Wann den Lehmputz abreiben?

17.02.2015 Herbert40



Hallo Leute,

Mein Rohbau kommt nun langsam in die Endfase. Ich habe jetzt die Wände soweit verputzt. Das soll heißen ich habe den Grundputz drauf und abgezogen. Hierfür habe ich den alten Lehm verwendet. Danach habe ich mit feinen Lehm (den alten Lehm durch 1mm Sieb gejagt) glatt gezogen und Gewebe eingebracht. Die Wände sind jetzt in der Oberfläche so wie ich sie haben wollte. Nun Plane ich einen 1- 3 mm Überzug mit Oberputz von Conluto.
Da ich aber zum ersten mal überhaupt Wände verputzt habe, habe ich bisschen Bedenken das ich das mit den Abreiben hinbekomme. Beim aufziehen mit der Schweizer Kelle entstehen unweigerlich Ansätze. Mit meinem Lehm habe ich schon in verschiedenen trocknungsphasen versucht diesen abzureiben. Leider mit wenig guten Ausgang. Mit Filzbrett reibe ich Riefen rein von den Sandkörnern aus dem Lehm. Mit Schwammbrett erhalte ich Schlieren.
Ich hoffe das es mit der Zusammensetzung meines Lehms zu tun hat und nicht das ich mich zu doof anstelle :-(.
Hat hier jemand mal ein Tipp wann und womit ich den Lehm am besten abreibe?
Ich Danke für jeden Ratschlag.

Gruß Herbert



Die besten Erfahrungen ...



habe ich mit einem feinen Fliesenschwamm und mit aus einer alten Schaumstoffmatratze in handlicher Größe herausgeschnittenen Stücken gemacht.
Bitte aber den Schwamm nicht zu nass halten.

Gutes Gelingen wünscht

Dirk Meisinger



Lehmputz reiben oder schwämmen



Hallo Herbert,
Lehmputz sollte im lederharten Zustand weiterverarbeitet werden. Wenn du mit dem Schwammbrett schlieren ziehst ist entweder der Putz oder der Schwamm zu feucht. Auch mit einem vollen Schwammbrett, das heisst die Poren sind mit Lehm gefüllt, kommt es zu schlieren. Häufiges auswaschen des Schwammbrett hilft hier.
Das schwämmen hat den Vorteil dass du auch auf unebenem Untergrund recht passable Ergebnisse bekommst, häufig sanden geschwämmte Flächen aber ab. Gegen das absanden hilft es die Wand im fast trockenen Zusatand mit einem Handfeger oder einer Deckenbürste zu fegen. Die Wand sollte so trocken sein dass der Besen keine Spuren hinterlässt aber die Struktur noch beweglich ist.
Bei abreiben mit Reibebrettern werden die einzelnen Lehmteile so hin und her bewegt dass sie sich perfekt ineinander verkrallen. Mit neuen, stark gewaffelten, Reibebrettern bekommt man eine rauhe Struktur, je feiner und abgenutzter die Bretter sind desto feiner wird die Fläche.
Ich reibe meine Wände immer mit gelben Plastik reibebrettern ab, zuerst mit einem großen rauhen, dann mit einem feineren hinterher. Mit dem rauhen kann man im relativ feuchten Zustand arbeiten, mit dem feinen erst wenn es trockener geworden ist. Grundvorraussetzung ist das flächige aufziehen des Putz. Die Reibebretter sind weniger elastisch als ein Schwammbrett und gehen die leichten Unebenheiten im Untergrund nicht so gut mit.

Sie werden auf diese Frage wohl noch zig beste Lösungen bekommen, probieren Sie sich weiter au und machen Sie die eigenen Erfahrungen.