Warmwasserversorgung nicht möglich??!!

09.01.2019 300Jahre



Hallo, liebe Fachwerkfreunde. Bei der Sanierung meiner Bäder habe ich die alten ölbetriebenen Badeöfen entfernt und wollte dann, je nach Zustand der Elektrik in zwei Bädern Durchlauferhitzer und in dem dritten einen Boiler zur Warmwasserversorgung anbringen. Mein Tatendrang wurde jedoch gebremst, als ich feststellen mußte, dass die Geräte natürlich zwei Anschlüsse haben, ich aber nur einen Zulauf pro Bad. Ich habe mir also Hilfe von einem Installateur geholt, der sagte dann, Warmwasser könnte ich vergessen, ich bräuchte neue Zuläufe. Die fast 400 Jahre alten Wände aufzureißen gefällt mir aber so gar nicht. Neue Badeöfen kann ich auch nicht mehr anschließen, da ich die Schornsteine stillgelegt habe. Hat jemand einen Lösungsvoschlag? Ich habe eine Sanierungskrise ;) Danke schonmal an alle, die eine Idee haben.



neue Zuläufe



zu installieren ging auch aufputz oder hinter Vorsatzschalen.



Ja,



danke schön, ich weiß. Aber von der Hauptleitung im Keller nach oben und von Etage zu Etage, muss ja dann doch gebohrt werden und die meisten Handwerker behandeln die alten Lehmwände wie den Beton in den Neubauten, also ziemlich grob,...davor graut es mir, ganz ehrlich :(



also … so ganz … 



verstehe ich das nicht:

dass die Geräte natürlich zwei Anschlüsse haben, ich aber nur einen Zulauf pro Bad.

Wo liegt denn das Problem?

Florian Kurz



neue Leitungen



Herr Kurz, ich verstehe das so: Vom Durchlauferhitzer, der an die vorhanden Zuleitung angeschlossen wird, brauchts ja noch eine Heißwasserleitung an die Zapfstelle. Und da muss ja auch eine Kaltwasserleitung hin. Der Durchlauferhitzer wird ja wahrscheinlich an einer anderen Stelle stehen als vorher der Badeofen. Ein direkter Anschluss der Zapfstellenamatur an den DLE wird nicht möglich sein.
An den TE: Der Elektroanschluss reicht wohl für die DLH ? Die ziehen doch gleich mal um die 8-10 kW.
Noch ne Frage: Die Stemmarbeiten selbst durchführen ist wohl keine Option ? Lehm zu schlitzen ist jetzt nicht so der Hit. Aber warum neue Deckendurchbrüche erforderlich sind, verstehe ich auch nicht. Vielleicht noch nen 2. Installateur befragen.



… immer noch nicht ganz … 



Hallo

ein DLE zieht schnell mal 24 kw … wenn Sie was nehmen, was zum Duschen und für den Familienbetrieb nutzbar sein soll … also … DICKES Kabel … am besten für jeden DLE ein separates … und einzeln abgesichert …

Wie alt sind die Zuleitungen?

Evtl doch neue nehmen … 

Stemmarbeiten könnten Sie sicher selber machen … aber DAVOR mal richtig überlegen, was sinnvoll und machbar ist … und nicht so ein Forengestöpsel für derartige wichtige Vorhaben machen … der Schuh könnte ich hinten losgehen … 

Richtig überlegen, welche Zapfstellen wo liegen und wie lange die Zuleitungen dann werden … (Kleinabnehmer-Waschbecken: kurze Strecke - Großabnehmer-Wanne: lange Strecke)

Und denken Sie daran, dass ein Installateur was verkaufen will … Planen sollte ein Fachmann, der nicht an der Hardware verdienen will … 

Gutes Gelingen

Florian Kurz



Kann mir jemand helfen?



Ich verstehe das Problem nicht.
Die Fakten:
Du hattest zwei Ölbrenner, die das Wasser erwärmt haben?
Also die haben eine Wasserzuleitung und eine Verbindung zum Verbraucher, richtig?
Du möchtest die beiden Öler gegen zwei Durchlauferhizer ersetzen.
Warum brauchst du neue bzw zusätzliche Rohre?
Ich hab es ganz einfach gemacht: Brenner weg, Durchlauferhitzer angebaut, Zu- und Ablauf angeschlossen und das Wasser im Bad war warm und ist es immer noch.

Kann mir jemand erklären, was sich ändert, wenn die Wärme aus Strom kommt und nicht aus Öl?
Auch der Hinweis wegen Verbrauch ist doch einfach flach.
Ich verwende elektronisch geregelte Durchlauferhitzer, die im Jahr ca 100€ verbrauchen, Öl einkaufen, lagern, Service Brenner und Schorni kosten kein Cent weniger.

Klaus



An Klaus



ich glaube, der TE hatte Badeöfen mit Ölheizung, sprich unten ein Unterteil wie mit einem Ölofen, obendrüber der Aufsatz, wo das Abgasrohr durchgeht und das Wasser erhitzt. Ich kenne die noch aus DDR-zeiten, da wurde unten ein Kohlefeuer drunter gemacht. Bei der Beschreibung der Leistung eines DLE ging es nicht um die Kosten , sondern um die Auslegung der Anschlussleitung, die wird der TE wohl kaum bereits im Bad liegen haben, wenn er bislang mit Öl das WW erzeugt hat. Also nochmals Spitzarbeiten und darum ging es ja anfangs.



So etwas hatte ich auch mehrmals



Habe hier mehrer Hütten die nach neu rufen ;-)

Wird das Wasser das in den Ofen läuft / gelaufen ist, händisch eingefüllt?
Wurde das warme Wasser im Eimer weggetragen? Denke mal eher nicht.
Ich reduziere es darauf, so wie ich es verstehe : es gibt einen Zulauf aus dem Wassernetz und einen Ablauf zum Verbraucher
Und als Ersatz kann man Durchlauferhitzer nehmen, meist.
Und ein Kabel ist leichter und besser verborgen zu Verlegen
Sorry, ich verstehe das Problem noch? nicht, ich habe hier einiges umgebaut und modernisert und das hat bisher geklappt.

Vielleicht sollte der TE einmal genauer beschreiben was wie vorhanden ist.

Klaus



Klaus



Ich denke mal, er meint sowas hier, nur mit Öl. Vor dem Auslaufhahn steht dann die Wanne. Die Zapfstelle ist also gleich am Erzeuger. Und hat dementsprechend nur eine Zulaufleitung kalt.
https://www.pumpendiscounter.de/ReigaGbR-p5400h373s992-Wittigsthal-Holz-Koh.html?refid=Froogle&gclid=EAIaIQobChMIiK391MTh3wIV1eR3Ch1_7A6REAQYBCABEgI5jvD_BwE



Notwendigkeiten



Nun, ein 400 Jahre altes Haus ist halt nicht für Durchlauferhitzer vorbereitet. Das hat zur Folge, dass man zumindest etwas verändern muss, ob man will oder nicht. Natürlich ist es gut, wenn man sich vorher Gedanken macht, wie man möglichst wenig in die historische Substanz eingreift aber ganz ohne Eingriff geht es halt nicht. Und mal ehrlich: Die Wasserrohre und Ölöfen standen da auch nicht seit dem Bau drin, sondern wurden irgendwann in den letzten Hundert Jahren nachgerüstet.

Wenn die Wasserverteilung bis in die Räume noch intakt und nutzbar ist, ist doch schon viel geholfen. Entsprechende Stromleitungen werden zwangsläufig gelegt werden müssen, denn es ist wohl höchst unwahrscheinlich, dass da bereits entsprechend dimensionierte dreiphasige Leitungen liegen. Je nachdem, wo der Verteilerkasten im Haus sitzt, werden also zumindest einige Bohrungen durch Wände und/oder Decken gemacht werden müssen, selbst wenn die Leitung aufputz gelegt wird.

Wenn die Entnahmestellen vorher direkt an den Öfen waren, müssen nun zumindest ein paar Leitungen bis zu einer Entnahmestelle gelegt werden. Auch das lässt sich aufputz machen, wenn man die Eingriffe an der Substanz auf ein absolutes Minimum beschränken will. Ich würde das alles nicht ganz so dramatisch sehen. An einem alten Haus wurde über die Jahrhunderte immer wieder etwas modernisiert und verändert, was ja auch die Wasserleitungen und Ölöfen belegen, denn die sind alles andere als historisch. Wollte man die Substanz gar nicht anrühren, müsste man noch heute mit dem Eimer raus zum Brunnen laufen und Badezimmer wären in den meisten Häusern überhaupt nicht vorhanden.

Also einfach in Ruhe und mit Bedacht planen, wo Warmwasser gebraucht wird und wie man es mit dem geringstmöglichen Eingriff den eigenen Vorstellungen nach hin bekommt. Von der Vorstellung, es ganz ohne Eingriff hinzukriegen, sollte man sich verabschieden, denn die ist nicht zielführend.



Danke,



dass sich so viele Gedanken machen. Wie es ausssieht, muss ich doch das eine oder andere Loch "bohren". Für die, die das Problem nicht gesehen haben, versuche ich es nochmal zu erklären: Badeöfen haben wie ein Boiler eine Wassersammelstelle, die von unten befeuert wird, mit Holz, Kohle oder wie in meinem Fall mit Öl. Er braucht nur einen Zulauf mit Kaltwasser. Boiler oder Durchlauferhitzer brauchen aber zwei Zuläufe, die ich nicht habe. Es gibt wohl keine einfache Lösung. Schade, aber so ist es ja oft.



Jetzt hat es blong gemacht



Sorry kenne das so nicht.
Also es steht ein Brenner neben der Badewanne und der wird von Frischwasser versorgt.
Und ein Wasserhan, der das warme Wasser direkt in die Badwanne entlässt.
Aber kann man da nicht dioe Wand einen Erhitzer installieren, der so oder so ähnlich funktioniert.
Es würde manches erleichtern, wenn der TE Bilder reinstellt wie es war, dann kann man entscheiden was wie gemacht werden kann / muss.

Klaus



E- Durchlauferhitzer statt Badezimmerofen



Ganz früher hatten wir auch noch die mit Brikett oder Holz befeuerten Badezimmeröfen, die dabei immerhin den Vorteil hatten, gleichzeitig das Bad zu erwärmen.

Üblich sind bei den elektrischen DLE Anschlußwerte von 18, 21 oder 24 A.
Bei 18 und 21 A müssen 5 x 4 mm2- Kabel,
bei 24 A müssen 5 x 6 mm2- Kabel verwendet werden.

Die Löcher für die Kabel müssen natürlich neu gebohrt werden.
Die Verlegung ist zB im Kabelkanal, Aufputz und in Leerrohren möglich.

Das Kaltwasser wird wie üblich von unten rechts eingeleitet.
Links unten kommt das Warmwasser wieder heraus.

Die Montage des DLEs kann unter dem Waschbecken, am Ort des bisherigen Badeofens oder sonstwo erfolgen.
Wie schon geschrieben wurde am besten dort wo der häufigste und kurzzeitigste Verbrauch stattfindet, damit schnell Warmwasser ohne große Wärmeverluste gezapft werden kann.
Nach Abdrehen des WW-Hahns bleibt natürlich das Warmwasser in der Leitung,
je lfm 0,133 l, was sich bei häufigem Gebrauch durchaus summiert (und vorher als Kaltwasser wegfließt).

Wenn das Waschbecken neben der Wanne steht braucht nur die Warm- und Kaltwasserleitung vom ggf dort montierten DLE zB senkrecht nach unten, dann am Boden entlang und wieder nach oben zur Wannenarmatur geführt werden (notfalls gibt’s auch auf dem Boden aufstehende für freistehende Wannen).
Die Installationen können auch hinter entsprechend hergestellten Fußleisten geführt werden.

Für altbauerfahrene Installateure sollte das keinerlei Problem darstellen- etwas Kreativität vorausgesetzt.



Fotos ...



Ich habe nochmal Fotos gemacht, vielleicht kommt jemandem noch die zündende Idee, wenn die Probleme sichtbar sind.
Das erste Bild zeigt die "Reste" der Dusche im EG. Hier kommen Zu- und Ablauf aus einem Loch; das ist auch interessant. Das zweite zeigt den Zulauf zur ehemaligen Badewanne bzw. deren Ofen und das dritte Bild zeigt einen anderen Badeofenzulauf im Dachgeschoss. Die Leitungen selbst wurden überprüft und sind in Schuss, auch wenn sie nicht unbedingt so aussehen.
Kann leider nicht alle Bilder in einer Mail hochladen, deshalb kommen sie einzeln.



Foto 2



wie beschrieben



Foto 3



wie beschrieben



neu



also ich würde mal ordentlich konzeptionieren

die Wasser Zuleitungen neu mit evtl grösserem Durchmesser

den Strom auch neu mit besserer Verteilung … evtl je Stockwerk ein Verteiler und ordentliche Absicherungen incl FI-Schalter

Abwasser auch neu von unten bis oben … Thema "Entlüftung"

Wenn da mehrere Zapfstellen kommen ist das mE sinnvoller

Da wäre "sparen" der falsche Weg … finde ich

Nicht dass Sie mit der Altlast weiter arbeiten und dann in ein paar Jahren die Leitungen versagen!

mfG

Florian Kurz



Zuläufe



eigentlich dachte ich, ich hätte Dein Problem verstanden. Habe ich aber doch nicht. Ein Durchlauferhitzer hat auch nur EINEN Zulauf, also einen Eingang und einen Ausgang. Dein vorhandener Zulauf ist also alles, was Du brauchst. Um Warm- und Kaltwasser mischen zu können, musst Du eigentlich nur vor dem Durchlauferhitzer ein T-Stück setzen, um das Kaltwasser abzuzweigen. Das abgezweigte Kaltwasser sowie das Warmwasser aus dem Durchlauferhitzer werden dann parallel bis zur Mischbatterie geführt.

Ich sehe hier wirklich nur den fehlenden Stromanschluss als ein mögliches Problem, nicht aber die Wasserleitungen.

Anbei ein Foto von unserem Provisorium: Bis wir das Bad neu gemacht haben, habe ich einen Durchlauferhitzer provisorisch installiert, da keiner von uns beiden morgens früh eine Stunde eher aufstellen wollte, um den Holzfeuerboiler anzufeuern. Hinter der Badewanne kam der einzige Wasseranschluss aus der Wand, dieser wurde zum Wasserhahn und zum Durchlauferhitzer verteilt. Vom Durchlauferhitzer läuft dann das Warmwasser parallel zum Wasserhahn.



Tilman, vielen Dank



Ich stand völlig auf dem Schlauch, weil der Handwerker mich mit seinem "Das geht nicht" total verwirrt hat. Das T-Stück ist natürlich die Lösung. Danke für die Rückführung in die Realität ;)
Die Leitungen sind ansonsten tatsächlich völlig in Ordnung, wurden mit der Kamera befahren und auf Blei getestet, alles okay.
Strom ist auch kein Problem, das sieht man nur auf dem Foto nicht. Die Leitungen im EG und im 1. OG sind relativ neu, im Dachgeschoss etwas älter, aber alle Leitungen liegen über Putz und es gibt sehr viele Verteiler im ganzen Haus. Wenn was ausgetauscht werden müsste, wäre das auch kein Akt.
Somit sind alle Probleme vorerst gelöst.
Ihr habt da auch ein schönes Projekt. Viel Spaß und Erfolg damit!