Wandtemperierung Erfahrungen & Planung

24.01.2016



Hallo an die Community,

ich lese seit einer Zeitlang mit, aber habe mich noch nicht zu Wort gemeldet. Der aktuelle Anlass ist die Entscheidung für eine Heizung des relativ frisch erworbenen Hauses, das zu einem nicht unwesentlichen Teil in Fachwerk und Bruchstein um 1850 erbaut wurde. Diese Wände liegen zum Großteil nicht frei, so dass Außen-, Perimeterdämmungen oder Horizontalsperren keine Option bilden.

Hat jemand Erfahrungen zur Wandtemperierung? Ich habe mich mit Großeschmidt befasst und finde dieses Konzept genial einfach. Aber wie das so ist mit Genie und Wahnsinn... ich hätte gerne ein paar Infos aus der Praxis, auf was man achten muss.

Ich freue mich über alle Rückmeldungen!



Sanierungskonzept



Die Entscheidung für ein bestimmtes Heizungskonzept hängt immer mit der Entscheidung für ein Dämmkonzept zusammen. Dieses wiederum mit dem Erhaltungszustand, eventuellen Feuchtebelastungen etc. Ein Sanierungskonzept, das auch die Heizungsanlage und die Warmwasserbereitung umfasst, wird immer im Gesamtzusammenhang des Gebäudes erstellt werden (müssen). Es sollte nach einer Bestandsaufnahme, den definierten Nutzungswünschen an Modernisierung, Umbau, Ausbau etc, dem Budget und dem zeitlichen Rahmenplan konzipiert werden.

Eine Heizleistenheizung/Wandtemperierung wird allein nach der gängigen Methode der Heizlastberechnung nicht in der Lage sein, die Wärmemenge zu liefern, die nötig ist, um einen sehr spärlich gedämmten Altbau auf ein zeitgemäßes Niveau zu erwärmen. Bisher sind die Verfechter dieser Methode auch den Nachweis schuldig geblieben, das sie in "normalen" EFH-Zusammenhängen funktioniert.

Ich würde grundsätzlich erst einmal die Möglichkeiten einer fachgerechten und bauwerksgerechten Dämmung in Ihrem Falle untersuchen wollen. Das kann auch eine moderate Innendämmung sein. Es geht in erster Linie um die sog. "Behaglichkeit", nicht um eine maximale Energieeinsparung. UNd dazu gehören Wände mit einer Innenwandtemperatur, die max. 2-3°C unter der der Raumtemperatur liegen sollte = der "Behaglichkeitsfaktor" Dazu kommt, das kalte Innenwände gefährdet sind für Kondensatausfall und Schimmelbildung.



Temperierung



Hallo Bibi,

schau mal hier nach: http://www.konrad-fischer-info.de/7temp06.htm

Grüße, Gerhard



Nicht-Kondensation, Innendämmputz, Coanda, Radiatherm, Hypothermal, Solar-Luft-Haus, Bio-Solar-Haus, Trubadu, Feuchtemanagement



Natürlich muß man das Gesamtpaket sehen, wozu natürlich auch Nutzung, Ansprüche, Budget und Baurecht gehören.

Bei einem anderen Thread habe ich feststellen können, daß nicht nur zwischen Teddybärenwerfern und Skeptikern ideologische Kämpfe geführt werden, sondern auch um Dämmstärken.

Wenn es nun um ein Gesamtpaket geht, dann gibt es 100 Möglichkeiten zu streiten ... und es gibt hier Spezialisten dafür.

Darum nur Recherche-Anregung:
Nicht-Kondensation durch milde Oberflächen-Wärme zur Wandheilung ist der umgekehrte Tropfen, der den Stein trocknet ...

Innendämmputz kann den notwendigen Wärmeeintrag reduzieren, d.h. die notwendige Heizleistung, und kann kapillaroffen ausgeführt werden mit Kalk, reinem Kalk, der aber nicht idealisiert werden muß. Verputzen 'kann jeder' mit einer Intonacatrice Tigre, dem PutzSpritzTiger und Abziehschlitten wenn es nachher so aussehen darf wie bei alten Wänden ... wenn man keine Filzmaschine von Eibenstock hat. (Bei Dämmung/Hitzeschutz ist man in einem Minenfeld, aber Perlit-Putz, Hanffaser.de [dort gibt es Feuchteproblematik-Info] und Hanfschäben-Luftkalk-Platten sind mir persönlich sympathisch ... und man arbeitet damit lieber als mit Zement, Miwo etc.)

Heizleisten etc. funktionieren durch die Coanda-Strömung, d.h. die aufsteigende Luft bleibt an der Wand kleben und die Wand strahlt die Wärme in den Raum.
Selbst bei Grosseschmidt gibt es unterschiedliche Leitungsdichte und (Fenster)Verlustkompensation.

Radiatherm, Hypothermal etc. haben durch Heizregister, d.h. Lamellen oder Drahtgeflechte die 10fache Wärmeabgabe ... und die Luftwärmewandheizung mit Hypokauste ist auch eleganter als Warmwasserschlangen ...

Beim Luft-Solar-Haus wird das Dach als Solarkollektor genutzt, um die Bodenplatte als Solarspeicher aufzuladen. Beim Bio-Solar-Haus(Earthship-Variante) wird von Heizkosten von 350,- EURO/Jahr mit Low-Tech geredet und mit Trubadu kann man sich einen Luft-Solar-Kollektor selber bauen, der Luft erwärmt und damit trocknet und damit gegen Muff helfen kann ...

Für alle diese Lösungen gibt es Referenzen, wobei mir jemand von der GDKE RLP eine Großeschmidt-Referenz in der Art gab: "Für mich okay, aber meine Frau ..."
Und hier in der 'Scheune' habe ich einen Plattenheizkörper von 180 x 60 cm, der strahlt und bei so einem milden Winter für heimelige 13° bis 14° sorgt und ich denke, daß die günstigste Lösung gegen Kondensation einfach ein Temperierungsring und ein Luftsolar-Kollektor wäre ... aber es ist nicht drängend.

In hochgelegenen Teilen der Eifel gibt es die Hecken, die vor Windchill schützen, während in einem tief eingeschnittenen Tal auch entweder eine Art Düse oder Kaltluftsee bzw. Nebelloch entstehen kann und so wäre auch die Lage, die Nachbarschaftssituation etc. wichtig.

So hat seit über 35 Jahren schon eine Verglasung für die Veranda eines Hauses auf einem Bergrücken signifikante Solargewinne geschaffen und Windverluste verringert und heute gibt es schöne Lösungen von Solarlux, d.h. ganze Glaswände, die man verschwinden lassen kann ... so kann man auch jahreszeitliche ('Außen')Wohnräume schaffen

Die Fixierung auf spezielle Lösungen ist ein Problem, weil man dann mit dem Schraubenzieher Nägel und mit dem Hammer Schrauben 'behandelt', während gerade die Mischung die Lösung sein kann.

... da würde ich einen regionalen Architekten oder mehrere konsultieren, wie beim Arzt ..., der(die) zeigen sollte(n), ob er die Gesamtsituation (Wohntraum, Lage [Sonne, Wind, Nebel, Vegetation], Nachbarn [Sichtschutz, Lärmschutz, Optik], Haus [Umbau], Heizung, Baurecht [Abstände, Höhen, GRZ/GFZ, Gestaltungssatzungen], Budget, Eigenleistung) würdigen kann.



Konfusion



Ja der Herr Berges,
der tut wissen damit wir Unterweisung tun...

Haben Sie wieder was geraucht, Herr Berges?



Was ich schon beim Schreiben 'wußte' hat sich 50% bestätigt, aber kann auch noch 'Dresden' sich entblöß(?)en ...



"... dann gibt es 100 Möglichkeiten zu streiten ... und es gibt hier Spezialisten dafür."

In Nerd-Foren nennt man so etwas 'ad hominem' und auch wenn ein 'Faß-Aufmacher' (Oder Faß-Macher) beim Prügeln auf den Dachdecker nicht dabei war, so gibt es doch Brüder im Geiste, wobei der 'Verbal-Schläger' auch noch mit Konsequenzen gedroht hat - augenscheinlich in Bezug auf Amortisations-Zeiträume, Dämmschicht-Dicken.) 'Plaisanterien' sind okay, aber Domplatte-Niveau (ist mehrdeutig, weil die Domplatte ja domfeindlich ist und die Treppe geraubt hat)?

Wenn die 'göttlichen Fachleute' zur Abwechslung einmal sachlich werden könnten, dann wäre es schon ein Wunder.

Aber ich bin ja ein 'beetle' und kein 'beetlejuice' wie 'Die bekannten Verdächtigen' und habe natürlich als Nichtraucher auch nicht zuviel geraucht (sondern nur getrunken, wobei Eppinger Bräu das beste Weizenbier war ... obwohl es erst nach dem Aufstehen war) ... da nehme ich solche Angriffe unter der Gürtellinie wie der Beetle in der US-VW-Käfer-Werbung der 60er-Jahre.

Doch um noch nachzulegen: Für mich war Mohammed ein weiser Mann, weil er den 'selbstbesoffenen' Arabern den Alkohol verboten haben soll ... doch vielleicht sollte man (Ost-?)Postern auch den Alkohol verbieten ... weil Rauchen dem Hörensagen nach friedlich machen soll, während Alkohol enthemmen soll und manche Poster keine Hemmungen mehr haben.

Aber um von der terrorisierenden Hand- oder Hand-Finger-Anzahl-Voll von ... hier auf Fachwerk wegzukommen:
Die Links bzw. Suchbegriffe bilden die Thematik ab und der (in Bezug auf das Bau-Vorhaben) regionale Architekten-Nachbar Prickartz (In Aachen gab es ein Bürobedarfshaus ... mit dem Namen ... habe immer noch die Aufkleber von Zweckform ... ob die noch Kleben ... mein Vater war mir immer peinlich mit solchen Worten in Bezug auf Helmut Schmidt in Norwegen ...) ist gefordert, das gesamte Ensemble zu würdigen und dies auch vor dem Hintergrund des Wettbewerbs.

In Avignon ('Palais du pape' ... und nicht 'Palast der Pappenheimer') hat mich ein Penner (das meint jetzt nicht Beteiligte) aufgefordert, wieder aus meiner Milch zu trinken, aus der er trinken wollte, um Ärger zu provozieren, aber ich habe mich nicht provozieren lassen. Aber von den üblichen Verdächtigen hier lasse ich mich noch weniger provozieren, weil über das Keyboard weniger Ansteckungsgefahr droht als über die Lippen und Mundschleimhaut.

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Die Zärtlichkeit für das Haus muß im Vordergrund stehen und nicht die Zärtlichkeit für das 'unfassbare' Ego.
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Und da habe ich eine gewichtete Linkliste (bzw. Google-Liste) gegeben, die ein Mehr an Information gegeben hat.

Diese Linkliste ist nur eine Empfehlung dafür, herumzulaufen und zu recherchieren ... mit Cut-and-paste im Suchfeld ... statt 'Blank' im Suchfeld ...

Da kommt man naiv wieder einmal vorbei und 'Die üblichen Verdächtigen' kommen einem einfach wieder genauso blöd!



Sanierungs- und Heizkonzept



Beate weiß nun sicher aufgrund der Beiträge genau, wie sie vorgehen kann....???

Ich vermute, dass nicht nur ein Konzept zur Heizung sondern zur gesamten Sanierung notwendig ist.
Also ein qualifizierter Heizungsbauer allein wird nicht die Lösung bringen können.

Großeschmidt-Konzepte werden zur Temperierung von öffentlichen Gebäuden, bei denen nicht in die Bausubstanz eingegriffen werden kann, hilfreich und kostensparend sein-
dafür wurden sie ja ursprünglich entwickelt.

In solchen Gebäuden duschen die Besucher aber nur selten und laufen auch eher mit normaler Straßenbekleidung herum.

Das Temperaturniveau ist dabei eher niedrig, schon um keine zu großen bauphysikalischen Änderungen gegenüber den ursprünglichen Verhältnissen zu bewirken und weil es aufgrund dicker Mauern, hohen Decken, offenen Räumen und zur Heizkostenreduzierung gar nicht anders möglich ist.

Leider gibt es kaum Adressenangaben von alten, ungedämmten Wohngebäuden, die so beheizt werden und besucht werden können, um sich selbst eine Meinung zu bilden-ich würde mich gerne von funktionierenden praktischen Beispielen überzeugen lassen.

Meiner Kenntnis nach ergeben aber eine KWh Heizmaterial nur immer max eine KWh an Heizleistung (Verluste sind davon abzuziehen).
Da Heizleisten oä. bei unter Null Grad Außentemperaturen kaum mit 35 Grad betrieben werden können, sind Niedertemperatursysteme wie Brennwertgeräte und Wärmepumpen sicher unwirtschaftlich und auszuschließen-
und wie sollen große Wärmeverluste mit wenigen KWh's ausgeglichen werden? Es gibt doch so etwas wie Energieerhaltungssätze.

Heizungsbaubetriebe werden Wandtemperierungen auf ungedämmten Wänden aufgrund schwieriger Gewährleistung kaum einbauen können.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei einem kaum gedämmten Altbau mit enormen Wärmeverlusten eine solche Heizung funktionieren kann- habe bisher aber auch noch niemand getroffen, der das versucht oder zur Zufriedenheit umgesetzt hat.

Bis dahin würde ich bei dicken Steinwänden in den meisten Fällen Innendämmung und Wandheizung für sinnvoll und möglich halten (oder große Flächenheizkörper mit hohem Strahlungsanteil)-
zur Trockenhaltung des Mauerfußes und zum Kondensatauschluß bei einbindenden Holzbalkendecken evt zusätzlich verlegte Vor- und Rücklaufrohre über Fußboden und unter der Decke.

Gute Fußbodendämmung und Dämmung der obersten Geschoßdecke (oder ggf des Daches) gehören ganz überwiegend zu den wirtschaftlichsten Maßnahmen.

Natürlich muß dabei immer das Gebäude in seiner Gesamtheit beurteilt werden.
Isoliert vorgenommene Verbesserungen auf einer Seite können an anderer Stelle Schäden hervorrufen.

Steht das Gebäude denn in Köln oder der Eifel?
dort sind die Temperaturverhältnisse doch ganz andere (ich habe mal im Winter bei Kalterherberg an der belgischen Grenze gewohnt- nomen est omen!)

Wenn du Infos zum Gebäude mailst-Pläne, Bilder etc- kann ich mich dazu äußern oder mir das ansehen wenn ich wieder nahe Köln bin.
Es wird interessant für dich sein, unterschiedliche Varianten und Beurteilungen mit jeweiliger Begründung zu erfahren.

Andreas Teich



Interessant,



dieses Forum ;-).

Vielen Dank für die Beiträge, ich werde mich mit dem einen oder anderen Ansatz erst einmal befassen wollen, bevor ich dazu Stellung nehme.

Ich wünsche allen noch eine kuschelig-warme Januarwoche und sende freundliche Grüße,

Bibi



Wandtemperierung



Mein Rat: Finger weg!
Es gibt viele, für die die Temperierung der Weisheit letzter Schluss ist; nur bis heute gibt es keine Nachweise über Referenzobjekte.

Eine sinnvolle Möglichkeit ist eine moderate Innendämmung und darauf eine Wandheizung.
Unter dem Link
https://www.energie-effizienz-experten.de/energieeffizienz-experten-fuer-foerderprogramme-des-bundes/
findet man kompetente Energieberater.
Für die Beratung gibt es Fördermittel.

Einige Beiträge lassen auf ein Esoterikforum schließen;-))



'Esoterik' nennen Fundamentalisten alles, was nicht ihre reine Lehre ist



Was soll daran esoterisch sein, wenn man
- die verschiedenen Aspekte aufzählt, dann noch
- Futter (Produkt- und Firmennamen) für die Recherche liefert und
- empfiehlt mindestens 2 Architekten zu konsultieren, die die gesamte Situation würdigen?

Was soll daran esoterisch sein, wenn man je nach Wärmebedarf und Wärmequellen konzipiert und dabei die realen Kosten im Auge hat, statt Phantasie-Rechnungen (ähnlich zu Lebensversicherungs-Traumrenditen etc.) von Einsparungen zu präsentieren? (Da hätte es viele Leute vor Kapitalverlusten bewahrt, wenn sie 'Esoteriker' gewesen wären.)

Warum ist eine Skalierung von einfacher Temperierung bis hin zu kompletter Heizung von Boden, Wand, Decke, Badewanne esoterisch? Warum ist die Berücksichtigung von allen Wärmequellen, Wärmespeichern etc. esoterisch?

EnEV ist wie viele anderen Normen zuerst ein Marktzugangshindernis-Werkzeug und Verkaufsförderungsmittel und die Jünger der Klimareligion genießen es Ketzer zu verfolgen, die zum Nachdenken anregen.

Und bei Energiesparmaßnahmen gilt wie in vielen Bereichen, daß man die letzten Promille an Einsparung teuer bezahlen muß und schauen muß, ob man nicht den Ansatz ändern muß.
(Die S-Kurve der Optimierung, die sich am Ende abflacht, d.h. es wird immer aufwändiger Ergebnisse zu verbessern.)

Die Klimareligions-Fundamentalisten hängen an ihrem Glaubensbekenntnis und bekommen Angst, wenn man hemmungslos die Möglichkeiten austestet oder auch nur erwähnt, die die Realität bietet.

...

Jetzt habe ich erst einmal wieder genug für ein Jahr ;-((



Leute mit vernünftigen Ansichten



Sind hier nicht erwünscht, oder halten es einfach nicht aus.
ich könnte es evtl nachvollziehn.
Hätten die Leute genug Arbeit, könnten sie sich nicht in Foren rumtreiben.
Schon schwierig hier.
gruß



Einladung zur Fachdiskussion



Hallo Frau Lyrmann,

klar kann man wissen, wo die Reise hingehen soll.
Ich sage Ihnen jetzt ganz einfach: Die HAUS 2016 vom 25. - 28. 02 2016 in Dresden auf den Gemeinschaftsstand der
Fach-Hand-Werker in der Messehalle via mobile.

Da können sie all ihre Frage loswerden und sehr kompetente Infos mit nach Hause nehmen.
Und Dresden ist zusätzlich eine Reise wert.

FG Udo Mühle



Eindruck