Kellerboden

07.01.2013



Hallo

in unserem Fachwerkhaus haben wir den alten "Betonboden" in einem wohl ehemals als Stall genutztem Raum entfernt und bis auf den gewachsenen Boden (Lehm mit hohem Steinanteil) ausgeschachtet. Der alte Boden war mit starkem Gefälle angelegt, sodaß eine Nutzung als Keller nur schwer möglich war. Beim Ausschachten haben wir darauf geachtet nicht unter die Fundamentunterkante zu gelangen.

Die Seitenwände des Raumes bestehen an den Außenwänden aus Bruch- / Feldsteinen und an den Innenwänden aus Rot-Ziegel.

Der Boden ist feucht nicht nass. Wasser hat sich trotz der ergiebigen Rgenfälle der letzten Wochen nicht angesammelt.

Ich habe nun einige Stunden diesbezügliche Threads im Forum gelesen und verglichen. Demnach würde ich zu folgendem Aufbau des neuen Bodens tendieren.

1. Planum aus Kies; Kies wegen der kapilaren Brechung
2. Trennfolie; einfache PE-Folie vom Estrichbau
3. Sauberkeitsschicht aus Beton mit Zusatz zur kapilaren Brechung (Ceresit)
4. Abdichtung - Schweißbahn an den Rändern hochgeführt
5. Styrodur als Dämmung
6. Trennfolie
7. Zementestrich

Ich hoffe, dass ich aus den vielen in den Threads enthaltenen Informationen die richtigen herausgelesen habe. Falls nicht bitte ich um Korrektur. Die Trennstreifen zu den Wänden habe ich im Hinterkopf.

Nun stellen sich mir da aber noch ein paar Fragen, die ich hier gerne zusätzlich zur Diskussion stellen möchte.

1. Wenngleich ich dezeit nicht von sich aufstauendem Grundwasser ausgehe, so mag sich dieses aber durch anstehende Arbeiten an der vor dem Haus befindlichen Straße ändern. Macht es da vielleicht Sinn unter bzw. in dem Planum ein Drainrohr einzubringen und an einen vorhandenen Pumpemsumpf anzuschließen?
2. Durch das Hochführen der Abdichtung an den Rändern entsteht letztendlich ja eine Art Wanne in welcher das Styrodur und der Estrich liegen. Was passiert mit Wasser, welches sich in dieser Wanne ansammelt?
3. Dürfen, müssen oder müssen eben nicht die Ränder mit den Wänden verklebt werden? Auch die Sauberkeitsschicht dürfte doch gegenüber den Wänden arbeiten.
4. Wie dick muss eine Styrodurdämmung mindestens ausgeführt werden, damit sie überhaupt Sinn macht und nicht nur Geld vergraben wird?
5. Was spricht gegen eine Bewehrung in der Sauberkeitsschicht - was gegen ein Bewehrung in dem Estrich ?

Als mögliche Aufbauhöhe habe ich rund 25 cm ermittelt. Für die Sauberkeitsschicht habe ich etwas von 50 mm und für den Zementestrich etwas von 50-60 mm gelesen. Bleben für Planum, Folien und Dämmung so um die 140 mm.



So aufwendig???



Hallo Volker,

das ist ein sehr aufwendiger Aufbau. Im Grunde in Ordnung, aber notwendig???
Das Planum sollte wegen der kapillaren Wirkung deutlich dicker sein. Maurer/Tiefbauer sprechen gerne von 20-25 cm (damit es überhaupt funktioniert, vielleicht ist anderes Material sogar besser (Schaumglasbruch oder Liapor wären gleichzeitig sogar eine Dämmung).
Der Zusatz in der Sauberkeitsschicht ist bei zusätzlicher Schweißbahn nicht notwendig, da Du die Sohle ohnehin nur zwischen die vorhandenen Fundamente gießen kannst, werden diese den möglichen Schwachpunkt darstellen. Je nach Nutzung ist daher dringend ein Gedanke an Feuchtigkeit im Wandbereich über der G200-Wanne zu verschwenden.
Wenn mit Wasser zu rechnen ist, macht eine Drainage mit oder ohne Pumpensumpf (je nach Abfluß) immer Sinn.
Wasser innerhalb der Wanne? wo soll das denn herkommen, wenn Du alles andere dichtgemacht hast. Dieses Problem hat jeder (Neu-) Bau.
Ob und wie Du die Wanne mit den Wänden verklebst, oder verkleben darfst, hängt vom Material ab. Bewegung gibt es hier immer aber erfahrungsgemäß sehr wenig, wenn Du keine größeren Fehler gemacht haben solltest oder keine erheblichen Setzungen aus anderen Gründen entstehen.
Bewehrung in der Sauberkeitsschicht steht und fällt mit der Dicke. Du musst wg. Korrosionschutz eine beidseitige Mindest-Überdeckung mit Beton sicherstellen. Eine echte Tragfähigkeit mit Bewehrung erreichst Du erst mit je einer Unter- und Oberbewehrung (Schub und Zug) und benötigst Du auch nur, wenn der Untergrund nicht fest genug sein sollte.

LG
Malte



Kellerboden



Hallo Malte,

erst einmal danke für Deine Ausführungen. Ja hört sich aufwendig an - ergibt sich aber, wenn man alle Ratschläge aus den unterschiedlichen Threads beachten will.

Wasser in der Wanne? War so ein Gedanke was passiert, wenn einmal Wasser im Keller steht z.B. Rohrbruch. trocknet das dann durch den Estrich wieder ab?

Wie stark muss eine Überdeckung der Bewehrung sein für den Korrosionsschutz?

Die Probleme mit der aufsteigenden Feuchtigkeit in den Wänden - hab da noch keine richtige Idee. Habe im Außenbereich Bruch- bzw. Feldsteinmauerwerk mit ca 50 cm Stärke und keine sauberen horizontalen Fugen um z.B. Edelstahlbleche eintreiben zu lassen.

LG
Volker



Die selbe Frage,



stellt sich beim Ausbau unseres Hauses auch und ich schwanke beim Aufbau unseres Fußbodens auch zwischen deiner Variante und der mit Schaumglasschotter(SGS).Die letztere Variante erspart ein paar Arbeitsgänge. Laut Infos durch Hersteller und Handwerkern ist der Aufbau mit SGS wie folgt:
1.SGS Dicke richtet sich nach Dämmstärke (6cm Styrodur entspricht ca.18cm SGS)
2.Trennlage (Folie o.Ä.)
3. Estrich
Der Vorteil von SGS ist m.E. das man Unebenheiten im Untergrund gut ignorieren kann und es sich leichter Verarbeiten lässt. Die Kubikmeterpreise für Beton und SGS sind ca. gleich.
Ich tendiere trotzdem zur "traditionellen" Variante mit einer ca. 15 cm bewehrten Betonplatte auf einer kapilarbrechenden Schicht,Schweißbahn,Styrodur und 6cm Estrich.
Zu deiner Frage wegen der Feuchtigkeit in der "Wanne" kannst du als Beruhigung evtl. eine Fußbodenheizung in Betracht ziehen aber ich wüßte nicht wo das Wasser her kommen sollte.Bei einer Betondeckung von 5cm bei bewehrten Bauteilen bist du auf der sicheren Seite.8 cm sollten aber nicht überschritten werden.
So nun hoffe ich , dass uns noch paar helle Köpfe Tipps geben können, bzw. auf falsche Gedankengänge hinweisen.
Gruß Steffen



Kellerfußboden



Hallo Steffen,

also die Sache mit dem SGS scheidet für mich aus. Wie Du selber schreibst 6 cm Styrodur oder 18 cm SGS. Habe eine Aufbauhöhe von ca 25 cm zur Verfügung.

Die Sache mit dem Wasser in der Wanne kommt aufgrund der Tatsache, dass vor Jahren der nahegelegene Bach schon einmal den Keller geflutet hatte. Muss nicht mehr passieren, aber könnte halt. Hat man halt so im Hinterkopf

Nur wenn halt mal Wasser auf der Platte stehen sollte und dann durch die Randfugen auch unter die Platte in die Wanne laufen kann, was passiert mit diesem Wasser. Styrodur nimmt soweit mir bekannt ja kein Wasser auf. Aber besteht die Gefahr, dass sich Schimmel bildet oder trocknet das Ganze einfach durch den Estrich wieder ab?

Fußbodenheizung kommt nicht in Betracht - ist halt einfach ein Keller.

Nur noch mal so ein Gedanke:

Wenn ich wie beschrieben unter der Sauberkeitsschicht ein Planum aus Kies mit eingelagertem Drainrohr einbaue, kann sich ja kein aufsteigendes Wasser aufstauen. Ist es dann erforderlich die Abdichtung an den Rändern hochzuführen?

Es würde sich keine Wanne bilden und von oben ggf. eindringendes Wasser könnte durch die Randtrennstreifen bis ins Planum absickern.

Was meinen unsere Fachleute dazu?

LG
Volker