Wandheizung WEM vs. Sera

03.02.2013



Hallo,

ich habe ein Fachwerkhaus, welches gerade saniert wird. Unter anderem bekommt es eine Innendämmung und soll auch eine Wandheizung bekommen. Mein Heizungsbauer möchte unbedingt das System von Sera verbauen. Er ist der Meinung, dass sich die Kunststoffrohre von Wem nicht mit Lehmputz vertragen und dieser reißen würde.

Kann mir jemand was zu den Vor- und Nachteilen der beiden Systeme sagen? Wieviel teurer ist das Sera-System im Vergleich (von denen habe ich keinerlei Preise gefunden)?

Schließlich habe ich teilweise Probleme, dass die Flächen an der Außenwand nicht ausreichen. Ich vermute ja, dass man mit dem System von WEM flexibler ist, sicher bin ich mir da aber nicht.

Hat vielleicht irgendwer in meiner Nähe (Mittel-/Nordhessen) eine entsprechende Wandheizung in Betrieb, die man sich einmal ansehen könnte?

Gruß,
Tina



Wandheizung



Hallo Tina,

ich kann dir zwar niemand in deiner Nähe benennen, da ich aus Süddeutschland komme. Wir haben unser Fachwerkhaus auch mit Wandheizung belegt und anschlißend mit Lehm eingeputzt. Unser System ist von Logitherm, entspricht aber dem System von WEM. Wir haben 14er Rohre, die wir in Eigenleistung ganz einfach und ohne Probleme an den Wänden verlegt haben. Danach mit Lehm bis auf die Rohroberfläche eingeputzt und danach mit dem Feinputz fertig verputzt.
Die Wandheizung funktioniert hervorragend - tolle Wärme und kein einziger Riss im Putz.
Obwohl ich anfangs auch noch etwas mistrauisch war haben wir uns für eine Wandheizung entschieden, damals primär auch um die Wände trocken zu halten.
Die Rohre bestehen aus den Üblichen Verbundwerkstoffen (Kunststoffe mit Alukern).
Das Wandheizungssystem von Sera habe ich bisher nicht gekannt. Da wäre mir der Rohrdurchmesser zu gering, wenn man die Bilder betrachtet - Gefahr der Verschlämmung ?

Ich hoffe ich konnte ein bischen weiterhelfen.


Liebe Grüße


Peter



Hallo Tina



Das Konzept und auch die Auslegung der Fläche von WEM sind durchdacht. Nicht nur die schnelle trockene Variante sondern auch die Möglichkeit flexibel die einzelnen Systeme mit einander zu verknüpfen. Ich hatte einen Kunden de sich sicher bereit erklären würde dir eine funktionierende Wandheizung vorzuführen. Möchte aber und ich hoffe du verstehst es, seine Tel. Nr. hier nicht hinterlassen.
Ruf mich einfach mal an, vielleicht finden wir eine Lösung
Zu dem System von Sera kann ich nicht viel sagen. Aber ich habe mich damals auch in meinem Haus für das System von WEM durchgerungen (2006) und bis heute ohne Risse im Putz.
Mit freundlichem Gruß
Die Lehmschwalbe
Ralf



Wandheizung Verbundrohr vs. Kupferrohr



Hi Tina,
es gibt auf dem Markt jede Menge Systemhersteller für Wandheizungen.
Es gibt Argumente dafür und dagegen. Das ist hier aber nicht der Punkt.
WEM verwendet Verbundrohr (innen + außen K'stoff, dazwischen Al), Sera verwendet Kupferrohr. Auf deren Website sind leider keine technischen Daten zu finden.
Der Ausdehungskoeffizient bei Kupfer beträgt 0,017 mm/mK und bei Verbundrohr 0,026 mm/mK.
Das ist bei den üblichen Längen der Registerleitungen für einen geeigneten Heizputz kein Problem; da reißt nichts.
Und flexibel sind beide Systeme.
Über die Wärmeleistung habe ich auch nichts auf der Seraseite gefunden.
Man muss aber kein System nehmen. Ein Fachmann kann das auch ohne.
Die Heizleistung einer Wandheizung liegt bei ?m = 32,5°C (35/30) bei ˜ >95 W/m2; es gibt aber Systeme, die das nicht erreichen.
@Peter
Verschlammen tut da nichts; das passiert nur bei Sauerstoffeintrag ins System und sowohl Kupfer als auch Verbundrohre sind diffusionsdicht. Und bei einem alten Wärmeerzeuger sollte man über einen neuen nachdenken oder einen Wärmetauscher zwischenschalten.
Noch ein Wort zu den Kosten: Kupferrohr ist deutlich teurer als Verbundrohr; es ist langlebiger und man kann es einfacher recyclen. Aber Verbundrohr ist durchaus ok. es hält schon ein Gebäudeleben aus.
Ich selbst verwende es überwiegend.
Viel Erfolg.



Danke



Hallo,

schon einmal Danke für die Antworten. Es ging mir jetzt auch eher um den Unterschied Kunststoff vs. Kupfer, weniger um die Marken.

Kann mir noch jemand was sagen, was benötigte Wandflächen und Verlegeabstand der Rohre angeht? Kann man damit wirklich was machen, oder macht das kaum was aus?

LG,
Tina



Welches System...



... aus dem WEM-Baukasten ist denn angedacht?
Mich haben bei den Fertig-Registern immer schon die "versenkten" Pressfittinge irritiert, obwohl mir kein Schadensfall bekannt ist. Außerdem wird das Zusammenkoppeln hydraulich unübersichtlich und die Querschnittsverengung bei den Pressfittingen ist ebenfalls nicht ohne.

Die Auslegung einer WH gehört unabhängig vom Produkt/Hersteller in die Hand eines Menschen, der sich mit sowas auskennt. Das betrifft dann Heizlastberechnung, Fläche, Rohrabstand, Kreislänge und -Aufteilung, Auslegungstemperatur, Regelung, Abgleich, etc.
Wenn Dein Heizi sich mit WEM nicht auskennt, macht es idR. keinen Sinn, ihn dazu bewegen zu wollen...

Nebenbei: auch Innenwände können (zusätzlich) belegt werden.

Zu Sera kann ich technisch gar nichts sagen, allerdings wird man wohl neben dem Material auch den Namen mitbezahlen müssen.

Auch andere Väter haben hübsche Töchter, der WEM-Baukasten ist ohnehin größtenteils aus OEM-Produkten aufgebaut...

MfG,
sh



Wandheizung



Hi Tina,
aus der Heizlast (Wärmebedarf) und der zur Verfügung stehenden Wandfläche wird die erforderliche Wärmeabgabe errechnet. Der Verlegeabstand liegt zwischen 10 und max. 30 cm. Über die Heizleistung hatte ich schon geschrieben. Irgendwie hat der Computer das Theta in ein Fragezeichen verwandelt. Also: bei einer mittleren Heizmitteltemperatur von 32,5 °C und einer Spreizung von 5 K (Vorlauf = 35 °C und Rücklauf =30 °C leistet eine Wandheizung bei einem Verlegeabstand von 10 cm ˜ 95 W/m2.
Das ganze sollte von einem Fachmann oder einer Fachfrau angesehen, geplant und ausgeführt werden. Wenn man nicht auf ein "System" geht und der Heizungsmensch mitspielt, kann man mit dem Verlegen der Rohre (nach Anleitung) 'ne Menge Kohle sparen.
Viel Erfolg.



Kunststoffrohre...



"vertragen" sich bestens mit Lehm. Dein Heizungsbauer argumentiert da ein wenig nach dem Motto "Was der Bauer nicht kennt..." oder er bekommt da die meisten Prozente. Preise, die Du irgendwo online findest, haben allermeist nicht viel mit dem Angebot Deines Heizungsbauers zu tun. Lass ihn ein Angebot erstellen.

Ein Vorteil der Kunststoffrohre kann sein, daß in der Wand keine Rohrverbindungen verlegt werden müssen. Das temperaturbedingte Arbeiten der Cu-Rohre gegen Rohrverbindungen halte ich auf die Dauer für fehleranfälliger als ein Endlosrohr ohne Verbinder in der Wand. Ich vermute, daß eine Verlegung mit den Rohren z.B. von WEM preiswerter sein könnte als Kupfer; frage doch besser noch bei einem anderen Betrieb nach. In der Regel bringt es nichts, einen Fachbetrieb dazu zu überreden, mit Materialien zu arbeiten, mit denen er nicht wirklich arbeiten will. Suche Dir eine Firma, die täglich mit sowas arbeitet und Referenzobjekte zu bieten hat, lass sie die Leistung gleichfalls anbieten und vergleiche dann.

Und, ganz wichtig: Ohne eine Heizlastberechnung taugt das beste Angebot nix.

Grüße

Thomas