfeln mit Birnen vergleichen oder gebt mir einfach ne fachlich gute Begruendung damit wir in Ruhe Fachwerk bauen koennen. Danke :-)



Das Ganze...



...ist einfach konstruktiv komplizierter und mit wesentlich mehr Handwerk erstellt als ein "Massiv"-Haus aus industriell hergestellten Großziegeln. Einzuhaltende Dämmvorschriften machen das Haus auch nicht gerade billiger.

So schön und erhaltenswert alte Fachwerkarchitektur auch ist, neu würde ich so nicht bauen, und denke dabei noch nicht einmal an die Kosten. Die Kombination völlig unterschiedlicher Baustoffe war schon immer eine Fehlerquelle, neuere Bauvorschriften verkomplizieren zusätzlich, und die Zeit, die früher für die Errichtung eines guten FWH vorhanden war (inklusive Auswintern etc.) hat heute auch keiner mehr.

Warum muß es unbedingt ein Fachwerkhaus sein? Nur der Optik wegen? Ganz aus Holz und doch gestalterisch frei ist dieses (auch nicht billige, aber dafür preiswerte) System: www.nur-holz.com. Eine sehr dauerhafte Konstruktion aus massiven Schichtholzplatten wird in baubiologisch und raumklimatisch höchstwertiger Form (gänzlich ohne "Chemie") in wenigen Tagen gestellt und es kann, da keine Baufeuchte, sofort mit dem Innenausbau begonnen werden.

Grüße

Thomas



Ja:



"Die heutigen Wohnansprüche lassen sich auch in einem Fachwerkhaus realisieren. "

Dann ist das aber kein

" „traditionelles Fachwerkhaus“ in Eiche mit Lehm ohne „moderne Baustoffe“ "

mehr. Leider.

Grüße

Thomas



@ Heinz-Josef



Weshalb hast Du am Badezimmerfenster Schimmel? Alle meine Fenster haben Silikonfugen und ich habe nirgens Schimmel.

Grüsse
Nicole



Neues Fachwerkhaus



@ Thomas

Das ist Ansichtssache

Auf dem Foto sehen sie ein 3 Jahre altes Fachwerkhaus mit 85m² Wohnfläche. Alte Balken für das Fachwerk, alte "Handbacker" Dachziegel für das Dach, alte Backsteine für die Ausmauerung, alte Cottaplatten auf dem Fußboden und 2-seitig gesägte Fichtenbalken für die Balkenlage. Für mich ist das ein Fachwerkhaus, auch wenn es eine gute Dämmung hat die man nicht sieht und auch wenn der Mieter nur Heizkosten von 200 EUR im Jahr 2014 hatte

@ Nicole

Wenn die Wand einen U-Wert von 0,2 hat, das Fenster aber einen U-Wert von 1,0 dann ist das die Stelle wo die Gefahr besteht das Wasser kondensiert.



Leider ...



keine Ansichtssache. Mit den traditionellen Konstruktionen läßt sich kein nach heutigen Vorschriften genehmigbares Haus bauen, auch nicht in Fachwerk.

Nichts von dem, was heute für die U-Wert-Verbesserungen sorgt, ist traditionell.

Grüße

Thomas



Wie meinst du dasThomas?



Bzw.Wie weit geht für dich die traditionelle Materialauswahl?



Neben der Materialauswahl...



ist ja auch deren Verwendung, Verarbeitung und usw. maßgebend.

So schön z.B. Holzweichfaserplatten, Korklehm oder ähnliche Innendämmungen, dichte Holzfenster, neuzeitliche Heizungen usw. sind, sie schaffen ganz andere Voraussetzungen als das bei einem ungedämmten traditionellen Fachwerk ist. Über Sinn oder Unsinn all dieser Dinge läßt sich trefflich und langanhaltend diskutieren - mit einem traditionellen Fachwerk hat das alles aber nichts zu tun.

Deshalb meine Meinung, daß zum modernen gesetzlichen Anforderungen und persönlichen Komfortbedürfnissen (im Neubau!!!) eine moderne Bauweise, wie das eben die Holztafelbauweise ist, besser passt.

Grüße

Thomas



Danke



Danke Euch herzlich fuer die Antworten!! und..., schreibe direkt eine weitere Frage aus :-)