Wandaufbau Fachwerkinnendämmung

07.06.2013



Diese oder ähnliche Fragen mögen hier wahrscheinlich immer wieder auftreten, trotz der Tatsache, dass man sich hier gut einlesen kann und die einschlägigen Tipps zur Innendämmung wie aufbringen einer Holzfaserplatte, vormauern einer Leichtlehmziegelschale, Stampflehmschale kennt.

Meine Situation ist diese, dass wir vermutlich im Laufe des nächsten Jahres unseren Wohnort wechseln müssen (beruflich)
Bisher leben wir in einem eigens entworfenen und großteils in Eigenleistung erstellten Holzrahmenbau-Einfamilienhaus, Aufbau von innen nach aussen: 12mm Gipskarton, 10mm Sperrholz, Installationsebene mit 60mm Wolle, Holzständerwerk mit 140mm Wolle, aussen Holzfaser, dann Klinker

In Frage kommt eine Gebrauchtimmobilie, und in der Region sind Fachwerkbauten relativ verbreitet. Soweit wir nichts nachweislich einwandfrei saniertes finden, würde ein Objekt mit Kernsanierung ebenfalls in Frage kommen (Ich bin Zimmermeister und habe einige Jahre in einer auf Fachwerkinstandsetzung spezialisierten Zimmerei gearbeitet)

So, und jetzt die Eigentliche Frage:
Was haltet ihr von folgendem Wandaufbau:
Aussen->Innen
-Fachwerk mit Ausfachung
-Innen ggf einen Lehm-Ausgleichsputz
-Stampflehmdämmung mit Holzständerwerk (Glas, oder übliche Additive untergemischt)
-Darauf 12mm OSB und dann 12mm Gipsplatte

Ist der Aufbau verträglich oder ist es zwingend notwendig eine Lehmbauplatte mit Putz und ggf Wandheizung einzubringen?



Warum????



Der Aufbau beginnt so gut, sogar mit einem Lehmausgleichsputz der eine gewisse Winddichtigkeit bringen wird, aber warum dann OSB und Gipskarton.
Sämtliche positive Eigenschaften des Lehmaufbaues werden durch OSB und Gipskarton in gewisser Weise abgeschirmt.

Mit Grüßen
Danilo



Erläuterung vergessen



Da habe ich wohl nicht zuende geschrieben,
für mich liegen die erfahrenen Vorteile einer durchgängigen Sperrholz oder OSB-Lage auf der Hand: Es lässt sich überall ohne Probleme etwas an der Wand befestigen - Auch mal ein Wandschrank. Und das ohne zu dübeln.

Ein Wandaufbau mit Gipskarton als Decklage ist außerdem sehr zeitsparend aufzubauen - Der Stampflehm sollte natürlich getrocknet sein.



Dann spar...



... Dir doch das ganze Getöse mit dem Stampflehm und setz 'ne flexible Holzfaserplatte mit 60mm als Dämmung an und zieh die dann übers Ständerwerk glatt...

MfG,
sh



Hallo Daktari,



bei dem Innendämmsystem von Haacke Cellco (Wärmedämmlehm) wird das Lehmdämmungsgemisch hinter einer verbleibenden Sparschalung eingebracht und verdichtet. Mit diesem System hätte man schon ein Haufen Holz in der Wand, um später auch tonnenschwere Wandschränke befestigen zu können.

Mit Grüßen
Danilo



Wandschränke



Also wenn ein paar Wandschränke der einzige Grund sind nach einer aufwändigen, ökologisch einwandfreien, diffusionsoffenen und wohngesunden Leichtlehminnendämmung alles mit OSB und Gipskarton zu verkleiden, zu spachteln und dann am besten noch zu tapezieren und zu streichen... Ich weiss nicht ob die Wandschränke da nicht etwas überbewertet werden bzw ob hier etwas eingleisig gedacht wird was die Befestigung angeht. Mit freundlichen Grüßen, Christoph



Anstatt der OSB und Gipskarton...



einfach mit Lehm verputzen... Raumklimatisch und Bauphysikalisch sinnvoller.
Die OSB wirkt als Dampfsperre und das kann an Fachwerkaußenwänden zu Feuchtigkeitsschäden durch Schlagregen führen. In den geplanten Bereichen kann für Wandschränke einfach eine Bohle in der Leichtlehmschüttung eingelassen werden.

Gruß aus Nordhessen