Wandheizung: Verlegeart

20.08.2019 Philipp



Hallo Zusammen,

ich habe das Problem, das ich einen nicht Wandheizung erfahrenen Heizungsbauer.

Es hat sich so ergeben, da ein Bekannter dort Arbeitet. Nicht falsch verstehen, die Firma hat super sauber und professionell gearbeitet. Weiter habe ich mir gedacht die Rohre kann ich selber verlegen.

Heizung und Heizkreisverteiler stehen. Die Berechnung hat der Hersteller der Rohre gemacht. Daraus haben sich Anzahl Heizkreisverteiler und Heizkreise ergeben. Teilweise auch zwei bis drei Heizkreise pro Raum. (Bei einem großen Raum, ca 28qm). Finde ich schon bissle viel, aber hat anscheinend wegen gleichmäßgier Rohrlänge und maximale Rohrlänge seinen Grund..

Der Hersteller der Rohre sagt lt. Heizungsbauer das ich diese bifilar, also Schneckenförmig Verlegen soll, da gleichmäßige Erwärmung der Wand und weniger Spannung auf den Putz.
Da habe ich keine großen Bedenken, da Lehmputz verwenet wird.

Nun habe ich dem Heizungsbauer aber gesagt, da ich so viele Fenster habe und nicht viele große Flächen am Stück und das das mit der Schneckenform ziemlich blöd zu verlegen ist. Er hat dann gemeint er klärt das ab und als Ergebnis kam: Ja kannst auch einfach quer verlegen. Der Hersteller meinte angeblich: So nicht normal, aber geht schon, blah blah...

Nun bin ich sehr verunsichert und trotz meiner "Fachbücher" und Forum weiß ich nicht wie ich die Wandheizung verlegen soll...

Habt ihr Tips für mich, bzw. Grundlagen?

Zuerst mit dem Vorlauf an der Schwelle entlang, um die Fenster und dann die freien Flächen "füllen"...? Bezüglich Wärmebrücken.

Die Wand ist von innen isoliert und Halteschienen sowie Rohre sind vorhanden ;-)

Vielen Dank im Voraus.

Grüße
Philipp



gibt einige möglichkeiten an die sache ranzugehen



man kann beide verlegearten kombinieren um vor und Rücklauf nebeneinader laufen zu lassen .
quasi bifilar mäandernd.
du legst die ersten schlangen mit größerem Abstand ( immer ein kleiner bogen und ein großer) , kehrst bei halber rohrlänge um und fährst zwischen den warmen vorläufen wieder zurück.

hab ich teilweise so gemacht.
teilweise hab ich vorlauf unten mäandernd hoch, ein oder zweimal knapp ums fenster (laibung) geführt und rücklauf oben zurück...
hat den nachteil, daß die temp nach oben abnimmt.

das sollte man sinnvoll anwenden um gleichmäßige temperaturen zu erhalten oder gezielt wohlfühlzonen zu erstellen.

da ich alle decken auch beheizt habe, ist bei mir der vorlauf der wände meist unten.

ist die berechnung denn ordentlich gemacht worden? sind die rohrlängen wirklich einigermaßen gleich, oder gibt es sehr lange UND sehr kurze kreise? ( so ala : 25m bis über 100m? ) dann würde ich das lieber nochmal anpassen.

und was hat das obige bild mit der Schalung mit der WH in Lehm zu tun?
hast du flexible Dämmung ohne kapilare anbindung verwendet?



variante mäandernd



zwei Kreise auf dieser Wand, Deckenrandzone VA10. Rest der Decke Va15 (auf dem Foto noch nicht dran)

Hab bisher auf 2 Etagen 20 Kreise zwischen 70 und 95 m. Das lässt sich gut abgleichen ohne einzelne Kreise totzudrosseln.



Verlegeart



Vielen Dank für eure Antworten!

Ja die Berechnung schaut ordentlich aus.
Bei größeren Flächen sind es mehrere Heizkreise.
Ja es ist eine kapillare Innendämmung.
Ist ein Kork-Lehmgemisch das in eine Wanderschalung eingebracht worden ist.
Auf dem Bild im ersten Eintrag läuft die Schalung über die Fenster. Wurde schon freigesägt.
Auf die Holzbretter kommen die Klippschienen für die Wandheizung und dann wird mit Lehm verputzt.

Grüße
Philipp



Bild 2



Bild 2



Grundsätzlich ist es egal wie das Rohr verlegt wird.



Es gibt Gründe Vor und Rücklauf nicht dich aneinander zu legen da sich sonst die Temperaturen angleichen. Auch macht eine sehr enge Verlegung, gerade bei Lehm keinen Sinn das dadurch nicht mehr Wärme übertragen wird.

Die Dimensionierung der Wandheizung hängt natürlich von max. Vorlauftemperatur und der Spreizung ab.

Grundsätzlich sollte die Dimensionierung nach dem raumweisen Wärmebedarf erfolgen.

Ich empfehle auch auf den hydraulisch Abgleich zu achten. D. H. die entsprechenden Durchflussmengen sollten am Heizkreisverteiler eingestellt werden.

Grüße Gerd