Wandheizung auf Multipor Dämmplatten

04.01.2012



Ich würde gerne an den Außenwänden meiner "neuen" Wohnung in einem 100 jährigen Sandsteinhaus in zwei nebeneinanderliegenden Räumen eine Wandheizung auf 60-er Multiporsteinen anbringen. Die Fläche der Außenwände ist gering deshalb möchte ich die Wandheizung noch an der jeweils angrenzenden Innenwand verlegen. Dort natürlich ohne Multipordämmsteine.
Kann ich auf den Multiporsteinen mit Lehmputz arbeiten und dann an den Innenwänden mit Kalkputz weitermachen?
Muss ich die Innenwand zum angrenzenden Raum vor dem Anbringen der Heizung mit Kork oder ähnlichem dämmen?
Es handelt sich um Schlaf und Wohnzimmer mit entsprechendem Temperaturunterschied.
Ich beschäftige mich erst seit einer Woche mit diesem Thema und freue mich über jede hilfreiche Antwort.
Grüße von der Sanierungsmaus





Hallo,[pubimg 20259]

auf Multipor können Sie sowohl mit Lehm, als auch Kalkputz arbeiten.
Die Befestigung der Heizungsrohre wird aber wohl nur funktionieren wenn diese durch die Platten in die massive Außenwand reicht.
Unter die Innenwand muss natürlich keinerlei Dämmung, wozu auch?
PS
Ich halte Multipor als Innendämmung für äußerst ungeeignet, produktionsbedingt sind diese hydrophob, die Anforderungen an eine solche Dämmung ist aber das sie hydrophil ist.

Grüße





Hallo Sanierungsmaus,
hab mal Ihre Frage aus meinem Profil hier reinkopiert.
Sie wollen ja sicher nicht nur meine Meinung hören.
O. Struve

sanierungsmaus | Eintrag löschen

04.01.12 - Hallo,
vielen Dank für die erste Antwort. Ich habe diesen Einwand (hydrophob) schon in der Community gelesen. Allerdings habe ich in der Wohnung keinerlei Probleme mit Feuchtigkeit oder Schimmel. Ich möchte nur verhindern dass zuviel Wärme verloren geht wenn ich an der Außenwand überhaupt nicht dämme (Wandheizung). Ob ich die Innenwand gegen Wärmeübertragung in den angrenzenden Raum dämmen sollte ist mir auch noch nicht ganz klar. Es gibt eben sehr viele Meinungen zum Thema.
Ich möchte mit Lehmputz an der Außenwand arbeiten weil dieser von den Eigenschaften her ideal ist für eine Wandheizung - an den Innnenwänden sind viel größere Flächen zu Verputzen und vermutlich gestaltet sich das Verputzen mir Kalkputz einfacher und auch kostengünstiger. Über die verschiedenen Preise zu den angebotenen Produkten muss ich mich erst noch schlau machen.
Grüße von der Sanierungsmaus
Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen. Konfuzius

Mitglied der Fachwerk.de Community(Profil)
sanierungsmaus | 04.01.12





Und hier gleich noch meine Antwort.


Das Sie jetzt noch kein Feuchtigkeitsproblem haben ist ja gut und schön.
Durch die Innendämmung wird aber die massive Außenwand mehr auskühlen als vorher. Das heißt die Wahrscheinlichkeit des Kondensatausfall zwischen Dämmung und Wand steigt erheblich.
Dieses Kondensat muss die Dämmung möglichst schnell an die Raumseitige
Wandoberfläche transportieren können.
Da ist Ytong halt nicht das non plus ultra, daher auch die teilweise erhebliche Preisunterschiede.

Grüße
Oliver Struve



Zu Innendämmung mit Wandheizung



Auch ich halte Multipor nicht als unbedingt geeignete Innendämmung in kombination mit Wandheizung. Problematisch wird die Befestigung der Wandheizung in den Multiporplatten.
hier empfehle ich eher Holzweichfaserplatten einzusetzen. Wichtig ist die Detailplanung der Anschlusspunkte der Dämmung an Innenwand, Boden und Decke. Wärmebrücken sollten tunlichst vermieden werden, da diese sich negativ auswirken können.
Für genauere Informationen zu Wandheizung an den Aussen- und Innenwände empfehle ich ihnen unser Forenmitglied

Meurer NATÜRLICHES BAUEN GmbH
Gerd Meurer, Sachverständiger für Lehmbau
Am Ufer 17
56070 Koblenz
Tel.: 02 61/3 10 69
Fax : 02 61/3 10 70
eMail: info@lehmbau.com

der kann Ihnen zu diesem Thema mehr sagen und Sie dementsprechend beraten.

Grüsse



Bei uns ist das so gemacht worden (FW Außenwände).



Ich habe auch, als ich auf der Baustelle große gelb verpackte Paletten mit der Aufschrift Yton gesehen habe, gleich das kalte Grausen bekommen, tatsächlich ist das aber kein Porenbeton, sondern eine zementgebundene Ca-Silikat Platte.

Wenn man sie draußen liegen lässt, nimmt sie Wasser auf wie ein Schwamm und der Hersteller deklariert sie explizt für diesen Zweck (Innendämmung, auch im Fachwerk mit Lehmputz) und bezeichnet sie als kapillaraktiv.
Wenn die Dinger nass werden hat man auch gar nicht den Eindruck, sie wären hydrophob.

Ob das alles stimmt, kann ich aus eigener Erfahrung aber erst in paar Jahren sagen.

Die Befestigung der Wandheizung war unspektakulär, dafür gibts passene Materialien, die durchgehen, bei HWF wird man ähnliches wahrscheinlich auch benutzen, oder?
Im Übrigen werden von der Fa. selbst verschiedene Befestigungsmöglichkeiten für allerhand Zwecke und zum Aufhängen angeboten.

Die Wahrheit wird aber erst viel später ans Licht kommen, bei allen Materialien.

Ich wünsche eine weise Entscheidung!

Götz





Genau hier liegt ja auch der Unterschied: Während die Ca-Si-Platten als kapillaraktiv einzustufen sind, ist der Multipor ab Werk hydrophob eingestellt.
Deshalb halte auch ich diesen für die Innendämmung als nicht für alle Anwendungen geeignet. Das Material ist auch recht spröde und zuweilen brüchig, was die Befestigung der Heizschleifen erschweren dürfte.

Machen würde ich das so nicht, dennoch dürfte es kaum zu einem Kondensatausfall im (selbstverständlich hohlraumfreien) Verbindungsbereich zwischen Bestandsmauerwerk und Multipor kommen, da durch den Heizungsbetrieb der Multipor auch erwärmt wird. Wenn die Außenwand nicht beheizt wird besteht hingegen dieses Risiko. Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.



Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Kapilarität



ist das Schlagwort.
Und hier schneidet, wie meine Voredner beschreiben haben die Mulitor Dämmplatten schlechter ab als z.B. Weichholzfaser oder andere Dämmstoffe.

Grüße